Warum kommt es zu saisonalem Haarausfall? Symptome und Behandlung

Saisonbedingter Haarausfall ist ein vorübergehender Zustand, der besonders im Herbst auftritt, wenn das Sonnenlicht abnimmt, das Wetter umschlägt und der Haarzyklus in die Ruhephase übergeht. Während ein Verlust von 50 bis 100 Haaren pro Tag als normal gilt, kann diese Zahl bei Jahreszeitenwechseln deutlich ansteigen. Hält der Haarausfall jedoch länger als einige Monate an, können ein Vitaminmangel, Schilddrüsenprobleme oder andere dermatologische Erkrankungen dahinterstecken.
- Im Herbst beschleunigt sich der Übergang der Haare in die Ruhephase (Telogenphase).
- Wenn Sie täglich mehr als 100 Haare verlieren oder kahle Stellen auf der Kopfhaut bemerken, wird eine dermatologische Untersuchung empfohlen.
- Ein Mangel an Eisen, Zink, Vitamin B12 und Vitamin D gehört zu den häufigsten Auslösern.
- Zur Diagnose werden detaillierte Bluttests und eine Untersuchung der Kopfhaut (Trichoskopie) durchgeführt.
- Bei der Behandlung stehen PRP, Haar-Mesotherapie und ärztlich empfohlene medizinische Produkte im Vordergrund.
Was ist saisonaler Haarausfall?
Jedes unserer Haare hat seinen eigenen Lebenszyklus. Dieser besteht im Wesentlichen aus drei Phasen: Wachstum (Anagen), Übergang (Katagen) und Ruhe (Telogen). Auf einer gesunden Kopfhaut befinden sich etwa 85 bis 90 Prozent der Haare in der Wachstumsphase und 10 bis 15 Prozent in der Ruhephase. Am Ende der Ruhephase fällt das Haar aus und ein neues beginnt zu wachsen. Aufgrund dieses natürlichen Zyklus ist es völlig normal, jeden Tag eine gewisse Menge an Haaren zu verlieren.
Saisonaler Haarausfall ist ein Zustand, bei dem durch Umwelteinflüsse mehr Haare als üblich gleichzeitig in die Ruhe- und Ausfallphase übergehen. Diese milde Form des sogenannten „Telogenen Effluviums“ erreicht ihren Höhepunkt meist in den Herbstmonaten, wenn die Temperaturen sinken. In den meisten Fällen ist dies ein vorübergehender Prozess, und da die Haarfollikel intakt bleiben, wachsen die ausgefallenen Haare wieder nach. Die Intensität und Dauer dieses Prozesses variieren jedoch von Person zu Person.
Warum kommt es im Herbst zu Haarausfall? Was sind die Risikofaktoren?
Dass Sie mit dem Einsetzen der kühleren Jahreszeit mehr Haare in Ihrer Bürste oder im Abfluss finden, hat mehrere Gründe. Studien zeigen, dass der menschliche Körper im Sommer dazu neigt, mehr Haare in der Wachstumsphase zu halten, um die Kopfhaut vor den schädlichen Einflüssen der Sonne zu schützen. Mit dem Ende des Sommers wird dieser Schutzmechanismus weniger benötigt, die Haare gehen in die Ruhephase über und fallen aus. Zudem kann die kürzer werdende Tageslichtdauer zu leichten Veränderungen im Hormonspiegel (insbesondere bei Melatonin und Prolaktin) führen, was den Haarzyklus beeinflusst.
Allerdings beschränkt sich Haarausfall beim Jahreszeitenwechsel nicht nur auf das Wetter. Veränderte Ernährungsgewohnheiten nach dem Urlaub oder der Stress bei der Rückkehr in den Arbeits- oder Schulalltag können den Prozess beschleunigen. Einer der wichtigsten Auslöser ist Haarausfall durch Vitaminmangel. Wenn die im Sommer angelegten Vitaminreserven schnell aufgebraucht sind oder die Ernährung unausgewogen ist, fehlt den Haarfollikeln die nötige Energie. Insbesondere ein Mangel an Eisen, Zink, Vitamin B12 und Folsäure wirkt sich direkt auf die Haargesundheit aus. Wenn wir uns dem Winter nähern und nicht mehr ausreichend Sonnenlicht tanken können, steigt auch das Risiko eines Vitamin-D-Mangels, was den Haarausfall weiter begünstigen kann.
Was sind die Symptome?
Um zu verstehen, ob es sich bei Ihrem Haarausfall um einen normalen Erneuerungsprozess oder um ein behandlungsbedürftiges Problem handelt, müssen Sie die Symptome richtig deuten. Saisonbedingter Haarausfall äußert sich in der Regel durch eine gleichmäßige (diffuse) Ausdünnung über die gesamte Kopfhaut. Lokale Kahlheit oder münzgroße kahle Stellen sind keine Anzeichen für saisonalen Haarausfall, sondern weisen auf andere Erkrankungen hin.
Wenn Sie morgens deutlich mehr Haare auf Ihrem Kopfkissen finden als sonst, Ihnen beim Duschen die Haare büschelweise ausfallen oder sich Ihre Bürste beim Kämmen ungewöhnlich schnell füllt, sollten Sie dies ernst nehmen. Auch wenn Ihr Haargummi beim Zusammenbinden lockerer sitzt als früher, die Haare dünner und glanzloser werden und die Kopfhaut im Spiegel deutlicher durchschimmert, sind das Zeichen für einen verstärkten Haarausfall. Begleiten Juckreiz, Rötungen oder Schuppenbildung diese Symptome, könnte eine zugrunde liegende Hauterkrankung (wie z. B. ein seborrhoisches Ekzem) die Ursache sein.
Diagnose: Wie wird im Krankenhaus untersucht?
Wenn Sie sich mit Haarausfall an ein Krankenhaus wenden, erhebt der Dermatologe zunächst eine ausführliche Anamnese. Dabei wird besprochen, seit wann der Haarausfall besteht, wie Sie sich ernähren, welche Medikamente Sie einnehmen, wie hoch Ihr Stresslevel ist und ob es in Ihrer Familie genetisch bedingten Haarausfall gibt. Anschließend folgt die körperliche Untersuchung. Ihr Arzt kann einen sogenannten „Zupftest“ (Pull-Test) durchführen, um zu prüfen, wie leicht sich die Haare lösen lassen.
Für eine genauere Untersuchung wird ein spezielles Gerät namens Trichoskop verwendet. Die Trichoskopie ist eine Art dermatoskopische Untersuchung, bei der Kopfhaut und Haarwurzeln vergrößert betrachtet werden. So lassen sich die Haardicke, die Struktur der Wurzeln und mögliche Entzündungen der Kopfhaut deutlich erkennen. Um die inneren Ursachen des Haarausfalls zu ermitteln, werden zudem zwingend Bluttests angeordnet. Dabei werden das große Blutbild (Hämogramm), Ferritin (Eisenspeicher), Schilddrüsenwerte (TSH, freies T4) sowie der Vitamin-B12-, Vitamin-D- und Zinkspiegel kontrolliert. Anhand der Ergebnisse können Art und Ursache des Haarausfalls exakt diagnostiziert werden.
Was hilft gegen Haarausfall und wie wird er behandelt?
Der Behandlungsplan wird individuell auf die Ursache und den Schweregrad des Haarausfalls abgestimmt. Ist das Problem lediglich auf den Jahreszeitenwechsel zurückzuführen, reguliert es sich meist innerhalb weniger Monate von selbst. Um diesen Prozess jedoch zu unterstützen und die Frage zu beantworten, was gegen Haarausfall hilft, gibt es sowohl Maßnahmen für zu Hause als auch medizinische Behandlungen im Krankenhaus.
Für die Pflege zu Hause empfiehlt es sich, die Haare nicht zu streng zusammenzubinden, auf heiße Stylinggeräte weitgehend zu verzichten und milde, sulfatfreie Shampoos zu verwenden, die zu Ihrem Haartyp passen. Eine Ernährung, die reich an Proteinen, Eisen und Omega-3-Fettsäuren ist (z. B. Eier, Fisch, Walnüsse, Spinat), nährt die Haarwurzeln von innen.
Dermatologische Behandlungen im Krankenhaus sorgen dafür, dass sich das Haar deutlich schneller erholt. Wird bei den Bluttests ein Vitamin- oder Mineralstoffmangel festgestellt, werden unter ärztlicher Aufsicht verschreibungspflichtige Präparate eingesetzt. Um die Haarwurzeln direkt zu stimulieren, werden häufig PRP (Platelet Rich Plasma) und die Haar-Mesotherapie angewandt. Bei der PRP-Behandlung wird Ihnen eine kleine Menge Blut abgenommen, in einer speziellen Zentrifuge aufbereitet und mit reparierenden Zellen (Thrombozyten) angereichert. Anschließend wird dieses Plasma mit feinen Nadeln in die Kopfhaut injiziert. Bei der Mesotherapie werden spezielle Mischungen aus Vitaminen, Mineralien, Aminosäuren und durchblutungsfördernden Medikamenten, die das Haar benötigt, direkt an die Haarwurzeln abgegeben. Diese Verfahren werden in der Regel in mehreren Sitzungen im Abstand von einigen Wochen durchgeführt, um den Haarausfall zu stoppen und das Wachstum neuer Haare zu fördern.
Komplikationen und Risikogruppen
Obwohl saisonaler Haarausfall an sich nicht gefährlich ist, kann er zu Komplikationen führen, wenn er ignoriert wird oder die eigentliche Ursache unentdeckt bleibt. Lang anhaltender und unbehandelter Haarausfall kann zu einer dauerhaften Ausdünnung und Volumenverlust führen. Zudem kann Haarausfall manchmal das erste Anzeichen für ernstere Gesundheitsprobleme wie Schilddrüsenerkrankungen, schwere Anämie (Blutarmut) oder das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) sein. Eine verzögerte Diagnose dieser Zustände kann sich negativ auf Ihre allgemeine Gesundheit auswirken.
Manche Menschen sind anfälliger für Haarausfall. Frauen kurz nach der Entbindung (Postpartum-Phase), Personen, die kürzlich eine schwere Operation hatten, Menschen, die durch Crash-Diäten schnell abgenommen haben, sowie Personen, die unter starkem Stress arbeiten, gehören zur Hochrisikogruppe. Bei diesen Personen trifft der Jahreszeitenwechsel auf einen ohnehin geschwächten Haarzyklus, was die Intensität des Haarausfalls deutlich verstärken kann.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Wenn der Haarausfall Ausmaße annimmt, die Ihren Alltag beeinträchtigen, ist es Zeit für professionelle Hilfe. Es ist sehr wichtig, umgehend einen Dermatologen aufzusuchen, wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bemerken:
- Ihr Haarausfall hält seit mehr als zwei Monaten ununterbrochen an.
- Auf Ihrer Kopfhaut bilden sich münzgroße, völlig kahle, runde Stellen (Alopecia areata).
- Der Haarausfall wird von starkem Juckreiz, Schuppung, Rötung oder Schmerzen auf der Kopfhaut begleitet.
- Ihre Haare beginnen, sich nur am Oberkopf oder an den Schläfen zu lichten (Anzeichen für anlagebedingten Haarausfall).
- Sie leiden neben dem Haarausfall auch unter extremer Müdigkeit, Herzrasen, blasser Haut oder Gewichtsveränderungen.
Der Ablauf in der BHT CLINIC
In unserem Krankenhaus werden all Ihre Beschwerden rund um die Haargesundheit sorgfältig evaluiert. Unsere Fachärzte in der Abteilung für Dermatologie nutzen modernste Diagnoseverfahren, um die Grundursache Ihres Haarausfalls zu ermitteln. Basierend auf den Ergebnissen der trichoskopischen Untersuchungen und umfassenden Labortests wird ein individuell auf Sie abgestimmtes Behandlungsprotokoll erstellt.
In unserer Poliklinik werden PRP, Haar-Mesotherapie und medizinische Behandlungen unter hygienischen Bedingungen sicher durchgeführt. Für allergische Reaktionen, die ein sofortiges Eingreifen erfordern, oder plötzlich auftretende Hauterkrankungen steht Ihnen die 24/7-Notaufnahme unseres Krankenhauses jederzeit zur Verfügung. Bei akuten, lebensbedrohlichen Notfällen zögern Sie bitte nicht, sofort den Notruf 112 zu wählen. Um Ihre Behandlung zu beginnen und wieder gesundes Haar zu bekommen, können Sie ganz einfach über unser Callcenter oder unsere Website einen Termin vereinbaren.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert saisonaler Haarausfall?
Saisonbedingter Haarausfall lässt meist nach 4 bis 6 Wochen von selbst nach und stoppt schließlich. Hält der Haarausfall länger als 2 Monate an, ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich, da ein Vitaminmangel oder ein hormonelles Problem vorliegen könnte.
Welcher Vitaminmangel verursacht Haarausfall?
Die wichtigsten Bausteine für gesundes Haar sind Eisen, Vitamin D, Vitamin B12, Zink und Biotin (Vitamin B7). Ein Mangel an diesen Vitaminen und Mineralstoffen schwächt die Haarwurzeln und beschleunigt den Ausfallprozess.
Werden die Haare dichter, wenn man sie rasiert oder kurz schneidet?
Nein, das Kurzschneiden oder Rasieren der Haare hat keinen Einfluss auf die Struktur oder die Anzahl der Haarwurzeln. Da lediglich die brüchigen Spitzen entfernt werden, kann das Haar optisch gesünder wirken; es hat jedoch keinen Effekt darauf, den Haarausfall zu stoppen.
Stoppen natürliche Haarmasken für zu Hause den Haarausfall?
Natürliche Inhaltsstoffe wie Olivenöl oder Arganöl können dem Haar Feuchtigkeit spenden und es oberflächlich pflegen. Wenn die Ursache des Haarausfalls jedoch ein Vitaminmangel oder hormonell bedingt ist, können äußerlich aufgetragene Masken das Grundproblem nicht lösen und sind daher unzureichend, um den Haarausfall zu stoppen.
Ist die PRP-Behandlung schmerzhaft?
Das PRP-Verfahren wird mit sehr feinen Nadeln (Mesotherapie-Nadeln) durchgeführt. Da vor dem Eingriff lokal betäubende Cremes auf die Kopfhaut aufgetragen werden können, ist das Schmerz- oder Unbehagensempfinden minimal.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; wenden Sie sich für eine Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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