Was sind die Symptome einer Herzkranzgefäßverengung?

Symptome einer Herzkranzgefäßverengung äußern sich meist als Druckgefühl in der Mitte der Brust, Atemnot bei körperlicher Anstrengung, in den linken Arm oder Kiefer ausstrahlende Schmerzen sowie plötzlicher kalter Schweiß. Manchmal schreitet diese tückische Krankheit jedoch völlig symptomlos voran, und das allererste Anzeichen ist direkt ein Herzinfarkt. Gerade für Risikopatienten ist es daher lebenswichtig, die feinen Signale des eigenen Körpers richtig zu deuten.
Kurz zusammengefasst:
- Brennen, Enge- oder Druckgefühl in der Brust sind die häufigsten Symptome.
- Der Schmerz kann oft in den linken Arm, den Rücken, den Nacken oder den Magen ausstrahlen.
- Zunehmende Atemnot beim Gehen oder Treppensteigen ist ein wichtiges Warnsignal.
- Die Erkrankung kann über Jahre hinweg unbemerkt voranschreiten.
- Eine Früherkennung senkt das Risiko eines Herzinfarkts drastisch.
Was ist eine Herzkranzgefäßverengung?
Wenn sich die Herzkranzgefäße (Koronararterien), die den Herzmuskel mit Blut versorgen, mit der Zeit verengen oder komplett verschließen, spricht man von einer Herzkranzgefäßverengung. Dieser medizinisch als Arteriosklerose bezeichnete Prozess beginnt damit, dass sich Stoffe wie Cholesterin, Fett und Kalzium an den inneren Gefäßwänden ablagern und sogenannte Plaques bilden. Je enger das Gefäß wird, desto weniger Blut und Sauerstoff gelangen zum Herzen. Wie aktuelle Fälle bekannter Persönlichkeiten in der Türkei immer wieder zeigen, die plötzlich mit schweren Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert werden, ist diese Erkrankung oft das Resultat eines jahrelangen, stillen Prozesses.
Die koronare Herzkrankheit gehört weltweit – und auch in der Türkei – zu den häufigsten Gesundheitsproblemen und betrifft vor allem Menschen im mittleren und höheren Lebensalter. Durch die zunehmende Verbreitung ungesunder Lebensgewohnheiten steigt jedoch auch die Häufigkeit bei jüngeren Menschen. Wenn der Herzmuskel nicht mehr ausreichend versorgt wird, fallen alltägliche Aktivitäten zunehmend schwerer. Reißt eine Plaque plötzlich ein und bildet sich darauf ein Blutgerinnsel, verschließt dies das Gefäß vollständig und löst einen Herzinfarkt aus. Daher ist es für ein frühzeitiges Eingreifen enorm wichtig, den Mechanismus der Krankheit und die damit verbundenen körperlichen Veränderungen zu kennen.
Ursachen und Risikofaktoren
Es gibt viele Faktoren, die die Struktur der inneren Gefäßwand schädigen und die Plaquebildung beschleunigen. Zu den Hauptursachen zählen Bluthochdruck, ein hoher Cholesterinspiegel und Diabetes. Ein hoher Anteil an „schlechtem“ LDL-Cholesterin im Blut beschleunigt die Fettablagerung an den Gefäßwänden direkt. Ein unkontrolliert hoher Blutzucker wiederum schädigt die innere Gefäßauskleidung und bereitet so den Boden für Verengungen.
Auch der Lebensstil spielt bei der Entstehung der Krankheit eine entscheidende Rolle. Der Konsum von Tabakprodukten ist einer der gefährlichsten Risikofaktoren, da er die Blutgefäße verengt und die Gerinnungsneigung des Blutes erhöht. Übergewicht, Bewegungsmangel und übermäßiger Stress erhöhen zudem die Arbeitslast des Herzens. Eine familiäre Vorbelastung mit Herzerkrankungen in jungen Jahren macht eine Person aufgrund der genetischen Veranlagung anfälliger. Bei Männern steigt das Risiko ab dem 45. Lebensjahr deutlich an, bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr (nach der Menopause). Um diese Risiken besser zu managen, können Sie Ihre täglichen Gewohnheiten überprüfen, indem Sie unseren Artikel Die 5 häufigsten Fehler beim Schutz der Herzgesundheit lesen.
Symptome der Gefäßverengung
Im Anfangsstadium verursacht die Erkrankung meist keinerlei Beschwerden. Erst wenn die Verengung im Gefäß etwa 70 Prozent erreicht, machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Die typischste Beschwerde ist der medizinisch als Angina Pectoris bezeichnete Brustschmerz. Dieser Schmerz wird meist als Druck, Brennen oder Engegefühl hinter dem Brustbein beschrieben. Er tritt typischerweise beim Gehen, beim Treppensteigen oder nach einer üppigen Mahlzeit auf und verschwindet nach wenigen Minuten Ruhe wieder.
In fortgeschrittenen Stadien ist der Brustschmerz direkt auf den Sauerstoffmangel des Herzens zurückzuführen und kann in den linken Arm, die Schulter, den Nacken, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlen. Bei einigen Patienten, insbesondere bei Frauen, älteren Menschen und Diabetikern, können die Symptome viel diffuser sein. Anstelle von Brustschmerzen treten dann nur extreme Müdigkeit, unerklärliche Atemnot, Übelkeit oder kalter Schweiß auf. Dass Beschwerden bei Belastung auftreten und in Ruhe wieder abklingen, ist das stärkste Indiz für ein herzbedingtes Problem. Solche atypischen Signale als Magenverstimmung oder Muskelschmerz abzutun und einen Arztbesuch aufzuschieben, kann lebensgefährlich sein.
Wie wird die Diagnose im Krankenhaus gestellt?
Um eine Verengung der Herzkranzgefäße festzustellen, wird im Krankenhaus eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt. Der Kardiologe hört sich zunächst Ihre Beschwerden an und führt eine ausführliche körperliche Untersuchung durch. Der erste Schritt ist in der Regel ein Elektrokardiogramm (EKG). Das EKG misst die elektrische Aktivität des Herzens und zeigt Rhythmusstörungen oder Spuren eines überstandenen Herzinfarkts. Anschließend wird eine Echokardiographie (Herz-Ultraschall) durchgeführt, um die Pumpkraft des Herzens und den Zustand der Herzklappen zu beurteilen.
Um die Verengung der Gefäße unter Belastung sichtbar zu machen, wird sehr häufig ein Belastungs-EKG (Laufbandtest) eingesetzt. In Verdachtsfällen oder bei Hochrisikopatienten ist die Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung) die Methode der Wahl für eine eindeutige Diagnose. Mit Hilfe eines dünnen, flexiblen Katheters, der meist über das Handgelenk oder die Leiste eingeführt wird, wird ein spezielles Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße gespritzt, um das Innere der Gefäße darzustellen. Durch dieses Verfahren lässt sich genau bestimmen, welches Gefäß zu wie viel Prozent verstopft ist. Auch wenn die Überwachung des Herzrhythmus durch moderne Technologien immer zugänglicher wird, können sie medizinische Geräte nicht ersetzen. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie in unserem Beitrag Erkennen Smartwatches einen Herzinfarkt? EKG und Rhythmusüberwachung.
Behandlungsmethoden und Genesungsprozess
Ziel der Behandlung ist es, den Blutfluss zum Herzen wiederherzustellen, die Beschwerden zu lindern und zukünftige Infarkte zu verhindern. Bei leichten Verengungen reichen oft Änderungen des Lebensstils und eine medikamentöse Behandlung aus. Blutverdünner, cholesterinsenkende Statine und Blutdruckmedikamente helfen, das Wachstum der Plaques zu stoppen und die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. In dieser Phase ist es für die Patienten unerlässlich, auf eine mediterrane Ernährung umzustellen, regelmäßig spazieren zu gehen und das Rauchen komplett aufzugeben.
Bei schweren Verengungen kommen interventionelle oder chirurgische Eingriffe zum Einsatz. Verengungen, die während einer Angiographie festgestellt werden, können oft in derselben Sitzung mit einem Ballon und einem Stent geöffnet werden. Der Stent ist ein kleines Drahtgeflecht, das in den verengten Bereich eingesetzt wird und das Gefäß offen hält. Nach einer Stent-Implantation bleiben die Patienten in der Regel eine Nacht im Krankenhaus und werden am nächsten Tag entlassen. Wenn die Gefäßstruktur nicht für einen Stent geeignet ist oder sehr viele Gefäße verstopft sind, wird eine Koronararterien-Bypass-Operation bevorzugt. Dabei werden gesunde Blutgefäße aus einem anderen Teil des Körpers entnommen, um den verstopften Bereich zu überbrücken. Die vollständige Genesung nach einem Bypass dauert in der Regel mehrere Monate.
Komplikationen und Risikogruppen
Wird eine Gefäßverengung nicht rechtzeitig behandelt, führt dies zu schweren Komplikationen, die die Lebensqualität mindern und lebensbedrohlich sein können. Die gefürchtetste Folge ist das Einreißen der Plaque, was zu einem plötzlichen Verschluss des Gefäßes und dem Absterben von Herzmuskelgewebe führt. Dieser Zustand ist als Myokardinfarkt oder Herzinfarkt bekannt. Deshalb ist es so wichtig, dass Personen mit einem hohen Herzinfarktrisiko regelmäßig an Gesundheitsuntersuchungen teilnehmen.
Wenn der Herzmuskel über längere Zeit nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird oder nach einem Infarkt geschädigt ist, schwächt sich die Pumpkraft des Herzens ab. Dieses Bild entwickelt sich mit der Zeit zu einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Der Patient gerät schon bei geringster Anstrengung außer Atem, und es beginnt sich Flüssigkeit in den Beinen und der Lunge anzusammeln. Zudem kann die elektrische Leitung im sauerstoffarmen Herzgewebe gestört werden, was zu tödlichen Rhythmusstörungen (Arrhythmien) führen kann. Insbesondere Patienten mit unkontrolliertem Diabetes, langjährige Raucher und Personen, in deren Familie Herzinfarkte in jungen Jahren aufgetreten sind, gehören zur höchsten Risikogruppe für diese Komplikationen.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Bei Herzerkrankungen ist Zeit ein entscheidender Faktor. Die Warnsignale des eigenen Körpers nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, rettet Leben. Wenn Sie Brustschmerzen verspüren, die bei Anstrengung auftreten und in Ruhe wieder vergehen, sollten Sie unverzüglich einen Kardiologen aufsuchen. Einige Symptome erfordern jedoch sofortige medizinische Notfallhilfe; in einem solchen Fall sollten Sie auf keinen Fall versuchen, selbst ins Krankenhaus zu fahren.
Wenn Sie eines der folgenden Symptome verspüren, müssen Sie sofort den Notruf 112 wählen:
- Ein schweres Druck-, Enge- oder Quetschgefühl in der Mitte der Brust, das länger als fünf Minuten anhält
- Ausstrahlen der Schmerzen in den linken Arm, beide Schultern, den Nacken, den Kiefer oder den Rücken
- Plötzlicher kalter Schweiß und Todesangst in Verbindung mit den Brustschmerzen
- Unerklärliche, schwere Atemnot und Erstickungsgefühl
- Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder plötzliche Ohnmacht
Die Rettungskräfte schreiben bereits auf dem Weg das erste EKG, leiten die notwendigen Maßnahmen ein und bringen Sie direkt in ein gut ausgestattetes Zentrum mit Angiographie-Möglichkeiten.
Der Ablauf in der BHT CLINIC
Bei Zweifeln an Ihrer Herzgesundheit oder für Routinekontrollen steht Ihnen das erfahrene Fachärzteteam der Kardiologie der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi zur Seite. Wenn Sie zu Ihrem Termin in unser Krankenhaus kommen, beschleunigt es den Beurteilungsprozess, wenn Sie – falls vorhanden – alte EKGs, Blutuntersuchungen, Ergebnisse von Belastungstests und eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente mitbringen. Nachdem Ihr Arzt Ihre medizinische Vorgeschichte aufgenommen hat, plant er die notwendigen Untersuchungen noch am selben Tag.
Unser Krankenhaus bietet mit seiner 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffneten Notaufnahme und der voll ausgestatteten koronaren Intensivstation eine lückenlose Versorgung bei möglichen Herzinfarkten. In unserem mit modernster Technologie ausgestatteten Angiographie-Labor werden patientenschonende, moderne Methoden wie die Angiographie über das Handgelenk sicher durchgeführt. Von der Diagnose bis zur Behandlung, von der Stent-Implantation bis zur Bypass-Operation werden alle Prozesse von unseren erfahrenen Ärzten in einem multidisziplinären Ansatz sorgfältig durchgeführt.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Herzkranzgefäßverengung im Blutbild erkennbar?
Standard-Bluttests zeigen eine Gefäßverengung nicht direkt an. Jedoch bestimmen Cholesterin-, Triglycerid- und Blutzuckerwerte Ihr Risikoprofil. Im Moment eines Herzinfarkts steigen spezielle Enzyme wie Troponin, die eine Schädigung des Herzmuskels anzeigen, im Blut an und werden zur Diagnose herangezogen.
Wie erkennt man eine Gefäßverengung zu Hause?
Es ist nicht möglich, die Krankheit zu Hause mit Sicherheit zu diagnostizieren. Das wichtigste Indiz ist jedoch ein Druckgefühl in der Brust, das beim Gehen oder Bergaufgehen auftritt und beim Ausruhen wieder verschwindet. Wenn Sie solche Beschwerden haben, sollten Sie nicht zu Hause abwarten, sondern unbedingt eine medizinische Einrichtung aufsuchen.
Können Magenschmerzen ein Symptom für einen Herzinfarkt sein?
Ja, insbesondere bei einer Verengung der Gefäße, die die Herzhinterwand versorgen, kann der Schmerz in die Magengegend ausstrahlen. Da Sodbrennen, Verdauungsstörungen oder Übelkeit das einzige Symptom eines Herzinfarkts sein können, sollten Magenbeschwerden, die sich bei körperlicher Anstrengung verstärken, sorgfältig untersucht werden.
Kann sich das Gefäß nach dem Einsetzen eines Stents wieder verschließen?
Es besteht das Risiko einer erneuten Verengung (Restenose) in dem Bereich, in dem der Stent eingesetzt wurde. Um dieses Risiko zu minimieren, ist es zwingend erforderlich, die vom Arzt verschriebenen blutverdünnenden Medikamente regelmäßig einzunehmen, das Rauchen aufzugeben und sich strikt an die Regeln einer gesunden Ernährung zu halten.
Können auch junge Menschen eine Herzkranzgefäßverengung bekommen?
Obwohl sie allgemein als Alterskrankheit bekannt ist, tritt sie aufgrund von Faktoren wie genetischer Veranlagung, starkem Rauchen, Fettleibigkeit und Stress häufig auch schon in den 30er und 40er Jahren auf. Herzinfarkte in jungen Jahren können sogar gefährlicher sein, da sich das schützende Nebennetz der Blutgefäße des Herzens (Kollateralgefäße) noch nicht vollständig entwickelt hat.
Um Ihre Herzgesundheit nicht aufs Spiel zu setzen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen, können Sie vereinbaren Sie gleich einen Termin, um mit unseren Fachärzten zu sprechen.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken; für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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