Für wen eignen sich Zahnimplantate? So verläuft die Behandlung

Die Zahnimplantat-Behandlung ist eine dauerhafte Methode, um fehlende Zähne zu ersetzen. Dabei werden Titanschrauben in den Kieferknochen eingesetzt und mit Kronen aus Porzellan oder Zirkonium versehen. Dieses Verfahren kann bei Erwachsenen mit abgeschlossenem Kieferwachstum und gutem allgemeinen Gesundheitszustand sicher angewendet werden. Es bietet ein Kaugefühl, das dem natürlichen Zahn am nächsten kommt.
Kurz zusammengefasst:- Implantate sind gewebefreundliche Titanschrauben, die die natürliche Zahnwurzel nachahmen.
- Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung, sodass der chirurgische Teil schmerzfrei ist.
- Es dauert durchschnittlich 2 bis 6 Monate, bis die Schraube vollständig mit dem Kieferknochen verwachsen ist.
- Bei unzureichendem Knochenvolumen kann der Aufbau mit Knochenersatzmaterial (Knochenpfropf) erforderlich sein.
- Bei regelmäßiger Mund- und Zahnpflege können Implantate ein Leben lang sicher genutzt werden.
Was ist eine Zahnimplantat-Behandlung?
Ein natürlicher Zahn besteht aus einer Wurzel im Kieferknochen und einer sichtbaren Krone im Mund. Wenn ein Zahn aus irgendeinem Grund verloren geht, fehlt nicht nur der sichtbare Teil, sondern auch die Wurzel im Knochen. Die Implantatbehandlung ist ein chirurgischer Eingriff, der genau diesen Wurzelverlust ausgleichen soll. Kleine, zylinderförmige Titanschrauben, die in den Kieferknochen eingesetzt werden, fungieren als künstliche Zahnwurzel.
Der Hauptgrund, warum Titan in der Zahnmedizin bevorzugt wird, ist seine hervorragende biologische Verträglichkeit mit dem menschlichen Körper. Der Körper nimmt dieses Material nicht als Fremdkörper wahr und stößt es nicht ab. Die eingesetzte Titanschraube verwächst mit der Zeit mit den Zellen des Kieferknochens und bildet eine untrennbare Einheit. Dieser biologische Verschmelzungsprozess wird als Osseointegration bezeichnet.
Nach Abschluss der Osseointegration wird ein Zwischenstück, das sogenannte Abutment, auf die Schraube aufgesetzt. Im letzten Schritt wird darauf eine Porzellan- oder Zirkoniumkrone befestigt, die der natürlichen Zahnfarbe des Patienten entspricht. So wird nicht nur ein ästhetisch makelloses Erscheinungsbild erzielt, sondern auch die Kau- und Sprechfunktion vollständig wiederhergestellt.
Für wen sind Implantate geeignet und was sind die Risikofaktoren?
Die Frage, für wen Implantate geeignet sind, gehört zu den häufigsten Anliegen von Patienten mit Zahnverlust. Diese Behandlung kann bei allen Personen ab 18 Jahren durchgeführt werden, deren Knochenwachstum abgeschlossen ist und die bei guter allgemeiner Gesundheit sind. Es gibt keine obere Altersgrenze; auch ein gesunder 80-Jähriger kann problemlos ein Implantat erhalten. Für den Erfolg der Behandlung müssen jedoch bestimmte biologische Voraussetzungen erfüllt und Risikofaktoren bewertet werden.
Eignungskriterien und Risikosituationen
Im Bereich des geplanten Implantats muss eine ausreichende Knochenhöhe und -dicke vorhanden sein. In Regionen, die lange zahnlos geblieben sind, kann es zu Knochenschwund kommen. In solchen Fällen wird der Bereich vor dem Eingriff durch den Einsatz von Knochenersatzmaterial (Knochenaufbau) für das Implantat vorbereitet. Auch die allgemeine Krankengeschichte des Patienten ist von großer Bedeutung.
Bei Patienten mit unkontrolliertem Diabetes (Zuckerkrankheit) kann sich die Wundheilung verzögern, was den Einheilungsprozess des Implantats gefährdet. Diabetikern mit gut eingestelltem Blutzuckerspiegel können jedoch nach ärztlicher Freigabe sicher Implantate eingesetzt werden. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Blutverdünner einnehmen, müssen vor dem Eingriff unbedingt ihren Kardiologen konsultieren, um die Medikamenteneinnahme anzupassen. Übermäßiger Tabakkonsum ist einer der größten Risikofaktoren, da er die Durchblutung im Mundraum verschlechtert, das Infektionsrisiko erhöht und somit die Erfolgsquote von Implantaten senkt.
Warum sollte die Behandlung von Zahnverlust nicht aufgeschoben werden?
Der Verlust eines oder mehrerer Zähne ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch ein ernsthaftes funktionelles und gesundheitliches Risiko. Wird die Behandlung hinausgezögert, gerät das Gleichgewicht im Mundraum schnell aus den Fugen. Die Nachbarzähne kippen mit der Zeit in die Lücke des gezogenen Zahns, und der gegenüberliegende Zahn wächst in die Lücke hinein. Dies stört die Zahnreihe, erschwert das Kauen und kann zu Schmerzen im Kiefergelenk führen.
Darüber hinaus fehlt durch die fehlende Zahnwurzel die mechanische Stimulation des Kieferknochens in diesem Bereich. Ähnlich wie ungenutzte Muskeln abbauen, verliert der nicht stimulierte Kieferknochen mit der Zeit an Volumen und schwindet. Fortgeschrittener Knochenabbau führt zu eingefallenen Gesichtszügen und lässt das Gesicht älter wirken. Eine verminderte Kauleistung führt wiederum dazu, dass die Nahrung unzureichend zerkleinert geschluckt wird, was Magen- und Verdauungsprobleme begünstigt.
Wenn Ihr Zahnverlust auf unbehandelte Zahnfleischerkrankungen zurückzuführen ist, muss Ihr Zahnfleisch vor einer Implantation unbedingt saniert werden. Das Infektionsrisiko bei Implantaten, die in ungesundes Zahnfleischgewebe eingesetzt werden, ist sehr hoch.
Voruntersuchung und radiologische Diagnostik
Der erste und wichtigste Schritt einer erfolgreichen Implantatbehandlung ist eine genaue Diagnose und detaillierte Planung. Bei der ersten Untersuchung im Krankenhaus untersucht Ihr Zahnarzt das Gewebe in der Mundhöhle, den Zustand Ihres Zahnfleisches und die Gesundheit der benachbarten Zähne gründlich. Da das Implantat jedoch direkt in den Knochen eingesetzt wird, reicht eine reine Sichtprüfung nicht aus.
Für die radiologische Beurteilung werden in der Regel Panoramaröntgenaufnahmen angefertigt. Diese geben einen Überblick über die allgemeine Struktur des Kieferknochens. Um jedoch die Dicke (Breite) des Knochens millimetergenau zu messen und die genaue Lage des Nervenkanals im Unterkiefer oder der Nebenhöhlen im Oberkiefer zu bestimmen, wird die 3D-Volumentomographie (DVT) eingesetzt.
Anhand der Tomographiebilder plant der Arzt Länge, Durchmesser und Winkel des einzusetzenden Implantats millimetergenau digital. Dank dieser fortschrittlichen Technologie werden Risiken wie Nervenverletzungen oder eine Perforation der Sinusmembran während des chirurgischen Eingriffs auf ein Minimum reduziert. Bei unzureichender Knochenstruktur des Patienten wird in der gleichen Planungsphase festgelegt, welche Art von Knochenersatzmaterial verwendet wird und wie lange die Wartezeit sein wird.
Wie verläuft der Implantatprozess Schritt für Schritt?
Obwohl der Ablauf je nach Situation des Patienten variieren kann, folgt er in der Regel bestimmten Schritten. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich um einen sehr komfortablen und schmerzfreien chirurgischen Eingriff. Jeder Schritt wird sorgfältig durchgeführt, um den Komfort des Patienten und den langfristigen Erfolg zu gewährleisten.
Chirurgische Phase und Osseointegration
Vor dem Eingriff wird der betroffene Bereich örtlich betäubt, sodass der Patient während der Operation keine Schmerzen verspürt. Das Zahnfleisch wird mit einem kleinen Schnitt geöffnet und ein exakt auf die Maße des Implantats abgestimmtes Bett im Kieferknochen präpariert. Nachdem die Titanschraube eingesetzt wurde, wird das Zahnfleisch wieder verschlossen und mit einigen Stichen vernäht. Das Einsetzen eines einzelnen Implantats dauert durchschnittlich 20 bis 30 Minuten.
Nach der chirurgischen Phase beginnt die Wartezeit. Das Einwachsen des Implantats in den Kieferknochen auf zellulärer Ebene (Osseointegration) dauert im Unterkiefer in der Regel 2 bis 3 Monate, im Oberkiefer 3 bis 6 Monate. In dieser Zeit können provisorische Prothesen angefertigt werden, damit der Patient nicht zahnlos bleibt. Bei Fällen mit Knochenaufbau kann sich diese Wartezeit etwas verlängern.
Prothetische Phase (Krone)
Sobald radiologisch bestätigt ist, dass das Implantat erfolgreich mit dem Knochen verwachsen ist, beginnt die prothetische Phase. Das Zahnfleisch wird durch einen kleinen Eingriff geformt und das Abutment auf das Implantat gesetzt. Anschließend wird ein digitaler oder klassischer Abdruck des Mundraums genommen. Im Labor werden Porzellan- oder Zirkoniumzähne angefertigt, die zu den Gesichtszügen des Patienten und der Farbe der übrigen Zähne passen. Diese dauerhaften Zähne werden auf dem Implantat befestigt, womit die Behandlung abgeschlossen ist.
Heilungsphase und mögliche Komplikationen
In den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Implantatchirurgie sind leichte Schwellungen, leichte Sickerblutungen und Schmerzen völlig normal. Dank der von Ihrem Arzt verschriebenen Schmerzmittel und Antibiotika lässt sich diese Phase sehr gut überstehen. Wenn Sie am Tag der Operation von außen immer wieder Kühlpads auflegen, wird die Bildung von Schwellungen weitgehend verhindert.
Die wichtigste Regel in der Heilungsphase ist, in den ersten Tagen auf heiße, harte und körnige Speisen zu verzichten. Auch auf das Rauchen und den Konsum von Alkohol sollte verzichtet werden, da dies die Wundheilung verlangsamt. Spucken oder die Verwendung eines Strohhalms sollten am ersten Tag unbedingt vermieden werden, da dies das Blutgerinnsel im Wundbereich zerstören kann.
Zu den langfristigen Komplikationen gehört die sogenannte "Periimplantitis", eine Entzündung des Zahnfleisches und des Knochens rund um das Implantat. Diese wird meist durch unzureichende Mundhygiene verursacht. Darüber hinaus kann bei Patienten, die nachts stark mit den Zähnen knirschen (Bruxismus), die übermäßige Belastung des Implantats zum Knochenabbau führen. Daher wird Patienten, die mit den Zähnen knirschen, empfohlen, nach der Behandlung eine Aufbissschiene für die Nacht zu tragen.
Wann sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen?
Die Heilung nach einer Implantatbehandlung verläuft in der Regel problemlos. In seltenen Fällen können jedoch unerwartete Situationen auftreten. Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, sollten Sie unverzüglich Ihren Zahnarzt oder eine medizinische Einrichtung aufsuchen (bei akuten Notfällen wählen Sie in der Türkei oder in Deutschland die 112):
- Schmerzen, die sich 3-4 Tage nach der Operation verschlimmern und pochend werden, anstatt abzuklingen.
- Anhaltende, frische Blutungen im Operationsgebiet, die über ein leichtes Sickern hinausgehen.
- Fieber, Schüttelfrost oder übelriechender, gelb-grünlicher Eiterausfluss um das Implantat herum.
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in der Lippe, am Kinn oder auf der Zunge, das nach Eingriffen im Unterkiefer länger als 24 Stunden anhält (dies kann ein Zeichen für eine Nervenkompression sein).
- Das Gefühl, dass das Implantat wackelt, Monate oder Jahre nachdem der Heilungsprozess abgeschlossen ist.
In solchen Notfällen ist ein frühzeitiges Eingreifen von entscheidender Bedeutung, um den Verlust des Implantats zu verhindern und Ihre allgemeine Gesundheit zu schützen.
Der Implantatprozess in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi
Als BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi bieten wir unseren Patienten mit Zahnverlust dauerhafte und ästhetische Lösungen mithilfe modernster Technologien. Unsere erfahrenen Zahnärzte und Spezialisten für Kieferchirurgie sorgen durch eine detaillierte Planung mit 3D-Tomographiegeräten für einen reibungslosen Ablauf. Viele unserer internationalen Patienten schätzen die Kombination aus medizinischer Spitzenqualität und der herzlichen türkischen Gastfreundschaft während ihres Aufenthalts in Istanbul.
Besonders für Patienten mit Zahnarztangst (Phobie), starkem Würgereflex oder wenn viele Implantate gleichzeitig gesetzt werden müssen, bieten wir die Behandlung unter Vollnarkose oder Sedierung in unseren voll ausgestatteten Operationssälen an. So können alle chirurgischen Eingriffe in einer einzigen Sitzung schmerz- und stressfrei durchgeführt werden, während unsere Patienten tief und fest schlafen. Die rund um die Uhr geöffnete Notaufnahme unseres Krankenhauses und die multidisziplinäre Struktur sorgen dafür, dass Sie sich bei allen gesundheitlichen Anliegen sicher fühlen können. Für eine detaillierte Beurteilung können Sie unsere Abteilung für Mund- und Zahngesundheit besuchen.
Häufig gestellte Fragen
Spüre ich Schmerzen beim Einsetzen des Implantats?
Nein, während der Implantatchirurgie wird der zu behandelnde Bereich örtlich betäubt. Dadurch spüren Sie während der Operation nur einen leichten Druck, aber absolut keine Schmerzen. Leichte Schmerzen nach dem Eingriff lassen sich mit Schmerzmitteln gut in den Griff bekommen.
Wie lange dauert die gesamte Implantatbehandlung?
Das Einsetzen des Implantats in den Kieferknochen dauert pro Zahn etwa 20-30 Minuten. Es muss jedoch 2-3 Monate im Unterkiefer und 3-6 Monate im Oberkiefer gewartet werden, bis die Schraube mit dem Knochen verwachsen ist. Nach Ablauf der Wartezeit dauert die Anfertigung der endgültigen Zähne etwa 1-2 Wochen.
Können Raucher Implantate bekommen?
Rauchern können Implantate eingesetzt werden, aber da das Rauchen die Durchblutung im Mundraum verschlechtert, verzögert es die Wundheilung und erhöht das Infektionsrisiko. Dies kann den Erfolg der Osseointegration des Implantats verringern. Es wird dringend empfohlen, vor der Behandlung und während der Heilungsphase mit dem Rauchen aufzuhören oder es deutlich einzuschränken.
Wie lange ist die Lebensdauer eines Implantats?
Da Implantate aus nicht verrottendem Titan bestehen, sind sie strukturell ein Leben lang haltbar. Die Gesundheit des das Implantat umgebenden Zahnfleisches und Kieferknochens hängt jedoch von der Mundpflege des Patienten. Zweimal tägliches Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sorgen dafür, dass Sie Ihre Implantate ein Leben lang problemlos nutzen können.
Können Implantate bei Personen mit Knochenschwund eingesetzt werden?
Ja, Implantate können auch bei Patienten mit Knochenschwund oder Volumenverlust im Kieferknochen eingesetzt werden. In solchen Fällen wird vor dem Einsetzen des Implantats oder in derselben Sitzung ein Knochenaufbau (Knochenersatzmaterial) durchgeführt, um das Knochenvolumen in diesem Bereich zu vergrößern und eine geeignete Basis für das Implantat zu schaffen.
Um zu einem gesunden und lückenlosen Lächeln zu gelangen und Behandlungsoptionen zu besprechen, können Sie einen Termin vereinbaren und bei einer detaillierten Untersuchung durch unsere Fachärzte den für Sie am besten geeigneten Plan erstellen lassen.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
Termin vereinbaren