Podologie

Diabetische Fußpflege: Richtige Anwendung, Risiken und Behandlung

BHT CLINIC Sağlık Rehberi5. November 20267 Min. Lesezeit

Die diabetische Fußpflege umfasst die tägliche Kontrolle der Füße, das Eincremen und die Wahl des richtigen Schuhwerks. All das dient dazu, Nervenschäden und Durchblutungsstörungen vorzubeugen, die durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel entstehen können. Der wirksamste Weg, um Fußwunden bei Diabetikern zu verhindern, besteht darin, die Füße jeden Abend mit lauwarmem Wasser zu waschen, die Zehenzwischenräume gründlich abzutrocknen und bei der kleinsten Rötung sofort einen Spezialisten aufzusuchen. Im Rahmen des Weltdiabetestages im November werfen wir einen genaueren Blick auf dieses sensible Thema, das Ihre Lebensqualität direkt beeinflusst und mit den richtigen Alltagsgewohnheiten gut in den Griff zu bekommen ist.

  • Ein diabetischer Fuß entsteht durch Nervenschäden (Neuropathie) und Gefäßverengungen.
  • Gefühlsverlust, Kribbeln und ständiges Frieren in den Füßen sind die häufigsten ersten Anzeichen.
  • Die Fußsohlen und Zehenzwischenräume sollten täglich mit Hilfe eines Spiegels kontrolliert werden.
  • Nägel müssen gerade geschnitten werden; die Ecken dürfen nicht tief ausgeschnitten werden.
  • Weder drinnen noch draußen sollte man jemals barfuß laufen.
  • Offene Wunden, Verfärbungen oder unangenehmer Geruch erfordern sofortige medizinische Hilfe.

Was ist das diabetische Fußsyndrom?

Das diabetische Fußsyndrom ist ein klinisches Krankheitsbild, das bei Menschen mit einer langjährigen Diabetes-Erkrankung auftritt, wenn Nerven oder Blutgefäße in den Beinen und Füßen geschädigt sind. Die in der Fachsprache als diabetische Neuropathie bezeichnete Nervenschädigung verringert das Schmerz-, Temperatur- und Berührungsempfinden in den Füßen. Durch diesen Gefühlsverlust kann es passieren, dass Sie einen eingetretenen Gegenstand, einen drückenden Schuh oder eine Verbrennung durch zu heißes Wasser tagelang nicht bemerken, weil Sie einfach keinen Schmerz spüren.

Gleichzeitig verhindert die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Gefäßverengung), dass ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe in das Gewebe gelangen. Da die Regenerationsfähigkeit der Zellen sinkt, kann sich selbst ein winziger Kratzer schnell vergrößern und zu einer schwer heilenden Wunde werden. Man geht davon aus, dass jeder vierte Diabetiker im Laufe seines Lebens mindestens einmal ein Fußproblem entwickelt. Besonders bei Patienten mit schlecht eingestelltem Blutzucker schreitet dieser Prozess viel schneller voran. Einfache Vorsichtsmaßnahmen in der Frühphase der Erkrankung verhindern schwerwiegende Gewebeverluste in der Zukunft.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache für diabetische Fußprobleme ist ein dauerhaft hoher Blutzuckerspiegel (Glukose), der im Laufe der Zeit die feinen Kapillargefäße und Nervenscheiden in den Extremitäten des Körpers schädigt. Eine verlangsamte Durchblutung stört die Nährstoffversorgung des Gewebes. Zugleich beeinträchtigt die sogenannte autonome Neuropathie die Funktion der Schweißdrüsen, was zu extremer Hauttrockenheit und tiefen Rissen führt. Diese Risse wirken wie eine offene Tür für Bakterien, die so leicht unter die Haut eindringen können.

Zu den größten Risikofaktoren zählen eine langjährige Diabetes-Erkrankung und die Unfähigkeit, den HbA1c-Wert (Langzeitblutzucker) im Zielbereich zu halten. Rauchen ist einer der größten Auslöser, der Durchblutungsstörungen beschleunigt, da es die Blutgefäße verengt und die Sauerstofftransportkapazität des Blutes verringert. Übergewicht erhöht den Druck auf die Fußsohlen und begünstigt die Bildung von Hornhaut. Auch die Wahl des falschen Schuhwerks führt durch ständige Reibung zu Gewebeschäden. Wer Fälle von Diabetes in der Familie hat, sollte seine Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen. Weitere detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel Was ist versteckter Zucker? Die Gefahr in verpackten Lebensmitteln.

Symptome

Fußprobleme bei Diabetikern entwickeln sich oft langsam und schleichend. In den frühen Stadien klagen Patienten häufig über Kribbeln, ein Gefühl von Nadelstichen oder Brennen, das besonders nachts in Ruhephasen zunimmt. Taubheitsgefühle in den Füßen sind eines der deutlichsten Anzeichen dafür, dass der Diabetes begonnen hat, die Nerven anzugreifen. Mit der Zeit wird dieser Gefühlsverlust so ausgeprägt, dass die Patienten kaum noch spüren, ob ihre Füße den Boden berühren, sie aus dem Hausschuh rutschen oder wie heiß das Badewasser ist.

In fortgeschrittenen Stadien beginnen sichtbare strukturelle Veränderungen der Haut. Die Fußhaut wird trocken, schuppig und an den Fersen bilden sich Verdickungen. Blässe, bläuliche Verfärbungen oder lokale Rötungen können auftreten. Ein ständiges Kältegefühl in den Füßen kann ein Vorbote für Durchblutungsstörungen sein. Die schwerwiegendsten Symptome sind jedoch offene Wunden (Geschwüre), die meist schmerzlos sind und an der Fußsohle, zwischen den Zehen oder an der Ferse entstehen. Durch die Schädigung der motorischen Nerven kommt es zudem häufig zu Fußfehlstellungen, nach innen gekrümmten Zehen (Krallenzehen) und verdickten Nägeln.

Diagnose: Wie wird im Krankenhaus diagnostiziert?

Die Diagnose des diabetischen Fußes beginnt mit einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden des Patienten und einer detaillierten körperlichen Untersuchung durch den Arzt. Ihr Arzt wird zunächst die Hautstruktur, die Nägel, Verfärbungen, Hornhautbildung und mögliche Fehlstellungen an Ihren Füßen begutachten. Der Puls am Fußrücken und am Knöchel wird manuell abgetastet, um einen ersten Eindruck von der Durchblutung zu gewinnen.

Um das Ausmaß der Nervenschädigung zu messen, wird eine schmerzfreie Methode, der sogenannte Monofilament-Test, angewendet. Bei diesem Test wird ein dünner Nylonfaden sanft auf bestimmte Punkte der Fußsohle gedrückt, um zu prüfen, ob der Patient den Druck spürt. Zusätzlich wird das Tiefensensibilitätsempfinden mit einer vibrierenden Stimmgabel beurteilt. Bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung wird der Knöchel-Arm-Index (ABI) gemessen und eine Doppler-Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um den Blutfluss in den Beinen detailliert darzustellen. Wenn eine offene Wunde oder Infektion am Fuß vorliegt, kann ein Röntgenbild oder eine MRT (Magnetresonanztomographie) angefordert werden, um festzustellen, wie tief die Wunde ist und ob sie bereits den Knochen erreicht hat. Bei Bedarf wird ein Abstrich aus der Wunde entnommen, um die infektionsverursachenden Bakterien im Labor genau zu bestimmen.

Diabetische Fußpflege und Behandlung

Den wichtigsten Pfeiler der Behandlung bildet die vorbeugende diabetische Fußpflege, die Sie jeden Tag zu Hause sorgfältig durchführen sollten. Waschen Sie Ihre Füße jeden Abend mit lauwarmem (niemals heißem – prüfen Sie die Temperatur mit dem Ellbogen) Wasser und einer milden Seife. Trocknen Sie die Zehenzwischenräume nach dem Waschen mit einem weichen Handtuch vorsichtig und ohne starkes Reiben vollständig ab, um insbesondere Pilzinfektionen vorzubeugen. Um Hauttrockenheit zu vermeiden, tragen Sie eine harnstoffhaltige Feuchtigkeitscreme auf den Fußrücken und die Sohle auf. Vermeiden Sie es jedoch unbedingt, die Creme zwischen die Zehen zu reiben. Schneiden Sie Ihre Nägel gerade ab, wenn sie nach dem Baden aufgeweicht sind. Schneiden Sie die Ecken nicht tief ein und glätten Sie scharfe Kanten mit einer Papierfeile. Mehr zur Rolle des Schuhwerks für die Fußgesundheit erfahren Sie in unserem Artikel Führt die falsche Wahl von Hausschuhen zu rissigen Fersen?.

Die im Krankenhaus angewandten Behandlungen variieren je nach Stadium der Wunde und der Durchblutung. Wenn bei Diabetikern bereits eine Fußwunde vorliegt, wird zunächst totes Gewebe, das die Heilung blockiert, mit chirurgischen Instrumenten entfernt (Debridement). Wird eine Infektion festgestellt, beginnt eine gezielte Antibiotikatherapie basierend auf Laborkulturen. Die vollständige Entlastung der Wunde ist eine Grundvoraussetzung für die Heilung; hierfür werden spezielle Gipsverbände (Total Contact Cast), druckverteilende Einlagen oder orthopädische Maßschuhe verschrieben. Bei fortgeschrittenen Gefäßverengungen greift die Herz- und Gefäßchirurgie ein, um die Durchblutung des Fußes durch Ballonkatheter, Stents (Angiographie) oder Bypass-Operationen wiederherzustellen. Der Behandlungsprozess erfordert Geduld und kann je nach Blutzuckereinstellung des Patienten einige Wochen bis hin zu Monaten dauern.

Komplikationen und Risikogruppen

Wenn diabetische Fußprobleme nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt werden, kann dies zu lebensbedrohlichen und irreversiblen Komplikationen führen. Bakterien, die durch offene Wunden eindringen, können sich schnell vermehren und tiefe Gewebeinfektionen, Abszesse sowie Knochenentzündungen (Osteomyelitis) verursachen. Wenn das Gewebe nicht ausreichend durchblutet wird, sterben die Zellen ab und es entsteht ein schwarzes Gangrän (Wundbrand). Wenn sich ein Gangrän entwickelt, kann es notwendig sein, einen Zeh, den Fuß oder einen Teil des Beines chirurgisch zu entfernen (Amputation), um zu verhindern, dass die Infektion in die Blutbahn gelangt, sich im ganzen Körper ausbreitet (Sepsis) und um das Leben des Patienten zu retten.

Zur höchsten Risikogruppe für diese Komplikationen gehören Patienten, die ihren Blutzucker trotz Diät und Medikamenten nicht unter Kontrolle bringen können und deren HbA1c-Wert konstant hoch ist. Zudem sind Menschen, die seit über 10 Jahren an Diabetes leiden, starke Raucher, Patienten mit Niereninsuffizienz und solche, die bereits einen diabetesbedingten Sehverlust erlitten haben, stark gefährdet. Da Patienten mit Sehproblemen kleine Kratzer, Einblutungen unter der Hornhaut oder Verfärbungen an ihren Füßen oft nicht erkennen, werden Wunden meist erst in einem sehr späten Stadium entdeckt. Daher sollten Personen aus der Risikogruppe ihre tägliche Fußkontrolle unbedingt mit Hilfe eines Spiegels oder mit Unterstützung von Angehörigen durchführen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Es ist von größter Wichtigkeit, dass Sie unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn Sie etwas Ungewöhnliches an Ihren Füßen spüren oder beobachten. Der Versuch, eine Wunde zu Hause selbst zu behandeln, kann den Zustand drastisch verschlimmern. Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, sollten Sie noch am selben Tag Ihren Arzt aufsuchen:

  • Plötzlich auftretende Rötung, Schwellung oder lokale Überwärmung an Fuß oder Zehen.
  • Blasenbildung, Risse oder Einblutungen unter der Hornhaut.
  • Ungewöhnlich unangenehmer Geruch, der vom Fuß, aus den Zehenzwischenräumen oder dem Schuh kommt.
  • Schmerzhafte oder schmerzlose oberflächliche Wunden an der Fußsohle, der Ferse oder den Zehen.
  • Eingewachsene Nägel, Entzündungen um den Nagel herum oder Nagelverfärbungen.
  • Plötzliche Blässe, bläuliche Verfärbung oder Schwarzfärbung des Fußes.

Wenn Sie neben einer Fußwunde hohes Fieber oder Schüttelfrost haben, sich die Rötung schnell in Richtung Knöchel oder Bein ausbreitet, gelber/grüner Eiter aus der Wunde fließt, plötzliche und sehr starke Fußschmerzen auftreten oder Sie sich benommen fühlen, kann dies ein Zeichen für eine Blutvergiftung sein. In einem solchen Fall sollten Sie keine Zeit verlieren, sofort den Notruf 112 wählen oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen.

Der Behandlungsablauf in der BHT CLINIC Istanbul Tema Hastanesi

In der BHT CLINIC Istanbul Tema Hastanesi stehen wir Ihnen bei Erkrankungen wie dem diabetischen Fuß, die einen multidisziplinären und sensiblen Ansatz erfordern, mit unserem erfahrenen Spezialistenteam zur Seite. Wenn Sie zu uns kommen, erfolgt eine detaillierte Beurteilung Ihrer Fußgesundheit koordiniert durch unsere erfahrenen Podologen in der Abteilung für Podologie sowie die entsprechenden Fachärzte (Endokrinologie, Orthopädie, Herz- und Gefäßchirurgie, Infektiologie). Durch die medizinische Fußpflege, die unter hygienischen Bedingungen gemäß den internationalen JCI-Qualitätsstandards durchgeführt wird, wird Problemen wie Hornhaut, eingewachsenen Nägeln und Hauttrockenheit frühzeitig begegnet und das Risiko der Wundbildung minimiert.

Für eine individuelle Behandlungsplanung ist es äußerst hilfreich, wenn Sie zu Ihrem Termin eine aktuelle Liste Ihrer Diabetes-Medikamente, frühere Blutuntersuchungen und die Schuhe, die Sie im Alltag am häufigsten tragen, mitbringen. Bei unerwarteten Wunden, plötzlichen Farbveränderungen oder Verdacht auf Infektionen bietet unsere gut ausgestattete Notaufnahme rund um die Uhr (24/7) ununterbrochene medizinische Hilfe. Um unser Krankenhaus zu erreichen, detaillierte Informationen über den Ablauf zu erhalten oder einen Termin zu vereinbaren, können Sie unser Callcenter unter 0850 811 34 00 anrufen oder unsere Termin-Seite auf unserer Website besuchen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert es, bis eine Fußwunde bei Diabetikern heilt?

Die Heilungsdauer einer Wunde hängt von ihrer Tiefe, der Schwere der Infektion, dem Blutzuckerspiegel des Patienten und der Durchblutungsqualität des Fußes ab. Frühzeitig erkannte oberflächliche Wunden ohne Durchblutungsstörungen können sich bei richtiger Pflege innerhalb weniger Wochen schließen. Die Behandlung tiefer Wunden, die bis zum Knochen reichen oder mit Gefäßverschlüssen einhergehen, kann hingegen Monate dauern.

Welche Cremes werden für die diabetische Fußpflege verwendet?

In der Regel werden harnstoffhaltige (Urea) medizinische Cremes bevorzugt, die der Haut intensiv Feuchtigkeit spenden, Wasserverlust verhindern und die Hautbarriere stärken. Über die Inhaltsstoffe, den Harnstoffanteil und die Häufigkeit der Anwendung sollte jedoch unbedingt Ihr Arzt oder Podologe entscheiden. Cremes dürfen niemals zwischen die Zehen aufgetragen werden, da dies ein feuchtes Milieu schafft und Pilzinfektionen begünstigt.

Ist ein Taubheitsgefühl in den Füßen ein sicheres Zeichen für Diabetes?

Ein Taubheitsgefühl in den Füßen ist zwar eines der häufigsten Symptome der diabetischen Neuropathie, reicht aber allein für eine Diabetes-Diagnose nicht aus. Auch ein Bandscheibenvorfall, Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenprobleme oder andere Durchblutungsstörungen können zu Taubheitsgefühlen in den Füßen führen. Zur Bestimmung der genauen Ursache sind eine detaillierte neurologische Untersuchung und Bluttests unerlässlich.

Wie sollte ein Diabetikerschuh beschaffen sein?

Diabetikerschuhe sollten innen nahtlos sein, aus weichem und flexiblem Leder bestehen, eine breite Zehenkappe haben und den Fuß an keiner Stelle einengen. Die Sohle muss so konstruiert sein, dass sie den Druck beim Gehen gleichmäßig verteilt. Zudem sollte der Schuh aus atmungsaktivem Material gefertigt sein und über ein verstellbares Schnür- oder Klettsystem verfügen.

Ist eine Pediküre für Diabetiker schädlich?

Standard-Pediküre-Behandlungen in Kosmetikstudios werden für Diabetiker absolut nicht empfohlen, da sie oft Mängel bei der Sterilisation, ein hohes Infektionsrisiko sowie die Gefahr von Gewebeverletzungen durch scharfe Instrumente bergen. Stattdessen sollte eine medizinische Fußpflege bevorzugt werden, die mit sterilen medizinischen Geräten und von in Anatomie ausgebildeten Fachpodologen in einer klinischen Umgebung durchgeführt wird.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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