Intensivpflege

Was bedeutet Intubation? In welchen Fällen wird ein Patient intubiert?

BHT CLINIC Sağlık Rehberi29. September 20268 Min. Lesezeit
Was bedeutet Intubation? In welchen Fällen wird ein Patient intubiert?

Die klarste Antwort auf die Frage, was Intubation bedeutet, ist das Einführen eines Kunststoffschlauchs in die Atemwege eines Patienten, der nicht mehr selbstständig ausreichend atmen kann, um ihn an ein Beatmungsgerät (Ventilator) anzuschließen. Medizinisch lässt sich die Intubation als lebensrettender Eingriff zusammenfassen, der die Lunge von außen mit Sauerstoff versorgt und die Vitalfunktionen aufrechterhält. Besonders auf Intensivstationen ist diese Methode eine vorübergehende unterstützende Therapie, die dem Körper die nötige Zeit zur Heilung verschafft.

Kurz gesagt:

  • Die Intubation ist der Anschluss des Patienten an ein künstliches Beatmungsgerät durch das Einführen eines Schlauchs in die Atemwege.
  • Während des Eingriffs werden die Patienten in der Regel durch Medikamente in einen künstlichen Schlaf versetzt (Sedierung) und spüren keine Schmerzen.
  • Ateminsuffizienz, schwere Traumata und große Operationen sind die häufigsten Gründe für die Anwendung.
  • Das Ziel ist nicht die Behandlung der Grunderkrankung, sondern die Unterstützung der Atmung, während die eigentliche Therapie stattfindet.
  • Sobald der Patient wieder selbstständig atmen kann, wird der Schlauch sicher entfernt (Extubation).

Was ist eine Intubation und wie wird sie durchgeführt?

Die Intubation ist ein klinisches Verfahren, das bei medizinischer Notwendigkeit angewendet wird, um die Atemwege des Patienten offenzuhalten und sicherzustellen, dass ausreichend Sauerstoff in die Lunge gelangt. Wenn wir unter normalen Umständen atmen, strömt die Luft durch Mund und Nase in die Luftröhre (Trachea) und von dort in die Lunge. Wenn dieser natürliche Prozess jedoch durch schwere Krankheiten, Infektionen oder Traumata gestört ist, wird eine mechanische Unterstützung von außen erforderlich.

Der Eingriff wird in der Regel in Notaufnahmen, Operationssälen oder auf Intensivstationen von Fachärzten durchgeführt. Mit Hilfe eines speziellen Instruments, dem Laryngoskop, werden die Stimmbänder des Patienten sichtbar gemacht und ein flexibler, steriler Kunststoffschlauch vorsichtig durch den Mund (manchmal auch durch die Nase) in die Luftröhre vorgeschoben. Nach der Platzierung des Schlauchs wird das äußere Ende an einen mechanischen Ventilator (Beatmungsgerät) angeschlossen. Dieses Gerät pumpt sauerstoffreiche Luft mit einem auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmten Druck und Volumen in die Lunge und transportiert das darin enthaltene Kohlendioxid ab. Um den Komfort des Patienten während des Eingriffs zu gewährleisten und die Anpassung an das Gerät zu erleichtern, werden in der Regel Sedierungs- und Schmerzmittel verabreicht.

In welchen Fällen wird ein Patient intubiert?

Situationen, die eine Intubation erfordern, sind in der Regel lebensbedrohlich und bedürfen eines sofortigen Eingreifens. Zu den häufigsten Ursachen gehört das akute Lungenversagen. Bei schweren Lungenentzündungen (Pneumonie), COPD-Exazerbationen, Lungenödemen aufgrund von Herzinsuffizienz oder schweren Asthmaanfällen kann die Lunge das Blut nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgen. In diesem Stadium ist eine Intubation unerlässlich, um Organschäden zu vermeiden.

Darüber hinaus werden Patienten bei großen Operationen, die eine Vollnarkose erfordern, routinemäßig intubiert. Dies liegt daran, dass Anästhetika den eigenen Atemreflex des Patienten vorübergehend außer Kraft setzen. Wenn die Operation beendet ist und die Wirkung der Medikamente nachlässt, wird der Schlauch entfernt. Die Intubation wird auch eingesetzt, um die Atemwege zu sichern, wenn der Patient nach schweren Traumata wie Verkehrsunfällen oder Stürzen aus großer Höhe, bei Hirnblutungen oder schweren Schädel-Hirn-Traumata das Bewusstsein verliert. Auch bei einem Herzstillstand (kardialer Arrest) wird die Sicherung der Atemwege durch diesen Schlauch als Standardbestandteil der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) gewährleistet.

Was sind die Symptome einer Atemnot?

Vor der Entscheidung zur Intubation leiden die Patienten in der Regel unter deutlicher Atemnot (Atemnotsyndrom). Zu den Frühwarnzeichen gehört eine viel schnellere und flachere Atmung als normal (Tachypnoe). Der Patient beginnt, seine Hals-, Schulter- und Bauchmuskeln übermäßig einzusetzen, um atmen zu können. Oft fällt es schwer, beim Sprechen ganze Sätze zu beenden, und die Atmung ist abgehackt.

Mit zunehmendem Schweregrad des Zustands kommt es aufgrund des sinkenden Sauerstoffgehalts im Blut (Hypoxie) zu einer bläulichen Verfärbung der Lippen, Fingerspitzen und der Haut (Zyanose). Gleichzeitig führt die Ansammlung von Kohlendioxid im Blut (Hyperkapnie) zu einer Beeinträchtigung des Nervensystems, was Verwirrtheit, extreme Schläfrigkeit, Unruhe oder mangelnde Reaktionsfähigkeit auf die Umgebung zur Folge hat. Kalter Schweiß, Herzklopfen und ein starkes Erstickungsgefühl begleiten diesen Prozess. Diese Symptome sind der deutlichste Hinweis darauf, dass der Körper die Atemarbeit nicht mehr selbst bewältigen kann und dringend externe Unterstützung benötigt.

Wie wird im Krankenhaus die Entscheidung zur Intubation getroffen?

Die Entscheidung zur Intubation bei einem Patienten, der mit Atemnot ins Krankenhaus kommt, wird durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und Labortests getroffen. Der Arzt beobachtet zunächst den Allgemeinzustand, das Bewusstsein und die Atemanstrengung des Patienten. Im ersten Schritt wird die Sauerstoffsättigung im Blut mit einem an der Fingerspitze befestigten Gerät (Pulsoximeter) gemessen. Ein Wert unter 90 Prozent trotz Sauerstoffgabe – normalerweise sollte er über 95 Prozent liegen – ist ein kritisches Zeichen.

Der aussagekräftigste Test für die endgültige Entscheidung ist die arterielle Blutgasanalyse. Dabei werden der Sauerstoff- (PaO2) und Kohlendioxiddruck (PaCO2) sowie das Säure-Basen-Gleichgewicht (pH-Wert) in einer kleinen Blutmenge aus einer Arterie des Patienten gemessen. Fällt der Sauerstoffgehalt gefährlich ab oder sammelt sich Kohlendioxid im Blut an, was zu einer Azidose führt, entscheidet sich der Arzt für eine Intubation. Zusätzlich wird eine Röntgen- oder Computertomographie (CT) der Lunge angefertigt, um das Ausmaß der Lungenschädigung, Flüssigkeitsansammlungen oder Infektionen festzustellen. Angesichts all dieser Daten wird der optimale Zeitpunkt bestimmt, um die lebenswichtigen Organe des Patienten zu schützen.

Der Prozess und die Genesung intubierter Patienten auf der Intensivstation

Die Betreuung intubierter Patienten auf der Intensivstation ist eine sensible Phase, die eine ununterbrochene 24/7-Überwachung durch ein multidisziplinäres Team erfordert. Nach dem Anschluss an das Beatmungsgerät werden Herzfrequenz, Blutdruck, Blutsauerstoffgehalt und Körpertemperatur kontinuierlich über Monitore überwacht. Die Ernährung des Patienten erfolgt in dieser Zeit in der Regel über eine dünne Sonde, die durch die Nase in den Magen geführt wird (Magensonde), oder durch die intravenöse Gabe spezieller Lösungen. Um Druckgeschwüren (Dekubitus) vorzubeugen, wird der Patient regelmäßig umgelagert, und um den Muskelschwund zu verlangsamen, werden passive physiotherapeutische Übungen im Bett durchgeführt.

Die Frage, ob ein intubierter Patient wieder gesund wird, ist das, was Angehörige am meisten beschäftigt. Die Intubation ist keine Krankheit, sondern eine unterstützende Behandlung; daher hängen die Heilungschancen von der Grunderkrankung, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Wenn Antibiotika, Herzmedikamente oder andere Behandlungen anschlagen, beginnt sich die Lunge des Patienten zu erholen. Jeden Tag prüfen die Ärzte, ob der Patient bereit ist, vom Beatmungsgerät entwöhnt zu werden (Weaning). Die Sedierung wird schrittweise reduziert und die Fähigkeit des Patienten, selbstständig zu atmen, gemessen. Kann der Patient ohne Unterstützung des Geräts einen ausreichenden Sauerstoffgehalt aufrechterhalten, wird der Schlauch aus der Luftröhre sicher entfernt (Extubation) und die Überwachung mit einer normalen Sauerstoffmaske fortgesetzt.

Mögliche Komplikationen und Risikogruppen

Obwohl es sich um ein lebensrettendes Verfahren handelt, bergen die Intubation und die langfristige mechanische Beatmung einige Risiken. Während des Eingriffs kann es, wenn auch selten, zu Zahnschäden oder leichten Verletzungen an Lippen oder Stimmbändern kommen. Verbleibt der Schlauch über einen längeren Zeitraum in der Luftröhre, kann dies zu Reizungen im Rachenraum und zu vorübergehender Heiserkeit oder Schluckbeschwerden nach der Extubation führen.

Eine der häufigsten Komplikationen auf der Intensivstation ist die beatmungsassoziierte Pneumonie (Lungenentzündung). Der Schlauch in den Atemwegen kann Bakterien den Weg in die Lunge erleichtern, was das Infektionsrisiko erhöht. Um dies zu verhindern, wenden die Intensivpflegeteams sehr strenge Hygienevorschriften und Mundpflegeprotokolle an. Darüber hinaus kann die Atemmuskulatur durch längere Bettlägerigkeit und die Unterstützung durch das Gerät geschwächt werden, was den Prozess der Entwöhnung vom Gerät verlängern kann. Ältere Patienten, Menschen mit chronischen Herz- oder Nierenerkrankungen, Lungenerkrankungen wie COPD und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein höheres Risiko für diese Komplikationen.

Wann sollte der Notruf 112 gewählt werden?

Atemnot ist ein medizinischer Notfall, bei dem jede Sekunde zählt. Wenn Sie bei einem Angehörigen, der zu Hause gepflegt wird oder an einer chronischen Krankheit leidet, eines der folgenden Symptome feststellen, sollten Sie unverzüglich den Notruf 112 wählen:

  • Plötzlich auftretende und sich zunehmend verschlimmernde Atemnot,
  • Blaufärbung (Zyanose) der Lippen, der Gesichtspartie oder der Nagelbetten,
  • Starke Schmerzen oder ein Druckgefühl im Brustkorb beim Atmen,
  • Verwirrtheit, undeutliches Sprechen oder die Unfähigkeit, den Patienten zu wecken,
  • Laute, pfeifende Geräusche (Keuchen) beim Atmen.

In diesen Fällen ist es lebenswichtig, einen Krankenwagen zu rufen, anstatt zu versuchen, den Patienten mit dem eigenen Auto ins Krankenhaus zu fahren. Das Rettungspersonal kann bereits auf dem Weg die notwendige Sauerstoffversorgung sicherstellen, gegebenenfalls Erste Hilfe vor Ort leisten und den Patienten sicher in das Zentrum mit der am besten geeigneten Intensivstation bringen.

Der Intensivpflegeprozess in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi

Als BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi bieten wir mit unseren Intensivstationen der Tertiärversorgung für Erwachsene, Koronarpatienten und Neugeborene (NICU) einen 24/7-Service an, um unseren kritisch kranken Patienten eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten. Dank unserer hochmodernen mechanischen Beatmungsinfrastruktur und unseren Isolierzimmern, die die Infektionskontrolle auf höchstem Niveau halten, bieten wir eine sichere und ununterbrochene Lebenserhaltung bei schwerem Lungenversagen, das eine Intubation erfordert.

Unsere spezialisierten Intensivmediziner, unser erfahrenes Pflegepersonal und unsere Atemtherapeuten überwachen den Behandlungsprozess unserer Patienten mithilfe von Echtzeitdaten akribisch. Unser Ziel ist es nicht nur, den Patienten am Leben zu erhalten, sondern auch sicherzustellen, dass er so schnell wie möglich vom Gerät entwöhnt wird und in sein normales Leben zurückkehren kann. Für weitere Informationen über unsere intensivmedizinischen Prozesse können Sie unsere Abteilung Intensivmedizin besuchen. Die Notaufnahme und die Intensivstationen unseres Krankenhauses sind jederzeit bereit, Ihnen eine ununterbrochene medizinische Versorgung zu bieten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wird ein intubierter Patient wieder gesund?

Ja, die Mehrheit der intubierten Patienten erholt sich, wenn die zugrunde liegende Krankheit behandelt wird. Die Intubation ist eine Unterstützung, die dem Körper Zeit zur Heilung verschafft. Der Genesungsprozess variiert je nach Alter des Patienten, Schwere der Erkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand.

Wird ein intubierter Patient in den Schlaf versetzt?

Ja, intubierte Patienten werden in der Regel mit Medikamenten zur Sedierung in einen künstlichen Schlaf versetzt, damit sie sich an das Beatmungsgerät anpassen können, keine Schmerzen verspüren und keine Angst haben. Wenn sich der Zustand des Patienten zu bessern beginnt, werden diese Medikamente schrittweise abgesetzt und der Patient wird aufgeweckt.

Wie lange dauert eine Intubation?

Die Dauer der Intubation hängt ganz davon ab, wie schnell sich die Lunge des Patienten erholt. Während der Schlauch nach einigen Operationen bereits nach wenigen Stunden entfernt wird, kann es bei schweren Infektionen oder Traumata Tage oder sogar Wochen dauern.

Leidet ein intubierter Patient unter Schmerzen?

Nein, da intubierte Patienten auf der Intensivstation kontinuierlich Schmerz- und Beruhigungsmittel erhalten, verspüren sie weder während des Eingriffs noch während der Zeit am Beatmungsgerät Schmerzen oder Qualen.

Was ist eine Extubation?

Die Extubation ist die sichere Entfernung des Schlauchs aus der Luftröhre, sobald der Patient in der Lage ist, wieder ausreichend selbstständig zu atmen. Dies zeigt an, dass der Patient erfolgreich vom Beatmungsgerät entwöhnt wurde und ein wichtiger Schritt im Genesungsprozess gemacht wurde.

Für detaillierte Informationen und eine Beurteilung können Sie einen Termin vereinbaren oder unser Callcenter rund um die Uhr unter 0850 811 34 00 erreichen.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.

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Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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