Wie unterscheidet man die Symptome von Grippe, Erkältung und Covid-19?

Wenn die Temperaturen im Oktober sinken, verbringen wir mehr Zeit in geschlossenen Räumen, was zu einem deutlichen Anstieg von Atemwegsinfektionen führt. Obwohl sich die Symptome von Grippe, Erkältung und Covid-19 anfangs sehr ähneln, gibt es feine Unterschiede: Plötzlich auftretendes hohes Fieber und starke Gliederschmerzen deuten eher auf eine Grippe hin, eine leichte laufende Nase und Niesen auf eine Erkältung, während der Verlust von Geschmacks- oder Geruchssinn meist auf Covid-19 hinweist. Für eine eindeutige Unterscheidung und die richtige Behandlungsplanung sind jedoch Labortests und eine ärztliche Beurteilung unerlässlich.
- Eine Erkältung beginnt schleichend, verursacht meist kein Fieber und eine laufende Nase steht im Vordergrund.
- Die Grippe (Influenza) macht sich durch plötzlich auftretendes hohes Fieber, Schüttelfrost und starke Gliederschmerzen bemerkbar.
- Covid-19-Symptome sind sehr variabel; ein Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns sowie ein hartnäckiger, trockener Husten sind jedoch markant.
- Alle drei Krankheiten werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und breiten sich in geschlossenen Räumen schnell aus.
- Für eine sichere Diagnose werden PCR- oder Antigen-Schnelltests mittels Rachen- und Nasenabstrich eingesetzt.
Was sind Grippe, Erkältung und Covid-19?
In den Herbst- und Wintermonaten gehören virale Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in den Notaufnahmen der Krankenhäuser. Die Erkältung, in der medizinischen Fachsprache auch grippaler Infekt genannt, ist eine weit verbreitete, meist durch Rhinoviren verursachte Infektion, die die oberen Atemwege nur leicht beeinträchtigt. Die echte Grippe hingegen wird durch Influenza-A- und -B-Viren ausgelöst, trifft die Atemwege deutlich heftiger und kann sich zeitweise zu saisonalen Epidemien ausweiten.
Covid-19 ist eine durch das SARS-CoV-2-Virus verursachte systemische Infektion, die sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege befallen und sogar zu Entzündungen der Blutgefäße führen kann. Obwohl alle drei Krankheiten primär die Atemwege angreifen, sind die genetische Struktur der Viren und die von ihnen im Körper verursachten Schäden völlig unterschiedlich. Besonders in der kalten Jahreszeit treten diese Krankheiten häufiger parallel auf. Da sich die häufigen Atemwegsinfektionen im Herbst sehr ähneln, führt eine Selbstdiagnose der Patienten oft zu irreführenden Ergebnissen.
Ursachen und Risikofaktoren
Der Hauptgrund dafür, dass sich Atemwegsviren in den kalten Monaten stärker ausbreiten, liegt darin, dass Menschen längere Zeit gemeinsam in geschlossenen und oft schlecht belüfteten Räumen verbringen. Schulen, öffentliche Verkehrsmittel, Büros und Einkaufszentren bieten ideale Bedingungen für die Übertragung der Viren von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen. Die kalte Luft selbst macht zwar nicht direkt krank, aber kalte und trockene Luft trocknet die schützende Schleimhaut in den Atemwegen aus und erleichtert so den Viren das Eindringen in den Körper.
Ein geschwächtes Immunsystem ist einer der größten Risikofaktoren. Zu wenig Schlaf, eine unausgewogene Ernährung, starker Stress und Bewegungsmangel verringern die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen Viren. Darüber hinaus erhöht Rauchen das Infektionsrisiko erheblich, da es die Funktion der reinigenden Flimmerhärchen in den Atemwegen beeinträchtigt. Menschen mit chronischen Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen sowie Diabetiker haben ein weitaus höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, wenn sie mit diesen Viren in Kontakt kommen.
Symptome: Der Unterschied zwischen Grippe und Erkältung und wie man Covid-19 erkennt
Der Beginn und der Verlauf der Krankheiten liefern wichtige Hinweise für eine korrekte Diagnose. Eine Erkältung beginnt meist schleichend: Ein leichtes Kratzen im Hals, gefolgt von einer verstopften Nase, Niesen und leichtem Husten. Fieber ist bei einer Erkältung sehr selten, und die Betroffenen können in der Regel ihrem normalen Alltag weiter nachgehen. Im Gegensatz dazu treten die Symptome einer Influenza viel plötzlicher und heftiger auf. Ein gesunder Mensch kann sich innerhalb weniger Stunden so schwach fühlen, dass er das Bett nicht mehr verlassen kann.
Bei der Grippe stehen Fieber über 38,5 Grad, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie trockener Husten im Vordergrund. Die Frage, ob es sich um Covid oder Grippe handelt, kann manchmal komplex zu beantworten sein. Die Inkubationszeit von Covid-19 ist länger als bei der Grippe, und die Symptome variieren von Person zu Person stark. Hartnäckiger trockener Husten, Kurzatmigkeit, ein Druckgefühl auf der Brust und insbesondere der bei einigen Varianten ausgeprägte Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn sind die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale von Covid-19. Während der Unterschied zwischen Grippe und Erkältung meist am Schweregrad zu erkennen ist, kann Covid-19 beide Krankheiten imitieren.
Diagnose: Wie wird im Krankenhaus diagnostiziert?
Da sich die Symptome sehr ähnlich sind, ist es nicht immer möglich, allein durch eine körperliche Untersuchung eine sichere Diagnose zu stellen. Ihr Arzt wird Sie nach dem Beginn Ihrer Beschwerden, dem Fieberverlauf und möglichen Kontakten zu Erkrankten fragen und anschließend eine gründliche Untersuchung von Hals und Lunge durchführen. Für eine endgültige Diagnose werden mikrobiologische Labortests herangezogen.
PCR-Tests, die mit Abstrichproben aus der Nase und dem tiefen Rachen durchgeführt werden, weisen das genetische Material des Virus nach und können mit hoher Genauigkeit zwischen Viren wie Covid-19, Influenza A/B oder RSV unterscheiden. In Notfällen können auch Antigen-Schnelltests eingesetzt werden, deren Ergebnisse innerhalb von 15 bis 30 Minuten vorliegen. Zudem können Bluttests wie CRP (C-reaktives Protein) und ein großes Blutbild (Hämogramm) angefordert werden, um festzustellen, ob die Infektion in einen bakteriellen Prozess übergegangen ist. Bei Verdacht auf eine Infektion der tiefen Atemwege wird eine Röntgen- oder Computertomographie (CT) der Lunge durchgeführt, um eine Lungenentzündung (Pneumonie) auszuschließen.
Behandlung: Häusliche Pflege und medizinische Eingriffe
Antibiotika haben bei der Behandlung von Virusinfektionen keinen Platz; sie wirken ausschließlich gegen Bakterien. Die Grundlage der Behandlung besteht darin, das Immunsystem zu unterstützen und die Beschwerden zu lindern. Der wichtigste Schritt bei der häuslichen Pflege ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Wasser, Kräutertees und Suppen helfen, den Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen und abzuhusten. Regelmäßiges Lüften des Zimmers und eine ausgewogene Luftfeuchtigkeit reduzieren Hustenattacken.
Wenn medizinische Hilfe erforderlich ist, kann Ihr Arzt fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente, abschwellende Nasensprays oder Hustensäfte verschreiben. Bei diagnostizierter Grippe und Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe können antivirale Medikamente verabreicht werden, sofern diese innerhalb der ersten 48 Stunden nach Auftreten der Beschwerden eingenommen werden. Bei Covid-19-Fällen können je nach Alter des Patienten, chronischen Vorerkrankungen und Lungenbeteiligung spezielle antivirale Therapien oder ein Krankenhausaufenthalt geplant werden. Während eine Erkältung meist innerhalb von 7 bis 10 Tagen von selbst abklingt, kann der vollständige Genesungsprozess bei Grippe und Covid-19 zwei bis drei Wochen dauern.
Komplikationen und Risikogruppen
Obwohl Atemwegsinfektionen bei gesunden Menschen in der Regel ohne bleibende Schäden ausheilen, können sie in einigen Fällen zu ernsthaften Komplikationen führen. Das durch Viren geschwächte Immunsystem bereitet den Boden für die Ansiedlung von Bakterien im Körper. In der Folge können sich Sekundärinfektionen wie Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), Mittelohrentzündungen oder Bronchitis entwickeln.
Die gefährlichste Komplikation ist jedoch, wenn das Virus in das Lungengewebe eindringt und eine Lungenentzündung (Pneumonie) verursacht. Eine Lungenentzündung ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand, der häufig einen Krankenhausaufenthalt erfordert. Personen ab 65 Jahren, Kinder unter 5 Jahren, Schwangere und Menschen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen, gehören zur höchsten Risikogruppe. Darüber hinaus kann bei Menschen mit Asthma, COPD, Diabetes, Herzinsuffizienz oder chronischen Nierenerkrankungen eine einfache Grippe- oder Covid-19-Infektion zu einem plötzlichen Aufflammen dieser Grunderkrankungen und zu Organversagen führen. Daher ist es für Personen in Risikogruppen von entscheidender Bedeutung, bei den ersten Symptomen sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Obwohl die meisten Virusinfektionen durch Ausruhen zu Hause überstanden werden können, erfordern bestimmte Warnsignale im Krankheitsverlauf sofortige medizinische Hilfe. Wenn Sie eines der folgenden Symptome verspüren, sollten Sie unverzüglich eine medizinische Einrichtung aufsuchen:
- Hohes Fieber, das trotz Einnahme von fiebersenkenden Mitteln länger als 3 Tage anhält und nicht unter 39 Grad sinkt.
- Kurzatmigkeit, die auch im Ruhezustand spürbar ist, sowie schnelle und flache Atmung.
- Anhaltende, starke Schmerzen, Druck- oder Engegefühl im Brustkorb oder Bauchbereich.
- Bewusstseinstrübung, Teilnahmslosigkeit, extreme Schläfrigkeit oder Schwierigkeiten beim Aufwachen.
- Schweres und anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, was die Flüssigkeitsaufnahme völlig verhindert.
Insbesondere bei einer Blaufärbung der Lippen, des Gesichts oder der Nagelbetten, bei plötzlicher Atemnot oder bei Ohnmacht sollte ohne zu zögern der Notruf 112 gewählt oder die nächste Notaufnahme aufgesucht werden.
Der Ablauf in der BHT CLINIC
Bei der Diagnose und Behandlung von Atemwegsinfektionen ist ein rechtzeitiges und richtiges Eingreifen von größter Bedeutung. In unserer Abteilung für Infektionskrankheiten bieten wir unseren Patienten mit unserem erfahrenen Ärzteteam und unserem hochmodernen mikrobiologischen Labor eine umfassende medizinische Versorgung. Wenn Sie in unser Krankenhaus kommen, werden nach einer ausführlichen Untersuchung die erforderlichen PCR-, Antigen-Schnell- oder Bluttests zügig ausgewertet und Ihr individueller Behandlungsplan erstellt.
In Situationen, die ein sofortiges Eingreifen erfordern, wie z. B. plötzlich auftretendes hohes Fieber, Atemnot oder eine allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, steht Ihnen unsere rund um die Uhr geöffnete Notaufnahme mit ihrer voll ausgestatteten Infrastruktur zur Seite. Wenn Sie in unser Krankenhaus kommen, beschleunigt es den Diagnoseprozess, wenn Sie eine Liste der Medikamente, die Sie einnehmen, und frühere Untersuchungsergebnisse mitbringen. Um eine Verschlimmerung von Krankheiten durch eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung zu verhindern, können Sie sich jederzeit an unsere Fachärzte wenden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich zu Hause ohne Test herausfinden, ob es Covid oder Grippe ist?
Da sich die Symptome sehr ähnlich sind, ist es nicht möglich, zu Hause allein anhand der Beschwerden eine sichere Unterscheidung zu treffen. Obwohl der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns ein starker Hinweis auf Covid-19 ist, tritt er nicht bei jedem Patienten auf. Für eine endgültige Diagnose muss unbedingt ein PCR- oder Antigen-Schnelltest im Labor durchgeführt werden.
Schützt die Grippeimpfung vor einer Erkältung?
Nein, die Grippeimpfung bietet nur Schutz vor Influenza-A- und -B-Viren. Da eine Erkältung in der Regel durch eine andere Virusfamilie, die sogenannten Rhinoviren, verursacht wird, hat die Grippeimpfung keine vorbeugende Wirkung gegen Erkältungen.
Sollten bei Atemwegsinfektionen Antibiotika eingesetzt werden?
Grippe, Erkältung und Covid-19 sind virale Infektionen, und Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Antibiotika sollten nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden, wenn sich zur Virusinfektion eine bakterielle Erkrankung (z. B. eine bakterielle Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung) gesellt.
Tritt der Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn nur bei Covid-19 auf?
Obwohl der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns eines der markantesten Symptome von Covid-19 ist, kann er auch vorübergehend bei Erkrankungen wie einer starken Erkältung oder einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten, die zu einer stark verstopften Nase führen. Bei Covid-19 tritt dieser Verlust jedoch oft plötzlich und ohne eine verstopfte Nase auf.
Senkt ein Bad bei Krankheit das Fieber?
Eine Dusche mit lauwarmem Wasser kann helfen, die Körpertemperatur auszugleichen und hohes Fieber zu lindern. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zu kalt ist; kaltes Wasser kann zu Schüttelfrost führen, wodurch die Körpertemperatur weiter ansteigen kann.
Um Ihre Gesundheit nicht zu gefährden und den Behandlungsverlauf mit der richtigen Diagnose einzuleiten, können Sie uns rund um die Uhr über unser Callcenter unter 0850 811 34 00 erreichen oder einen Online-Termin vereinbaren, um mit unseren Fachärzten zu sprechen.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; bitte wenden Sie sich für eine Diagnose und Behandlung immer an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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