Achtung bei Beta-Streptokokken bei Kindern: Symptome und Behandlung

Beta-Streptokokken bei Kindern, medizinisch als Beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A bezeichnet, sind eine bakterielle Infektion, die sich durch plötzlich einsetzende, starke Halsschmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden äußert. Besonders ab November, wenn die Schulen geöffnet sind und mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbracht wird, breitet sich dieser Erreger über die Tröpfcheninfektion schnell aus. Im Gegensatz zu viralen Infektionen müssen Beta-Streptokokken unbedingt richtig diagnostiziert und mit Antibiotika behandelt werden, um dauerhafte Schäden an Herz und Nieren zu vermeiden.
Kurz gefasst
- Beta-Streptokokken (Strep A) sind eine hochgradig ansteckende bakterielle Erkrankung, die zu Entzündungen im Rachen und an den Mandeln führt.
- Sie treten am häufigsten bei Schulkindern zwischen 5 und 15 Jahren auf; bei Kindern unter 3 Jahren sind sie selten.
- Zu den Symptomen gehören plötzlich einsetzendes hohes Fieber, starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und weiße Flecken auf den Mandeln.
- Schnupfen, Husten und Heiserkeit treten bei einer Beta-Infektion in der Regel nicht auf; diese Anzeichen deuten eher auf virale Infektionen hin.
- Für eine eindeutige Diagnose sind ein Antigen-Schnelltest und ein Rachenabstrich im Krankenhaus zwingend erforderlich.
- Unbehandelt kann es zu schweren Komplikationen wie akutem rheumatischem Fieber kommen, das die Herzklappen angreift.
Was sind Beta-Streptokokken (Strep A) bei Kindern?
Streptococcus pyogenes, im Volksmund als "Beta-Streptokokken" bekannt, ist eine Bakterienart, die beim Menschen Rachen- und Hautinfektionen verursacht. Dieses Bakterium ist die häufigste Ursache für bakterielle Pharyngitis (Rachenentzündung) im Kindesalter, insbesondere in den Wintermonaten. Die Krankheit wird in der medizinischen Fachliteratur auch als "Strep A" bezeichnet. Das Bakterium nistet sich an der hinteren Rachenwand und den Mandeln ein, vermehrt sich dort rasch und verursacht Entzündungen und Schwellungen im Gewebe.
Obwohl Beta-Streptokokken jede Altersgruppe betreffen können, treten sie am häufigsten bei Kindern zwischen 5 und 15 Jahren auf, da sich ihr Immunsystem noch in der Entwicklung befindet und sie in sozialen Umgebungen engen Kontakt haben. Bei Kindern unter drei Jahren und Säuglingen ist eine Beta-Infektion recht selten. In dieser Altersgruppe ist die große Mehrheit der Racheninfektionen viral bedingt. Eine frühzeitige Erkennung der Krankheit ist von großer Bedeutung, um die Lebensqualität des Kindes schnell zu verbessern und eine Ansteckung anderer Kinder zu verhindern.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Hauptursache für die Ausbreitung von Beta-Streptokokken ist der direkte oder indirekte Kontakt mit den Atemwegssekreten infizierter Personen. Obwohl das Bakterium in der Außenwelt nicht lange überleben kann, ist die Übertragung von Mensch zu Mensch in geschlossenen und überfüllten Räumen extrem einfach. Besonders ab November, wenn das Wetter kühler wird, die Klassenzimmer nicht ausreichend gelüftet werden und die Kinder in den Pausen in geschlossenen Räumen zusammenkommen, ist dies der Hauptauslöser für Ausbrüche.
Umgebungen wie Schulen, Kindergärten, Nachhilfezentren und Schulbusse sind die Hauptrisikobereiche, in denen Kinder in engem Kontakt miteinander stehen. Das Teilen der gleichen Spielzeuge, die gemeinsame Nutzung von Wasserflaschen oder das Nicht-Zuhalten des Mundes beim Husten erhöhen die Ansteckungsrate. Wenn ein Kind in der Familie infiziert ist, ist das Risiko einer Übertragung auf Geschwister und Eltern ebenfalls sehr hoch. Wenn Sie in dieser Zeit den allgemeinen Gesundheitszustand Ihrer Kinder genauer im Auge behalten möchten, können Sie auch unseren Artikel Welche Gesundheitsuntersuchungen sollten für Kinder in den Ferien durchgeführt werden? lesen.
Was sind die Symptome von Strep A?
Wenn ein Kind an einer Racheninfektion leidet, fällt es Eltern oft am schwersten zu unterscheiden, ob es sich um eine virale Erkältung oder eine bakterielle Beta-Infektion handelt. Die Symptome von Strep A beginnen im Vergleich zu Viren in der Regel viel plötzlicher und verlaufen schwerer. Nachdem die Krankheit ihre Inkubationszeit abgeschlossen hat, kann sie den Allgemeinzustand des Kindes innerhalb weniger Stunden verschlechtern.
Die typischsten Symptome sind:
- Plötzlich ansteigendes und hartnäckiges Fieber, das bis zu 39 Grad erreichen kann
- Starke Halsschmerzen, die das Schlucken und Essen unmöglich machen
- Extreme Rötung und Schwellung der Mandeln sowie die Bildung von weißen/gelben Eiterherden (Krypten)
- Winzige, rote Blutungsstellen (Petechien) im hinteren Bereich des Gaumens
- Schwellung und Druckempfindlichkeit der Lymphknoten im Halsbereich
- Besonders bei jüngeren Kindern Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen
Symptome wie eine laufende Nase, Niesen, gerötete Augen, Heiserkeit oder Husten gehören nicht zu den typischen Merkmalen von Beta-Streptokokken. Wenn Ihr Kind neben Halsschmerzen und Fieber auch starken Husten und Schnupfen hat, deutet dies in der Regel auf virale Erreger wie Adenoviren oder Rhinoviren hin.
Übertragungswege und Vorbeugung
Beta-Streptokokken werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen. Mikroskopisch kleine Speicheltröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen eines infizierten Kindes in die Luft geschleudert werden, gelangen in die Atemwege gesunder Kinder und lösen die Krankheit aus. Die Inkubationszeit variiert in der Regel zwischen 2 und 5 Tagen. Eine weitere häufige Übertragungsart ist das Berühren von Mund, Nase oder Augen, nachdem man kontaminierte Türklinken, Tische oder Spielzeuge angefasst hat.
Der wirksamste Schutz besteht darin, Kindern die richtige Handwaschgewohnheit beizubringen. Die Hände sollten mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife gewaschen werden. Kindern sollte erklärt werden, dass persönliche Gegenstände, Wasserflaschen, Gabeln und Löffel in der Schule nicht mit Freunden geteilt werden dürfen. Kranke Kinder sollten in den ersten 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung nicht zur Schule geschickt werden; dies ist ein entscheidender Schritt, um die Infektionskette zu durchbrechen. Für weitere Informationen über den allgemeinen Verlauf von Atemwegsinfektionen in den Wintermonaten können Sie unseren Artikel Keuchende Atmung bei Babys und Winterinfektionen lesen.
Diagnose: Wie wird im Krankenhaus diagnostiziert?
Wenn Sie Ihr Kind mit Halsschmerzen und Fieber ins Krankenhaus bringen, führt der Arzt zunächst eine detaillierte körperliche Untersuchung durch. Das Aussehen der Mandeln, Blutungsherde am Gaumen und der Zustand der Lymphknoten am Hals werden untersucht. Eine endgültige Beta-Diagnose ist jedoch allein durch eine körperliche Untersuchung nicht möglich. Für eine genaue Diagnose sind Labortests erforderlich.
Der erste Schritt im Krankenhaus ist in der Regel ein "Antigen-Schnelltest" (Strep-Schnelltest). Dabei wird mit einem speziellen Wattestäbchen ein Abstrich von den Mandeln und der hinteren Rachenwand des Kindes entnommen. Der Schnelltest liefert innerhalb von etwa 15-20 Minuten ein Ergebnis; ist er positiv, ist die Diagnose einer Beta-Infektion gesichert. Ein negativer Schnelltest bedeutet jedoch nicht zwingend, dass der Erreger nicht vorhanden ist. Daher wird, insbesondere bei starken klinischen Symptomen, mit der entnommenen Abstrichprobe eine "Rachenkultur" angelegt. Das Ergebnis der Kultur liegt nach 24 bis 48 Stunden vor und ist die genaueste Diagnosemethode.
Behandlung der Beta-Infektion und häusliche Pflege
Da es sich bei der Beta-Infektion um eine bakterielle Erkrankung handelt, ist zur Behandlung unbedingt die Einnahme von Antibiotika erforderlich. Der Arzt verschreibt ein Antibiotikum, das auf Alter, Gewicht und mögliche Allergien des Kindes abgestimmt ist. Der kritischste Punkt der Behandlung ist, dass die verschriebene Einnahmedauer des Antibiotikums – in der Regel 10 Tage – vollständig eingehalten wird. Etwa 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Medikamenteneinnahme sinkt das Fieber des Kindes und die Halsschmerzen lassen nach. Ein vorzeitiges Absetzen des Antibiotikums, nur weil die Beschwerden abgeklungen sind, führt jedoch dazu, dass die Bakterien nicht vollständig beseitigt werden und die Infektion wiederkehrt.
Bei der häuslichen Pflege sollte darauf geachtet werden, dass das Kind viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Aufgrund von Schluckbeschwerden können feste Speisen verweigert werden; in dieser Zeit sollten weiche Speisen wie lauwarme Suppen, Kartoffelpüree, Joghurt und Apfelmus bevorzugt werden. Sehr heiße oder sehr kalte Getränke sowie säurehaltige Fruchtsäfte sollten vermieden werden. Vom Arzt empfohlene schmerzstillende und fiebersenkende Säfte helfen dem Kind, sich zu entspannen. Zudem ist es ein sinnvoller Schritt, die Zahnbürste des Kindes am zweiten Tag der Antibiotikabehandlung durch eine neue zu ersetzen, um eine erneute Ansteckung mit dem Erreger zu verhindern.
Komplikationen und Risikogruppen
Das am meisten Gefürchtete an Beta-Streptokokken ist weniger die Infektion selbst, sondern vielmehr die Komplikationen, die auftreten können, wenn sie unbehandelt bleibt oder die Behandlung vorzeitig abgebrochen wird. Das Immunsystem des Körpers produziert Antikörper, um das Bakterium zu zerstören. Bei einigen Kindern können diese Antikörper jedoch fälschlicherweise die Herzklappen und das Gelenkgewebe angreifen, die der Struktur des Bakteriums sehr ähnlich sind. Dieser Zustand wird als "akutes rheumatisches Fieber" bezeichnet und kann den Weg für dauerhafte rheumatische Herzklappenerkrankungen ebnen.
Eine weitere schwerwiegende Komplikation ist die "Poststreptokokken-Glomerulonephritis", die die Nieren betrifft. Dieser Zustand kann sich Wochen nach der Infektion durch Blut im Urin (colafarbener Urin), Ödeme im Körper und Bluthochdruck äußern. Darüber hinaus können die vom Bakterium abgesonderten Toxine bei einigen Kindern Scharlach verursachen; bei diesem Krankheitsbild treten rote Ausschläge auf, die sich wie Sandpapier anfühlen, und die Zunge nimmt das Aussehen einer Erdbeere an. Die Bildung eines Abszesses um die Mandeln (Peritonsillarabszess) ist ein weiteres Risiko, das ein sofortiges Eingreifen erfordert.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Obwohl Halsschmerzen bei Kindern eine häufige Beschwerde sind, deuten einige Symptome darauf hin, dass die Infektion schwerwiegend ist und ohne Zeitverlust eine medizinische Beurteilung erfordert. Wenn Sie bei Ihrem Kind Halsschmerzen bemerken, die länger als 48 Stunden andauern, Fieber über 39 Grad, das sich nicht senken lässt, eine sichtbare Schwellung am Hals oder eine Dunkelfärbung des Urins, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Wenn eines der folgenden Notfallsymptome auftritt, sollten Sie unverzüglich die nächste Notaufnahme aufsuchen oder den Notruf 112 wählen:
- Das Kind hat deutliche Schwierigkeiten beim Atmen oder atmet sehr schnell
- Es kann aufgrund von Schluckbeschwerden seinen eigenen Speichel nicht schlucken und sabbert ständig
- Beim Einatmen sind pfeifende oder keuchende, hohe Töne (Stridor) zu hören
- Das Kind ist so schwach, erschöpft oder verwirrt, dass es nicht geweckt werden kann
- Anzeichen eines starken Flüssigkeitsverlusts (Dehydration) wie fehlende Tränen beim Weinen, ein trockener Mund und langes Ausbleiben des Wasserlassens
Der Ablauf in der BHT CLINIC
Wenn Sie mit Ihrem Kind wegen Halsschmerzen und hohem Fieber in unser Krankenhaus kommen, wird Ihr Fall von unseren erfahrenen Ärzten in der Abteilung für Kindergesundheit und -krankheiten (Pädiatrie) sorgfältig betreut. Nachdem die Krankengeschichte Ihres Kindes aufgenommen und eine körperliche Untersuchung durchgeführt wurde, werden in unserem Labor umgehend ein Antigen-Schnelltest und eine Rachenkultur veranlasst. Dank unserer fortschrittlichen Laborinfrastruktur liegen Ihre Testergebnisse in kürzester Zeit vor, sodass Ihr Behandlungsplan erstellt werden kann.
Bei plötzlich auftretendem Fieber und starken Halsschmerzen außerhalb der regulären Arbeitszeiten bietet unsere rund um die Uhr geöffnete Notaufnahme (7/24) ununterbrochene medizinische Unterstützung. Wenn Sie ins Krankenhaus kommen, ist es hilfreich, den aktuellen Impfpass Ihres Kindes, eine Liste der zuvor eingenommenen Medikamente und Informationen über eventuelle Allergien mitzubringen, damit unsere Ärzte den bestmöglichen Behandlungsplan erstellen können. Um einen Termin zu vereinbaren und mit unserem Expertenteam zu sprechen, können Sie uns über unsere Website oder unser Callcenter kontaktieren.
Häufig gestellte Fragen
Heilen Beta-Streptokokken von alleine?
Nein, da es sich bei Beta-Streptokokken um eine bakterielle Infektion handelt, heilt sie nicht von alleine. Um den Erreger vollständig aus dem Körper zu entfernen und dauerhafte Schäden an Herz oder Nieren zu vermeiden, muss unbedingt eine Antibiotikabehandlung unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Darf mein Kind mit einer Beta-Infektion zur Schule gehen?
Ihr Kind ist in den ersten 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikabehandlung hochgradig ansteckend. Daher sollte es am ersten Tag der Behandlung nicht zur Schule geschickt werden und zu Hause ruhen, bis das Fieber vollständig gesunken ist und sich der Allgemeinzustand verbessert hat.
Sind Beta-Streptokokken auf Erwachsene übertragbar?
Ja, Beta-Streptokokken können auch Erwachsene anstecken. Insbesondere Eltern, die das kranke Kind pflegen, haben aufgrund des engen Kontakts ein hohes Risiko. In dieser Zeit wird empfohlen, auf die Hygiene im Haushalt, das Händewaschen und das Tragen von Masken zu achten.
Was ist der Unterschied zwischen Strep A und einer Erkältung?
Bei einer Erkältung treten in der Regel Schnupfen, Niesen, Husten und leichtes Fieber auf. Bei einer Strep-A-Infektion werden Husten und Schnupfen hingegen nicht erwartet; das Krankheitsbild wird von plötzlich ansteigendem Fieber, sehr starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden dominiert.
Tut der Rachenabstrich dem Kind weh?
Die Entnahme eines Abstrichs für eine Rachenkultur oder einen Schnelltest ist kein schmerzhafter Vorgang. Wenn das Wattestäbchen den hinteren Teil des Rachens berührt, kann es lediglich für wenige Sekunden zu einem leichten Würgereflex kommen; das Verfahren ist extrem kurz und sicher.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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