Allgemeinchirurgie

Nehmen Sie Bauchschmerzen nicht auf die leichte Schulter: Appendektomie (Blinddarm-OP)

BHT CLINIC28. März 20267 Min. Lesezeit
Nehmen Sie Bauchschmerzen nicht auf die leichte Schulter: Appendektomie (Blinddarm-OP)

Appendizitis ist eine Entzündung des Blinddarms (genauer: des Wurmfortsatzes), der sich am Anfang des Dickdarms befindet. Die chirurgische Entfernung dieser Entzündung wird als Appendektomie (Blinddarmoperation) bezeichnet. Dieses Krankheitsbild, das sich durch starke Schmerzen im rechten Unterbauch äußert, ist ein ernstes gesundheitliches Problem, das schnelles Handeln erfordert und bei nicht rechtzeitiger Behandlung lebensbedrohlich werden kann.

  • Eine Appendizitis entsteht durch die Verstopfung oder Infektion des Wurmfortsatzes am Ende des Blinddarms.
  • Das auffälligste Symptom ist ein starker Schmerz, der um den Bauchnabel herum beginnt und dann in den rechten Unterbauch wandert.
  • Zur Diagnose werden Blutuntersuchungen, Ultraschall und Computertomographie eingesetzt.
  • Der Goldstandard der Behandlung ist die laparoskopische Appendektomie (Schlüssellochchirurgie).
  • Bleibt die Erkrankung unbehandelt, besteht die Gefahr eines Blinddarmdurchbruchs (Ruptur).

Was ist eine Appendektomie und wen betrifft sie am häufigsten?

Die klarste Antwort auf die Frage, was eine Appendektomie ist, lautet: die chirurgische Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes (Appendix). Der Wurmfortsatz, eine etwa zehn Zentimeter lange, dünne, röhrenförmige Struktur, die am Blinddarm (dem ersten Teil des Dickdarms) ansetzt, entzündet sich bei einer Blockade sehr schnell. Dieser entzündliche Zustand wird in der Medizin als akute Appendizitis bezeichnet.

Sie ist eine der häufigsten Notfalloperationen in allgemeinchirurgischen Kliniken. Obwohl sie in jedem Alter auftreten kann, sind statistisch gesehen Menschen zwischen zehn und dreißig Jahren am häufigsten betroffen. Wird die Erkrankung, die auch bei älteren Menschen oder sehr kleinen Kindern auftreten kann, nicht frühzeitig erkannt, kann sie zu ernsthaften gesundheitlichen Komplikationen führen. Auch wenn man davon ausgeht, dass der Blinddarm in der frühen Kindheit einen kleinen Beitrag zum Immunsystem leistet, führt seine Entfernung im Erwachsenenalter zu keinem Funktionsverlust im Körper.

Ursachen und Risikofaktoren einer Appendizitis

Die Hauptursache für eine Appendizitis ist die Verstopfung des inneren Hohlraums (Lumen) des Wurmfortsatzes. Diese Blockade entsteht meist dadurch, dass sich verhärtete Kotstücke (Kotsteine) in diesem Bereich festsetzen. In dem verstopften Bereich beginnt sich Schleim anzusammeln, und der Innendruck des Organs steigt.

Mit dem steigenden Druck vermehren sich die Bakterien in diesem Bereich rasant und verursachen eine Infektion. Auch geschwollene Lymphknoten infolge von Magen-Darm-Infektionen können von außen auf den Blinddarm drücken und ihn blockieren. In selteneren Fällen sind Fremdkörper, Parasiten oder gutartige Tumore die Ursache der Verstopfung.

Das Risiko ist bei Personen, in deren Familie es bereits ähnliche chirurgische Eingriffe gab, etwas höher. Bei Menschen, die schwere Infektionen des Verdauungssystems durchgemacht haben, kann die Schwellung des Lymphgewebes dieses Risiko indirekt erhöhen.

Symptome einer Blinddarmentzündung: Achten Sie auf starke Bauchschmerzen

Die Symptome einer Appendizitis verlaufen in der Regel nach einem typischen Muster und verschlimmern sich mit der Zeit. In den ersten Stunden ist ein dumpfer, unbestimmter Schmerz um den Bauchnabel oder im Oberbauch zu spüren. Patienten verwechseln dies oft mit einer einfachen Magenverstimmung oder Verdauungsproblemen. In den folgenden Stunden, meist innerhalb von zwölf bis vierundzwanzig Stunden, verlagert sich der Schmerz jedoch in den rechten Unterbauch und wird stechend.

Eine bei Bewegung zunehmende Empfindlichkeit ist eines der charakteristischsten Anzeichen. Sie werden vielleicht feststellen, dass der Schmerz beim Gehen, Husten, Lachen oder beim Anziehen des rechten Beins an den Bauch zunimmt. Dieser Zustand wird in der Medizin als Peritonismus (Reizung des Bauchfells) bezeichnet.

Zu den weiteren Begleitsymptomen gehört vor allem Appetitlosigkeit. Der Appetitverlust ist oft so ausgeprägt, dass die Patienten nicht einmal ihre Lieblingsspeisen sehen möchten. Leichtes Fieber, Übelkeit und manchmal Erbrechen können das klinische Bild ergänzen.

Wie wird die Diagnose gestellt? (Ultraschall, CT, Bluttest)

Bei Patienten, die mit Bauchschmerzen vorstellig werden, ist eine genaue Diagnose lebenswichtig. Ihr Arzt wird zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen. Ein stechender Schmerz, der entsteht, wenn der Arzt beim Abtasten des rechten Unterbauchs plötzlich loslässt (Loslassschmerz), ist ein starkes Indiz für eine Entzündung.

Zur Unterstützung der Untersuchung wird im ersten Schritt eine Blutuntersuchung angeordnet. Erhöhte weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und ein hoher CRP-Wert im Blut deuten auf eine aktive Infektion im Körper hin. Für eine endgültige Diagnose sind jedoch bildgebende Verfahren erforderlich. Besonders bei Kindern, Schwangeren und schlanken Personen ist die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) die erste Wahl. Mit dem Ultraschall lässt sich der geschwollene und entzündete Blinddarm gut darstellen.

Bei Erwachsenen und in Fällen, in denen der Ultraschall nicht ausreicht, ist die Computertomographie (CT) der Goldstandard. Die CT liefert nicht nur eine eindeutige Diagnose der Appendizitis, sondern hilft auch maßgeblich dabei, andere mögliche Ursachen im Bauchraum auszuschließen, wie etwa Gallensteine oder bei älteren Patienten Darmkrebs.

Behandlung der Appendizitis: Laparoskopische (minimalinvasive) Appendektomie

Der Goldstandard bei der Behandlung einer akuten Appendizitis ist die Operation. Dank moderner medizinischer Technologien führen wir heute die überwiegende Mehrheit der Blinddarmoperationen als laparoskopische Appendektomie, also minimalinvasiv, durch. Diese Methode bietet dem Patienten sowohl während der Operation als auch in der Genesungsphase großen Komfort.

Bei einer minimalinvasiven Blinddarmoperation werden drei kleine, nur einen halben bis einen Zentimeter große Schnitte in der Bauchdecke vorgenommen. Durch diese Schnitte werden eine hochauflösende Kamera und spezielle chirurgische Instrumente eingeführt. Der Chirurg sieht das Innere des Bauchraums deutlich auf einem Bildschirm und entfernt das entzündete Organ, ohne das umliegende Gewebe zu verletzen.

Da es keinen großen Operationsschnitt gibt, sind die Schmerzen nach dem Eingriff minimal und es bleiben kaum Narben zurück. Unsere Patienten können in der Regel schon am Tag nach der Operation entlassen werden, um in ihren Alltag zurückzukehren. Die Rückkehr zu einer Bürotätigkeit dauert drei bis fünf Tage, während bei schwerem Sport eine Pause von vier Wochen empfohlen wird.

Blinddarmdurchbruch und mögliche Komplikationen

Eine der häufigsten Fragen unserer Patienten ist, ob sich dieser Zustand mit Medikamenten heilen lässt. Da eine Blinddarmentzündung durch eine mechanische Blockade verursacht wird, ist eine reine Antibiotikatherapie in der Regel nicht ausreichend. Bei unbehandelten oder zu spät diagnostizierten Fällen besteht die Gefahr eines Blinddarmdurchbruchs (Perforation).

Ein Blinddarmdurchbruch bedeutet, dass die gedehnte Organwand reißt und sich die entzündliche Flüssigkeit aus dem Inneren in der Bauchhöhle verteilt. In diesem Fall entwickelt sich eine ausgedehnte Bauchfellentzündung, eine sogenannte Peritonitis, die viel schwerer zu behandeln ist und lebensbedrohlich sein kann.

Tritt eine solche Komplikation auf, wird der Umfang der Operation größer. Der Bauchraum muss komplett gespült und gereinigt werden. Der Krankenhausaufenthalt verlängert sich und nach der Operation sind starke intravenöse Antibiotikatherapien erforderlich. Daher ist eine "Abwarten und Tee trinken"-Einstellung bei starken Bauchschmerzen sehr gefährlich.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder in die Notaufnahme gehen?

Bauchschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben, aber einige Warnsignale erfordern sofortige medizinische Hilfe. Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome verspüren, sollten Sie ohne Zeitverlust eine medizinische Einrichtung aufsuchen oder den Notruf 112 wählen:

  • Plötzlich einsetzender und zunehmend stechender Schmerz im rechten Unterbauch.
  • Die Unfähigkeit, aufrecht zu stehen, und das Bedürfnis, wegen der Schmerzen gekrümmt zu gehen.
  • Hohes Fieber und Schüttelfrost in Verbindung mit den Schmerzen.
  • Schweres und anhaltendes Erbrechen, das sogar die Flüssigkeitsaufnahme verhindert.
  • Ein bretthartes Gefühl und extreme Empfindlichkeit, wenn Ihr Bauch berührt wird.

Bei Vorliegen dieser Symptome sollten Sie auf keinen Fall Schmerzmittel einnehmen. Schmerzmittel können das klinische Bild verschleiern und die Diagnose erschweren. Ebenso sollte auf keinen Fall eine Wärmflasche auf die schmerzende Stelle gelegt werden, da dies die Ausbreitung der Entzündung und den Durchbruch des Organs beschleunigen kann.

Blinddarmbehandlung in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi

Wenn Sie mit dem Verdacht auf starke Bauchschmerzen in unser Krankenhaus kommen, werden Sie von unserem Notaufnahme-Team, das rund um die Uhr, sieben Tage die Woche für Sie da ist, schnellstmöglich untersucht. Die ersten notwendigen Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren werden ohne Zeitverlust organisiert.

Nach der Diagnose übernehmen die erfahrenen Ärzte unserer Klinik für Allgemeinchirurgie. In den mit modernster Technologie ausgestatteten Operationssälen unseres Krankenhauses wird der sicherste Eingriff nach den Prinzipien der laparoskopischen Chirurgie durchgeführt.

Dank unseres multidisziplinären Ansatzes werden all Ihre Prozesse vor, während und nach der Operation sorgfältig überwacht. Nach einem kurzen Aufenthalt in unseren komfortablen Patientenzimmern können Sie gesund wieder nach Hause zurückkehren. Für eine frühzeitige Diagnose und den richtigen chirurgischen Eingriff steht Ihnen unser Expertenteam jederzeit zur Seite.

Für detaillierte Informationen und eine Untersuchung können Sie einen Termin vereinbaren und mit unseren Fachärzten sprechen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Appendektomie und wie lange dauert die Operation?

Die Appendektomie ist die chirurgische Entfernung des entzündeten Blinddarms. Eine Standardoperation, die minimalinvasiv (laparoskopisch) durchgeführt wird, ist in der Regel innerhalb von dreißig bis sechzig Minuten erfolgreich abgeschlossen.

Wie sollte die Ernährung nach einer Blinddarmoperation aussehen?

Etwa vier bis sechs Stunden nach der Operation, wenn die Darmtätigkeit wieder einsetzt, kann mit dem Verzehr von Wasser und flüssiger Nahrung begonnen werden. Am nächsten Tag kann man zur normalen Ernährung übergehen; in den ersten Wochen sollten jedoch leicht verdauliche, ballaststoffreiche Lebensmittel bevorzugt werden.

Bleiben nach einer minimalinvasiven Blinddarmoperation Narben zurück?

Bei einer minimalinvasiven Operation werden nur drei kleine, etwa einen halben Zentimeter große Schnitte im Bauchraum vorgenommen. Da diese Schnitte mit ästhetischen Nähten verschlossen werden, bleibt nach Abschluss der Heilung keine auffällige, sichtbare Narbe zurück.

Entsteht ein Mangel im Körper, wenn der Blinddarm entfernt wird?

Der Wurmfortsatz hat im erwachsenen menschlichen Körper keine bekannte lebenswichtige Funktion. Daher führt die chirurgische Entfernung des Organs zu keinem Mangel oder Funktionsverlust im Verdauungs- oder Immunsystem.

Gehen Blinddarmschmerzen zu Hause von alleine weg?

Da sich eine akute Appendizitis infolge einer mechanischen Blockade entwickelt, verschwindet sie weder durch Hausmittel noch von alleine. Wenn der medizinische Eingriff verzögert wird, können lebensbedrohliche, schwere Komplikationen wie ein Blinddarmdurchbruch auftreten.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; wenden Sie sich für eine Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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