Allgemeinchirurgie

Fettleber: Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden

BHT CLINIC9. April 20267 Min. Lesezeit
Fettleber: Symptome, Ursachen und Behandlungsmethoden

Die Fettleber ist ein schleichendes Gesundheitsproblem, das durch eine übermäßige Fettansammlung in den Leberzellen entsteht und die Organfunktionen verlangsamt. Während sie in frühen Stadien meist keine Beschwerden verursacht, kann sie im fortgeschrittenen Stadium den Boden für irreversible Schäden wie Entzündungen und Zirrhose bereiten. Die Regenerationsfähigkeit Ihrer Leber ist jedoch enorm hoch; daher ist es durchaus möglich, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und Ihr Organ durch dauerhafte Veränderungen des Lebensstils wieder in einen völlig gesunden Zustand zurückzuversetzen.

Kurz gefasst:

  • Ein Zustand, bei dem mehr als 5 Prozent des Lebergewichts aus Fett bestehen.
  • Wird meist zufällig bei routinemäßigen Blutuntersuchungen oder Ultraschall diagnostiziert.
  • Solange keine fortgeschrittenen Stadien erreicht sind, ist sie durch Änderungen des Lebensstils reversibel.
  • Die Grundlage der Behandlung bilden eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.
  • Da sie stumm verläuft, sind regelmäßige Gesundheitschecks für Risikogruppen unerlässlich.

Was ist eine Fettleber?

Die Leber arbeitet wie die Chemiefabrik unseres Körpers. Sie verarbeitet unsere Nahrung, reinigt das Blut von Toxinen und produziert die für die Verdauung notwendige Galle. Eine geringe Menge Fett in einer gesunden Leber gilt als normal. Übersteigt dieser Fettanteil jedoch 5 Prozent des Gesamtgewichts des Organs, entsteht das medizinische Bild der Hepatosteatose, also der Fettleber. Die in den Zellen angesammelten Fetttöpfchen führen mit der Zeit dazu, dass sich das Organ vergrößert und seine Funktionen nicht mehr vollständig erfüllen kann.

In der medizinischen Welt wird diese Erkrankung grundsätzlich in zwei Hauptgruppen unterteilt. Die erste ist die alkoholische Fettleber (AFLD), die als Folge starken Alkoholkonsums entsteht. Die zweite ist die nicht-alkoholische Fettleber, die bei Menschen auftritt, die keinen oder nur sehr wenig Alkohol trinken. Insbesondere durch die zunehmende Verbreitung eines sitzenden Lebensstils und falscher Ernährungsgewohnheiten ist die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung weltweit zur häufigsten Lebererkrankung geworden.

Ursachen und Risikofaktoren

Der Hauptgrund für die Fettansammlung in den Zellen ist, dass mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden und der Stoffwechsel diese überschüssige Energie als Fett speichert. Aber warum genau entsteht eine Fettleber? Zu den größten Auslösern zählen Insulinresistenz und Adipositas (Fettleibigkeit). Wenn die Körperzellen nicht mehr auf Insulin reagieren, wandert der im Blut angesammelte Zucker direkt zur Leber und wird dort in Fett umgewandelt und gespeichert. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Menschen mit großem Bauchumfang entwickelt sich dieser Zustand deutlich schneller.

Stoffwechselprobleme wie hohe Cholesterin- und Triglyceridwerte, eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und das polyzystische Ovarsyndrom gehören ebenfalls zu wichtigen Risikofaktoren. Darüber hinaus belasten abgepackte Lebensmittel mit Fruktosesirup, kohlensäurehaltige Getränke und ein Übermaß an Kohlenhydraten die Leber direkt. Manchmal ist die zugrunde liegende Ursache nicht nur eine falsche Ernährung, sondern ein Stoffwechselkreislauf, der nicht durchbrochen wird. Für detailliertere Informationen zu diesem Thema können Sie unseren Artikel Ist die Unfähigkeit abzunehmen Willensschwäche oder eine behandlungsbedürftige Krankheit? lesen.

Welches sind die Stadien der Fettleber?

Die Krankheit nimmt nicht von heute auf morgen gefährliche Ausmaße an, sondern durchläuft vier verschiedene Stadien, die über Jahre hinweg langsam fortschreiten. In der ersten Phase, der einfachen Fettleber (Steatose), kommt es lediglich zu einer Fettansammlung in den Leberzellen. Es gibt keine Beeinträchtigung der Organfunktionen und der Patient spürt nichts. Wird sie in diesem Stadium erkannt und behandelt, verläuft der Heilungsprozess sehr schnell.

Im zweiten Stadium, der Steatohepatitis (NASH), beginnen die angesammelten Fette eine Entzündung in der Leber zu verursachen. Die Entzündung schädigt die Zellen, und es kommt zu leichten Veränderungen im Organgewebe. Im dritten Stadium, der Fibrose, führt die anhaltende Entzündung zur Bildung von Narbengewebe (Scar) in der Leber. Die Leber kann ihre Funktion noch aufrechterhalten, beginnt aber, ihre Elastizität zu verlieren. Das vierte und letzte Stadium ist die Zirrhose. In dieser Phase wurde das gesunde Lebergewebe größtenteils durch hartes Narbengewebe ersetzt. Die Zirrhose ist ein irreversibles Stadium und der Beginn eines Prozesses, der zum Leberversagen führt.

Was sind die Symptome einer Fettleber?

Das Gefährlichste an der Krankheit ist, dass sie in den ersten Stadien fast keine Signale sendet. Die meisten Menschen erfahren nur zufällig von ihrer Fettleber, wenn sie wegen einer anderen Beschwerde zum Arzt gehen. Die Symptome einer Fettleber zeigen sich jedoch allmählich, wenn die Krankheit in das Entzündungsstadium (zweites Stadium) übergeht. Die häufigste Beschwerde ist ein ständiges Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung, das auch durch Ausruhen nicht vergeht.

Betroffene beschreiben oft einen leichten Schmerz, ein Völlegefühl oder einen Druck im rechten Oberbauch, direkt unter den Rippen. In fortgeschrittenen Stadien können Verdauungsstörungen, Blähungen im Bauchraum und Appetitlosigkeit auftreten. Besonders bei gleichzeitig bestehender Insulinresistenz ist eine Dunkelfärbung der Haut an Hals, Achselhöhlen und Leistengegend (Acanthosis nigricans) ein auffälliges körperliches Symptom. Nähert sich die Krankheit dem Zirrhose-Stadium, treten weitaus ernstere Symptome auf, wie eine Gelbfärbung des Augenweißes, Rötungen der Handflächen und eine Neigung zu blauen Flecken auf der Haut.

Wie wird sie diagnostiziert?

Aufgrund der stillen Natur der Krankheit wird die Diagnose meist bei routinemäßigen Gesundheitschecks (Check-ups) gestellt. Ihr Arzt kann bei der körperlichen Untersuchung eine Vergrößerung Ihrer Leber feststellen. Der erste Schritt zur endgültigen Diagnose sind Blutuntersuchungen. Erhöhte Leberenzyme, bekannt als ALT und AST im Blut, sind der erste Hinweis auf eine Schädigung oder Entzündung im Organ. Ein Bluttest allein reicht jedoch nicht aus, da bei einigen Patienten eine Fettleber vorliegen kann, obwohl die Enzymwerte im Normalbereich bleiben.

Bildgebende Verfahren sind der wichtigste Teil der Diagnose. Eine Ultraschalluntersuchung des gesamten Bauchraums zeigt deutlich die Verfettung und die Vergrößerung der Leber. Um den Grad der Verfettung und eine mögliche Fibrose (Verhärtung) der Leber zu beurteilen, kann ein spezielles Gerät namens FibroScan eingesetzt werden, das ähnlich wie ein Ultraschall funktioniert, aber die Gewebesteifigkeit misst. In sehr seltenen Fällen kann eine Leberbiopsie erforderlich sein, um das Stadium der Erkrankung genau zu bestimmen und andere Lebererkrankungen auszuschließen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

In der medizinischen Welt gibt es noch kein Wundermittel, das das Fett in der Leber direkt zum Schmelzen bringt oder die Entzündung vollständig beseitigt. Die Behandlung der Fettleber konzentriert sich vollständig auf die Beseitigung der Faktoren, die die Krankheit verursachen. Wenn Sie übergewichtig sind, führt bereits ein Verlust von 7 bis 10 Prozent Ihres Körpergewichts zu einem deutlichen Rückgang der Verfettung und Entzündung in der Leber. Während des Behandlungsprozesses ist es unerlässlich, Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte medikamentös zu kontrollieren.

Eine spezielle Ernährung bei Fettleber ist das Herzstück der Behandlung. Die mediterrane Ernährung ist in dieser Phase Ihr größter Helfer. Olivenöl, ballaststoffreiches Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und gesunde Fette wie Walnüsse sollten einen festen Platz auf Ihrem Tisch haben. Weißmehl, Zucker, abgepackte Lebensmittel und Fruchtsäfte sollten unbedingt gemieden werden. Außerdem sollte man bedenken, dass das Verdauungssystem als Ganzes funktioniert; eine Ernährung, die die Leber belastet, wirkt sich auch negativ auf die Gallenblase aus. Um den Zusammenhang hierbei besser zu verstehen, können Sie unseren Artikel Die Gesundheit der Gallenblase schützen und Symptome erkennen lesen. Mindestens 150 Minuten flottes Gehen oder aerobes Training wie Schwimmen pro Woche erhöhen die Insulinsensitivität der Muskeln und beschleunigen die Fettverbrennung in der Leber.

Komplikationen und Risikogruppen

Eine unbehandelte und weiter fortschreitende Fettleber zerstört dauerhaft die Struktur der Leber. Die größte Komplikation ist die Entwicklung einer Zirrhose. Sobald das Bild einer Zirrhose entstanden ist, besteht das Risiko eines Leberversagens, dessen einzige endgültige Behandlung eine Lebertransplantation ist. Darüber hinaus erhöht eine langanhaltende Entzündung das Risiko für Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom) erheblich.

Zu den Hauptrisikogruppen gehören Patienten mit Typ-2-Diabetes, Menschen mit Adipositas und solche, bei denen ein metabolisches Syndrom diagnostiziert wurde. Aber nicht nur die Leber, auch das Herz-Kreislauf-System ist in großer Gefahr. Studien zeigen, dass ein Großteil der Patienten mit Fettleber eher durch kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in Lebensgefahr gerät als durch Leberprobleme. Aus diesem Grund müssen Personen, bei denen eine Fettleber diagnostiziert wurde, auch hinsichtlich ihrer Herzgesundheit engmaschig überwacht werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie übergewichtig sind, an Diabetes leiden oder in Ihrer Familie Lebererkrankungen aufgetreten sind, sollten Sie auch ohne Beschwerden einmal im Jahr einen Arzt aufsuchen, um eine routinemäßige Blutuntersuchung und einen Ultraschall durchführen zu lassen. Einige Symptome weisen jedoch darauf hin, dass Ihre Leber Alarm schlägt und Sie umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Wenn Sie starke und anhaltende Schmerzen im rechten Oberbauch verspüren, sollten Sie unbedingt einen Spezialisten aufsuchen.

Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, kann es sich um einen Notfall handeln. Sie sollten sofort die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen oder den Notruf 112 wählen:

  • Deutliche Gelbfärbung der Augen und der Haut (Gelbsucht)
  • Plötzlich auftretende und schnell zunehmende Schwellung im Bauchraum (Aszites)
  • Schwere Ödeme an Beinen und Knöcheln
  • Blutiges Erbrechen oder teerfarbener, pechschwarzer Stuhl
  • Bewusstseinstrübung, extreme Schläfrigkeit oder Sprachstörungen

Der Ablauf in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi

In unserem Krankenhaus werden Diagnose und Behandlung von Lebererkrankungen mit einem multidisziplinären Ansatz sorgfältig durchgeführt. Wenn Sie sich mit Beschwerden an uns wenden, erfolgt eine detaillierte Untersuchung durch unsere Spezialisten für Allgemeinchirurgie, Innere Medizin oder Gastroenterologie. In unserem fortschrittlichen Labor liegen die Ergebnisse der notwendigen Bluttests schnell vor, und radiologische Untersuchungen wie Ultraschall oder MRT werden in unserem modernen Bildgebungszentrum noch am selben Tag abgeschlossen.

Nachdem Ihr Behandlungsplan erstellt wurde, wird in Begleitung unserer erfahrenen Ernährungsberater ein individuell auf Sie abgestimmtes Ernährungsprogramm ausgearbeitet, und Ihr Verlauf wird engmaschig überwacht. In Fällen, die ein sofortiges Eingreifen erfordern, wie akute Bauchschmerzen oder Gelbsucht, können Sie sich an unsere rund um die Uhr geöffnete Notaufnahme wenden oder Unterstützung über unser Callcenter unter der Nummer 0850 811 34 00 anfordern. Wenn Sie zu uns ins Krankenhaus kommen, beschleunigt es den Prozess, wenn Sie vorhandene alte Blutbefunde und Ultraschallberichte mitbringen.

Häufig gestellte Fragen

Wie heilt eine Fettleber?

Es gibt keine dauerhafte medikamentöse Behandlung für die Krankheit; die Heilung hängt vollständig von Ihren Änderungen des Lebensstils ab. Das Erreichen Ihres Idealgewichts, regelmäßige Bewegung an mindestens drei Tagen in der Woche und die Reduzierung des Kohlenhydrat- und Zuckerkonsums auf ein Minimum können die Verfettung der Leber weitgehend heilen.

Was ist gut bei einer Fettleber?

Olivenöl, dunkelgrünes Blattgemüse, Walnüsse, Haselnüsse, omega-3-reiche Fische wie Lachs und ungesüßter Filterkaffee gehören zu den wichtigsten Lebensmitteln, die die Lebergesundheit unterstützen. Darüber hinaus hilft viel Wassertrinken und der Verzehr ballaststoffreicher Lebensmittel dem Organ, sich von Giftstoffen zu befreien.

Heilt Artischocke die Fettleber?

Der in der Artischocke enthaltene Stoff Cynarin regt die Gallenproduktion an, hilft bei der Verdauung und unterstützt die Lebergesundheit. Allerdings können Artischocken oder andere pflanzliche Kuren die Krankheit nicht allein heilen; sie müssen unbedingt durch Diät und Bewegung ergänzt werden.

Können auch schlanke Menschen eine Fettleber bekommen?

Ja, diese Krankheit kann auch bei schlanken oder normalgewichtigen Menschen auftreten. Genetische Veranlagung, schnelle Zyklen von Gewichtsverlust und -zunahme, übermäßiger Konsum von Fruktose (Fruchtzucker) und verstecktes Fett im Bauchbereich können auch bei schlanken Personen zu einer Fettleber führen.

Verursacht eine Fettleber Schmerzen?

Eine einfache Fettleber im ersten Stadium verursacht meist keine Schmerzen. Wenn das Organ jedoch verfettet, vergrößert es sich und dehnt die umgebende Kapsel; dies kann zu einem dumpfen Schmerz oder Völlegefühl im rechten Oberbauch, direkt unter den Rippen, führen.

Um sofort mit einem Spezialisten zu sprechen und Ihre Gesundheit in den Griff zu bekommen, können Sie unsere Termin-Seite besuchen.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; bitte konsultieren Sie für Diagnose und Behandlung unbedingt Ihren Arzt.

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Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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