Häufige Krebserkrankungen bei Männern und wichtige Vorsorgeuntersuchungen

Zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern zählen Prostata-, Darm- (kolorektales Karzinom) und Hodenkrebs. Tückisch an diesen Erkrankungen ist, dass sie im Frühstadium oft keinerlei Beschwerden verursachen. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Screenings) lassen sich Krebszellen jedoch entdecken, bevor sie streuen, oder Vorstufen erkennen, noch bevor sie sich zu bösartigen Tumoren entwickeln. Eine frühe Diagnose macht den Behandlungsverlauf deutlich schonender und die Erfolgsaussichten wesentlich besser.
Auf einen Blick:- Prostatakrebsscreening: Ab 50 Jahren werden ein jährlicher PSA-Test und eine urologische Untersuchung empfohlen.
- Koloskopie (Darmspiegelung): Die zuverlässigste Methode zur Darmkrebsvorsorge, die jeder Mann zwischen 45 und 50 Jahren in Anspruch nehmen sollte.
- Hodenkrebs: Tritt besonders häufig bei jungen Männern zwischen 15 und 35 Jahren auf und lässt sich durch regelmäßiges Abtasten oft frühzeitig erkennen.
- Vorsorgeuntersuchungen richten sich an gesunde Menschen, um Risiken zu erkennen, bevor die Krankheit überhaupt Symptome zeigt.
- Männer mit einer familiären Vorbelastung für Krebs müssen ihren Vorsorgeplan in der Regel deutlich früher beginnen.
Welche Krebserkrankungen sind bei Männern besonders häufig?
Zu den onkologischen Erkrankungen, die die Männergesundheit am stärksten bedrohen, gehören Lungen-, Prostata-, Darm- und Hodenkrebs. Während Lungenkrebs meist direkt mit dem Rauchen zusammenhängt, spielen bei Prostata-, Darm- und Hodenkrebs vielfältige Faktoren wie genetische Veranlagung, Alter und Lebensstil eine Rolle. Der größte Vorteil bei diesen drei Krebsarten ist, dass sie dank moderner bildgebender Verfahren und Labortests in sehr frühen Stadien erkannt werden können. Warten Sie nicht, bis Symptome auftreten – es ist lebenswichtig, die von Ihrem Arzt empfohlenen Vorsorgeintervalle einzuhalten.
Prostatakrebs und die Rolle der Früherkennung
Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist Teil des männlichen Fortpflanzungssystems. Sie ist etwa walnussgroß und liegt direkt unter der Harnblase. Mit zunehmendem Alter kann eine unkontrollierte Zellvermehrung in dieser Drüse zu Prostatakrebs führen. Besonders bei Männern über 50 ist dies eines der häufigsten onkologischen Probleme. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, sind die Behandlungserfolge sehr hoch und die Patienten können noch viele Jahre ein gesundes Leben führen.
Symptome bei Prostatakrebs
In der Anfangsphase verläuft die Krankheit meist stumm. Erst wenn der Tumor wächst und auf die Harnröhre drückt, treten Beschwerden auf. Häufiger Harndrang, Brennen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ein schwacher Harnstrahl sowie Blut im Urin oder Sperma sind die häufigsten Warnsignale. In fortgeschrittenen Stadien, wenn der Krebs in die Knochen gestreut hat, können auch Rücken-, Hüft- oder Kreuzschmerzen auftreten.
Risikofaktoren
Das Alter ist der größte Risikofaktor; bei Männern über 65 steigt die Häufigkeit deutlich an. Eine familiäre Vorbelastung (Vater, Bruder oder Onkel mit Prostatakrebs), genetische Veranlagung, eine sehr fettreiche Ernährung und Fettleibigkeit (Adipositas) sind weitere Faktoren, die das Risiko erhöhen. Wer familiär vorbelastet ist, sollte besonders wachsam sein und früher mit den Vorsorgeuntersuchungen beginnen.
Prostatakrebs-Screening: Was ist der PSA-Test?
Die Prostatakrebsvorsorge besteht im Wesentlichen aus zwei Schritten: der Messung des PSA-Wertes (Prostata-spezifisches Antigen) im Blut und einer körperlichen Untersuchung durch den Urologen. PSA ist ein Protein, das von der Prostata produziert wird und in einer bestimmten Konzentration im Blut vorkommt. Für diesen Bluttest im Rahmen der Vorsorge wird lediglich eine einfache Blutprobe aus der Armvene entnommen. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht zwangsläufig Krebs; auch eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Entzündung können diesen Wert in die Höhe treiben. Besteht jedoch ein Verdacht, wird Ihr Arzt weitere Untersuchungen wie eine MRT-Fusionsbiopsie veranlassen, um eine genaue Diagnose zu stellen.
Darmkrebs (kolorektales Karzinom): Die schleichende Gefahr
Krebserkrankungen des Dick- und Enddarms gehören weltweit zu den Krebsarten mit der höchsten Sterblichkeitsrate bei Männern. Die meisten Darmkrebserkrankungen entstehen, wenn sich gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannte Polypen, über Jahre hinweg bösartig verändern. Das Ziel der Darmkrebsvorsorge ist es daher nicht nur, den Krebs selbst zu finden, sondern auch diese Vorstufen (Polypen) frühzeitig zu entdecken und zu entfernen.
Symptome bei Darmkrebs
Unerklärliche Veränderungen der Stuhlgewohnheiten sind das wichtigste Warnsignal. Länger anhaltender Durchfall oder Verstopfung, bleistiftdünner Stuhl sowie hellrotes oder dunkles Blut im Stuhl sollten unbedingt ernst genommen werden. Auch ständige Müdigkeit, unerklärlicher Gewichtsverlust, Bauchkrämpfe, Blähungen oder das Gefühl, dass sich der Darm nicht vollständig entleert, gehören zu den häufigen Beschwerden.
Risikofaktoren
Ein Alter über 50 Jahren sowie Darmkrebs oder Polypen bei Verwandten ersten Grades erhöhen das Risiko. Ein sitzender Lebensstil, eine ballaststoffarme und an verarbeitetem Fleisch reiche Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen sowie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) sind die Hauptursachen, die Darmkrebs begünstigen.
Darmkrebs-Screening und Koloskopie (Darmspiegelung)
Der erste Schritt der Vorsorge ist oft ein Test auf verborgenes (okkultes) Blut im Stuhl. Dieser Test spürt Blutungen auf, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Die genaueste und gleichzeitig therapeutische Methode ist jedoch die Koloskopie. Auf die Frage, wann eine Darmspiegelung durchgeführt werden sollte, lautet die Antwort meist: zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr. Bei der Untersuchung wird der gesamte Dickdarm mit einem flexiblen Schlauch, an dessen Ende eine kleine Kamera sitzt, untersucht. Werden Polypen entdeckt, können diese in derselben Sitzung schmerzfrei abgetragen werden. Weitere detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel 5 Minuten gegen die stille Gefahr: Was Sie über Darmkrebs wissen müssen.
Hodenkrebs: Worauf junge Männer achten sollten
Hodenkrebs entsteht durch die Entwicklung bösartiger Zellen in den Hoden, den männlichen Keimdrüsen. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten betrifft er vor allem junge Männer zwischen 15 und 35 Jahren. Obwohl dieser Krebs schnell wachsen und streuen kann, gehört er dank moderner medizinischer Verfahren zu den Krebsarten, die am besten auf eine Behandlung ansprechen und die höchsten Heilungschancen aufweisen.
Symptome bei Hodenkrebs
Das deutlichste Symptom ist eine schmerzlose, harte Schwellung oder ein Knoten in einem der Hoden. Eine Vergrößerung des Hodens, eine Formveränderung, ein Schweregefühl im Hodensack (Skrotum) oder eine plötzliche Flüssigkeitsansammlung können auftreten. Manchmal geht dies mit einem dumpfen Schmerz im Unterbauch oder in der Leistengegend einher. Sobald ein Knoten ertastet wird, sollte umgehend ein Facharzt aufgesucht werden.
Risikofaktoren
Ein Hodenhochstand (Kryptorchismus) in der Vorgeschichte ist der bekannteste Risikofaktor. Selbst wenn die Hoden im Säuglingsalter nicht in den Hodensack gewandert sind und dies operativ korrigiert wurde, ist das Krebsrisiko im späteren Leben leicht erhöht. Eine familiäre Vorbelastung mit Hodenkrebs, eine abnormale Hodenentwicklung und genetische Faktoren zählen zu den weiteren Risiken.
Vorsorge und Selbstuntersuchung
Es gibt keinen standardmäßigen Blut- oder Bildgebungstest zur Hodenkrebsvorsorge. Die effektivste Methode ist die eigene Aufmerksamkeit und das regelmäßige Abtasten. Jungen Männern wird empfohlen, ihre Hoden einmal im Monat – am besten nach einer warmen Dusche, wenn die Haut des Hodensacks entspannt ist – sanft mit den Fingern zu untersuchen. Wird eine ungewöhnliche Verhärtung oder ein erbsengroßer Knoten festgestellt, sollte direkt die Urologie aufgesucht werden.
Wie sollten Sie sich auf die Vorsorgeuntersuchungen vorbereiten?
Damit die Krebsvorsorgeuntersuchungen genaue Ergebnisse liefern, ist es sehr wichtig, dass der Patient die Vorbereitungsregeln einhält. Eine falsche Vorbereitung kann dazu führen, dass der Test wiederholt werden muss oder irreführende Ergebnisse liefert.
Vorbereitung auf den PSA-Test
Der PSA-Test erfolgt über eine Blutabnahme am Arm. In den 48 Stunden vor dem Test sollten Sie auf Geschlechtsverkehr und schwere körperliche Anstrengungen (insbesondere Sportarten, die Druck auf die Prostata ausüben, wie z. B. Radfahren) verzichten. Wenn Sie zudem kürzlich eine Harnwegsinfektion hatten oder eine Prostatamassage durchgeführt wurde, sollten Sie Ihren Arzt darüber informieren, da die PSA-Werte dadurch vorübergehend ansteigen können.
Vorbereitung auf die Darmspiegelung
Für eine erfolgreiche Darmspiegelung muss der Darm vollständig entleert und gereinigt sein. Einige Tage vor dem Eingriff wird auf eine ballaststoffarme, flüssigkeitsreiche Diät umgestellt. Die vom Arzt verschriebenen speziellen Abführmittel (Lavage-Lösungen) werden am Abend vor und am Morgen der Untersuchung getrunken. In dieser Zeit ist es wichtig, viel Wasser zu trinken, um den Körper vor dem Austrocknen zu bewahren. Am Tag der Untersuchung müssen Sie nüchtern ins Krankenhaus kommen, da die Koloskopie in der Regel unter einer leichten Betäubung (Sedierung) durchgeführt wird.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Krebsvorsorgeuntersuchungen sollten durchgeführt werden, wenn Sie völlig beschwerdefrei sind. Wenn Sie jedoch eines der folgenden Symptome bei sich bemerken, sollten Sie nicht auf Ihren nächsten Routinetermin warten, sondern umgehend eine medizinische Einrichtung aufsuchen:
- Sichtbares Blut im Urin oder Stuhl.
- Das plötzliche Auftreten eines schmerzhaften oder schmerzlosen, harten Knotens im Hoden.
- Unerklärlicher, ungewollter und schneller Gewichtsverlust.
- Akute Blockaden wie die Unfähigkeit zu urinieren oder die Blase zu entleeren.
- Starke und anhaltende Bauch- oder Leistenschmerzen.
Insbesondere wenn der Urinfluss komplett stoppt oder beim Stuhlgang große Mengen frisches Blut austreten, handelt es sich um medizinische Notfälle, die sofortiges Handeln erfordern. In einem solchen Fall sollten Sie keine Zeit verlieren und sofort den Notruf 112 wählen oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen.
Krebsvorsorge und Ablauf in der BHT CLINIC
Als BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi bieten wir umfassende Screening- und Diagnoseleistungen zum Schutz der Männergesundheit an. Für die Gesundheit Ihrer Prostata und Hoden stehen wir Ihnen in unserer Klinik für Urologie mit unserem fachkundigen Ärzteteam zur Seite. Dank unserer modernen Laborinfrastruktur liegen Ihre PSA-Testergebnisse schnell vor, während bei Bedarf mit fortschrittlichen Technologien wie der MRT-Fusionsbiopsie und der Roboterchirurgie individuelle Behandlungspläne erstellt werden.
Für Ihre Darmkrebsvorsorge arbeiten unsere Abteilungen für Gastroenterologie und Innere Medizin eng zusammen. In unserer Endoskopie-Abteilung werden Darmspiegelungen von erfahrenen Spezialisten sicher und unter Sedierung durchgeführt, um den Patientenkomfort auf höchstem Niveau zu halten. Bei unerwarteten gesundheitlichen Problemen ist unsere 24/7 geöffnete Notaufnahme jederzeit für Sie da. Um Ihre Gesundheit nicht aufzuschieben und Ihren individuellen Vorsorgeplan zu erstellen, können Sie einen Termin vereinbaren und mit unseren Ärzten sprechen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss man für den PSA-Test nüchtern sein?
Nein, für den PSA-Test müssen Sie nicht nüchtern sein. Sie können zu jeder Tageszeit Blut abgeben, auch nach dem Essen. Für ein verlässliches Ergebnis ist es jedoch wichtig, in den 48 Stunden vor dem Test auf schwere körperliche Anstrengungen und Geschlechtsverkehr zu verzichten.
In welchem Alter sollte eine Darmspiegelung durchgeführt werden?
Männern ohne Beschwerden oder familiäre Vorbelastung wird empfohlen, ihre erste Koloskopie zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr durchführen zu lassen. Bei Personen mit Darmkrebs in der Familie beginnt diese Vorsorge deutlich früher – in der Regel 10 Jahre vor dem Alter, in dem der Verwandte die Diagnose erhielt.
Ist Hodenkrebs vollständig heilbar?
Ja, Hodenkrebs ist dank moderner medizinischer Ansätze eine der Krebsarten mit den höchsten Heilungsraten. Wird er im Frühstadium erkannt, erlangt die große Mehrheit der Patienten durch einen chirurgischen Eingriff und, falls erforderlich, durch Zusatzbehandlungen (Chemotherapie oder Strahlentherapie) ihre volle Gesundheit zurück.
Was passiert, wenn der Test auf okkultes Blut im Stuhl positiv ist?
Ein positives Testergebnis bedeutet, dass sich Blut im Stuhl befindet, aber das heißt nicht zwingend, dass Sie Krebs haben. Auch Hämorrhoiden, Analfissuren (Risse) oder gutartige Polypen können Blutungen verursachen. Um die genaue Ursache zu klären, muss jedoch unbedingt eine Darmspiegelung durchgeführt werden.
Ist die Prostatauntersuchung schmerzhaft?
Die Prostatauntersuchung, bekannt als digital-rektale Untersuchung (DRU), ist in der Regel schmerzfrei und ein einfacher Vorgang, der nur wenige Sekunden dauert. Auch wenn sie sich leicht unangenehm anfühlen mag, spielt sie bei der Beurteilung von Größe und Beschaffenheit der Prostata eine ebenso entscheidende Rolle wie der PSA-Test.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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