Notfallmedizin

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für Brustkrebs?

Doç. Dr. Şükrü ÇOLAK8. November 20228 Min. Lesezeit
Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für Brustkrebs?

Die Ursachen von Brustkrebs beruhen im Wesentlichen auf einem komplexen Zusammenspiel von genetischer Veranlagung, langfristiger hormoneller Belastung und Umweltfaktoren. Bei dieser Erkrankung, die mit einer unkontrollierten Zellvermehrung beginnt, zählen BRCA1- und BRCA2-Genmutationen, Übergewicht (Adipositas), fortgeschrittenes Alter sowie Alkoholkonsum zu den bekanntesten Risikofaktoren. In diesem Ratgeber, der nach medizinischen Qualitätsstandards von unseren Fachärzten geprüft wurde, erklären wir Ihnen ausführlich die Auslöser von Brustkrebs und zeigen Wege zur Vorbeugung auf.

  • Etwa 5 bis 15 % der Brustkrebsfälle sind genetisch bedingt.
  • Fortgeschrittenes Alter und das weibliche Geschlecht sind die wichtigsten nicht beeinflussbaren Risikofaktoren.
  • Ein frühes Einsetzen der Menstruation und eine späte Menopause erhöhen das Risiko durch eine längere Östrogenbelastung.
  • Übergewicht und Bewegungsmangel stellen insbesondere nach den Wechseljahren ein erhebliches Risiko dar.
  • Früherkennung rettet Leben; regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sollten keinesfalls vernachlässigt werden.

Was ist Brustkrebs und wer ist davon betroffen?

Brustkrebs entsteht, wenn sich die DNA-Struktur der Zellen im Brustgewebe verändert, diese sich unkontrolliert vermehren und einen Tumor bilden. Häufig nimmt die Krankheit in den Milchgängen (duktales Karzinom) oder den Milchdrüsen (lobuläres Karzinom) ihren Anfang. Mit der Zeit können diese wachsenden Krebszellen in die Lymphknoten oder andere Organe des Körpers streuen.

Doch wer erkrankt eigentlich an Brustkrebs? Diese Krankheit, die weltweit zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen zählt, betrifft im Laufe des Lebens etwa jede siebte bis achte Frau. Obwohl auch Männer erkranken können, kommt dies im Vergleich zu Frauen äußerst selten vor. Ein höheres Lebensalter ist einer der entscheidenden Faktoren, der die Häufigkeit der Erkrankung steigen lässt. Meist wird die Diagnose bei Frauen ab 50 Jahren gestellt, bei genetischer Vorbelastung kann der Krebs jedoch schon in den 30ern auftreten.

Ursachen und Risikofaktoren von Brustkrebs

Es ist schwierig, eine einzige Ursache für die Entstehung der Krankheit zu benennen. Nicht beeinflussbare, an die Person gebundene Faktoren sind für etwa 30 bis 40 % der Fälle verantwortlich. Umweltfaktoren – wie die Belastung durch krebserregende Stoffe in unserer industrialisierten Welt und unsere Ernährungsgewohnheiten – machen mit 60 bis 70 % einen deutlich höheren Anteil aus.

Genetische und erbliche Faktoren (BRCA1 und BRCA2)

Die erste Frage, die sich viele Patientinnen stellen, lautet: Ist Brustkrebs genetisch bedingt? Der Anteil der Fälle, die auf eine familiäre Vererbung zurückzuführen sind, liegt zwischen 5 und 15 %. Insbesondere Mutationen in den Genen BRCA-1 und BRCA-2 erhöhen das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs massiv. Für Personen, in deren Familie – vor allem bei Verwandten ersten Grades wie Mutter, Schwester oder Tante – Brustkrebs in jungen Jahren aufgetreten ist, ist eine genetische Beratung von großer Bedeutung.

Hormonelle Ursachen (Östrogenbelastung)

Das Brustgewebe reagiert äußerst empfindlich auf die Hormone Östrogen und Progesteron. Je länger der Körper im Laufe des Lebens diesen Hormonen ausgesetzt ist, desto stärker wirken die Faktoren, die Brustkrebs begünstigen. Eine frühe erste Menstruation (vor dem 12. Lebensjahr) und ein spätes Einsetzen der Wechseljahre (nach dem 55. Lebensjahr) führen dazu, dass der Körper über einen langen Zeitraum Östrogen ausgesetzt ist. Ebenso zählen Kinderlosigkeit oder eine erste Geburt nach dem 30. Lebensjahr zu den hormonellen Risikofaktoren.

Umweltfaktoren, Übergewicht und Lebensstil

Ernährung und Essgewohnheiten gehören zu den wichtigsten beeinflussbaren Faktoren. Man geht davon aus, dass eine gesunde Ernährung das Brustkrebsrisiko um 30 bis 35 % senken kann. Bei übergewichtigen Patientinnen hängt das Brustkrebsrisiko eng mit den Wechseljahren zusammen. Während ein hoher Body-Mass-Index vor der Menopause keinen signifikanten Unterschied macht, stellt Adipositas nach den Wechseljahren ein ernsthaftes Risiko dar. Bei übergewichtigen Frauen nach der Menopause steigt das Risiko im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen um 25 %. Zudem erhöht Übergewicht die Rückfallquote (Rezidivrate) der Krankheit nachweislich um 35 bis 40 %.

Auch das metabolische Syndrom, niedriges HDL-Cholesterin, hoher Blutzucker und Insulinresistenz können den Prozess der Krebsentstehung auf zellulärer Ebene auslösen. Zwischen Alkoholkonsum und der Krankheit besteht ein direkter Zusammenhang; bei hohem Alkoholkonsum steigt das Risiko spürbar an. Detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel Brustkrebs-Risikofaktoren: Genetisch oder vermeidbar?.

Was sind die Symptome von Brustkrebs?

In der Anfangsphase verläuft die Krankheit meist schmerzfrei und verursacht oft keinerlei Beschwerden. Mit dem Wachstum des Tumors treten jedoch körperliche Symptome auf. Das häufigste Anzeichen sind tastbare, meist schmerzlose und verhärtete Knoten im Brustgewebe oder in der Achselhöhle. Diese Knoten haben oft unregelmäßige Ränder und lassen sich unter der Haut kaum verschieben.

Darüber hinaus sind eine Verdickung der Brusthaut, eine sogenannte „Orangenhaut“, Rötungen oder Schuppungen ernst zu nehmende Warnsignale. Auch eine nach innen gezogene Brustwarze, Formveränderungen oder ein blutiger Ausfluss aus der Brustwarze können auf ein fortgeschrittenes Problem hindeuten. Wenn eine neu aufgetretene, deutliche Asymmetrie oder Verformung zwischen beiden Brüsten bemerkt wird, sollte ohne Zeitverlust ein Facharzt aufgesucht werden.

Diagnoseverfahren im Krankenhaus

Der Goldstandard bei der Diagnose von Brustkrebs sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und radiologische Bildgebungsverfahren. Die Selbstuntersuchung der Brust ist wichtig, um ein Bewusstsein für den eigenen Körper zu entwickeln, doch die endgültige Diagnose wird im Krankenhaus gestellt. Ab dem 40. Lebensjahr wird jeder Frau empfohlen, einmal jährlich eine Mammographie durchführen zu lassen. Die Mammographie kann Tumore bereits im Millimeterbereich erkennen, lange bevor sie tastbar werden.

Bei Bedarf werden auch Ultraschall (Sonographie) und MRT (Magnetresonanztomographie) der Brust eingesetzt. Wird durch die Bildgebung eine verdächtige Struktur entdeckt, erfolgt zur genauen Abklärung eine Biopsie. Die mittels Fein- oder Stanznadelbiopsie entnommene Gewebeprobe wird im pathologischen Labor untersucht, um festzustellen, ob die Zellen bösartig sind und um welche Tumorart es sich handelt. Weitere Informationen zu den Vorsorgeuntersuchungen finden Sie in unserem Leitfaden Screening-Kalender und Untersuchungsratgeber für Brustkrebs je nach Alter.

Behandlungsmethoden bei Brustkrebs

Die Behandlungsplanung erfolgt individuell und multidisziplinär – abgestimmt auf das Alter der Patientin, den allgemeinen Gesundheitszustand, das Tumorstadium, den Hormonrezeptor-Status und die genetische Veranlagung. Der chirurgische Teil der Behandlung wird in unserer Abteilung für Allgemeinchirurgie durchgeführt. In frühen Stadien wird häufig die brusterhaltende Therapie (BET) bevorzugt, bei der nur der Tumor und ein kleiner Rand gesunden Gewebes entfernt werden. In fortgeschrittenen Fällen kann jedoch die Entfernung der gesamten Brust (Mastektomie) erforderlich sein.

Nach dem chirurgischen Eingriff – oder manchmal auch vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern – wendet unsere Abteilung für Medizinische Onkologie Chemotherapie, zielgerichtete Therapien („intelligente Medikamente“) oder Hormontherapien an. Um eventuell verbliebene mikroskopische Krebszellen zu zerstören, wird der Behandlungsplan zudem häufig um eine Strahlentherapie (Radiotherapie) ergänzt.

Komplikationen und Risikogruppen

Bleibt Brustkrebs unbehandelt oder wird er zu spät erkannt, besteht die Gefahr, dass er über die Lymphknoten in lebenswichtige Organe wie Knochen, Leber, Lunge und Gehirn streut (Metastasen bildet). Auch nach einer erfolgreichen Behandlung besteht das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) in derselben oder der anderen Brust. Daher ist es unerlässlich, dass Patientinnen nach Abschluss der Therapie lebenslang regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wahrnehmen – in den ersten Jahren in kürzeren Abständen.

Personen mit einer BRCA-Mutation in der Familie, Frauen, die zuvor eine Strahlentherapie im Brustbereich erhalten haben, sowie Menschen mit starkem Übergewicht oder hohem Alkoholkonsum zählen zur Hochrisikogruppe. Ärzten zufolge sollten diese Personen früher als üblich mit Screening-Programmen beginnen und sich umfassenderen Tests unterziehen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie eine ungewöhnliche Veränderung Ihrer Brust bemerken, ist es am besten, nicht abzuwarten. Bei einem neu aufgetretenen, harten Knoten, einem blutigen oder klaren Ausfluss aus der Brustwarze, plötzlichen Rötungen oder einer „Orangenhaut“ sollten Sie umgehend einen Facharzt für Allgemeinchirurgie aufsuchen.

Treten jedoch plötzlich starke Schmerzen, extreme Schwellungen, intensive Rötungen und gleichzeitig hohes Fieber auf, kann dies auf eine Infektion (Mastitis) oder einen schnell fortschreitenden entzündlichen (inflammatorischen) Brustkrebs hindeuten. Bei solch akuten und heftigen Symptomen ist es lebenswichtig, dass Sie ohne Verzögerung die Notaufnahme unseres Krankenhauses aufsuchen oder den Notruf 112 wählen.

Der Behandlungsablauf in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi

In der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi werden alle Diagnose- und Behandlungsprozesse rund um die Brustgesundheit sorgfältig von interdisziplinären Tumorboards, bestehend aus erfahrenen Fachärzten, geleitet. Unsere Abteilungen für Allgemeinchirurgie, Medizinische Onkologie, Radiologie und Pathologie arbeiten in perfekter Abstimmung zusammen, um unseren Patientinnen die modernsten und wissenschaftlich fundiertesten Therapieoptionen zu bieten.

Mit unserer fortschrittlichen technologischen Infrastruktur, unserem patientenorientierten Ansatz und unserer rund um die Uhr (24/7) besetzten Notaufnahme stehen wir Ihnen in allen Gesundheitsfragen jederzeit zur Seite. Um die lebensrettende Kraft der Früherkennung zu nutzen und Ihre Routinekontrollen durchführen zu lassen, können Sie ganz einfach über unser Callcenter oder unsere Website einen Termin vereinbaren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Im Folgenden finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Patientinnen zu den Ursachen und Risiken von Brustkrebs.

Verursacht Stress Brustkrebs?

Es gibt keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege dafür, dass Stress direkt zu Brustkrebs führt. Chronischer Stress kann das Krebsrisiko jedoch indirekt erhöhen, indem er das Immunsystem schwächt und zu ungesunden Gewohnheiten wie schlechter Ernährung, Alkohol- oder Zigarettenkonsum verleitet.

Erhöht die Antibabypille das Brustkrebsrisiko?

Einige Studien zeigen, dass die langfristige und ununterbrochene Einnahme der Antibabypille das Brustkrebsrisiko sehr leicht erhöhen kann. Innerhalb von 10 Jahren nach Absetzen des Präparats sinkt dieses Risiko jedoch wieder auf das normale Niveau. Die Entscheidung zur Einnahme sollte immer gemeinsam mit einem Arzt unter Abwägung von Nutzen und Risiko getroffen werden.

Können auch Männer an Brustkrebs erkranken?

Ja, da auch Männer über Brustgewebe verfügen, können sie an Brustkrebs erkranken. Etwa 1 % aller Brustkrebsfälle betrifft Männer. Besonders gefährdet sind Männer mit einer BRCA-Mutation in der Familie oder mit Lebererkrankungen, die zu einer erhöhten Östrogenbelastung führen.

Löst Zuckerkonsum Brustkrebs aus?

Obwohl der Glaube weit verbreitet ist, dass Zucker Krebszellen direkt „füttert“, besteht die eigentliche Gefahr darin, dass übermäßiger Zuckerkonsum zu Übergewicht und Insulinresistenz führt. Adipositas und das metabolische Syndrom sind erwiesene Faktoren, die das Brustkrebsrisiko, insbesondere nach den Wechseljahren, deutlich erhöhen.

Ist Brustkrebs vollständig heilbar?

Bei frühzeitig erkanntem Brustkrebs ist die Chance auf eine vollständige Heilung sehr hoch. Dank moderner chirurgischer Methoden und fortschrittlicher onkologischer Therapien kann der Großteil der Patientinnen die Krankheit vollständig besiegen und ein langes, gesundes Leben führen.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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