Pneumologie

So beugen Sie Asthmaanfällen im Herbst vor

Göğüs Cerrahisi21. Oktober 20246 Min. Lesezeit
So beugen Sie Asthmaanfällen im Herbst vor

Zu den wichtigsten Maßnahmen, um Asthmaanfällen im Herbst vorzubeugen, gehören eine optimale Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen, Grippe- und Pneumokokken-Impfungen sowie die regelmäßige Anwendung der vom Arzt verschriebenen Inhalatoren. Wenn die Temperaturen sinken und wir wieder mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen, steigt die Belastung durch Allergene, was die Atemwege empfindlicher macht. Mit den richtigen medizinischen und umweltbezogenen Vorkehrungen können Sie den Jahreszeitenwechsel jedoch ganz entspannt und befreit durchatmen.

Auf einen Blick

  • Die im Herbst zunehmende Zahl von Hausstaubmilben und Schimmelpilzen kann Asthmaanfälle verschlimmern.
  • Grippe- und Pneumokokken-Impfungen (gegen Lungenentzündung) senken das Risiko infektionsbedingter Anfälle deutlich.
  • Eine Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 50 Prozent in den Wohnräumen entlastet die Atemwege.
  • Wenn Sie bei kaltem Wetter nach draußen gehen, beugt das Bedecken von Mund und Nase mit einem Schal Bronchialspasmen vor.
  • Bei Atemnot, pfeifenden Atemgeräuschen und anhaltendem Husten sollten Sie ohne Zeitverlust einen Arzt aufsuchen.

Warum wird Asthma im Herbst getriggert?

Asthma ist eine Erkrankung, die durch chronische Entzündungen und eine Überempfindlichkeit der Atemwege gekennzeichnet ist. Der Herbst mit seinen kühler werdenden Tagen ist eine Zeit, die reich an Asthma-Auslösern (Triggern) ist. Plötzliche Schwankungen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit führen zu Krämpfen in den Atemwegen und erschweren das Atmen. Besonders das allergische Asthma macht sich im Herbst durch verrottendes Laub in der Natur und eine erhöhte Anzahl von Schimmelpilzsporen viel stärker bemerkbar.

Wer mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringt, ist auch verstärkt Hausstaubmilben und Tierhaaren ausgesetzt. Zudem breiten sich mit dem Schulbeginn und dem kälteren Wetter Infektionen der oberen Atemwege rasant aus. Virale Infektionen verengen die ohnehin schon empfindlichen Bronchien weiter und bereiten den Boden für lang anhaltende Husten- und Keuchanfälle. Sich über den allgemeinen Verlauf und das Management von Asthma zu informieren, hilft Ihnen, diese saisonalen Übergänge bewusster und unbeschwerter zu meistern.

Schutz vor Allergenen in Innenräumen

Wenn im Herbst die Fenster geschlossen bleiben und die Heizungen aufgedreht werden, sinkt die Luftqualität in den Innenräumen. Dies schafft ideale Brutbedingungen für Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Milben nisten sich am liebsten in Betten, Kissen, Bettdecken, Teppichen und Kuscheltieren ein. Um sich zu schützen, sollten Sie Ihre Bettwäsche einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad waschen. Auch die Verwendung von antiallergischen Schutzbezügen (Encasings) ist sehr effektiv, um den Kontakt mit Milben zu unterbinden.

Die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit im Haus ist die Grundregel zur Vermeidung von Schimmelbildung. Die ideale Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 und 50 Prozent liegen. Räume mit hoher Feuchtigkeit wie Bad und Küche sollten regelmäßig gelüftet werden; bei Bedarf können auch Luftentfeuchter eingesetzt werden. Bei der Hausreinigung sind Staubsauger mit HEPA-Filter zu bevorzugen, damit sich abgesetzte Allergene nicht wieder in der Luft verteilen. Es ist von großer Bedeutung, dass sich Asthmapatienten während des Putzens nicht im Raum aufhalten, um nicht von aufgewirbeltem Staub beeinträchtigt zu werden.

Gefahren im Freien und Vorsichtsmaßnahmen

Im Herbst birgt nicht nur der Innenbereich, sondern auch die Natur verschiedene Risiken. Windiges Wetter trägt Pollen und Schimmelpilzsporen oft kilometerweit und erleichtert so ihr Eindringen in die Atemwege. Wenn Sie die Zeit im Freien besonders in den Morgenstunden und an windigen Tagen einschränken, verringern Sie das Risiko eines Anfalls. Wenn Sie nach draußen gehen, können Sie die eingeatmete Luft anwärmen und filtern, indem Sie Mund und Nase mit einem Schal oder Tuch bedecken.

Kalte Luft verursacht plötzliche Kontraktionen in den Bronchien und löst so Atemnot aus. Daher ist es ratsam, sich nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden und die Körperwärme zu speichern. Wenn Sie von draußen nach Hause kommen, sollten Sie Ihre Kleidung wechseln und duschen, um sich von unsichtbaren Allergenen zu befreien, die an Ihnen haften. An Tagen und zu Uhrzeiten mit hoher Luftverschmutzung, wie sie in Großstädten wie Istanbul vorkommen kann, sollten Sie zudem auf Sport im Freien verzichten.

Die Bedeutung von Impfungen für Asthmapatienten im Herbst

Virusinfektionen wie die Grippe (Influenza) und Erkältungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Asthmaanfälle. Eine Grippe, die bei gesunden Menschen mild verläuft, kann sich bei Asthmapatienten in tagelangen, heftigen Husten, pfeifende Atemgeräusche und schwere Atemnot verwandeln. Diese Infektionen verstärken die Entzündung in den Atemwegen und können die Asthmakontrolle völlig zunichtemachen.

Um diese Risiken zu minimieren, wird von medizinischen Fachgesellschaften dringend empfohlen, sich jedes Jahr zu Beginn des Herbstes (im September oder Oktober) gegen Grippe impfen zu lassen. Die Grippeimpfung bereitet die Abwehrmechanismen des Körpers auf die in jenem Jahr zirkulierenden Viren vor. Sofern Ihr Arzt es für angemessen hält, sollte auch eine Pneumokokken-Impfung (gegen Lungenentzündung) durchgeführt werden. Die Impfung gegen Lungenentzündung wirkt wie ein lebensrettender Schutzschild, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Lungenkapazität. Impfungen heilen Asthma zwar nicht vollständig, verhindern aber schwere infektionsbedingte Anfälle und Krankenhausaufenthalte.

Schritte zur Stärkung des Immunsystems

Ein starkes Immunsystem ist Ihr bester Schutz gegen die im Herbst vermehrt auftretenden Viren und Bakterien. Eine ausreichende und ausgewogene Ernährung unterstützt die zelluläre Reparatur in den Atemwegen. Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Kiwis, Brokkoli und grünes Blattgemüse sollten auf Ihrem Speiseplan nicht fehlen. Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Antioxidantien helfen, die Entzündung in den Atemwegen zu unterdrücken.

Die Flüssigkeitszufuhr ist ein oft übersehenes, aber sehr kritisches Detail im Asthmamanagement. Mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu trinken, sorgt dafür, dass der Schleim (Auswurf) in den Atemwegen dünnflüssiger wird und leichter abgehustet werden kann. Zäher und klebriger Schleim ist einer der Hauptfaktoren, der das Atmen erschwert. Ausreichender Schlaf und die Vermeidung von Stress sind ebenfalls unerlässlich für ein reibungslos funktionierendes Immunsystem. Chronischer Stress kann den Cortisolhaushalt des Körpers stören und die Asthmasymptome verschlimmern.

Herbsttipps und Medikamentenmanagement für Asthmapatienten

Der wichtigste Tipp für Asthmapatienten im Herbst ist die konsequente Einnahme der vom Arzt verschriebenen Medikamente. In der Asthmatherapie gibt es in der Regel zwei Arten von Inhalatoren: vorbeugende Medikamente (Controller), die die Entzündung in den Atemwegen unterdrücken, und Bedarfsmedikamente (Reliever), die die Bronchien im Falle eines Anfalls erweitern. Auch wenn Sie im Herbst keine Beschwerden haben, sollten Sie Ihre vorbeugenden Medikamente in der von Ihrem Arzt verordneten Dosis und Häufigkeit weiter einnehmen.

Da der Krankheitsverlauf von Person zu Person unterschiedlich ist, ist es sinnvoll, gemeinsam mit Ihrem Arzt einen Asthma-Aktionsplan zu erstellen. Dieser Plan zeigt Ihnen genau, wie Sie die Dosis welches Medikaments anpassen müssen, wenn Ihre Symptome zunehmen, und wann Sie die Notaufnahme aufsuchen sollten. Um sicherzustellen, dass Sie Ihre Inhalatoren mit der richtigen Technik anwenden, können Sie Ihrem Arzt bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen die Handhabung demonstrieren und sich diese bestätigen lassen.

Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten und Notfälle

Obwohl Asthma eine gut kontrollierbare Krankheit ist, ist in manchen Situationen ein medizinisches Eingreifen unumgänglich. Wenn Sie mehr als zweimal pro Woche Ihren Notfallinhalator (Reliever) benötigen oder nachts mit Husten oder Atemnot aufwachen, bedeutet dies, dass Ihre Erkrankung nicht mehr ausreichend kontrolliert ist. Wenn diese Symptome auftreten, sollten Sie unverzüglich einen Facharzt für Pneumologie (Lungenheilkunde) aufsuchen, um Ihren Behandlungsplan anpassen zu lassen.

Einige Symptome erfordern jedoch sofortige medizinische Hilfe. Wenn Sie folgende Situationen erleben, sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen oder die nächste gut ausgestattete Notaufnahme aufsuchen:

  • Wenn Ihre Atemnot trotz Anwendung des Notfallmedikaments nicht nachlässt oder sich sogar verschlimmert,
  • Wenn Sie beim Sprechen Schwierigkeiten haben, Sätze zu beenden, und nur noch in einzelnen Worten kommunizieren können,
  • Wenn Sie eine Blaufärbung (Zyanose) an Ihren Lippen, Ihrem Gesicht oder Ihren Fingerspitzen bemerken,
  • Wenn es beim Einatmen zu starken Einziehungen am Brustkorb und zwischen den Rippen kommt.

Ablauf und Behandlungsansatz in der BHT CLINIC

In unserem Krankenhaus werden die Diagnose, die Nachsorge und die Notfallversorgung von Asthma mit einem multidisziplinären Ansatz durchgeführt. In unserer Abteilung für Pneumologie werden fortschrittliche Lungenfunktionstests (LFT) und Allergie-Panels sorgfältig angewendet, um die Atemkapazität unserer Patienten zu beurteilen. Unsere Fachärzte erstellen einen personalisierten Behandlungsplan, der genau auf Ihr Alter, Ihre Auslöser und den Schweregrad Ihrer Erkrankung abgestimmt ist.

Gegen das im Herbst steigende Risiko von Anfällen steht Ihnen unsere 24/7 geöffnete Notaufnahme mit ihrer voll ausgestatteten Infrastruktur jederzeit zur Seite. Im Falle einer Krise werden schnell und effektiv atemwegserweiternde Therapien, Sauerstoffunterstützung und bei Bedarf moderne bildgebende Verfahren ohne Zeitverlust eingeleitet. Für ein gesundes und befreites Durchatmen können Sie einen Termin vereinbaren und mit unseren Fachärzten sprechen, um Ihre Kontrolluntersuchungen nicht zu vernachlässigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist zu tun bei einem Asthmaanfall im Herbst?

Versuchen Sie bei einem Anfall zunächst, ruhig zu bleiben und setzen Sie sich aufrecht hin. Wenden Sie Ihr vom Arzt verschriebenes, schnell wirkendes Notfallmedikament (Inhalator) in der Ihrem Aktionsplan entsprechenden Dosis an. Wenn Ihre Atemnot trotz der Medikamenteneinnahme innerhalb von 15-20 Minuten nicht nachlässt oder sich verschlimmert, suchen Sie unbedingt eine Notaufnahme auf.

Worauf sollten Patienten mit allergischem Asthma achten, wenn sie im Herbst nach draußen gehen?

Wenn Sie bei windigem und kaltem Wetter nach draußen gehen, beugt das Bedecken von Mund und Nase mit einem Schal Bronchialspasmen vor, da die eingeatmete Luft angewärmt wird. Zudem sollte die Zeit im Freien in den Morgenstunden, wenn die Konzentration von Pollen und Schimmelpilzsporen hoch ist, begrenzt werden. Nach der Rückkehr nach Hause empfiehlt es sich, die Kleidung zu wechseln und zu duschen.

Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit im Haus für Asthmapatienten sein?

Die ideale Luftfeuchtigkeit in den Räumen, in denen sich Asthmapatienten aufhalten, sollte zwischen 30 und 50 Prozent liegen. Ein Anstieg der Luftfeuchtigkeit auf über 50 Prozent führt zu einer raschen Vermehrung von Hausstaubmilben und Schimmelpilzen, was Asthmaanfälle auslösen kann.

Verhindert die Grippeimpfung einen Asthmaanfall?

Die Grippeimpfung heilt das Asthma nicht direkt, bietet aber Schutz vor dem Influenzavirus, einem der größten Auslöser für Asthmaanfälle. Auf diese Weise werden schwere Atemwegsentzündungen, die durch eine Grippe verursacht werden können, und die damit verbundenen schweren Asthmaanfälle weitgehend verhindert.

Können Asthmapatienten im Herbst Sport treiben?

Ja, regelmäßige Bewegung wird Asthmapatienten empfohlen, da sie die Lungenkapazität erhöht. An kalten, windigen Tagen oder bei hoher Luftverschmutzung ist es jedoch sicherer, drinnen in gut belüfteten Räumen zu trainieren statt im Freien.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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