Dermatologie

Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen: Ermüdungsbruch (Spondylolyse)

Doç. Dr. Mustafa Kılıç28. Januar 20257 Min. Lesezeit
Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen: Ermüdungsbruch (Spondylolyse)

Eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sind sogenannte Ermüdungsbrüche (Stressfrakturen) in der Wirbelsäule. Dieser in der Medizin als „Spondylolyse“ bezeichnete Zustand tritt vor allem bei sportlich sehr aktiven Heranwachsenden auf, wenn die Wirbelknochen übermäßig belastet werden. Wenn die Rückenschmerzen Ihres Kindes auch in Ruhephasen nicht abklingen, sich beim Sport verschlimmern oder in die Beine ausstrahlen, ist eine fachärztliche Untersuchung unerlässlich, um abzuklären, ob ein Ermüdungsbruch dahintersteckt.

Auf einen Blick:

  • Die Spondylolyse ist ein Ermüdungsbruch an den Knochen im unteren Teil der Wirbelsäule (meist am 4. oder 5. Lendenwirbel).
  • Sportarten, bei denen der Rücken stark nach hinten überstreckt wird (z. B. Turnen, Fußball, Gewichtheben und Volleyball), erhöhen das Risiko.
  • Das Hauptsymptom sind Rückenschmerzen, die bei körperlicher Aktivität zunehmen und in Ruhe nachlassen.
  • Bei frühzeitiger Diagnose heilt der Bruch meist durch nicht-operative Maßnahmen wie Ruhe, das Tragen eines Korsetts und Physiotherapie aus.
  • Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann es zu einem Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) kommen, was wiederum Nerveneinklemmungen verursachen kann.

Was ist eine Spondylolyse (Ermüdungsbruch)?

Unsere Wirbelsäule besteht aus 24 kleinen, übereinander gestapelten Knochen, den Wirbeln. Sie ermöglicht uns den aufrechten Gang und schützt das in ihr verlaufende Rückenmark. Der untere Teil der Wirbelsäule, die Lendenwirbelsäule, trägt dabei einen Großteil unseres Körpergewichts. Genau hier liegt die Antwort auf die Frage, was eine Spondylolyse eigentlich ist: Es handelt sich um einen Riss oder Ermüdungsbruch in einer schmalen Knochenbrücke im hinteren Bereich des Wirbels, der sogenannten „Pars interarticularis“.

Dieser Zustand betrifft am häufigsten den 4. oder 5. Lendenwirbel. Während die Knochen von Erwachsenen hart und vollständig ausgebildet sind, befinden sich die Knochen von Kindern und Jugendlichen noch im Wachstum und reagieren empfindlicher auf wiederkehrende Belastungen. Der Bruch entsteht nicht durch ein plötzliches, großes Trauma, sondern entwickelt sich schleichend, wenn kleine, sich wiederholende Schäden die Reparaturfähigkeit des Knochens übersteigen. Ähnlich wie ein Draht, der immer wieder an derselben Stelle gebogen wird und schließlich bricht, verliert auch diese feine Knochenstruktur in der Wirbelsäule durch ständige Überlastung ihre Stabilität.

Ursachen und Risikofaktoren für Rückenschmerzen bei Jugendlichen

Obwohl Rückenschmerzen in der Kindheit und Pubertät seltener auftreten als im Erwachsenenalter, sind die zugrunde liegenden Ursachen oft spezifischer. Ermüdungsbrüche zählen zu den häufigsten Gründen für Rückenschmerzen bei Jugendlichen und hängen stark mit den sportlichen Gewohnheiten zusammen.

Besonders Sportarten, die eine starke Überstreckung der Wirbelsäule nach hinten (Hyperextension) in Kombination mit einer Drehbewegung erfordern, bergen das größte Risiko. Bei jungen Athleten, die Turnen, Eiskunstlauf, Ballett, Fußball, Gewichtheben, Volleyball oder Ringen betreiben, ist die Wahrscheinlichkeit eines Ermüdungsbruchs deutlich erhöht. Zudem wachsen die Knochen während Wachstumsschüben oft schneller, als sich Muskeln und Bänder dehnen können, was die mechanische Belastung auf die Wirbelsäule zusätzlich verstärkt.

Darüber hinaus spielt auch die genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Bei manchen Kindern ist der Bereich der „Pars interarticularis“ von Geburt an etwas dünner angelegt. Diese strukturelle Besonderheit erhöht das Risiko für einen Ermüdungsbruch selbst bei normalen sportlichen Aktivitäten.

Symptome von Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Im Anfangsstadium verursacht eine Spondylolyse nicht immer deutliche Beschwerden. Viele Kinder setzen ihren Alltag unbeschwert fort, ohne den feinen Riss in der Wirbelsäule zu bemerken. Wenn der Riss jedoch fortschreitet und sich das umliegende Gewebe entzündet (Ödem), tritt das häufigste Symptom auf: der Rückenschmerz.

Dieser Schmerz wird meist im unteren Rückenbereich auf Höhe des Hosenbundes wahrgenommen und oft mit einer Muskelverspannung verwechselt. Typisch für diesen Schmerz ist, dass er bei sportlicher Betätigung oder beim Zurückbeugen des Rückens zunimmt und sich in Ruhephasen wieder bessert.

Bleibt der Ermüdungsbruch unbehandelt und der Wirbelkörper beginnt nach vorne zu gleiten, verändert sich das klinische Bild. In diesem fortgeschrittenen Stadium, das als Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) bezeichnet wird, kommt es zu einer starken Verkürzung der hinteren Oberschenkelmuskulatur (Hamstrings), einem Steifheitsgefühl im Rücken sowie zu Haltungs- und Gangauffälligkeiten, wie etwa einem Gehen mit leicht gebeugten Knien. Wenn durch das Gleiten die aus dem Rückenmark austretenden Nerven eingeklemmt werden, kann der Schmerz vom Gesäß in die Beine ausstrahlen; zudem können Taubheitsgefühle, Kribbeln oder ein Kraftverlust in den Beinen auftreten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wenn Sie mit Ihrem Kind wegen Rückenschmerzen einen Arzt aufsuchen, beginnt der Prozess mit einer ausführlichen körperlichen Untersuchung. Der Arzt überprüft die Körperhaltung, die Krümmung der Wirbelsäule und die Spannung in der hinteren Oberschenkelmuskulatur. Durch das Überstrecken des Rückens nach hinten oder durch den sogenannten Einbein-Hyperextensionstest versucht er, die genaue Schmerzquelle zu lokalisieren.

Für eine gesicherte Diagnose kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:

  • Röntgen (X-ray): Dies ist in der Regel die erste Standarduntersuchung. Röntgenbilder aus verschiedenen Blickwinkeln können Risse in der Wirbelsäule oder ein eventuelles Wirbelgleiten deutlich sichtbar machen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT ist besonders in den frühen Phasen wirksam, wenn sich der Ermüdungsbruch noch nicht zu einem vollständigen Riss entwickelt hat, sondern lediglich ein Knochenmarködem (Entzündung) vorliegt. Zudem stellt die MRT den Zustand der Nervenwurzeln und Bandscheiben sehr detailliert dar.
  • Computertomographie (CT): Dieses Verfahren bildet die Knochenstruktur bis ins kleinste Detail ab. Es liefert dem Arzt eine genaue „Landkarte“, um das Ausmaß des Bruchs, das Heilungspotenzial und gegebenenfalls eine chirurgische Planung zu beurteilen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es bei einem Ermüdungsbruch im unteren Rücken?

Die Behandlung eines Ermüdungsbruchs im Lendenwirbelbereich zielt darauf ab, die Schmerzen des Kindes zu lindern, das Zusammenwachsen des Bruchs zu fördern und eine sichere Rückkehr in den Alltag oder zum Sport zu ermöglichen. In der überwiegenden Mehrheit der Fällen führen nicht-operative (konservative) Methoden zu sehr guten Ergebnissen.

Der erste und wichtigste Schritt besteht darin, die Belastung der Wirbelsäule zu reduzieren. Das Kind muss eine Zeit lang auf schmerzauslösende sportliche Aktivitäten und belastende Bewegungen verzichten. Ihr Arzt kann kurzzeitig Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente verschreiben, um Schmerzen und Schwellungen zu kontrollieren. Um dem Bruch die Möglichkeit zur Heilung zu geben, wird häufig ein spezielles medizinisches Korsett eingesetzt, das den unteren Rücken stabilisiert. Das Tragen des Korsetts dauert in der Regel zwischen 6 und 12 Wochen.

Sobald die Schmerzen nachgelassen haben, beginnt die Physiotherapie. Die Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur (Rumpfmuskulatur) sowie die Dehnung der oft verkürzten hinteren Oberschenkelmuskulatur sind entscheidend, um die Belastung der Wirbelsäule auszugleichen. Die Zeit bis zur Rückkehr zum Sport variiert je nach Schwere des Bruchs und Heilungsverlauf, liegt aber meist zwischen 3 und 6 Monaten. Die Entscheidung, das Training wieder aufzunehmen, muss unbedingt in Absprache mit dem Arzt und schrittweise erfolgen.

Bei fortgeschrittener Spondylolisthesis (Wirbelgleiten) oder bei Patienten, deren Schmerzen trotz monatelanger konservativer Behandlung nicht abklingen, kann ein chirurgischer Eingriff erwogen werden. Bei dieser Operation, der sogenannten Spondylodese (Wirbelsäulenversteifung), werden die gleitenden Wirbel mithilfe spezieller Schrauben und Knochentransplantate miteinander fixiert. Dadurch wird die Stabilität der Wirbelsäule wiederhergestellt und der Druck auf die Nerven beseitigt.

Komplikationen und Risikogruppen

Wird eine Spondylolyse nicht rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, kann sich der Riss im Wirbel auf beide Seiten ausdehnen. Dies begünstigt das Nach-vorne-Gleiten des Wirbels über den darunter liegenden Knochen. Mit fortschreitendem Wirbelgleiten kann sich der Spinalkanal verengen, was zu einer Einklemmung der in die Beine verlaufenden Nerven, chronischen Schmerzen und dauerhaften Gangstörungen führen kann.

Die größte Risikogruppe sind sportlich aktive Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren. In dieser Phase, in der die Wachstumsfugen noch nicht geschlossen sind, erhöht eine plötzliche Steigerung der Trainingsintensität oder eine falsche Sporttechnik das Risiko für Komplikationen erheblich.

Wann sind Rückenschmerzen bei Kindern gefährlich?

Nicht jeder Rückenschmerz bei Kindern wird durch einen Ermüdungsbruch verursacht. Manchmal können auch weitaus ernstere Infektionen oder strukturelle Probleme hinter den Schmerzen stecken. Wenn Sie bei Ihrem Kind eines der folgenden Warnsignale (Red Flags) beobachten, sollten Sie umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen:

  • Der Schmerz ist so stark, dass er das Kind nachts aus dem Schlaf reißt.
  • Die Rückenschmerzen gehen mit hohem Fieber, unerklärlichem Gewichtsverlust oder Nachtschweiß einher.
  • Es treten plötzlich Taubheitsgefühle, Gefühlsverlust oder eine deutliche Schwäche in den Beinen auf.
  • Probleme wie Harninkontinenz oder der Verlust der Darmkontrolle treten plötzlich auf.

Insbesondere ein plötzlicher Kraftverlust in den Beinen in Kombination mit der Unfähigkeit, Urin oder Stuhl zu halten, ist ein absoluter medizinischer Notfall. Dies deutet darauf hin, dass das Nervenbündel im Rückenmark stark eingeklemmt ist. In einem solchen Fall müssen Sie sofort den Notruf 112 wählen oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen.

Diagnostik und Behandlung in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi

In der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi behandeln wir Wirbelsäulenerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen mit einem multidisziplinären Ansatz. Dank unserer fortschrittlichen bildgebenden Technologien erkennen wir Ermüdungsbrüche bereits im frühesten Stadium und erstellen einen optimalen Behandlungsplan, der das Wachstum Ihres Kindes nicht negativ beeinträchtigt.

Bei nicht-operativen Behandlungen unterstützen die erfahrenen Physiotherapeuten unserer Abteilung für Physikalische Medizin und Rehabilitation die sichere Rückkehr Ihres Kindes zum Sport durch individuell abgestimmte Übungsprogramme. In fortgeschrittenen Fällen von Wirbelgleiten, die einen chirurgischen Eingriff erfordern, wenden die erfahrenen Ärzte unserer Abteilung für Neurochirurgie die aktuellsten und sichersten Operationstechniken erfolgreich an. Bei unerwarteten und starken Schmerzen steht Ihnen unsere Notaufnahme rund um die Uhr (24/7) zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Heilt ein Ermüdungsbruch von alleine?

Ein Ermüdungsbruch heilt nicht von alleine, wenn die Belastung der Wirbelsäule nicht reduziert und die notwendige Ruhezeit nicht eingehalten wird. Die Fortsetzung der sportlichen Aktivität kann dazu führen, dass sich der Riss vergrößert und ein Wirbelgleiten entsteht. Daher sind eine ärztliche Untersuchung und eine kontrollierte Ruhephase zwingend erforderlich.

Wann kann mein Kind wieder Sport treiben?

Die Zeit bis zur Rückkehr zum Sport hängt von der Schwere des Bruchs und der Reaktion des Kindes auf die Behandlung ab. In der Regel ist eine Heilungsphase von 3 bis 6 Monaten erforderlich, die das Tragen eines Korsetts und Physiotherapie umfasst. Ihr Arzt wird die schrittweise Rückkehr zum Sport erst dann erlauben, wenn bildgebende Verfahren bestätigen, dass der Knochen verheilt ist.

Kann ein Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) zu einer Lähmung führen?

Ein Wirbelgleiten kann Nerven einklemmen und dadurch Taubheitsgefühle, Schmerzen und Kraftverlust in den Beinen verursachen. Eine vollständige Lähmung ist jedoch äußerst selten. Durch eine frühzeitige Diagnose und die richtigen Behandlungsmethoden wird das Risiko von Nervenschäden beseitigt.

Schwächt das Tragen eines Korsetts die Muskeln?

Korsetts, die bei der Behandlung von Ermüdungsbrüchen eingesetzt werden, dienen dazu, die Wirbelsäule vorübergehend (meist für 6 bis 12 Wochen) ruhigzustellen, damit der Knochen heilen kann. In dieser Zeit kann es zu einer leichten Schwächung der Muskulatur kommen. Durch die Physiotherapie und die Übungsprogramme, die nach der Korsettbehandlung begonnen werden, erlangen die Muskeln jedoch schnell ihre alte Kraft zurück.

Sind MRT- oder Röntgenaufnahmen für Kinder schädlich?

Bei Röntgen- und CT-Aufnahmen wird eine geringe Dosis Strahlung verwendet. Bei modernen Geräten sind diese Dosen jedoch auf ein Minimum reduziert, sodass sie die Gesundheit von Kindern nicht gefährden. Eine MRT-Untersuchung kommt völlig ohne Strahlung aus, da sie Magnetfelder und Radiowellen nutzt; sie ist daher ein absolut sicheres bildgebendes Verfahren für Kinder.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken; für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt. Um die beste Entscheidung für die Gesundheit Ihres Kindes zu treffen, können Sie hier einen Termin vereinbaren.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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