Nicht-operative Lösung für chronische Schmerzen: Die Radiofrequenztherapie

Die Radiofrequenztherapie ist ein nicht-operatives Verfahren, bei dem schmerzverursachende Nerven durch Radiowellen kontrolliert erwärmt werden, um die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn zu blockieren. Gerade für Patienten, die auf eine langfristige medikamentöse Behandlung nicht ansprechen oder für die ein chirurgischer Eingriff nicht in Frage kommt, ist diese sichere Methode eine hervorragende Wahl, um die Lebensqualität schnell zu verbessern. Dank dieses Eingriffs können die Patienten ohne lange Krankenhausaufenthalte rasch in ihren gewohnten Alltag zurückkehren.
- Der Eingriff wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert zwischen 20 und 45 Minuten.
- Die schmerzleitenden Nerven werden durch Radiowellen kontrolliert erwärmt.
- Die Wirkung hält je nach Zustand des Patienten im Durchschnitt 6 Monate bis zu 2 Jahre an.
- Da keine chirurgischen Schnitte erfolgen, entstehen weder Gewebeschäden noch Narben.
- Die Patienten können in der Regel noch am selben Tag entlassen werden.
Was ist eine Radiofrequenztherapie?
Die Radiofrequenztherapie, in der Medizin auch als Neuromodulation oder Nervenablation bezeichnet, ist ein Verfahren, bei dem hochfrequente Radiowellen an das schmerzverursachende Nervengewebe abgegeben werden. Mithilfe einer speziellen Nadel (Kanüle) wird der Zielnerv erreicht und über das Gerät eine kontrollierte Wärme erzeugt. Bei diesem Verfahren, das im Volksmund oft als Nervenverödung bezeichnet wird, wird die Nervenzelle jedoch nicht vollständig zerstört; lediglich ihre Fähigkeit, Schmerzsignale zu übertragen, wird vorübergehend unterbrochen oder deutlich reduziert.
Die Behandlung erfolgt minimal-invasiv, ohne dass eine Vollnarkose oder große chirurgische Schnitte erforderlich sind. Diese in der chronischen Schmerztherapie äußerst wirksame Technik schaltet das Schmerzempfinden des Patienten aus, ohne andere grundlegende Nervenfunktionen wie den Tastsinn, das Fühlen oder die Muskelbewegung zu beeinträchtigen. Für Patienten, die sich von den negativen Auswirkungen einer langfristigen Schmerzmitteleinnahme auf Magen, Nieren und Leber befreien möchten, ist dies eine sehr sichere und komfortable Option.
Bei welchen Erkrankungen wird sie angewendet?
Die Radiofrequenz bietet ein breites Anwendungsspektrum bei der Behandlung von hartnäckigen und resistenten Schmerzen in verschiedenen Körperregionen. Sie ist für viele Patienten, die nach einer nicht-operativen Schmerzbehandlung suchen, zur ersten Wahl geworden und wird von Neurochirurgen sowie Schmerztherapeuten häufig bevorzugt. Zu den häufigsten Beschwerden, bei denen das Verfahren angewendet wird, gehören:
- Nerveneinklemmungen durch Bandscheibenvorfälle in der Lenden- und Halswirbelsäule mit Ausstrahlung in Arme oder Beine.
- Trigeminusneuralgie, die ein Gefühl wie von starken Stromschlägen im Gesichtsbereich verursacht (die Radiofrequenzbehandlung ist hier eine der erfolgreichsten Methoden).
- Hartnäckige Nervenschmerzen, die nach einer Gürtelrose (Herpes Zoster) monatelang anhalten können (Post-Zoster-Neuralgie).
- Facettsyndrom infolge von Gelenkverschleiß (Arthrose) an der Wirbelsäule.
- Ischiasschmerzen und Probleme am Steißbein (Kokzygodynie).
- Chronische Schmerzen in großen Gelenken wie Knie, Schulter und Hüfte.
Was sind die Vorteile und Risiken der Behandlung?
Der größte Vorteil der Radiofrequenztherapie ist, dass es sich um keinen offenen chirurgischen Eingriff handelt. Da kein Skalpellschnitt erfolgt, sind chirurgische Komplikationsrisiken wie Infektionen, schwere Blutungen oder Narbenbildung minimal. Da der Eingriff unter örtlicher Betäubung stattfindet, kann er auch bei älteren Menschen oder Patienten mit chronischen Herz- und Lungenerkrankungen, die die Risiken einer Vollnarkose tragen, sicher angewendet werden. Die Patienten können meist schon wenige Stunden nach der Behandlung zu Fuß nach Hause gehen.
Wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch bei dieser Methode einige leichte und vorübergehende Risiken. An der Einstichstelle der Nadel können für einige Tage leichte Empfindlichkeit, Rötungen oder minimale Blutergüsse auftreten. Selten kann ein vorübergehendes Taubheitsgefühl oder leichtes Kribbeln im Wirkungsbereich des behandelten Nervs verspürt werden. Bei richtiger Patientenauswahl und Durchführung durch erfahrene Spezialisten unter Einsatz hochauflösender Bildgebungsgeräte ist das Risiko für dauerhafte Schäden oder schwerwiegende Nebenwirkungen äußerst gering.
Ablauf: Wie wird die Radiofrequenz durchgeführt und wie lange dauert sie?
Vor dem Eingriff wird die Schmerzquelle des Patienten durch eine detaillierte neurologische Untersuchung und fortschrittliche bildgebende Verfahren (MRT, Computertomographie) exakt lokalisiert. Im Behandlungsraum wird der zu behandelnde Bereich mit speziellen Lösungen sterilisiert und lokal betäubt. Der Arzt platziert die spezielle Radiofrequenznadel unter Anleitung von Bildgebungsgeräten wie Durchleuchtung (Echtzeit-Röntgen) oder Ultraschall mit millimetergenauer Präzision direkt auf dem Zielnerv.
Um absolut sicherzugehen, dass sich die Nadel an der richtigen Stelle befindet, werden über die an das Gerät angeschlossenen Elektroden sehr geringe Mengen an elektrischem Strom abgegeben, um motorische und sensorische Tests durchzuführen. Nachdem die korrekte Position durch das Feedback des Patienten während dieser Tests bestätigt wurde, wird das Radiofrequenzgerät eingeschaltet. Die Nadelspitze wird kontrolliert auf meist 60 bis 80 Grad erhitzt. Dieser Erwärmungsprozess dauert etwa 1-2 Minuten pro Nerv. Inklusive Vorbereitung, Tests und Anwendung ist die gesamte Sitzung, abhängig von der Anzahl der zu behandelnden Bereiche, in durchschnittlich 20 bis 45 Minuten abgeschlossen.
Wann beginnt die Wirkung und wie lange hält sie an?
Es dauert in der Regel einige Tage, bis der Schmerz nach einer Radiofrequenzbehandlung vollständig verschwindet. Da in den ersten Tagen durch den Nadeleinstich und die Wärmeeinwirkung auf das Gewebe ein leichtes Ödem entstehen kann, sind vorübergehende Schwankungen oder eine leichte Zunahme der Schmerzen ein normaler Prozess. Innerhalb von etwa einer Woche ist die Leitungsblockade im Nerv vollständig etabliert, und die Patienten spüren eine deutliche Erleichterung, die ihre Lebensqualität steigert.
Die Dauer der Wirksamkeit variiert je nach Alter des Patienten, Schmerzintensität, Gewebestruktur und Art der zugrunde liegenden Erkrankung. Im Durchschnitt wird eine Wirkungsdauer von 6 Monaten bis zu 2 Jahren erwartet. Da Nervenzellen die Fähigkeit besitzen, sich mit der Zeit zu regenerieren, können die Schmerzen nach Monaten oder Jahren allmählich zurückkehren. In einem solchen Fall gibt es aus medizinischer Sicht keine Bedenken, den Eingriff zu wiederholen. Ähnlich wie bei modernen Methoden, die eine nicht-operative Lösung für eine vergrößerte Prostata bieten, ist auch die Radiofrequenz ein innovativer Ansatz, der darauf abzielt, die Lebensqualität zu verbessern, ohne den Körper zu belasten.
Worauf ist nach dem Eingriff zu achten?
Es wird empfohlen, sich in den ersten 24 Stunden nach der Entlassung zu Hause auszuruhen. Das Auflegen von Kühlkompressen in regelmäßigen Abständen am ersten Tag hilft, mögliche Schwellungen und Empfindlichkeiten zu reduzieren. Sie sollten die Einstichstelle sauber halten und in den ersten 24 bis 48 Stunden auf das Baden oder reizende Anwendungen wie Peelings verzichten, um einem möglichen Infektionsrisiko vorzubeugen.
Auch wenn Sie eine Linderung Ihrer Schmerzen spüren, sollten Sie in den ersten Wochen schweres Heben, plötzliche und ungeschickte Bewegungen oder körperlich anstrengende Sportarten vermeiden. Dem Körper Zeit zur Heilung und Anpassung an die neue Situation zu geben, beeinflusst den langfristigen Erfolg der Behandlung direkt. Sie können die von Ihrem Arzt verschriebenen leichten Schmerzmittel bei Bedarf einnehmen und mit Zustimmung Ihres Arztes sicher mit den empfohlenen Physiotherapie- oder Übungsprogrammen beginnen.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Obwohl die Radiofrequenz ein äußerst sicheres Verfahren ist, sollten Sie auf die Signale Ihres Körpers achten, um auf selten auftretende Komplikationen reagieren zu können. Ein leichtes Ziehen oder Stechen in den ersten Tagen nach dem Eingriff gilt als normal, aber einige unerwartete Symptome können eine sofortige medizinische Beurteilung erfordern.
Sollten Sie eine der folgenden Situationen erleben, müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen oder die Notaufnahme der nächstgelegenen Gesundheitseinrichtung aufsuchen:
- Starke Rötung, deutliche Überwärmung oder eitriger Ausfluss an der Einstichstelle.
- Schmerzen, die viel stärker und unerträglicher sind als vor dem Eingriff und plötzlich auftreten.
- Plötzlich auftretender Kraftverlust in Armen oder Beinen, Unfähigkeit, Urin oder Stuhl zu halten.
- Hartnäckiges Fieber von 38 Grad und mehr, Schüttelfrost oder allgemeine Schwäche.
- Unerklärliches Taubheitsgefühl oder Gefühlsverlust, der sich auf Bereiche weit entfernt vom Behandlungsgebiet ausbreitet.
Zögern Sie in solchen Notfällen nicht, professionelle medizinische Hilfe anzufordern, indem Sie die 112 anrufen.
Der Ablauf in der BHT CLINIC
Patienten, die sich mit chronischen Schmerzen an die BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi wenden, werden von unseren Fachärzten einer detaillierten körperlichen Untersuchung und radiologischen Bewertung unterzogen. Sobald die Schmerzquelle korrekt identifiziert wurde, wird ein personalisierter Behandlungsplan erstellt, der optimal auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten abgestimmt ist. In unserem Krankenhaus wird die Radiofrequenztechnologie nicht nur in der Schmerztherapie eingesetzt; sie wird auch in unserer Abteilung für Dermatologie sicher für medizinisch-ästhetische und hautverjüngende Verfahren angewendet. Genau wie Hautpflegebehandlungen, die Ihren Schutzschild bei kaltem Wetter stärken, bieten wir die innovativsten Methoden, um auch den Schmerzschutzschild Ihres Körpers zu stärken.
Der Eingriff wird in unseren voll ausgestatteten, sterilen Eingriffsräumen unter sorgfältiger Anleitung hochauflösender Bildgebungsgeräte durchgeführt. Bei Bedarf wird der Heilungsprozess in Abstimmung mit unserer Abteilung für Physiotherapie und Rehabilitation unterstützt. Mit unserer rund um die Uhr geöffneten Notaufnahme und unserem Callcenter (0850 811 34 00) sind wir auch nach der Behandlung jederzeit für Sie da.
Häufig gestellte Fragen
Tut die Radiofrequenztherapie weh?
Da der Behandlungsbereich vor dem Eingriff lokal betäubt wird, sind während der Behandlung keine ernsthaften Schmerzen zu spüren. Lediglich beim Vorschieben der Nadel kann ein leichter Druck oder während des zur Nervenlokalisation abgegebenen schwachen Stroms ein kurzes Kribbeln auftreten.
Wann beginnt die Wirkung?
Obwohl unmittelbar nach dem Eingriff eine gewisse Linderung spürbar ist, dauert es in der Regel 3 bis 7 Tage, bis die Nervenleitung vollständig blockiert ist und die dauerhafte Wirkung einsetzt. Es ist normal, dass in den ersten Tagen aufgrund von Gewebeödemen leichte Schmerzen auftreten.
Bei wem wird die Radiofrequenzbehandlung nicht angewendet?
Bei Personen mit einer aktiven Hautinfektion im Behandlungsbereich, schweren Blutungsstörungen sowie bei Schwangeren wird die Radiofrequenzbehandlung in der Regel nicht durchgeführt. Zudem muss bei Patienten mit Herzschrittmachern vor dem Eingriff eine kardiologische Freigabe eingeholt und besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
Kehren die Schmerzen nach der Behandlung zurück?
Da Nervenzellen die Fähigkeit haben, sich im Laufe der Zeit zu regenerieren, besteht die Möglichkeit, dass die Schmerzen nach 6 Monaten bis zu 2 Jahren allmählich zurückkehren. Sollten die Schmerzen wieder auftreten, kann die Radiofrequenzbehandlung sicher wiederholt werden.
Ist für den Eingriff ein Krankenhausaufenthalt erforderlich?
Nein, die Radiofrequenztherapie ist ein ambulanter Eingriff. Da keine chirurgischen Schnitte vorgenommen werden und keine Vollnarkose zum Einsatz kommt, werden die Patienten wenige Stunden nach dem Eingriff ausgeruht entlassen.
Um den Schritt in ein schmerzfreies Leben zu wagen und Ihren individuellen Behandlungsplan zu erstellen, können Sie einen Termin vereinbaren und sich mit unseren Fachärzten beraten.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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