Die schleichende Gefahr: Was ist ein Glaukom (Grüner Star) und wie wird es behandelt?

Das Glaukom, im Volksmund meist als Grüner Star bezeichnet, ist eine tückische und fortschreitende Augenerkrankung. Durch einen erhöhten Augeninnendruck kommt es zu einer dauerhaften Schädigung des Sehnervs, der die visuellen Informationen an das Gehirn weiterleitet. Da die Krankheit in den frühen Stadien meist völlig beschwerdefrei verläuft, wird sie von den Betroffenen oft erst sehr spät bemerkt. Aus diesem Grund sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen der effektivste und sicherste Weg, um einem drohenden Sehverlust rechtzeitig vorzubeugen.
Auf einen Blick:- Unbehandelt kann das Glaukom zu dauerhaftem Sehverlust bis hin zur Erblindung führen.
- Im Frühstadium treten in der Regel keine Symptome wie Schmerzen, Rötungen oder Sehstörungen auf.
- Regelmäßige Augenuntersuchungen sind der wichtigste Schritt zur Früherkennung.
- Mit Augentropfen, Laserbehandlungen und chirurgischen Eingriffen lässt sich die Erkrankung meist erfolgreich kontrollieren.
- Eine gesunde Ernährung und der richtige Lebensstil unterstützen den medizinischen Behandlungsprozess.
Was ist ein Glaukom (Grüner Star)?
Unser Auge produziert kontinuierlich eine klare Flüssigkeit, das sogenannte Kammerwasser, um seine gesunde Struktur zu erhalten und das Gewebe mit Nährstoffen zu versorgen. Nachdem diese Flüssigkeit ihre Aufgabe im Auge erfüllt hat, wird sie über spezielle Abflusskanäle wieder abtransportiert. Kommt es jedoch zu einer Verstopfung oder Verlangsamung in diesen Kanälen, staut sich das Kammerwasser im Auge und der Augeninnendruck steigt an. Dieser erhöhte Druck drückt auf den Sehnerv im hinteren Teil des Auges und schädigt die empfindlichen Nervenfasern. Dieser Zustand, der durch die allmähliche Zerstörung des Sehnervs gekennzeichnet ist, wird als Glaukom bezeichnet.
Experten gehen davon aus, dass das Glaukom weltweit eine der häufigsten Ursachen für irreversible Erblindung ist und bis zum Jahr 2040 voraussichtlich mehr als 111 Millionen Menschen betreffen wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptformen der Erkrankung: Das Offenwinkelglaukom ist die in der Bevölkerung am häufigsten vorkommende Form. Es schreitet über Jahre hinweg langsam und völlig symptomlos voran. Das Winkelblockglaukom (oder Engwinkelglaukom) hingegen entsteht durch eine plötzliche Blockade des Kammerwassers und macht sich durch sehr schnell auftretende, extrem starke Schmerzen bemerkbar. Darüber hinaus gibt es auch Fälle des sogenannten Normaldruckglaukoms, bei dem der Sehnerv geschädigt wird, obwohl der Augeninnendruck im völlig normalen Bereich liegt.
Ursachen: Wie entsteht ein Glaukom und wer ist gefährdet?
Auch wenn die genaue Ursache eines Glaukoms nicht immer vollständig geklärt ist, stellt ein Ungleichgewicht zwischen der Produktion und dem Abfluss des Kammerwassers den Hauptfaktor dar. Die Frage, warum der Augeninnendruck steigt, hängt oft eng mit genetischen Veranlagungen, anatomischen Besonderheiten und dem natürlichen Alterungsprozess zusammen. Eine altersbedingte Verengung der Abflusskanäle im Auge begünstigt den Druckanstieg. Da es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt, ist die Wahrscheinlichkeit, an einem Glaukom zu erkranken, bei einigen Menschen deutlich höher als bei anderen.
Zu den Risikogruppen, die ein erhöhtes Glaukomrisiko aufweisen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen sollten, zählen:
- Fortgeschrittenes Alter (insbesondere ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko deutlich an).
- Genetische Veranlagung (Personen, in deren direkter Verwandtschaft, z.B. bei Eltern oder Geschwistern, bereits ein Glaukom aufgetreten ist).
- Anatomische Besonderheiten des Auges (insbesondere eine dünne Hornhaut).
- Systemische Erkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck und Durchblutungsstörungen).
- Starke Fehlsichtigkeit (hohe Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit).
- Langfristige Kortisonbehandlung (unkontrollierte Anwendung von Kortikosteroiden in Form von Augentropfen, Tabletten oder Salben).
- Augenverletzungen (schwere Schläge auf das Auge in der Vergangenheit oder durchgemachte schwere Infektionen).
- Schlafapnoe-Syndrom (nächtliche Sauerstoffabfälle können den Sehnerv schädigen).
Welche Symptome verursacht ein Glaukom?
Der Hauptgrund, warum das Glaukom als "schleichende" Krankheit bezeichnet wird, liegt darin, dass es im Anfangs- und mittleren Stadium fast keine Beschwerden verursacht. Beim Offenwinkelglaukom steigt der Druck so langsam an, dass sich das Auge daran gewöhnt und kein Schmerz empfunden wird. Symptome des Grünen Stars werden meist erst dann bemerkt, wenn die Schädigung des Sehnervs bereits ein gewisses Ausmaß erreicht hat und sich das Gesichtsfeld einengt. Der Patient beginnt, sein peripheres (seitliches) Sehen zu verlieren, als würde er durch ein enges Rohr blicken (Tunnelblick). Im fortgeschrittenen Stadium ist auch das zentrale Sehen beeinträchtigt, was zu einem dauerhaften Sehverlust führt.
Im Gegensatz dazu verlaufen akute Glaukomanfälle (Winkelblockglaukom) sehr viel dramatischer und plötzlicher. Wenn der Augeninnendruck innerhalb weniger Stunden auf ein gefährliches Niveau ansteigt, treten heftige Symptome auf. Dazu gehören unerträgliche Schmerzen im Auge und in der betroffenen Kopfhälfte, eine deutliche Rötung des Auges, verschwommenes Sehen, das Wahrnehmen von farbigen Ringen (Halos) um Lichtquellen, sowie Übelkeit und Erbrechen. Treten diese Symptome auf, ist es von lebenswichtiger Bedeutung, sofort eine medizinische Einrichtung aufzusuchen, um das Augenlicht zu retten.
Wie wird ein Glaukom diagnostiziert?
Die Diagnose eines Glaukoms kann nicht allein durch eine einfache Messung des Augeninnendrucks gestellt werden. Um die Krankheit im Frühstadium zu erkennen, ist eine umfassende und detaillierte Augenuntersuchung zwingend erforderlich. Der Augenarzt untersucht die vorderen und hinteren Strukturen des Auges detailliert mit speziellen Geräten, wie der Spaltlampe (Biomikroskop). Mit der sogenannten Tonometrie wird der Augeninnendruck in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen. Ein normaler Druck schließt ein Glaukomrisiko jedoch nicht völlig aus.
Für eine endgültige Diagnose und die Bestimmung des Krankheitsstadiums werden weitere spezialisierte Untersuchungen durchgeführt. Mit der Pachymetrie wird die Hornhautdicke gemessen; eine dünne Hornhaut kann nämlich dazu führen, dass der Augeninnendruck fälschlicherweise zu niedrig gemessen wird. Mit der Optischen Kohärenztomografie (OCT) wird die Dicke der Sehnervenfasern auf den Mikrometer genau analysiert, um eventuelle Ausdünnungen festzustellen. Eine Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) kartiert, ob der Patient bereits Ausfälle im peripheren Sehen hat. Zudem wird mit der Gonioskopie (Kammerwinkelspiegelung) der Abflusswinkel der Augenflüssigkeit untersucht, um die genaue Art des Glaukoms zu bestimmen.
Behandlung des Glaukoms und Tipps für den Alltag
Das Hauptziel der Glaukombehandlung besteht darin, den Augeninnendruck auf ein sicheres Niveau zu senken, um das Fortschreiten der Sehnervschädigung zu stoppen und das verbliebene Sehvermögen zu erhalten. Die Therapie wird individuell an die Art und das Stadium der Erkrankung sowie an den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten angepasst. Der erste Schritt der Behandlung besteht in der Regel aus Augentropfen, die entweder die Produktion des Kammerwassers verringern oder dessen Abfluss erleichtern. Die tägliche, regelmäßige und lückenlose Anwendung dieser Tropfen zur gleichen Uhrzeit ist für den Behandlungserfolg absolut entscheidend.
In Fällen, in denen Tropfen nicht ausreichen, Nebenwirkungen verursachen oder die Krankheit weiter fortschreitet, können Laserbehandlungen zum Einsatz kommen. Der Lasereingriff öffnet die Abflusskanäle im Auge und sorgt dafür, dass die Flüssigkeit leichter abfließen kann. Bei weiter fortgeschrittenen Befunden werden operative Möglichkeiten in Betracht gezogen. Die Trabekulektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein neuer Abflusskanal im Auge geschaffen wird. Auch Implantat-Operationen (Tubes) und die in den letzten Jahren immer beliebter werdende mikroinvasive Glaukomchirurgie (MIGS) liefern sehr erfolgreiche Ergebnisse.
Neben medizinischen und chirurgischen Behandlungen wirken sich auch Änderungen der täglichen Gewohnheiten direkt auf die Augengesundheit aus. Empfehlungen für den Lebensstil von Glaukompatienten sind:
- Eine Ernährung, die reich an grünem Blattgemüse, Omega-3-Fettsäuren, antioxidativen Früchten und Vitamin B3 ist.
- Nach ärztlicher Rücksprache die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Kurkuma und Ginkgo Biloba, denen eine durchblutungsfördernde Wirkung im Auge zugeschrieben wird.
- Vermeiden Sie es, beim Schlafen auf dem Bauch zu liegen oder Druck auf die Augen auszuüben; bevorzugen Sie Kissen, die den Kopf leicht erhöht halten.
- Verzichten Sie auf schwere Yoga-Übungen mit Kopfstand (Umkehrhaltungen), die den Augeninnendruck vorübergehend erhöhen können, sowie auf zu eng sitzende Schwimmbrillen.
- Geben Sie das Rauchen vollständig auf, da es die Blutgefäße im Auge stark schädigt und die Produktion freier Radikale erhöht.
- Schränken Sie den Konsum von Alkohol und übermäßigem Koffein ein, da beides den Augeninnendruck ansteigen lassen kann.
- Führen Sie regelmäßige, leichte bis mittelschwere Spaziergänge und Atemübungen durch, um die Durchblutung zu verbessern.
Komplikationen: Wie lässt sich der Augeninnendruck senken?
Das Glaukom ist von Natur aus eine fortschreitende Erkrankung und führt unbehandelt zu sehr ernsten Komplikationen. Die größte und unumkehrbare Komplikation ist der vollständige Sehverlust, also die Erblindung. Sind die Sehnervenzellen einmal abgestorben, ist es mit den heutigen medizinischen Möglichkeiten nicht machbar, diese Zellen wiederzubeleben oder das verlorene Gesichtsfeld wiederherzustellen. Daher ist es beim Glaukom-Management von entscheidender Bedeutung, proaktiv zu handeln und sich auf die Erhaltung des aktuellen Zustands zu konzentrieren.
Viele Patienten suchen nach pflanzlichen Heilmitteln oder alternativen Methoden, um ihren Augeninnendruck zu senken. Der einzige Weg, den Augeninnendruck jedoch dauerhaft und sicher zu senken, ist die konsequente Anwendung der vom Facharzt verschriebenen Tropfen und die strikte Einhaltung der empfohlenen medizinischen Behandlungen. Faktoren wie eine gesunde Ernährung, Stressvermeidung, Meditation und regelmäßige Bewegung spielen lediglich eine unterstützende Rolle. Zur täglichen Routine gehört es auch, die Medikamentenzeiten genau einzuhalten und nach dem Eintropfen sanft auf den inneren Augenwinkel (Tränenpünktchen) zu drücken, um zu verhindern, dass das Medikament zu schnell in den Blutkreislauf gelangt.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Da das Glaukom oft keine Symptome zeigt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich jede Person über 40 Jahre mindestens einmal im Jahr einer gründlichen Augenuntersuchung unterzieht. Menschen mit Glaukom in der Familie, Diabetiker und Personen mit starker Kurzsichtigkeit sollten mit diesen Screenings bereits in jüngerem Alter beginnen. Abgesehen von Routinekontrollen sollten Sie bei plötzlichen Veränderungen an Ihren Augen umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Wenn Sie eines der folgenden akuten Warnsignale bemerken, sollten Sie sofort die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen oder den Notruf 112 wählen:
- Plötzlich auftretende, starke und pochende Schmerzen im oder um das Auge.
- Plötzliche Verschlechterung der Sehqualität, Verschwommensehen oder das Auftreten dunkler Flecken.
- Wahrnehmung von regenbogenartigen, farbigen Ringen (Halos) beim Blick auf Lichtquellen.
- Deutliche und plötzliche Rötung im Weiß des Auges.
- Starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, die mit Augenschmerzen einhergehen.
Glaukom-Behandlung in der BHT CLINIC: Ihr Weg zu uns
In der Poliklinik für Augenheilkunde der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi werden Diagnose und Behandlung des Glaukoms nach internationalen Standards und mit modernster technologischer Ausstattung durchgeführt. Wenn Sie unser Krankenhaus aufsuchen, werden Sie von unseren Fachärzten einer detaillierten Augenuntersuchung unterzogen. Ihr Augeninnendruck wird gemessen, Ihre Hornhautdicke beurteilt und Ihr Sehnerv mit fortschrittlichen bildgebenden Verfahren wie dem OCT detailliert analysiert.
Op. Dr. Belma Karini und unser erfahrenes Ärzteteam erstellen auf Grundlage der Befunde einen Behandlungsplan, der optimal auf das Stadium Ihrer Erkrankung abgestimmt ist. Falls erforderlich, werden moderne chirurgische Eingriffe wie Laserbehandlungen oder mikroinvasive Glaukomchirurgie in unseren Operationssälen unter höchsten Sicherheitsstandards erfolgreich durchgeführt. Unsere 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffnete Notaufnahme ist bei Notfällen wie einem akuten Glaukomanfall jederzeit für Sie da. Um Ihre Augengesundheit zu schützen und das Fortschreiten der Krankheit zu stoppen, können Sie ganz einfach über die Website unseres Krankenhauses einen Termin vereinbaren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Führt ein Glaukom zur Erblindung?
Ja, wenn ein Glaukom unbehandelt bleibt oder zu spät diagnostiziert wird, kann es zu dauerhaftem Sehverlust und Erblindung führen. Durch eine frühzeitige Diagnose und regelmäßige Behandlung kann das Fortschreiten der Krankheit jedoch gestoppt werden, sodass Patienten ein Leben lang über ein gesundes Sehvermögen verfügen.
Was ist der normale Wert für den Augeninnendruck?
Im Allgemeinen wird bei einem gesunden Menschen ein Augeninnendruck zwischen 10 und 21 mmHg erwartet. Diese Werte können jedoch von Person zu Person variieren. Bei manchen Menschen kann es bereits bei Werten unter 21 mmHg zu Nervenschädigungen kommen, während bei anderen höhere Werte keine Schäden verursachen.
Ist eine Glaukom-Operation riskant?
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff gibt es auch bei Glaukom-Operationen gewisse Risiken wie Infektionen, Blutungen oder einen zu starken Druckabfall. Dank fortschrittlicher Technologie und moderner Operationstechniken sind diese Risiken jedoch stark minimiert worden, und die Eingriffe werden mit hohen Erfolgsquoten durchgeführt.
Verursacht der Grüne Star Kopfschmerzen?
Das schleichend verlaufende Offenwinkelglaukom verursacht in der Regel keine Kopfschmerzen. Bei akuten Glaukomanfällen (Winkelblockglaukom), bei denen der Augeninnendruck plötzlich extrem ansteigt, treten jedoch sehr starke Schmerzen im Bereich der Augen und des Kopfes auf. Der Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und Augengesundheit sollte immer sorgfältig abgeklärt werden.
Dürfen Glaukompatienten Kaffee trinken?
Ein übermäßiger Koffeinkonsum kann zu einem vorübergehenden Anstieg des Augeninnendrucks führen. Daher wird Glaukompatienten empfohlen, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee und Energydrinks nur in Maßen zu konsumieren und nicht mehr als ein bis zwei Tassen pro Tag zu trinken.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken; wenden Sie sich für eine genaue Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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