Gesundheitsratgeber

Brustkrebsmonat: Ihr Leitfaden für Früherkennung und Vorsorge

BHT CLINIC3. Oktober 20258 Min. Lesezeit
Brustkrebsmonat: Ihr Leitfaden für Früherkennung und Vorsorge

Brustkrebs entsteht, wenn sich Zellen im Brustgewebe unkontrolliert vermehren. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium entdeckt, liegt die Behandlungs- und Heilungschance bei über 90 Prozent. Diese Krankheit, die bei frühzeitiger Diagnose oft vollständig heilbar ist, lässt sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen gut kontrollieren. Im Rahmen des Brustkrebsmonats Oktober ist es von entscheidender Bedeutung, den eigenen Körper genau zu kennen und medizinische Kontrollen nicht aufzuschieben.

  • Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen, ist aber bei früher Diagnose in den meisten Fällen sehr gut behandelbar.
  • Ab dem 20. Lebensjahr sollte jede Frau ihre Brüste einmal im Monat selbst abtasten.
  • Ab dem 40. Lebensjahr gilt die jährliche Mammographie als Goldstandard der Früherkennung.
  • Bei 85 Prozent der Brustkrebsfälle gibt es keine familiäre Vorbelastung; der Gedanke „In meiner Familie gibt es das nicht, also betrifft es mich nicht“ ist daher ein gefährlicher Trugschluss.
  • Ein tastbarer Knoten in der Brust, Hauteinziehungen, eine sogenannte Apfelsinenhaut oder Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze sind die häufigsten Warnsignale.

Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs nimmt seinen Anfang, wenn sich die genetische Struktur der Zellen in den Milchgängen oder Milchdrüsen verändert und diese beginnen, sich unkontrolliert zu teilen. Im Laufe der Zeit ballen sich diese abnormen Zellen zusammen und bilden Knoten, die als Tumore bezeichnet werden. Diese Erkrankung, die die häufigste Krebsart bei Frauen darstellt, betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern kann auch bei jungen Frauen auftreten.

Das Tückische an dieser Krankheit ist, dass sie im Anfangsstadium meist keinerlei Beschwerden verursacht. Während sich die Zellen langsam vermehren, kann die Betroffene ihren Alltag völlig unbeschwert und scheinbar gesund fortsetzen. Dank des medizinischen Fortschritts und modernster bildgebender Verfahren ist es heute jedoch möglich, dieses stille Wachstum zu stoppen, noch bevor ein tastbarer Knoten entsteht. Bei frühzeitig erkannten Fällen kommen brusterhaltende Operationen zum Einsatz, bei denen lediglich das Tumorgewebe entfernt wird, ohne dass die gesamte Brust amputiert werden muss. Auch wenn das Wort „Krebs“ beängstigend klingt: Mit fundiertem Wissen und rechtzeitigem Handeln haben Sie es zu einem großen Teil selbst in der Hand, diese Krankheit zu besiegen.

Was sind die Risikofaktoren für Brustkrebs?

Die Faktoren zu kennen, die bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen, ist ein entscheidender Schritt, um eine persönliche Vermeidungsstrategie zu entwickeln. Die Risikofaktoren für Brustkrebs lassen sich in zwei Kategorien einteilen: genetische Merkmale, die wir nicht beeinflussen können, und umweltbedingte Faktoren, die sich durch eine Anpassung des Lebensstils steuern lassen.

Ein höheres Alter und das weibliche Geschlecht sind die grundlegendsten, nicht veränderbaren Risikofaktoren. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit zellulärer Mutationen. Eine familiäre Vorbelastung bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Schwester, Tante) mit Brust- oder Eierstockkrebs erhöht das Risiko für Genmutationen wie BRCA1 und BRCA2. Bei der überwiegenden Mehrheit der Patientinnen liegt jedoch keinerlei familiäre Häufung vor. Auch ein frühes Einsetzen der Menstruation (vor dem 12. Lebensjahr) und ein spätes Eintreten der Menopause erhöhen das Risiko, da der Körper über einen längeren Zeitraum dem Hormon Östrogen ausgesetzt ist.

Zu den beeinflussbaren Faktoren zählen starkes Übergewicht (Adipositas), Bewegungsmangel, übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen. Insbesondere eine Gewichtszunahme nach den Wechseljahren stellt eine direkte Bedrohung dar, da das im Fettgewebe produzierte Östrogen zunimmt. Für detailliertere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir unseren Artikel Brustkrebs-Risikofaktoren: Unveränderbare und beeinflussbare Faktoren.

Was sind die Symptome von Brustkrebs?

In den frühen Stadien der Erkrankung treten in der Regel keine offensichtlichen Beschwerden auf. Doch sobald der Tumor zu wachsen beginnt, sendet der Körper bestimmte Signale. Obwohl die Symptome von Brustkrebs von Person zu Person variieren, ist das häufigste Anzeichen ein tastbarer, meist schmerzloser und harter Knoten in der Brust oder in der Achselhöhle. Im Gegensatz zu Zysten, die zyklusbedingt auftreten und wieder verschwinden, bleiben diese Knoten bestehen und können mit der Zeit wachsen.

Auch Veränderungen der Hautbeschaffenheit der Brust liefern wichtige Hinweise. Schwellungen an einem Teil der Brust, Hautverdickungen, Rötungen oder eine raue, sogenannte Apfelsinenhaut sollten ernst genommen werden. Strukturelle Veränderungen wie eine nach innen gezogene Brustwarze, Asymmetrie, Krustenbildung oder Schuppung können ebenfalls auftreten. Zudem sollte jeglicher Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze außerhalb der Stillzeit – insbesondere wenn er blutig oder wässrig-klar ist – unbedingt von einem Facharzt untersucht werden. Um solche Veränderungen an Ihrem Körper feststellen zu können, müssen Sie die natürliche Beschaffenheit Ihrer Brüste gut kennen.

Wie führe ich die Brustselbstuntersuchung durch?

Ein gutes Bewusstsein für den eigenen Körper ist der erste und wirkungsvollste Schritt zur Erhaltung Ihrer Brustgesundheit. Es wird empfohlen, dass jede Frau ab dem 20. Lebensjahr einmal im Monat eine Selbstuntersuchung der Brust durchführt. Der ideale Zeitpunkt dafür ist der 5. bis 7. Tag nach dem Ende der Regelblutung. In dieser Phase ist der Hormoneinfluss geringer, sodass das Brustgewebe am weichsten und am wenigsten empfindlich ist. Frauen nach den Wechseljahren sollten sich einen festen Tag im Monat für diese Untersuchung aussuchen.

Die visuelle Kontrolle vor dem Spiegel

  • Stellen Sie sich mit freiem Oberkörper vor einen Spiegel. Lassen Sie die Arme locker hängen und betrachten Sie Größe, Form und Farbe Ihrer Brüste.
  • Stemmen Sie die Hände in die Hüften, spannen Sie die Brustmuskeln an und ziehen Sie die Schultern leicht nach vorn. Achten Sie auf Asymmetrien, Hauteinziehungen oder Dellen.
  • Heben Sie die Arme über den Kopf und wiederholen Sie die visuelle Prüfung. Kontrollieren Sie, ob die Brustwarzen nach innen gezogen sind oder in eine andere Richtung zeigen.

Das Abtasten unter der Dusche

  • Die Dusche ist der ideale Ort für die Tastuntersuchung, da Wasser und Seife die Finger leicht über die Haut gleiten lassen.
  • Um die rechte Brust zu untersuchen, heben Sie den rechten Arm hinter den Kopf. Verwenden Sie die flachen Innenseiten der drei mittleren Finger Ihrer linken Hand.
  • Tasten Sie die gesamte Brust mit kleinen, kreisenden Bewegungen ab. Üben Sie dabei leichten, mittleren und festeren Druck aus. Lassen Sie keinen Bereich aus – vom Schlüsselbein bis zur BH-Linie, von der Achselhöhle bis zum Brustbein.
  • Wiederholen Sie den Vorgang für die linke Brust mit der rechten Hand.

Die Untersuchung im Liegen

  • Legen Sie sich flach auf den Rücken. Legen Sie für die Untersuchung der rechten Brust ein kleines Kissen oder ein gefaltetes Handtuch unter Ihre rechte Schulter. Legen Sie den rechten Arm hinter den Kopf.
  • In dieser Position verteilt sich das Brustgewebe gleichmäßig und flach über den Brustkorb, was es erleichtert, tiefer liegende Knoten zu ertasten.
  • Tasten Sie Ihre Brust und Achselhöhle mit den drei mittleren Fingern der linken Hand in kreisenden Bewegungen sorgfältig ab, genau wie unter der Dusche.
  • Führen Sie die Untersuchung auf der anderen Seite mit der gleichen Sorgfalt durch.

Vorsorgeuntersuchungen (Mammographie, Ultraschall) und Früherkennung

So wichtig die Selbstuntersuchung auch ist, sie kann moderne medizinische Bildgebungsverfahren bei der Früherkennung von Brustkrebs nicht ersetzen. Regelmäßige Screening-Programme ermöglichen es uns, Krebszellen im Millimeterbereich aufzuspüren, lange bevor sie tastbar werden.

Die Mammographie gilt als Goldstandard der Brustkrebsvorsorge. Es handelt sich um ein bildgebendes Verfahren, das mit einer sehr geringen Röntgendosis arbeitet. Auf die Frage, ab wann eine Mammographie durchgeführt werden sollte, lautet die Antwort: in der Regel ab dem 40. Lebensjahr, wobei eine jährliche Wiederholung empfohlen wird. Bei Frauen mit familiärer Vorbelastung können diese Untersuchungen je nach Risikoprofil bereits in den 30ern beginnen. Die Mammographie rettet Leben, indem sie Tumore oft Jahre im Voraus erkennt. Welche Untersuchungen in welchem Alter sinnvoll sind, erfahren Sie in unserem Artikel Vorsorge- und Untersuchungskalender nach Alter: Ein Fahrplan für Ihre Brustgesundheit.

Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) wird meist bei jüngeren Frauen unter 40 Jahren mit dichtem Brustgewebe als primäres Screening-Verfahren eingesetzt. Ab 40 dient sie oft als ergänzendes Instrument zur Mammographie, um auffällige Bereiche genauer zu untersuchen. Sie arbeitet mit Schallwellen und ist völlig strahlungsfrei. Bei Hochrisikopatientinnen oder Trägerinnen von Genmutationen kommt das Brust-MRT (Magnetresonanztomographie) zum Einsatz, das die detaillierteste Darstellung des Gewebes liefert.

Diagnose- und Behandlungsabläufe

Wird bei den bildgebenden Verfahren ein auffälliger Befund entdeckt, ist eine Biopsie erforderlich, um eine endgültige Diagnose zu stellen. Dabei wird mit einer feinen oder dickeren Nadel eine kleine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Knoten entnommen und im pathologischen Labor unter dem Mikroskop untersucht. Diese Analyse zeigt, ob die Zellen gutartig oder bösartig sind und – falls es sich um Krebs handelt – um welche Art und welches Stadium es sich handelt.

Die Behandlung von Brustkrebs wird individuell geplant und richtet sich nach dem Alter der Patientin, ihrem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Tumorstadium und den genetischen Eigenschaften. Der erste Schritt ist meist ein chirurgischer Eingriff. In der modernen Medizin werden brusterhaltende Operationen, bei denen nur das Tumorgewebe entfernt wird, einer kompletten Brustamputation vorgezogen. Vor oder nach der Operation kommen Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormontherapie und zielgerichtete, „intelligente“ Medikamente zum Einsatz, um Krebszellen abzutöten und einen Rückfall zu verhindern.

Komplikationen und Risikogruppen

Wird Brustkrebs nicht behandelt oder erst spät erkannt, können sich die Krebszellen über die Lymphbahnen oder den Blutkreislauf in andere Körperregionen ausbreiten. Die häufigsten Organe für Metastasen sind Knochen, Lunge, Leber und das Gehirn. Dies macht die Behandlung deutlich komplexer und senkt die Heilungschancen.

Zu den Hochrisikogruppen zählen Personen, die Genmutationen wie BRCA1, BRCA2 oder PALB2 tragen, in jungen Jahren Bestrahlungen im Brustbereich erhalten haben oder in deren Familie mehrere Brustkrebsfälle aufgetreten sind. Für diese Gruppe ist es zwingend erforderlich, deutlich früher und in kürzeren Abständen als im Standard-Screening vorgesehen überwacht zu werden – idealerweise begleitet durch eine spezielle genetische Beratung.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie eine ungewöhnliche Veränderung an Ihrer Brust feststellen, sollten Sie nicht in Panik geraten, aber auch keine Zeit verlieren und einen Spezialisten aufsuchen. Wenn eines der folgenden Symptome auftritt, wenden Sie sich bitte umgehend an einen Facharzt für Allgemeinchirurgie (Senologie):

  • Sie ertasten einen neuen, harten und unbeweglichen Knoten in der Brust oder Achselhöhle.
  • Sie bemerken eine plötzliche Rötung, Verdickung, Grübchenbildung oder wunde Stellen auf der Brusthaut.
  • Es tritt Flüssigkeit aus der Brustwarze aus, insbesondere wenn dies spontan geschieht und die Flüssigkeit blutig oder wässrig-klar ist.
  • Die Brustwarze zieht sich plötzlich nach innen, verkrustet oder verformt sich.
  • Ihnen fällt eine deutliche, neu aufgetretene Asymmetrie in Größe oder Form zwischen beiden Brüsten auf.

Viele dieser Symptome können auch durch gutartige Zysten oder Infektionen verursacht werden. Um jedoch Gewissheit zu haben, sind eine ärztliche Untersuchung und medizinische Bildgebung unerlässlich.

Ihre Brustgesundheit in der BHT CLINIC

Die Früherkennung im Kampf gegen Brustkrebs erfordert eine hochmoderne Infrastruktur und ein erfahrenes Spezialistenteam. In der Abteilung für Allgemeinchirurgie der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi werden alle für Ihre Brustgesundheit notwendigen Screening-, Diagnose- und Behandlungsprozesse nach internationalen Qualitätsstandards durchgeführt. Während detaillierte Untersuchungen mit unseren fortschrittlichen Mammographie-, Ultraschall- und MRT-Geräten stattfinden, erstellt ein multidisziplinäres Konsilium im Krankheitsfall den für Sie am besten geeigneten Behandlungsplan.

Schieben Sie Ihre Gesundheit nicht auf. Um Ihre regelmäßigen Kontrolluntersuchungen zu planen, können Sie unser 24/7 erreichbares Callcenter unter der Nummer 0850 811 34 00 anrufen oder ganz einfach über unsere Online-Terminseite einen Termin vereinbaren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Verursacht Brustkrebs Schmerzen?

Brustkrebs tritt in frühen Stadien meist als schmerzloser Knoten auf. Schmerzen sind eher ein Symptom für gutartige Veränderungen wie eine fibrozystische Mastopathie, Zysten oder Infektionen. In seltenen Fällen kann jedoch ein Schmerzempfinden entstehen, wenn der Tumor auf Nerven drückt.

Tut eine Mammographie weh?

Während der Mammographie wird das Brustgewebe für wenige Sekunden zwischen zwei Platten komprimiert, um ein klares Bild zu erhalten und die Strahlendosis zu minimieren. Dieser Vorgang kann ein leichtes Druck- und Unwohlseingefühl verursachen, führt jedoch in der Regel nicht zu starken Schmerzen. Wird die Untersuchung in der Woche nach dem Ende der Menstruation durchgeführt, ist die Brust weniger empfindlich.

Können auch Männer an Brustkrebs erkranken?

Ja, da auch Männer über Brustgewebe verfügen, können sie an Brustkrebs erkranken. Etwa 1 Prozent aller Brustkrebsfälle betreffen Männer. Wenn Männer Symptome wie einen harten Knoten in der Brust, eine eingezogene Brustwarze oder Flüssigkeitsaustritt bemerken, sollten sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Kann sich eine fibrozystische Brustveränderung zu Krebs entwickeln?

Fibrozystische Veränderungen sind eine gutartige, hormonell bedingte Erscheinung, die bei vielen Frauen auftritt und mit der Bildung von Zysten sowie einer Zunahme des Bindegewebes einhergeht. Eine fibrozystische Struktur allein entwickelt sich nicht zu Krebs und erhöht auch nicht das Brustkrebsrisiko. Da sie jedoch die Dichte der Brust erhöht, kann sie das Abtasten erschweren, weshalb eine regelmäßige ärztliche Kontrolle wichtig ist.

Ist die Strahlenbelastung bei einer Mammographie gefährlich?

Mammographie-Geräte arbeiten mit einer sehr geringen Röntgendosis. Die Strahlenmenge, der Sie während der Aufnahme ausgesetzt sind, entspricht in etwa der natürlichen Umgebungsstrahlung, die wir im Alltag über wenige Monate hinweg aufnehmen. Der lebensrettende Nutzen der Mammographie durch die Früherkennung von Brustkrebs überwiegt dieses minimale Strahlenrisiko um ein Vielfaches.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

Termin vereinbaren
TeilenfXwain
Brustkrebs Symptome & Früherkennung | BHT CLINIC