Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit? Symptome und Behandlung

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine ansteckende Virusinfektion, die typischerweise Kinder unter fünf Jahren betrifft. Sie äußert sich durch Fieber, schmerzhafte Bläschen im Mund sowie einen charakteristischen Hautausschlag. Besonders wenn im September nach den Sommerferien die Schulen und Kindergärten wieder öffnen, breitet sich das Virus unter den Kleinen rasant aus. Meist verläuft die Erkrankung mild und heilt mit der richtigen Pflege zu Hause innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab. Das Wichtigste in dieser Zeit: Beobachten Sie den Allgemeinzustand Ihres Kindes genau und achten Sie darauf, dass es ausreichend trinkt.
Auf einen Blick
- Der Auslöser ist meist das sogenannte Coxsackie-Virus.
- Sie tritt am häufigsten bei Kindern unter 5 Jahren auf, kann aber auch Erwachsene betreffen.
- Fieber, Halsschmerzen sowie ein Ausschlag an den Handflächen und Fußsohlen sind die typischsten Anzeichen.
- Es gibt weder ein spezielles Medikament noch eine Impfung; die Behandlung zielt darauf ab, die Symptome zu lindern.
- Da schmerzhafte Bläschen im Mund das Schlucken erschweren, ist Flüssigkeitsmangel (Dehydration) das häufigste Problem.
Was genau ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine weit verbreitete Infektion, die durch Viren aus der Familie der Enteroviren – am häufigsten durch das Coxsackievirus A16 – verursacht wird. Ihren Namen verdankt sie den typischen körperlichen Anzeichen: Läsionen und Bläschen, die an den Händen, den Füßen und im Mundbereich auftreten. Im Alltag wird sie oft als einfache Kinderkrankheit mit Ausschlag abgetan. Zwar kann sie anfangs mit anderen Erkrankungen wie Windpocken oder Masern verwechselt werden, doch die genauen Stellen, an denen der Ausschlag auftritt, sind sehr charakteristisch.
Die Krankheit kann das ganze Jahr über auftreten. In Ländern mit gemäßigtem Klima wie der Türkei steigen die Fallzahlen jedoch im Spätsommer und Frühherbst deutlich an. Besonders im September, wenn Kinder in geschlossenen Räumen wie Kindergärten und Schulen wieder eng zusammenkommen, beschleunigt sich die Ausbreitung des Virus. Bei Kindern mit einem normal funktionierenden Immunsystem verläuft die Krankheit in der Regel gutartig und heilt ohne bleibende Schäden aus. In seltenen Fällen, insbesondere bei immungeschwächten Personen oder wenn andere Virenstämme (wie das Enterovirus 71) im Spiel sind, kann der Verlauf jedoch schwerer sein.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Hauptursache für eine Ansteckung ist der direkte oder indirekte Kontakt mit einer infizierten Person. Das Virus gelangt über Mund oder Nase in den Körper und beginnt sich im Verdauungstrakt sowie in den Atemwegen zu vermehren. Der größte Risikofaktor ist das Alter: Kinder unter fünf Jahren sind am anfälligsten, da ihr Immunsystem diese Virusfamilie noch nicht vollständig kennt. Aber auch ältere Kinder und sogar Erwachsene können sich anstecken, besonders wenn sie ein krankes Kind pflegen.
Schulen und Kindergärten bieten ideale Bedingungen für die Verbreitung. Dass sie zu den häufigsten Kinderkrankheiten in der Schule zählt, liegt daran, dass Kinder Spielzeug teilen, die Handhygiene oft noch nicht perfekt beherrschen und engen körperlichen Kontakt haben. Überfüllte Spielplätze, gemeinsam genutzte Toiletten und schlecht belüftete Klassenzimmer erhöhen das Risiko zusätzlich. Wenn ein Kind in der Familie erkrankt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich auch Geschwister oder Eltern anstecken.
Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Inkubationszeit – also die Zeit vom Eindringen des Virus bis zu den ersten Beschwerden – beträgt meist drei bis sechs Tage. Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch und ähneln einer einfachen Erkältung. Vielleicht bemerken Sie bei Ihrem Kind leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Halsschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit. Ein oder zwei Tage nach dieser Anfangsphase zeigen sich dann die typischen Merkmale der Krankheit.
Die Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit entwickeln sich in der Regel in folgender Reihenfolge:
- Bläschen im Mund (Herpangina): Zunächst bilden sich kleine rote Flecken im Mundraum, auf der Zunge, am Zahnfleisch und an den Innenseiten der Wangen. Diese entwickeln sich rasch zu schmerzhaften, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen und kleinen Geschwüren. Der Schmerz, den diese Wunden verursachen, ist der Hauptgrund, warum Kinder plötzlich das Essen und Trinken verweigern.
- Hautausschlag: Kurz nach den Bläschen im Mund tritt ein roter Ausschlag an den Handflächen, Fußsohlen und manchmal auch im Gesäß- und Beinbereich auf. Dieser Hautausschlag bei Kindern juckt in der Regel nicht, kann aber schmerzhaft sein, wenn man die Bläschen berührt.
- Unruhe und Schlafprobleme: Besonders bei Babys und Kleinkindern lassen sich aufgrund von Schmerzen und Fieber oft starke Quengligkeit, ständiges Weinen und Einschlafschwierigkeiten beobachten.
Ansteckungswege und Vorbeugung
Die Krankheit ist hochgradig ansteckend. Sie verbreitet sich durch den Kontakt mit Speichel, Nasensekret, Stuhl oder der Flüssigkeit aus den Hautbläschen der infizierten Person. Beim Husten und Niesen werden virenbelastete Tröpfchen in die Luft geschleudert. Da das Virus zudem wochenlang im Stuhl überleben kann, ist das Ansteckungsrisiko beim Windelwechseln oder während des Toilettentrainings besonders hoch. Ein weiterer häufiger Übertragungsweg ist das Berühren kontaminierter Oberflächen (wie Türklinken, Spielzeug oder Tische) und das anschließende Führen der Hände zu Mund oder Augen.
Der wirksamste Schutz ist eine strenge Handhygiene. Wenn Kinder schon früh lernen, sich richtig die Hände zu waschen, schützt sie das nicht nur vor dieser, sondern vor vielen weiteren Infektionen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel Hygiene in der Schulzeit: Wie man Kindern das Händewaschen beibringt. Das regelmäßige Desinfizieren von gemeinsam genutztem Spielzeug und das Zuhausebleiben erkrankter Kinder, bis alle Symptome vollständig abgeklungen sind, sind entscheidende Schritte, um die Ausbreitung zu stoppen.
Wie wird die Diagnose im Krankenhaus gestellt?
Die Diagnose wird meist rein klinisch gestellt. Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin hört sich die Beschwerden an und untersucht Ihr Kind körperlich. Die typischen Bläschen im Mund sowie der charakteristische Ausschlag an Handflächen und Fußsohlen reichen dem Arzt in der Regel aus, um die Diagnose zu sichern. Das Aussehen und die Verteilung des Ausschlags sind die wichtigsten Anhaltspunkte, um die Krankheit von Windpocken oder allergischen Reaktionen abzugrenzen.
In den meisten Fällen sind keine Laboruntersuchungen wie Bluttests, Rachenabstriche oder Stuhlproben erforderlich. Nur in seltenen Fällen – etwa wenn die Diagnose unklar ist, die Symptome ungewöhnlich schwerwiegend ausfallen oder bei größeren Ausbrüchen – kann der Arzt einen Abstrich aus dem Rachen oder eine Stuhlprobe ins Labor schicken, um den genauen Virustyp zu bestimmen. Zeigt das Kind Anzeichen einer Austrocknung (Dehydration), können Blut- und Urintests durchgeführt werden, um die Nierenfunktion und den Elektrolythaushalt zu überprüfen.
Behandlungsmethoden und häusliche Pflege
Es gibt kein spezielles antivirales Medikament oder Antibiotikum gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infektionen und sind bei dieser Viruserkrankung nutzlos. Das Hauptziel der Behandlung besteht darin, die Beschwerden zu lindern und für das Wohlbefinden des Kindes zu sorgen, während das Immunsystem das Virus bekämpft. Der Heilungsprozess dauert in der Regel sieben bis zehn Tage.
Das Wichtigste bei der Pflege zu Hause ist, sicherzustellen, dass Ihr Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Da das Schlucken aufgrund der Bläschen im Mund schmerzhaft ist, sollten Sie säurehaltige, tomatenbasierte oder stark gesalzene Lebensmittel wie Orangensaft meiden. Bieten Sie stattdessen weiche, kühle Speisen und Getränke an, die den Hals beruhigen – wie kalte Milch, Ayran (ein in der Türkei beliebtes, erfrischendes Joghurtgetränk), Joghurt, reines Eis oder kalte Suppen. Um Fieber und Schmerzen in den Griff zu bekommen, können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt Säfte mit Paracetamol oder Ibuprofen verabreichen. Verzichten Sie darauf, Cremes oder Salben ohne ärztlichen Rat auf den Ausschlag aufzutragen.
Mögliche Komplikationen und Risikogruppen
Obwohl die Krankheit meist problemlos verläuft, ist die häufigste Komplikation der Flüssigkeitsmangel (Dehydration). Kinder, die wegen starker Schmerzen im Mund das Trinken verweigern, können – besonders an heißen Tagen – schnell austrocknen. Wird dies nicht rechtzeitig erkannt, kann ein Krankenhausaufenthalt für intravenöse Flüssigkeitsgaben erforderlich werden.
In sehr seltenen Fällen kann das Virus das zentrale Nervensystem erreichen und schwerwiegende Krankheitsbilder wie eine virale Meningitis (Hirnhautentzündung) oder Enzephalitis (Gehirnentzündung) auslösen. Zudem kann es vorkommen, dass sich einige Wochen nach der Erkrankung die Finger- oder Zehennägel der Kinder ablösen; dies ist jedoch vorübergehend und die Nägel wachsen gesund wieder nach. Wenn Sie sich über weitere häufige virale Atemwegserkrankungen im Kindesalter informieren möchten, werfen Sie gerne einen Blick auf unseren Artikel Was ist das RSV-Virus? Symptome bei Babys und Kindern.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Wenn der Allgemeinzustand Ihres Kindes gut ist und es ausreichend trinkt, können Sie die Krankheit zu Hause auskurieren. Einige Warnsignale erfordern jedoch sofortige medizinische Hilfe. Beobachten Sie Ihr Kind genau und suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:
- Wenn Ihr Kind seit mehr als acht Stunden nicht uriniert hat oder die Windeln bei Babys durchgehend trocken bleiben (Zeichen für starken Flüssigkeitsmangel).
- Wenn das Fieber länger als drei Tage anhält und sich trotz fiebersenkender Medikamente nicht kontrollieren lässt.
- Wenn Ihr Kind extrem schläfrig ist, sich schwer wecken lässt oder teilnahmslos wirkt.
- Wenn Sie einen steifen Nacken, starke Kopfschmerzen oder anhaltendes Erbrechen beobachten.
Wenn Ihr Kind Atemnot hat, die Haut blau anläuft, es das Bewusstsein verliert oder einen Fieberkrampf erleidet, zögern Sie nicht: Wählen Sie sofort den Notruf 112 oder begeben Sie sich in die nächstgelegene Notaufnahme.
Diagnose und Behandlung in der BHT CLINIC
Wenn Sie bei Ihrem Kind Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit feststellen, können Sie sich für eine genaue Diagnose und sichere Betreuung an die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin unseres Krankenhauses wenden. Unsere Fachärzte untersuchen Ihr Kind gründlich, beurteilen den Schweregrad der Erkrankung und erstellen mit Ihnen einen optimalen Pflegeplan für zu Hause.
Unsere Notaufnahme ist rund um die Uhr, 7 Tage die Woche für Sie da – auch bei Notfällen wie hohem Fieber oder drohender Austrocknung außerhalb der regulären Sprechzeiten. Wenn Sie ins Krankenhaus kommen, bringen Sie bitte die Fiebermessungen der letzten 24 Stunden sowie eine Liste der eingenommenen Medikamente mit; das beschleunigt den Ablauf. Für die Gesundheit Ihres Kindes können Sie jederzeit einen Termin vereinbaren und mit unseren Spezialisten sprechen.
Häufig gestellte Fragen
Juckt der Ausschlag bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Der Ausschlag ist in der Regel nicht juckend, kann aber bei einigen Kindern ein leichtes Unbehagen auslösen. Wenn die Bläschen aufplatzen oder gereizt werden, steht meist der Schmerz und nicht der Juckreiz im Vordergrund.
Ist die Krankheit auf Erwachsene übertragbar?
Ja, auch Erwachsene können sich mit dem Virus anstecken. Da das Immunsystem von Erwachsenen jedoch meist stärker ist, verläuft die Infektion oft symptomlos oder sehr mild. Dennoch sollten Erwachsene, die ein krankes Kind pflegen, besonders auf eine gründliche Handhygiene achten.
Wann darf mein Kind wieder in die Schule oder den Kindergarten?
Ihr Kind kann wieder zur Schule gehen, wenn es fieberfrei ist, sich keine neuen Bläschen oder Ausschläge mehr bilden und es seine normale Energie zurückgewonnen hat. Dies ist meist 7 bis 10 Tage nach Beginn der Symptome der Fall.
Hinterlässt die Hand-Fuß-Mund-Krankheit Narben?
Der Ausschlag und die Bläschen heilen in der Regel ohne bleibende Narben auf der Haut ab. Wichtig ist, dass die Bläschen nicht aufgekratzt werden und sich nicht infizieren, um eine Narbenbildung zu vermeiden.
Kann man die Krankheit mehrmals bekommen?
Ja, das ist möglich. Da es mehrere Virustypen (verschiedene Coxsackie- und Enterovirus-Stämme) gibt, die die Krankheit auslösen können, kann man nach der Genesung zwar gegen den einen Stamm immun sein, sich aber später mit einem anderen Virustyp erneut anstecken.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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