Augenallergie und Augeninfektion: Unterschiede und Behandlungsmöglichkeiten

Obwohl eine Augenallergie und eine Augeninfektion ähnliche Beschwerden wie gerötete und tränende Augen verursachen, handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Krankheitsbilder. Während eine Augenallergie entsteht, wenn das Immunsystem übermäßig auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen oder Staub reagiert, wird eine Augeninfektion durch Bakterien oder Viren verursacht, die sich auf der Bindehaut ansiedeln. Für die Gesundheit Ihrer Augen ist es von großer Bedeutung, diese beiden Zustände richtig zu unterscheiden, um die passenden Augentropfen und die richtige Behandlungsmethode zu finden.
Kurz gesagt:
- Eine Augenallergie beginnt meist an beiden Augen mit starkem Juckreiz und klarem Ausfluss.
- Eine Augeninfektion fängt oft nur an einem Auge an und führt zu Verkrustungen sowie gelblich-grünem Sekret.
- Allergische Reaktionen sind nicht ansteckend, virale und bakterielle Infektionen verbreiten sich jedoch schnell durch Kontakt.
- Bei Augeninfektionen können antibiotische Tropfen notwendig sein, während bei Allergien Antihistaminika eingesetzt werden.
- Bei verschwommenem Sehen oder starken Schmerzen sollten Sie ohne Zeitverlust einen Arzt aufsuchen.
Was sind Augenallergien und Augeninfektionen?
Die Augenallergie (allergische Konjunktivitis) ist eine Reaktion, die entsteht, wenn das Immunsystem in der Luft schwebende Allergene als Bedrohung wahrnimmt und in der Bindehaut (Konjunktiva) Histamin ausschüttet. Dieser in der Bevölkerung sehr weit verbreitete Zustand betrifft besonders im Frühling Millionen von Menschen. Die Zunahme des Pollenflugs während der Jahreszeitenwechsel stellt die Phase dar, in der diese Reaktionen am intensivsten auftreten.
Eine Augeninfektion (infektiöse Konjunktivitis) hingegen bedeutet, dass die Schleimhaut, die den weißen Teil des Auges und die Innenseite der Augenlider bedeckt, von Mikroorganismen befallen wird. Bei diesen Erregern handelt es sich meist um Atemwegsviren wie Adenoviren oder Bakterien wie Staphylokokken. Beide Zustände führen zu einer Entzündung im Auge, doch die zugrunde liegenden Mechanismen sind völlig gegensätzlich. Während die Allergie ein interner Abwehrfehler des Körpers ist, ist die Infektion ein echter mikrobieller Angriff von außen. Dieser grundlegende Unterschied erfordert auch einen gänzlich anderen medizinischen Ansatz.
Was sind die Ursachen und Risikofaktoren?
Die Hauptursache für eine Augenallergie ist eine genetische Veranlagung in Kombination mit dem Kontakt zu umweltbedingten Auslösern. Baumpollen, Unkräuter, Hausstaubmilben sowie Tierhaare von Hunden oder Katzen gehören zu den häufigsten Allergenen. Besonders an windigen Tagen, wenn Pollen aufgewirbelt werden, nehmen die Beschwerden zu. In diesem Zusammenhang sollte man wissen, dass jahreszeitliche Winde auch zu trockenen Augen führen können und ein trockenes Auge noch wehrloser gegenüber Allergenen wird.
Die Ursachen für Augeninfektionen sind hingegen Viren, Bakterien und selten Pilze, die durch direkte Ansteckung übertragen werden. Das Reiben der Augen mit ungewaschenen Händen, die gemeinsame Nutzung von Handtüchern oder Make-up, Schwimmbäder mit unzureichendem Chlorgehalt und mangelnde allgemeine Hygiene erhöhen das Infektionsrisiko. Kontaktlinsenträger sind besonders anfällig für allergische Reaktionen und schwere Hornhautinfektionen, wenn sie ihre Linsen länger als empfohlen tragen oder die Reinigungslösungen nicht sorgfältig anwenden.
Unterschied zwischen Augenallergie und Infektion: Wie unterscheiden sich die Symptome?
Für viele Patienten ist es am schwierigsten, zwischen einer Augenallergie und einer Augeninfektion zu unterscheiden. In beiden Fällen röten sich die Augen und tränen. Bei genauerer Betrachtung sind die Symptome jedoch recht unterschiedlich.
Symptome einer Augenallergie
Das dominierende Gefühl bei einer Augenallergie ist ein unerträglicher Juckreiz. Patienten verspüren ständig den Drang, sich die Augen zu reiben. Der Ausfluss ist in der Regel wässrig und klar. Meistens sind beide Augen gleichzeitig betroffen, und das Krankheitsbild wird oft von anderen Symptomen eines allergischen Schnupfens begleitet, wie einer laufenden Nase, Niesen oder einem Kratzen im Hals. An den Augenlidern kann eine leichte Schwellung (Ödem) auftreten.
Symptome einer Augeninfektion
Die Symptome einer Augeninfektion äußern sich eher durch Stechen, Brennen und das Gefühl, ein Sandkorn im Auge zu haben. Besonders bei bakteriellen Infektionen sind Verkrustungen und Rötungen sehr deutlich. Wenn Sie morgens aufwachen, können Ihre Augenlider durch ein gelbliches oder grünliches, zähflüssiges Sekret regelrecht verklebt sein. Bei viralen Infektionen ist der Ausfluss zwar wässriger, beginnt aber meistens an einem Auge und springt innerhalb weniger Tage auf das andere über. Eine Schwellung der Lymphknoten vor dem Ohr ist ebenfalls ein typisches Anzeichen für virale Infektionen.
Wie wird im Krankenhaus die Diagnose gestellt?
Wenn die Rötung und das Unbehagen im Auge länger als ein paar Tage andauern, sollten Sie für eine genaue Diagnose einen Facharzt für Augenheilkunde aufsuchen. Der Diagnoseprozess im Krankenhaus beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Ihr Arzt wird Sie fragen, wann die Beschwerden begonnen haben, ob ein oder beide Augen betroffen sind, welche Farbe der Ausfluss hat und ob es in Ihrer Familie eine Vorgeschichte von Allergien gibt.
Anschließend erfolgt eine Augenuntersuchung mit einem speziellen Spaltlampengerät, auch Biomikroskop genannt. Dieses Gerät ermöglicht es, die vorderen Schichten des Auges, die Bindehaut und die Hornhaut unter starker Vergrößerung zu betrachten. Bei allergischen Reaktionen lassen sich auf der Innenseite des Augenlids oft kopfsteinpflasterartige Erhebungen, sogenannte Papillen, feststellen. Bei Bedarf werden spezielle Färbetropfen (Fluoreszein) in das Auge gegeben, um zu prüfen, ob die Hornhautoberfläche durch eine Infektion geschädigt wurde. Besteht der Verdacht auf eine Infektion und schlagen Standardbehandlungen nicht an, kann in seltenen Fällen ein Abstrich vom Auge genommen werden, um im Labor eine Kultur anzulegen.
Wie verschwindet eine Augenallergie und wie wird eine Infektion behandelt?
Sobald die Diagnose feststeht, beginnt die Behandlung. Die zu verwendenden Tropfen und Pflegeempfehlungen unterscheiden sich je nach Ursache der Erkrankung grundlegend.
Behandlung der allergischen Konjunktivitis
Die Behandlung der allergischen Konjunktivitis zielt in erster Linie darauf ab, das Allergen zu meiden und die Immunantwort zu unterdrücken. Ihr Augenarzt kann antihistaminikahaltige Augentropfen verschreiben, um Juckreiz und Rötung schnell zu lindern. In schwereren Fällen können kurzzeitig kortisonhaltige Tropfen oder Mastzellstabilisatoren eingesetzt werden. Die praktischste Antwort auf die Frage, was man zu Hause gegen eine Augenallergie tun kann, ist die Anwendung von kalten Kompressen sowie das Ausspülen des Auges mit konservierungsmittelfreien künstlichen Tränen, um die Allergene physisch zu entfernen.
Behandlung von Augeninfektionen
Bei Augeninfektionen richtet sich die Behandlung nach der Art der Infektion. Liegt eine bakterielle Infektion vor, wird Ihr Arzt antibiotische Tropfen oder Salben mit breitem Wirkspektrum empfehlen. Diese Medikamente müssen in der Regel 5 bis 7 Tage lang regelmäßig angewendet werden, auch wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Bei viralen Infektionen haben Antibiotika hingegen keinerlei Wirkung. Ähnlich wie bei einer Erkältung werden virale Augeninfektionen mit der Zeit vom körpereigenen Immunsystem selbst beseitigt. In dieser Phase werden künstliche Tränen zur Linderung der Beschwerden verschrieben, und den Patienten wird dringend geraten, sich nicht die Augen zu reiben.
Komplikationen und wer besonders gefährdet ist
Obwohl Augenallergien und -infektionen in der Regel ohne bleibende Schäden abheilen, können sie bei Vernachlässigung oder falscher Behandlung zu ernsthaften Komplikationen führen. Bei schweren und chronischen Augenallergien kann ständiges Augenreiben zu einer Ausdünnung der Hornhaut und zu dauerhaften Sehstörungen, dem sogenannten Keratokonus, führen. Bakterielle oder virale Infektionen können, wenn sie sich auf die Hornhaut ausbreiten, ein Hornhautgeschwür (Ulcus corneae) verursachen. Dieser Zustand ist so gefährlich, dass er dauerhafte Narben im Auge hinterlassen und bis zum Sehverlust führen kann.
Besonders Kinder im Kindergarten- und Schulalter haben ein hohes Risiko für virale Augeninfektionen (adenovirale Konjunktivitis), da sie Hygieneregeln oft noch nicht konsequent einhalten können. Erwachsene Kontaktlinsenträger können sich bei mangelnder Linsenhygiene mit weitaus hartnäckigeren Bakterien- und Parasiteninfektionen anstecken. Darüber hinaus gehören ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie Diabetiker zu den Risikogruppen, bei denen Infektionen oft schwerer verlaufen.
Wann sollten Sie einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen?
Eine einfache Augenrötung kann manchmal durch kalte Kompressen und Ruhe zu Hause abklingen. Bestimmte Symptome sind jedoch Vorboten eines ernsthaften Problems, das die tieferen Schichten des Auges betrifft. Wenn Sie neben der Rötung auch starke, pochende Schmerzen im Auge haben, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Manchmal gehen Augenprobleme mit Kopfschmerzen einher; Sie sollten bedenken, dass nicht jeder Kopfschmerz durch Stress verursacht wird und auch Augenerkrankungen der Auslöser sein können.
Extreme Lichtempfindlichkeit (Photophobie), ein plötzlicher Verlust der Sehschärfe, ein stundenlang anhaltendes Fremdkörpergefühl im Auge oder eine Verformung der Pupille erfordern sofortiges medizinisches Eingreifen. Wenn zudem die Haut um die Augen herum warm, gerötet und geschwollen ist, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass sich die Infektion auf die Augenlider ausgebreitet hat. In solchen Notfällen sollten Sie die Notaufnahme der nächstgelegenen Gesundheitseinrichtung aufsuchen oder die 112 anrufen, um medizinische Hilfe anzufordern.
Der Ablauf in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi
Bei allen Beschwerden rund um Ihre Augengesundheit steht Ihnen die Abteilung für Augenheilkunde der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi mit ihrem Fachpersonal zur Seite. In unserem Krankenhaus erfolgt die Unterscheidung zwischen Augenallergien und -infektionen detailliert mithilfe modernster biomikroskopischer Geräte. Falls erforderlich, wird der Infektionserreger durch Labortests schnell bestimmt, um einen individuell auf Sie zugeschnittenen Behandlungsplan zu erstellen.
Bei plötzlich auftretenden starken Augenschmerzen, Kontakt mit Chemikalien oder Traumata können Sie sich jederzeit an die 24/7 geöffnete Notaufnahme unseres Krankenhauses wenden. Es erleichtert den Untersuchungsprozess, wenn Sie an Ihrem Termintag Ihre aktuell verwendeten Augentropfen, Brillen oder Kontaktlinsen mitbringen. Um einen Termin mit unseren Fachärzten zu vereinbaren und Ihre Behandlung zu beginnen, können Sie unsere Termin-Seite nutzen oder unser Callcenter unter 0850 811 34 00 kontaktieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist eine Bindehautentzündung (Augengrippe) eine Allergie?
Was im Volksmund oft als „Augengrippe“ bezeichnet wird, ist in der Regel eine virale Konjunktivitis und somit eine ansteckende Infektion. Da jedoch auch die allergische Konjunktivitis zu tränenden und geröteten Augen führt, wird sie gelegentlich als allergische Bindehautentzündung bezeichnet. Die Unterscheidung zwischen beiden erfolgt anhand der Farbe des Ausflusses und der Ansteckungsgefahr.
Wie viele Tage dauert eine Augeninfektion?
Bakterielle Augeninfektionen bessern sich nach Beginn einer geeigneten Therapie mit antibiotischen Tropfen meist innerhalb von 2 bis 3 Tagen deutlich und heilen im Durchschnitt nach 7 Tagen vollständig ab. Der Heilungsprozess bei viralen Infektionen kann jedoch je nach Virustyp zwischen 1 und 3 Wochen dauern.
Was hilft zu Hause gegen eine Augenallergie?
Die beste Maßnahme, um eine Augenallergie zu Hause zu lindern, ist das Auflegen einer kalten Kompresse mit einem sauberen Tuch auf die geschlossenen Augenlider. Die Kälte verengt die Blutgefäße und reduziert so Juckreiz und Schwellungen. Zudem hilft es, das Gesicht mit kaltem Wasser zu waschen und die Augen mit konservierungsmittelfreien künstlichen Tränen zu befeuchten, um die Allergene auszuspülen.
Sind Augeninfektionen ansteckend?
Ja, bakterielle und virale Augeninfektionen sind hochgradig ansteckend. Sie können durch direkten Kontakt, gemeinsam genutzte Handtücher, Kissenbezüge oder durch das Berühren der Augen nach dem Händeschütteln schnell auf andere Personen übertragen werden. In dieser Zeit ist es unerlässlich, sich häufig die Hände mit Seife zu waschen und persönliche Gegenstände strikt zu trennen.
Was soll ich tun, wenn ich Kontaktlinsen trage und eine Augeninfektion bekomme?
Sobald Rötungen, Stechen oder Verkrustungen im Auge auftreten, sollten Sie das Tragen von Kontaktlinsen sofort einstellen. Nehmen Sie die Linsen aus dem Auge, legen Sie sie in einen sauberen Behälter und suchen Sie Ihren Augenarzt auf. Bis die Infektion vollständig abgeklungen ist und Ihr Arzt grünes Licht gibt, dürfen auf keinen Fall Linsen getragen werden.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken; für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
Termin vereinbaren