Was ist Psychotherapie? Wann sollte man zum Psychologen gehen?

Psychotherapie ist eine strukturierte Gesprächstherapie, die von einem erfahrenen klinischen Psychologen oder Psychiater durchgeführt wird, um Einzelpersonen bei der Bewältigung emotionaler, kognitiver und verhaltensbezogener Probleme zu helfen. Ihr Ziel ist es, dem Patienten zu mehr Selbsterkenntnis zu verhelfen, Bewältigungsstrategien für belastende Lebensereignisse zu entwickeln und die allgemeine Lebensqualität zu verbessern. Einzelsitzungen dauern in der Regel 45 bis 50 Minuten. Beim ersten Gespräch wird ein individueller Behandlungsplan erstellt und gemeinsame Ziele werden definiert.
- Psychotherapie besteht aus strukturierten Gesprächen unter fachkundiger Leitung, um emotionale und mentale Herausforderungen zu bewältigen.
- Die Sitzungen finden meist einmal wöchentlich statt und dauern etwa 50 Minuten.
- Depressionen, Angstzustände, Panikattacken und Beziehungsprobleme sind die häufigsten Vorstellungsgründe.
- Es kommen evidenzbasierte Ansätze wie die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT), EMDR und die Schematherapie zum Einsatz.
- In der BHT CLINIC arbeiten Psychologen, Psychiater und Neurologen in einem multidisziplinären Ansatz eng zusammen.
Was ist Psychotherapie und wie verläuft der Heilungsprozess?
Die einfachste Antwort auf die Frage, was Psychotherapie ist: Es ist eine wissenschaftlich fundierte Unterstützung, die dem Einzelnen hilft, sich selbst besser kennenzulernen und seelische Belastungen zu überwinden. Dieser Prozess ist nicht einfach nur ein Plausch oder ein bloßes „Sich-von-der-Seele-Reden“. Der Therapeut hört den Schilderungen des Klienten unvoreingenommen zu, urteilt nicht und leitet die Person mithilfe professioneller Techniken an, eigene Lösungswege zu finden.
Beim Erstgespräch wird ein maßgeschneiderter Behandlungsplan erstellt und gemeinsam mit dem Klienten werden die Therapieziele festgelegt. Anhand dieser Ziele orientieren sich auch die weiteren Sitzungen. Die sogenannte therapeutische Beziehung – das Vertrauensband zwischen Klient und Therapeut – ist der wichtigste Grundstein für die Heilung. Je mehr die Person ihre Gefühle in einem sicheren Umfeld ausdrückt, desto mehr weicht das Chaos im Kopf klareren und funktionaleren Gedanken.
Am häufigsten auftretende und behandelte Beschwerden
Der psychotherapeutische Prozess wird bei einem breiten Spektrum von Beschwerden angewandt, das von alltäglichen Stressfaktoren bis hin zu schweren psychischen Erkrankungen reicht. Einige der in der Gesellschaft am häufigsten vorkommenden Situationen, bei denen eine Therapie sehr erfolgreich ist, sind:
Depression und Niedergeschlagenheit
Eine Depression ist eine affektive Störung, die durch Freudlosigkeit, ständige Traurigkeit, Energieverlust und Gefühle der Wertlosigkeit gekennzeichnet ist. Der Betroffene verliert das Interesse an Aktivitäten, die ihm früher Freude bereitet haben. Es kommt zu deutlichen Veränderungen im Schlaf- und Appetitverhalten. Die Psychotherapie zielt darauf ab, die negativen Denkmuster, die der Depression zugrunde liegen, zu erkennen und durch realistischere zu ersetzen. Es wird ein schrittweiser Fahrplan erstellt, damit die Person wieder aktiv werden und ihre Lebensenergie zurückgewinnen kann.
Angststörungen (Anxiety)
Angst ist eigentlich ein natürliches Gefühl, das uns vor Gefahren schützt. Wenn diese Angst jedoch auftritt, ohne dass eine reale Gefahr besteht, wenn sie chronisch wird und den Alltag der Person einschränkt, spricht man von einer Störung. Bei der generalisierten Angststörung lebt die Person in der ständigen Erwartung einer Katastrophe. In der Therapie werden die Auslöser der Angst identifiziert und die Fähigkeit der Person, Ungewissheit zu ertragen, gestärkt. Durch körperliche Entspannungstechniken und kognitive Umstrukturierung wird die Angst auf ein kontrollierbares Maß reduziert.
Panikattacken und Panikstörung
Eine Panikattacke ist ein plötzlich auftretendes, intensives Gefühl von Angst und Unbehagen, das innerhalb von Minuten seinen Höhepunkt erreicht. Körperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Brustschmerzen, Schwitzen und Zittern sind oft so stark, dass die Person glaubt, einen Herzinfarkt zu erleiden oder sterben zu müssen. Die ständige Angst vor weiteren Attacken wird als Panikstörung bezeichnet. In der Therapie wird die Fehlinterpretation körperlicher Empfindungen bearbeitet. Der Person wird vermittelt, dass diese Symptome nicht lebensbedrohlich sind und wie sie kontrolliert werden können.
Wann sollte man zum Psychologen gehen?
Unsere seelische Gesundheit kann, genau wie unsere körperliche Gesundheit, von Zeit zu Zeit schwanken. Doch wann sollte man zum Psychologen gehen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen? Der richtige Zeitpunkt für Unterstützung ist gekommen, wenn Sie das Gefühl haben, die Situation nicht mehr alleine bewältigen zu können. Wenn Sie folgende Situationen erleben, ist es ratsam, einen Spezialisten aufzusuchen:
- Wenn wir unsere alltäglichen Bedürfnisse und Pflichten nicht mehr erfüllen können,
- Wenn wir aus organisch unerklärlichen Gründen Funktionseinbußen an bestimmten Organen erleiden oder sichtbare körperliche Symptome oder Schmerzen verspüren,
- Wenn wir uns in stressigen Lebensphasen, Verlust- oder Trauerprozessen befinden, die uns überfordern,
- Wenn Beziehungsprobleme unsere Lebensqualität erheblich mindern,
- Wenn es ohne medizinischen Grund zu deutlichen Störungen bei Schlaf, Appetit und Konzentration kommt,
- Wenn wir unter starken Ängsten, zwanghaften Gedanken und Grübeleien leiden, die wir nicht loswerden,
- Wenn wir feststellen, dass wir eine wütende, impulsive, feindselige oder aggressive Haltung einnehmen,
- Wenn wir schädliche Gewohnheiten haben, die wir trotz aller Bemühungen nicht ablegen können,
- Wenn Gefühle wie Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Unglücklichsein, Wertlosigkeit und Unzulänglichkeit überhandnehmen.
Wichtige Therapieansätze in der Praxis
Die Bedürfnisse und Herausforderungen jedes Einzelnen sind unterschiedlich. Daher gibt es in der Psychotherapie nicht die eine richtige Methode. Spezialisten steuern den Prozess, indem sie den Therapieansatz wählen, der am besten zur Situation des Klienten passt.
Was ist Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)?
Wir sehen eigentlich nur so viel von der Realität, wie sie sich uns widerspiegelt. Wir sehen nur eine Perspektive. Wenn wir jedoch lernen, aus einem breiteren Blickwinkel zu schauen, kommen wir der Wahrheit viel näher. Jeder Mensch ist einzigartig, und auch die Erfahrungen jedes Menschen sind einzigartig. Manchmal sind wir im Leben Ereignissen ausgesetzt, die uns unglücklich und hilflos machen, und als Folge dieser Ereignisse kommen uns bestimmte Gedanken in den Sinn. Aber sind wir bei der Bewertung dieser Ereignisse wirklich objektiv? Oder akzeptieren wir die Spiegelung der Realität als absolute Wahrheit und kämpfen mit dysfunktionalen Gedanken?
Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hinterfragt genau diesen Punkt. Bei der Bewertung von Situationen, in denen wir uns schlecht fühlen, zielt sie darauf ab, alternative Gedanken zu entwickeln, indem Fragen gestellt werden wie: „Wie würden andere über diese Situation denken? Was würde ich meinem Freund raten, wenn ihm das passieren würde?“ Wenn sich unsere Gedanken ändern, ändern sich auch unsere Gefühle, was es uns erleichtert, uns an neue Situationen anzupassen. Die KVT konzentriert sich hauptsächlich auf das „Hier und Jetzt“. Sie ist ziel- und problemorientiert. Sie ist edukativ; sie zeigt dem Klienten den Weg, sein eigener Therapeut zu werden. Auf diese Weise lernt der Klient, wie er auch nach Abschluss der Behandlung mit zukünftigen Herausforderungen umgehen kann.
EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
EMDR ist eine Therapiemethode, die sich besonders bei posttraumatischer Belastungsstörung, Phobien, Panikattacken und Trauerprozessen als sehr wirksam erwiesen hat. Unser Gehirn verfügt über ein natürliches Informationsverarbeitungssystem. Bei traumatischen oder sehr erschütternden Ereignissen kann dieses System jedoch blockieren, und die Erinnerungen bleiben unverarbeitet. Die EMDR-Therapie stimuliert die rechte und linke Gehirnhälfte durch Augenbewegungen oder andere bilaterale Stimulationen. Dadurch können blockierte, belastende Erinnerungen neu verarbeitet werden, und die Person wird gegenüber diesen Erinnerungen desensibilisiert.
Schematherapie zur Veränderung tief verwurzelter Überzeugungen
Die Schematherapie arbeitet an tief verwurzelten Glaubensmustern (Schemata), die im Erwachsenenalter entstehen, wenn grundlegende emotionale Bedürfnisse (Sicherheit, Liebe, Akzeptanz usw.) in der Kindheit und Jugend nicht erfüllt wurden. Wiederkehrende Lebensmuster wie die ständige Angst, verlassen zu werden, sich selbst für fehlerhaft zu halten oder immer zu versuchen, es anderen recht zu machen, sind Spiegelbilder dieser Schemata. Dieser Therapieansatz zielt darauf ab, dass die Person diese dysfunktionalen Schemata erkennt, die in der Kindheit verletzten Anteile heilt und gesündere Bewältigungsstrategien entwickelt.
Paar- und Familientherapie
Die Schwierigkeiten, die ein Individuum erlebt, können manchmal nicht unabhängig von seinem Familiensystem oder der Beziehungsdynamik betrachtet werden. Die Paar- und Familientherapie befasst sich mit Kommunikationsproblemen, Konflikten, Grenzverletzungen und emotionaler Distanz in Beziehungen. Der Therapeut unterstützt alle Familienmitglieder oder Partner unparteiisch dabei, einander besser zu verstehen, eine empathische Sprache zu entwickeln und die Fähigkeit zur gemeinsamen Problemlösung zu erlangen.
Körperliche Erkrankungen und psychische Widerstandsfähigkeit
Unsere körperliche und seelische Gesundheit bilden eine untrennbare Einheit. Die Diagnose einer schweren körperlichen Erkrankung, das Leben mit chronischen Schmerzen oder große chirurgische Eingriffe können zu erheblichen psychischen Belastungen führen. Beispielsweise beeinflussen die Motivation und die Stimmung einer Person nach einem körperlichen Trauma oder einer Operation direkt die Genesungsgeschwindigkeit. Genauso wie die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse, wie etwa die Ernährung und der Proteinbedarf nach einer Operation, unerlässlich ist, ist es ebenso wichtig, dass der Patient durch psychologische Unterstützung seine Moral hochhält. Es ist erwiesen, dass Patienten, die psychologisch unterstützt werden, viel besser auf körperliche Behandlungen ansprechen und ein geringeres Schmerzempfinden haben.
Der Prozess und der multidisziplinäre Ansatz in der BHT CLINIC
In der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi arbeiten die Abteilungen für Psychologie, Psychiatrie und Neurologie eng zusammen, um unseren Patienten die effektivste Behandlung und Betreuung zu bieten. Bei Bedarf erfolgen fachübergreifende Überweisungen, um eine ganzheitliche und unterstützende Therapie zu gewährleisten. Darüber hinaus bieten die Abteilungen für Psychologie und Psychiatrie auch stationären Patienten psychologische Unterstützung an. Diese Unterstützung kann auf Anfrage des behandelnden Arztes oder auf eigenen Wunsch des Patienten erfolgen.
Zusätzlich erhalten Patienten, die in unserer Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie behandelt werden – sei es aufgrund von Problemen mit dem Körperbild, angeborenen Anomalien oder rekonstruktivem Reparaturbedarf nach einem Trauma – von unseren Experten die nötige psychologische Unterstützung für die Anpassungsphasen vor und nach der Operation.
Wenn Sie einen Psychologen-Termin in Istanbul suchen, stehen wir Ihnen mit unserem Expertenteam zur Seite. Für detaillierte Informationen und Gespräche mit unseren Spezialisten können Sie unsere Seite Termin bei der BHT CLINIC besuchen oder unser Callcenter rund um die Uhr (24/7) unter der Nummer 0850 811 34 00 erreichen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert eine Einzelpsychotherapie?
Einzelsitzungen dauern in der Regel zwischen 45 und 50 Minuten. Die Gesamtdauer der Therapie variiert je nach Tiefe des Problems, den festgelegten Zielen und der angewandten Therapiemethode. Während einige Anliegen in einer kurzen, mehrmonatigen Zusammenarbeit gelöst werden können, können tiefer liegende Probleme ein Jahr oder länger in Anspruch nehmen.
Psychiater oder Psychologe? Zu wem sollte ich gehen?
Psychiater sind Ärzte und können bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung verordnen. Klinische Psychologen hingegen führen Gesprächstherapien durch und wenden psychotherapeutische Methoden an. Wenn Sie sich nicht sicher sind, an welchen Spezialisten Sie sich wenden sollen, können Sie sich an jeden der beiden wenden, da diese Abteilungen in unserem Krankenhaus koordiniert zusammenarbeiten; unsere Experten werden Sie an die richtige Stelle weiterleiten.
Bleibt das in den Therapiesitzungen Besprochene vertraulich?
Ja, die grundlegendste Regel der Psychotherapie ist die Schweigepflicht. Alles, was im Therapieraum besprochen wird, bleibt ein Geheimnis zwischen Therapeut und Klient, solange keine akute Gefahr besteht, dass der Klient sich selbst oder anderen lebensbedrohlichen Schaden zufügt. Diese vertrauensvolle Atmosphäre ist die Voraussetzung für Heilung.
Funktioniert Psychotherapie auch ohne Medikamente?
Bei vielen leichten und mittelschweren psychischen Problemen liefert die Psychotherapie allein sehr effektive Ergebnisse. Bei schweren Depressionen, schweren Panikstörungen oder psychotischen Zuständen bietet jedoch die gleichzeitige Durchführung von Psychotherapie und medikamentöser Behandlung den größten Nutzen. Diese Entscheidung treffen Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Facharzt.
Werde ich von einer Therapie profitieren, wenn ich gegen meinen Willen überwiesen wurde?
Um den maximalen Nutzen aus einer Psychotherapie zu ziehen, ist es von großer Bedeutung, dass die Person veränderungswillig ist und aus freien Stücken an dem Prozess teilnimmt. Bei Therapien, die auf Druck der Familie oder des Umfelds begonnen werden, besteht der erste Schritt meist darin, die Motivation der Person zu steigern. Wenn die Person spürt, dass der Prozess ihr nützt, steigen auch ihr Glaube an die Therapie und ihre aktive Teilnahme.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt. In medizinischen Notfällen wählen Sie bitte sofort die 112.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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