Augenheilkunde

Prostataerkrankungen: Diagnose und Behandlungen

Üroloji28. März 20226 Min. Lesezeit
Prostataerkrankungen: Diagnose und Behandlungen

Prostataerkrankungen sind gesundheitliche Probleme, die bei Männern mit zunehmendem Alter häufig auftreten und ein breites Spektrum an Beschwerden verursachen – von Schwierigkeiten beim Wasserlassen bis hin zu Beckenschmerzen. Zu den häufigsten Prostataerkrankungen zählen die gutartige Prostatavergrößerung (BPH), die Prostataentzündung (Prostatitis) und Prostatakrebs. Dank einer frühzeitigen Diagnose lassen sich bei der Behandlung dieser Erkrankungen heute sehr erfolgreiche Ergebnisse erzielen.

  • Die Prostata ist Teil des männlichen Fortpflanzungssystems und liegt direkt unterhalb der Harnblase.
  • Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) ist kein Krebs, kann aber den Urinfluss erschweren.
  • Eine Prostatitis ist eine Infektion, die bei Männern jeder Altersgruppe auftreten kann.
  • Prostatakrebs wächst in der Regel langsam und verursacht im Frühstadium oft keine Symptome.
  • Ab dem 50. Lebensjahr (für Risikogruppen ab dem 45. Lebensjahr) wird eine jährliche Prostatauntersuchung empfohlen.

Was sind Prostataerkrankungen?

Die Prostata ist eine walnussgroße Drüse, die etwa 15 bis 25 Gramm wiegt und ein wesentlicher Bestandteil des männlichen Fortpflanzungssystems ist. Sie liegt direkt unter der Harnblase und umschließt die Harnröhre, die den Urin aus der Blase nach außen leitet. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den flüssigen Teil des Spermas zu produzieren und so die Lebensfähigkeit und Beweglichkeit der Spermien zu erhalten. Die häufigsten Prostataerkrankungen werden in drei Hauptkategorien unterteilt: die gutartige Prostatavergrößerung (BPH), die Prostataentzündung (Prostatitis) und Prostatakrebs.

Jede dieser Erkrankungen tritt in unterschiedlichen Altersgruppen und durch verschiedene Mechanismen auf. Während beispielsweise eine Prostatitis häufig auch bei jungen Erwachsenen in den 20ern oder 30ern auftritt, betreffen Prostatavergrößerungen und Prostatakrebs meist Männer über 50. Die frühzeitige Erkennung dieser Krankheiten ist von großer Bedeutung, um die Blasen- und Nierenfunktion zu erhalten. Obwohl in der Gesellschaft oft jedes Prostataproblem sofort die Angst vor Krebs weckt, ist die große Mehrheit der Fälle auf gutartige Vergrößerungen oder Infektionen zurückzuführen.

Ursachen und Risikofaktoren

Bei der Entstehung von Prostataerkrankungen spielen viele Faktoren wie Alter, genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen und der Lebensstil eine Rolle. Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) steht in direktem Zusammenhang mit den sich im Alter verändernden Spiegeln der Hormone Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT). Wenn Männer älter werden, neigt die Prostata durch einen natürlichen zellulären Vermehrungsprozess dazu, zu wachsen.

Eine Prostatitis wird hingegen meist durch bakterielle Infektionen verursacht. Wenn Bakterien aus den Harnwegen in die Prostata gelangen, können akute oder chronische Entzündungen entstehen. Manchmal entwickelt sich jedoch auch ein nicht-bakterielles chronisches Beckenschmerzsyndrom, das durch Stress, Kälteeinwirkung oder Krämpfe in der Beckenbodenmuskulatur bedingt ist. Bei Prostatakrebs ist das Alter der wichtigste Risikofaktor. Nach dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko deutlich an. Männer, in deren Familie (Vater, Onkel, Bruder) bereits Prostatakrebs aufgetreten ist, haben eine weitaus höhere Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken. Zudem geht man davon aus, dass eine Ernährung, die reich an tierischen Fetten und arm an Ballaststoffen ist, das Risiko für Prostatakrebs erhöhen kann.

Symptome von Prostataerkrankungen

Aufgrund der anatomischen Lage der Prostata, die die Harnröhre umschließt, äußern sich krankheitsbedingte Beschwerden meist als Probleme beim Wasserlassen. Zu den Symptomen einer gutartigen Prostatavergrößerung gehören häufiger Harndrang (insbesondere nachts, was zum Erwachen führt), ein schwacher Urinstrahl, Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens, stotterndes Wasserlassen und das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.

Die Symptome einer Prostatitis variieren je nach Art der Infektion. Eine akute Prostatitis beginnt plötzlich und führt zu schweren Beschwerden wie hohem Fieber, Schüttelfrost, starken Schmerzen im Unterbauch und Dammbereich (zwischen Hoden und After) sowie Brennen beim Wasserlassen. Eine chronische Prostatitis äußert sich durch mildere, aber monatelang anhaltende Beckenschmerzen und wiederkehrende Harnwegsinfektionen. Prostatakrebs verursacht im Frühstadium meist keine Symptome; die Krankheit schreitet schleichend voran. Wenn der Tumor jedoch wächst und auf die Harnröhre drückt, können ähnliche Blasenentleerungsstörungen wie bei der BPH, Blut im Urin oder Sperma sowie in fortgeschrittenen Stadien – durch die Ausbreitung in die Knochen – Rücken-, Lenden- oder Hüftschmerzen auftreten.

Diagnose: Wie wird im Krankenhaus diagnostiziert?

Für eine genaue Diagnose von Prostataerkrankungen ist eine detaillierte Untersuchung durch einen Facharzt für Urologie erforderlich. Der erste Schritt ist meist die digital-rektale Untersuchung (Abtasten mit dem Finger). Dabei werden Größe, Beschaffenheit und eventuelle Verhärtungen (Knoten) der Prostata überprüft. Anschließend wird der PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) im Blut gemessen. PSA ist ein von Prostatazellen produziertes Protein. Ein erhöhter Wert kann auf Prostatakrebs, aber auch auf eine Prostatavergrößerung oder eine Entzündung hinweisen.

Um die Flussrate und Menge des Urins zu messen, wird eine Uroflowmetrie (Harnstrahlmessung) durchgeführt. Bei diesem Test werden Sie gebeten, in ein spezielles Gerät zu urinieren, wodurch der Grad der Verengung in der Harnröhre in Milliliter pro Sekunde berechnet wird. Zudem wird eine Ultraschalluntersuchung eingesetzt, um die Nieren, die Blase und das Volumen der Prostata zu beurteilen. Besteht der Verdacht auf Prostatakrebs, wird ein multiparametrisches Prostata-MRT (mp-MRT) durchgeführt, um verdächtige Bereiche genau zu lokalisieren. Die endgültige Diagnose wird durch eine ultraschall- oder MRT-gesteuerte Prostatabiopsie gestellt, bei der Gewebeproben entnommen und pathologisch untersucht werden.

Behandlungsmethoden

Der Behandlungsplan wird individuell an die Art und das Stadium der Erkrankung sowie an Ihren allgemeinen Gesundheitszustand angepasst. Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung werden zunächst Medikamente eingesetzt, die die Prostatamuskulatur entspannen (Alphablocker) oder die Prostata verkleinern (5-Alpha-Reduktase-Hemmer). Wenn Medikamente nicht ausreichen, kommt ein chirurgischer Eingriff in Betracht. Die klassische „geschlossene“ Prostataoperation durch die Harnröhre (TUR-P) ist eine gängige Option. Darüber hinaus ermöglichen innovative lasergestützte Verfahren wie HoLEP (Holmium-Laser-Enukleation der Prostata) und ThuFLEP (Thulium-Laser-Enukleation der Prostata) eine vollständige Ablösung des vergrößerten Gewebes von der Kapsel. Dies verringert das Blutungsrisiko und sorgt für eine schnellere Genesung. Bei bestimmten geeigneten Patienten können auch minimalinvasive Methoden wie die Wasserdampftherapie bevorzugt werden.

Zur Behandlung einer Prostatitis werden in akuten Fällen starke Antibiotika und Schmerzmittel eingesetzt. Bei einer chronischen Prostatitis hingegen werden eine längerfristige medikamentöse Therapie, Beckenbodenübungen und Anpassungen des Lebensstils empfohlen. Die Behandlung von Prostatakrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. In sehr frühen Stadien kann eine aktive Überwachung (Active Surveillance) gewählt werden. Ist eine Operation erforderlich, wird eine radikale Prostatektomie (vollständige Entfernung der Prostata) mit robotischen oder laparoskopischen Techniken durchgeführt. Bei Bedarf werden auch eine Strahlentherapie oder eine Hormontherapie, die den Testosteronspiegel senkt, um das Tumorwachstum zu stoppen, in Erwägung gezogen.

Komplikationen und Risikogruppen

Wenn Prostataerkrankungen unbehandelt bleiben, verringern sie nicht nur die Lebensqualität, sondern können auch zu ernsthaften Nieren- und Blasenproblemen führen. Eine fortgeschrittene gutartige Prostatavergrößerung kann eine vollständige Blockade der Blase (Harnverhalt) verursachen, sodass ein Wasserlassen unmöglich wird. Diese Blockade erhöht den Druck in der Blase, was zu einem Rückfluss des Urins in die Nieren, Nierenversagen, Blasensteinen und wiederkehrenden, schweren Harnwegsinfektionen führen kann.

Eine unbehandelte akute Prostatitis kann sich zu einem Prostataabszess entwickeln oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen, was lebensbedrohlich ist. Prostatakrebs kann mit der Zeit die Prostatakapsel durchbrechen und in umliegende Lymphknoten sowie insbesondere in Knochen wie die Wirbelsäule oder das Becken streuen (Metastasen). Männer über 50, Personen mit Prostatakrebs bei Verwandten ersten Grades sowie Männer mit genetischer Veranlagung gehören zur höchsten Risikogruppe. Für Personen in diesen Risikogruppen ist es von entscheidender Bedeutung, auch ohne Beschwerden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen, um möglichen Komplikationen vorzubeugen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Bei Prostataerkrankungen erfordern bestimmte Symptome sofortige medizinische Hilfe. Ein frühzeitiges Eingreifen verhindert dauerhafte Organschäden. Wenn Sie eine der folgenden Situationen erleben, sollten Sie umgehend eine medizinische Einrichtung aufsuchen:

  • Plötzliche Unfähigkeit zu urinieren, obwohl die Blase voll ist (In diesem Fall sollten Sie sofort die nächste Notaufnahme aufsuchen oder den Notruf 112 wählen).
  • Sichtbares, frisches Blut im Urin oder im Sperma.
  • Starkes Brennen beim Wasserlassen in Kombination mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit.
  • Plötzlich einsetzende, unerträgliche Schmerzen im Unterbauch, im unteren Rücken oder im Dammbereich.
  • Ständiger unfreiwilliger Urinverlust oder völlige Unfähigkeit, den Urin zu halten.

Abgesehen davon wird empfohlen, planmäßig einen Facharzt für Urologie aufzusuchen, wenn Sie unter chronischen Symptomen leiden, die Ihre Lebensqualität einschränken. Dazu gehören häufiges nächtliches Wasserlassen, ein abgeschwächter Urinstrahl, Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens oder ein ständiges Druckgefühl im Beckenbereich.

Der Ablauf in der BHT CLINIC

In der Abteilung für Urologie der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi kommen bei der Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen die modernsten medizinischen Ansätze und hochmoderne Geräte zum Einsatz. Wenn Sie in unser Krankenhaus kommen, führen unsere Fachärzte eine detaillierte körperliche Untersuchung durch. Anschließend werden die erforderlichen Blut- (PSA) und Urintests sowie bildgebende Verfahren (Uroflowmetrie, multiparametrisches MRT) in unseren modernen Laboren zügig für Sie geplant.

Falls ein chirurgischer Eingriff notwendig ist, werden moderne Methoden wie HoLEP, ThuFLEP oder roboterassistierte Chirurgie von unserem erfahrenen Operationsteam sicher und präzise durchgeführt. In Notfällen, wie etwa bei einem akuten Harnverhalt oder einer schweren Infektion, stehen Ihnen unsere rund um die Uhr (24/7) geöffnete Notaufnahme und unsere diensthabenden Ärzte jederzeit zur Seite. Um Ihre Gesundheit nicht aufzuschieben und den für Sie am besten geeigneten Behandlungsplan zu erstellen, können Sie jederzeit einen Termin vereinbaren.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann sich eine Prostatavergrößerung zu Krebs entwickeln?

Nein, eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) entwickelt sich nicht zu Krebs. BPH und Prostatakrebs sind völlig unterschiedliche Erkrankungen. Beide Krankheiten können jedoch gleichzeitig bei derselben Person auftreten. Daher sollten auch Patienten mit einer Prostatavergrößerung regelmäßig an Krebsvorsorgeuntersuchungen teilnehmen.

Wird das Sexualleben nach einer Prostataoperation beeinträchtigt?

Das hängt von der Art der durchgeführten Operation ab. Bei Operationen zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (wie TUR-P, HoLEP usw.) ist die Wahrscheinlichkeit von Erektionsstörungen sehr gering. Ein Rückfluss des Spermas in die Blase (retrograde Ejakulation) kommt jedoch häufig vor. Bei radikalen Operationen wegen Prostatakrebs wird hingegen versucht, die Sexualfunktion durch den Einsatz nervenschonender Techniken zu erhalten.

Bedeutet ein erhöhter PSA-Wert immer Krebs?

Nein, ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht zwingend Krebs. Auch eine gutartige Prostatavergrößerung, Harnwegsinfektionen, eine Prostataentzündung (Prostatitis) oder sogar das Legen eines Blasenkatheters können den PSA-Spiegel im Blut ansteigen lassen. Für eine endgültige Diagnose sind weiterführende Untersuchungen wie eine Biopsie erforderlich.

Ist eine Prostatitis vollständig heilbar?

Eine akute Prostatitis heilt mit der richtigen Antibiotikabehandlung in der Regel vollständig aus. Eine chronische Prostatitis ist jedoch hartnäckiger; die Symptome können von Zeit zu Zeit wieder aufflammen. Mit einer geeigneten medikamentösen Therapie, Anpassungen des Lebensstils und Beckenbodenübungen lassen sich die Beschwerden jedoch weitgehend unter Kontrolle bringen.

Wie lange dauert eine Operation bei Prostatavergrößerung?

Eine Operation zur Behandlung einer Prostatavergrößerung dauert in der Regel zwischen 1 und 2 Stunden, abhängig von der Größe der Prostata und der gewählten Operationsmethode (TUR-P, HoLEP, ThuFLEP). Die Patienten werden meist nach einer 1- bis 2-tägigen Beobachtungszeit im Krankenhaus entlassen.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. Für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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