Modernste Technologie bei gutartiger Prostatavergrößerung: Die HoLEP-Operation

Die HoLEP-Operation ist ein minimalinvasives (geschlossenes) chirurgisches Verfahren zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH). Mithilfe von Laserenergie wird das Gewebe, das die Harnröhre blockiert, vollständig entfernt. Dieses innovative Verfahren macht selbst bei sehr großen Prostata-Volumina eine offene Operation überflüssig und ermöglicht den Patienten eine wesentlich schnellere Rückkehr in den gewohnten Alltag. Beschwerden, die die Lebensqualität massiv einschränken – wie Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ständiger Harndrang und durch nächtliche Toilettengänge unterbrochener Schlaf –, gehören damit der Vergangenheit an. Heute zählt diese Methode zu den erfolgreichsten Behandlungsoptionen der modernen Urologie.
- Sie wird minimalinvasiv (endoskopisch) und komplett ohne äußere Schnitte durchgeführt.
- Sie bietet besonders bei einer stark vergrößerten Prostata (ab 80 Gramm) sehr hohe Erfolgsquoten.
- Die Zeit, in der ein Katheter getragen werden muss, ist mit durchschnittlich 3 bis 5 Tagen bemerkenswert kurz.
- Das Blutungsrisiko ist im Vergleich zu herkömmlichen Methoden deutlich geringer.
- Negative Auswirkungen auf die Sexualfunktion (Erektion) sind auf ein absolutes Minimum reduziert.
- Das entfernte Gewebe wird in die Pathologie gesendet, was ein detailliertes Krebs-Screening ermöglicht.
Was ist die Laserbehandlung bei Prostatavergrößerung?
Die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) ist ein Verfahren, bei dem das im Inneren der Vorsteherdrüse gewachsene Adenomgewebe, das die Harnröhre (Urethra) einengt, mithilfe von Laserenergie von seiner Kapsel getrennt und entfernt wird. Man kann sich diesen Vorgang so vorstellen, als würde man das Fruchtfleisch einer Orange im Ganzen herauslösen, ohne die Schale zu beschädigen. Während die äußere Kapsel der Prostata an Ort und Stelle bleibt, wird das innere Gewebe, das den Urinfluss blockiert, vollständig beseitigt.
Eine Vergrößerung der Prostata ist bei Männern im fortgeschrittenen Alter ein natürlicher Alterungsprozess. Wenn dieses Wachstum jedoch beginnt, Druck auf die Harnröhre auszuüben, wird ein medizinischer Eingriff unumgänglich. Da dieses minimalinvasive Verfahren mit Lasertechnologie das Gewebe trennt, statt es zu schneiden, werden Schäden am umliegenden Gewebe minimiert. Dies beschleunigt nicht nur den Heilungsprozess, sondern senkt auch das Risiko postoperativer Komplikationen erheblich.
Symptome und die Entscheidung zur Operation
Eine gutartige Prostatavergrößerung verläuft oft schleichend, und die Symptome verschlimmern sich erst im Laufe der Zeit. Während man im Anfangsstadium vielleicht nur eine leichte Verlangsamung des Urinstrahls bemerkt, treten in späteren Phasen weitaus unangenehmere Beschwerden auf, da sich die Blase nicht mehr vollständig entleeren kann. Das häufige nächtliche Erwachen, um zur Toilette zu gehen, ist die häufigste Beschwerde, die sich direkt auf die Lebensqualität und das Energieniveau der Patienten auswirkt.
In fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung kommt es zu Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens, dem Bedürfnis zu pressen, sowie zu einem stotternden oder gespaltenen Urinstrahl. Darüber hinaus können ein plötzlicher, starker Harndrang, unfreiwilliger Urinverlust auf dem Weg zur Toilette und ein ständiges Völlegefühl in der Blase auftreten. Diese Symptome zeigen, dass die Blasenmuskulatur ermüdet ist und Mühe hat, den Urin herauszudrücken. Für Patienten, bei denen diese Beschwerden trotz medikamentöser Behandlung anhalten oder deren Nierenfunktion gefährdet ist, wird ein chirurgischer Eingriff geplant.
Für wen ist die HoLEP-Methode geeignet?
Diese Operation kann bei männlichen Patienten fast jeden Alters, bei denen eine gutartige Prostatavergrößerung diagnostiziert wurde und die eine chirurgische Behandlung benötigen, sicher durchgeführt werden. Sie ist die ideale Wahl, insbesondere für Patienten mit großem Prostatavolumen, bei denen herkömmliche minimalinvasive Methoden nicht ausreichen. Auch bei Herz-Kreislauf-Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen, ist sie aufgrund des geringen Blutungsrisikos die bevorzugte Option.
Doz. Dr. Yasin Yitgin, Facharzt für Urologie an der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi, teilt folgende wichtige Informationen darüber, für wen diese Methode geeignet ist:
Wenn wir uns umfassende Screening-Daten ansehen, stellen wir fest, dass jeder zweite Mann ab 50 Jahren an einer symptomatischen, gutartigen Prostatavergrößerung leidet. Wir bevorzugen diese Operation insbesondere bei Prostata-Volumina ab 80 Gramm und bei Patientengruppen, die nicht mehr auf eine medikamentöse Therapie ansprechen.
Operationsvorbereitung und Diagnoseverfahren
Patienten, die sich mit Prostatabeschwerden in unserem Krankenhaus vorstellen, unterziehen sich zunächst einer detaillierten urologischen Untersuchung. Während des Diagnoseprozesses wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um die Größe und Struktur der Prostata zu beurteilen. Mit der Uroflowmetrie, einem Test zur Messung der Harnflussrate, wird der Grad der Verengung objektiv bestimmt. Darüber hinaus wird der PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) im Blut stets kontrolliert, um die Möglichkeit von Prostatakrebs auszuschließen.
Sobald die Entscheidung für eine Operation getroffen ist, führen unsere Anästhesisten eine präoperative Beurteilung durch. Routineuntersuchungen wie Bluttests, EKG und Röntgenaufnahmen des Brustkorbs werden abgeschlossen. Die Operation wird in der Regel unter Vollnarkose oder einer regionalen Anästhesie (Spinal-/Epiduralanästhesie), bei der die untere Körperhälfte betäubt wird, durchgeführt. Unsere Patienten werden gebeten, ab Mitternacht vor der Operation nichts mehr zu essen oder zu trinken. Die Einnahme von regelmäßig verwendeten Blutdruck- oder Diabetesmedikamenten wird nach Anweisung unserer Ärzte angepasst.
Wie wird die Operation durchgeführt?
Der Eingriff beginnt, nachdem die Anästhesie gewirkt hat, durch das Einführen einer speziellen endoskopischen Kamera über die Harnröhre (Urethra). Es werden keine Schnitte am Körper vorgenommen. Dank der Kamera werden das Prostatagewebe und die Blase in hoher Auflösung auf einem Bildschirm dargestellt. Unter Verwendung der feinen Faser des Holmium-Lasers wird das vergrößerte Prostatagewebe (Adenom) mit millimetergenauer Präzision von der äußeren Kapsel getrennt.
Die großen, vollständig von der Kapsel gelösten Gewebestücke werden in die Blase geschoben. In der Blase werden diese Gewebemassen mithilfe eines speziellen Geräts, dem sogenannten 'Morcellator', zerkleinert, abgesaugt und aus dem Körper entfernt. Die entnommenen Stücke werden zur Untersuchung auf zellulärer Ebene in das Pathologielabor geschickt. Am Ende des Eingriffs wird die Blutungskontrolle sorgfältig durchgeführt, und dem Patienten wird für die erste Phase des Heilungsprozesses ein Blasenkatheter gelegt, womit die Operation abgeschlossen ist.
Vergleich mit herkömmlichen Methoden
In den vergangenen Jahren wurde zur Behandlung großer Prostatae häufig die offene Prostataoperation oder die traditionelle geschlossene Methode TURP (Transurethrale Resektion der Prostata) eingesetzt. Da eine offene Operation einen Schnitt im Unterbauch erforderte, war der Krankenhausaufenthalt lang und das Risiko von Infektionen und Blutungen höher. Bei der TURP-Methode hingegen wird das Gewebe mit elektrischer Energie verbrannt und geschnitten, was besonders bei großen Prostatae die Operationszeit verlängert und das Blutungsrisiko erhöht.
Die Lasertechnologie beseitigt die Nachteile dieser beiden Methoden. Während wie bei der offenen Operation das gesamte vergrößerte Gewebe der Prostata entfernt wird, erfolgt dieser Eingriff wie bei der TURP vollständig minimalinvasiv. Die Eindringtiefe des Holmium-Lasers in das Gewebe beträgt lediglich 0,4 Millimeter. Dieser flache Wirkungsbereich verhindert, dass die Nerven, die direkt um die Prostata verlaufen und für die Sexualfunktion verantwortlich sind, durch Hitze beschädigt werden. Darüber hinaus reduziert die Fähigkeit des Lasers, Blutgefäße gleichzeitig zu versiegeln, die Blutung während der Operation auf ein absolutes Minimum.
Vorteile und Heilungsprozess
Der größte Vorteil dieses Lasereingriffs ist, dass die Patienten schnell in ihr normales Leben zurückkehren können. Der Krankenhausaufenthalt beschränkt sich in der Regel auf 1 bis 2 Tage. Der Katheter wird nach durchschnittlich 3 bis 5 Tagen entfernt, sobald sich die Urinfarbe geklärt hat. Nach dem Entfernen des Katheters können die Patienten wieder problemlos Wasser lassen und in kurzer Zeit in ihr Berufsleben zurückkehren.
Eine der größten Sorgen männlicher Patienten vor einer Prostataoperation sind die negativen Auswirkungen auf das Sexualleben. Doz. Dr. Yasin Yitgin beruhigt die Patienten diesbezüglich mit folgender Erklärung:
Der Vorteil gegenüber anderen geschlossenen Prostataoperationen besteht darin, dass die Laserenergie nicht in tiefere Gewebeschichten eindringt. Durch die geringere Gewebeschädigung sehen wir insbesondere erektile Dysfunktionen (Erektionsstörungen) sehr selten. Auch Ejakulationsstörungen (Samenerguss) treten im Vergleich zu anderen Prostataoperationen deutlich seltener auf.
Worauf zu achten ist und mögliche Risiken
Die ersten Wochen nach der Entlassung sind entscheidend für einen gesunden Heilungsverlauf. Den Patienten wird empfohlen, täglich mindestens 2 bis 3 Liter Wasser zu trinken, um die Harnwege auf natürliche Weise zu spülen. Es ist wichtig, Verstopfungen zu vermeiden, keine schweren Lasten zu heben und anstrengende körperliche Aktivitäten zu unterlassen. Eine leichte rosa Färbung des Urins oder ein brennendes Gefühl in den ersten Tagen ist zu erwarten und ein vorübergehender Zustand.
Das Risiko eines Rückfalls und die Entwicklung von Krebs werden oft verwechselt. Doz. Dr. Yasin Yitgin fasst diese wichtige Unterscheidung wie folgt zusammen:
Da wir den blockierenden Teil des Adenoms vollständig entfernen, erwarten wir theoretisch keine erneute Prostataobstruktion. Wir beseitigen jedoch nicht das Prostatakrebsrisiko bei den Patienten nach der Operation. Denn die Zellen in der peripheren Zone, also im Kapselbereich der Prostata, in der sich Prostatakrebs mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 bis 90 Prozent entwickelt, verbleiben weiterhin im Patienten.
Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, die jährlichen urologischen Kontrollen auch nach der Operation nicht zu vernachlässigen.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie Symptome einer Prostatavergrößerung bemerken, sollten Sie einen Urologen aufsuchen, bevor Ihre Blasenmuskulatur dauerhaft ermüdet. Doz. Dr. Yasin Yitgin empfiehlt allen Männern über 40-45 Jahren mit familiärer Vorbelastung oder allen Männern ab 50 Jahren eine jährliche Prostatauntersuchung, selbst wenn keine Beschwerden beim Wasserlassen vorliegen. Bei symptomatischen Patienten kann es sein, dass chirurgische Eingriffe nicht mehr die gewünschten Ergebnisse liefern, sobald eine Blasenfunktionsstörung dauerhaft geworden ist.
Sollten Sie eines der folgenden Notfallsymptome verspüren, müssen Sie umgehend die Notaufnahme der nächstgelegenen Gesundheitseinrichtung aufsuchen oder die 112 anrufen:
- Vollständige Unfähigkeit zu urinieren (akuter Harnverhalt) und damit verbundene starke Schmerzen im Unterbauch.
- Starke, klumpige und dunkelrote Blutungen im Urin.
- Unerträgliches Brennen beim Wasserlassen, begleitet von hohem Fieber und Schüttelfrost.
- Plötzliche und starke Schmerzen im Nierenbereich (auf beiden Seiten des unteren Rückens).
Der Ablauf in der BHT CLINIC
In unserer urologischen Abteilung der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi werden personalisierte Behandlungspläne unter Einsatz der modernsten Technologien zur Diagnose und Behandlung von Prostataerkrankungen erstellt. Von Ihren detaillierten präoperativen Untersuchungen über die Operation bis hin zur Nachsorge nach der Entlassung werden alle Schritte von unserem fachärztlichen Team sorgfältig geleitet. Für mögliche Notfälle steht Ihnen unsere 24/7 geöffnete Notaufnahme jederzeit zur Verfügung.
Wenn Sie für Ihre Prostata-Kontrollen in unser Krankenhaus kommen, können Sie sich auch einem umfassenden Gesundheitscheck unterziehen, indem Sie einen Termin in unserer Abteilung für Augenheilkunde vereinbaren, um altersbedingte Erkrankungen wie den Grauen oder Grünen Star abklären zu lassen. Wenn Sie detaillierte Informationen über diese schleichend verlaufenden Augenerkrankungen erhalten möchten, können Sie sich unseren entsprechenden Ratgeber ansehen. Um Ihre Gesundheit nicht aufzuschieben und sich mit unseren Fachärzten zu beraten, können Sie unsere Online-Terminseite besuchen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert eine HoLEP-Operation?
Die Dauer der Operation variiert je nach Größe der Prostata, ist aber in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Stunden abgeschlossen. Bei Patienten mit einem sehr großen Prostatavolumen kann sich diese Zeitspanne etwas verlängern.
Wird das Sexualleben nach der Operation beeinträchtigt?
Da die Laserenergie nur 0,4 Millimeter tief in das Gewebe eindringt, werden die Nerven, die für die Erektion verantwortlich sind, nicht geschädigt. Dadurch ist das Risiko eines Erektionsverlustes nahezu nicht existent. Es kann lediglich zu einem Rückfluss der Samenflüssigkeit in die Blase (retrograde Ejakulation) kommen, was jedoch gesundheitlich völlig unbedenklich ist.
Wie viele Tage bleibt der Katheter?
Während bei herkömmlichen offenen Prostataoperationen der Katheter wochenlang verbleiben kann, wird er bei dieser modernen Lasermethode in der Regel bereits nach 3 bis 5 Tagen entfernt. Nach dem Ziehen des Katheters kann der Patient problemlos selbstständig urinieren.
Kann die Prostata wieder wachsen?
Bei dieser chirurgischen Technik wird das innere Gewebe der Prostata (Adenom), das die Harnröhre blockiert, vollständig von seiner Kapsel getrennt und entfernt. Da kein blockierendes Gewebe zurückgelassen wird, ist ein Wiederauftreten der Erkrankung und eine erneute Obstruktion theoretisch nicht zu erwarten.
Kommt es nach der Operation zu Inkontinenz?
Während der Operation werden die Schließmuskeln, die den Urin zurückhalten, dank hochauflösender Kameras deutlich sichtbar gemacht und somit geschützt. Obwohl in den ersten Tagen nach dem Entfernen des Katheters ein leichtes Tröpfeln als normal gilt, ist eine dauerhafte Harninkontinenz äußerst selten.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken; für eine genaue Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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