Augenheilkunde

Knochenschwund (Osteoporose) bei jungen Menschen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Doç. Dr. Emrah Kovalak26. Februar 20257 Min. Lesezeit
Knochenschwund (Osteoporose) bei jungen Menschen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Knochenschwund bei jungen Menschen bedeutet, dass Osteoporose – eine Erkrankung, die typischerweise mit dem fortgeschrittenen Alter in Verbindung gebracht wird – bereits bei Menschen in den 20ern, 30ern oder 40ern auftritt. Sie entsteht, wenn die Knochendichte ihr ideales Niveau nicht erreicht oder der Knochenabbau schneller als normal verläuft, wodurch die Knochen schwächer und brüchiger werden. Insbesondere Rücken-, Lenden- und Hüftschmerzen oder Knochenbrüche nach nur leichten Stößen sollten den Verdacht auf Knochenschwund in jungen Jahren wecken.

  • Der menschliche Körper erreicht seine höchste Knochenmasse in der Regel Anfang 30.
  • Genetische Veranlagung, unzureichende Kalziumzufuhr und Bewegungsmangel sind die häufigsten Risikofaktoren.
  • Die langfristige Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten kann die Knochendichte rasch verringern.
  • Rückenschmerzen, Größenverlust und brüchige Nägel können stille Anzeichen der Erkrankung sein.
  • Bei der Behandlung spielen neben Kalzium- und Vitamin-D-Präparaten auch gewichtstragende Übungen eine entscheidende Rolle.

Was ist Knochenschwund (Osteoporose) bei jungen Menschen?

Knochen sind lebendiges Gewebe, das sich ständig erneuert. Während Ihr Körper altes Knochengewebe abbaut, produziert er gleichzeitig neues. Im Kindes- und Jugendalter verläuft der Knochenaufbau schneller als der Abbau, wodurch die Knochen wachsen und dichter werden. Die meisten Menschen erreichen ihre höchste Knochenmasse (Peak Bone Mass) zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr. Osteoporose bei jungen Menschen tritt auf, wenn dieser Höhepunkt nicht ausreichend erreicht wird oder wenn nach Erreichen dieses Punktes der Knochenabbau schneller erfolgt als die Neubildung.

Obwohl es im Volksmund oft als reines Altersproblem wahrgenommen wird, ist Knochenschwund bei jungen Menschen ein immer häufiger auftretendes Gesundheitsproblem. Eine Schwächung des Skelettsystems bedeutet, dass die Hohlräume in der mikroskopischen Struktur der Knochen zunehmen. Dies verringert die Widerstandsfähigkeit der Knochen gegenüber äußeren Einwirkungen. Ein leichter Sturz oder Stoß, den ein gesunder Mensch problemlos überstehen würde, kann bei einem jungen Menschen mit verringerter Knochendichte zu schweren Brüchen führen. Dieses Krankheitsbild, das die Lebensqualität ohne Früherkennung drastisch einschränkt, zeigt, wie direkt die Muskel- und Knochengesundheit miteinander verbunden sind.

Was verursacht Knochenschwund in jungen Jahren?

Betrachtet man die Ursachen für Knochenschwund in jungen Jahren, zeigt sich, dass das Problem selten auf eine einzige Ursache zurückzuführen ist, sondern durch eine Kombination aus genetischen, umweltbedingten und lebensstilbezogenen Faktoren entsteht. Diese Einflüsse auf die Knochengesundheit werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: primäre und sekundäre Ursachen.

Primäre und genetische Faktoren

Personen, in deren Familienanamnese frühzeitige Osteoporose oder häufige Knochenbrüche vorkommen, sind genetisch anfälliger für diese Erkrankung. Bei Menschen mit einem feingliedrigen, zierlichen Körperbau ist das Risiko höher, da ihre maximale Knochenmasse auf einem niedrigeren Niveau bleibt. Darüber hinaus gibt es eine seltene Form, deren Ursache nicht vollständig geklärt ist – die sogenannte idiopathische juvenile Osteoporose –, die meist in der Kindheit oder Pubertät beginnt.

Sekundäre Faktoren (Medikamente, Krankheiten und Ernährung)

Die häufigsten Auslöser für Knochenschwund bei jungen Menschen sind meist andere Grunderkrankungen oder eingenommene Medikamente. Rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes, eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sowie intestinale Resorptionsstörungen wie Zöliakie wirken sich direkt negativ auf die Knochengesundheit aus. Die langfristige Einnahme von Kortikosteroiden (Kortison) zur Behandlung von Asthma oder Rheuma unterdrückt den Knochenaufbau und beschleunigt den Abbau. Auch Essstörungen wie Anorexia nervosa begünstigen den Knochenverlust, indem sie Mangelernährung und hormonelle Ungleichgewichte verursachen.

Lebensstil und Umweltfaktoren

Damit Knochen stark bleiben, benötigen sie mechanische Belastung, also Bewegung. Lange Stunden am Schreibtisch und ein sitzender Lebensstil verlangsamen den Knochenaufbau. Eine unzureichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D entzieht den Knochen ihre grundlegenden Bausteine. Übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum stört zudem den Erneuerungsprozess der Knochenzellen auf zellulärer Ebene und verringert die Knochendichte erheblich.

Was sind die Symptome von Knochenschwund bei jungen Menschen?

Osteoporose wird oft als eine schleichende Erkrankung beschrieben, da der Knochenverlust über Jahre hinweg völlig symptomfrei verlaufen kann. Wenn sich jedoch bei jungen Menschen erste Symptome von Knochenschwund zeigen, bedeutet dies meist, dass die Knochen bereits stark geschwächt sind. Eines der häufigsten Frühwarnzeichen sind dumpfe Schmerzen im Rücken, in der Lendenwirbelsäule oder in der Hüfte, die auch durch Ausruhen nicht vollständig verschwinden.

Mit fortschreitender Erkrankung gesellt sich zur Knochenschwäche oft auch eine Muskelschwäche. Unerklärliche Energieabfälle und Nägel, die brüchiger werden als zuvor, können äußere Anzeichen für eine Störung des Kalziumstoffwechsels sein. In fortgeschrittenen Stadien können sich aufgrund kleiner Sinterungsbrüche (Einbrüche) in der Wirbelsäule Haltungsschäden wie ein Größenverlust oder ein Rundrücken (Witwenbuckel) entwickeln. Schnelle Ermüdung beim Stehen oder Gehen sowie Rippen- oder Wirbelbrüche, die schon bei einem einfachen Husten oder dem Heben eines leichten Gegenstandes auftreten, gehören zu den deutlichsten und gefährlichsten Signalen der Krankheit.

Wie wird Knochenschwund in jungen Jahren diagnostiziert?

Wenn Sie Zweifel an Ihrer Knochengesundheit haben, ist für eine genaue Diagnose die umfassende Untersuchung durch einen Facharzt erforderlich. Ähnlich wie bei Krebsvorsorgeuntersuchungen verhindert auch bei der Knochengesundheit eine frühzeitige Diagnose irreversible Schäden. Der erste Schritt im Diagnoseprozess ist eine detaillierte körperliche Untersuchung und die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Ihr Arzt wird Sie nach familiären Erkrankungen, eingenommenen Medikamenten und Ihren Ernährungsgewohnheiten befragen.

Der Goldstandard für eine gesicherte Diagnose ist die Knochendichtemessung, die sogenannte DEXA (Dual-Energy X-ray Absorptiometry). Dieser Test verwendet eine sehr geringe Röntgendosis, um die Mineraldichte, insbesondere in der Wirbelsäule und den Hüftknochen, millimetergenau zu messen. Das völlig schmerzfreie Verfahren dauert etwa fünfzehn Minuten. Ergänzend zum DEXA-Scan werden Blut- und Urinuntersuchungen angeordnet, um die Kalzium-, Phosphor-, Vitamin-D- und Magnesiumspiegel im Blut sowie die Schilddrüsenfunktion zu beurteilen. Bei Bedarf können auch Röntgen- oder MRT-Aufnahmen herangezogen werden, um mögliche Sinterungsbrüche in der Wirbelsäule zu erkennen.

Wie wird Osteoporose bei jungen Menschen behandelt?

Die Behandlung von Knochenschwund in jungen Jahren wird individuell geplant, abhängig von der zugrunde liegenden Ursache der Erkrankung, dem Schweregrad des Knochenverlusts und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Das Ziel ist es, die vorhandene Knochenmasse zu erhalten, den Knochenabbau zu verlangsamen und die Bildung neuer Knochen zu fördern.

Medizinische und hormonelle Behandlungen

Wird der Knochenschwund durch eine andere Krankheit oder ein Medikament verursacht, liegt das primäre Ziel darin, dieses zugrunde liegende Problem zu lösen. Besteht beispielsweise ein Schilddrüsenproblem, werden die Schilddrüsenhormone in Zusammenarbeit mit einem Endokrinologen eingestellt. Werden Mängel an Kalzium, Vitamin D oder Magnesium festgestellt, wird unter ärztlicher Aufsicht eine Supplementierung in angemessener Dosierung eingeleitet. Bei jungen Patienten, die aufgrund hormoneller Ungleichgewichte an Knochenverlust leiden, können ebenfalls unter fachärztlicher Aufsicht Hormonersatztherapien durchgeführt werden. Spezifische Osteoporose-Medikamente, die den Knochenabbau stoppen oder den Knochenaufbau anregen, sind bei jungen Patienten zwar nicht die erste Wahl, es sei denn, sie sind zwingend erforderlich, können aber in fortgeschrittenen Fällen sorgfältig verschrieben werden.

Prävention, Ernährung und Bewegungsempfehlungen

Der Erfolg der medizinischen Behandlung ist direkt mit Änderungen des Lebensstils verbunden. Hier sind die grundlegenden Schritte, die Sie in Ihrem Alltag umsetzen können, um Ihre Knochengesundheit zu schützen und zu verbessern:

  • Integrieren Sie kalziumreiche Lebensmittel wie Milch, Joghurt, Käse, dunkelgrünes Blattgemüse und Mandeln in Ihre Ernährung.
  • Nutzen Sie das Sonnenlicht zu sicheren Tageszeiten, um die natürliche Vitamin-D-Synthese zu unterstützen.
  • Machen Sie mindestens drei Tage die Woche gewichtstragende Übungen wie flottes Gehen, leichtes Joggen, Treppensteigen oder Tanzen.
  • Gleichen Sie die Belastung Ihres Skelettsystems durch Widerstandsübungen (Krafttraining) aus, die die Muskelkraft erhöhen.
  • Vermeiden Sie strikt das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum, da diese die Knochenzellen vergiften.
  • Nehmen Sie sich Zeit für regelmäßigen Schlaf und Techniken zur Stressbewältigung, um den Selbstregenerationsprozess des Körpers zu unterstützen.

Komplikationen und Risikogruppen

Wird Osteoporose bei jungen Menschen nicht behandelt, führt dies zu ernsthaften Komplikationen, die die Lebensqualität tiefgreifend beeinträchtigen. Die größte Gefahr sind Brüche an Wirbelsäule, Hüfte und Handgelenken. Ein Hüftbruch in jungen Jahren bedeutet oft lange Bettruhe, die Notwendigkeit chirurgischer Eingriffe und Arbeitsausfall. Mikrorisse in der Wirbelsäule können im Laufe der Zeit verschmelzen und zu chronischen Rückenschmerzen, Größenverlust sowie schweren Haltungsschäden führen, die sogar die Lungenkapazität einschränken können.

Zu den Risikogruppen zählen Asthma- oder Rheumapatienten, die langfristig Kortison einnehmen, Personen mit einer Vorgeschichte von Essstörungen, extrem untergewichtige Menschen, Frauen, die früh in die Menopause kommen, sowie Männer mit niedrigem Testosteronspiegel. Darüber hinaus besteht auch bei einigen jungen Sportlern, die auf professionellem Niveau hart trainieren, sich aber mangelhaft ernähren, ein hohes Risiko aufgrund unzureichender Energiezufuhr.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Da Probleme mit der Knochengesundheit oft schleichend verlaufen, sollten Sie auf kleine Signale Ihres Körpers achten. Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome verspüren, sollten Sie umgehend einen Spezialisten aufsuchen:

  • Starke Schmerzen in Rücken, Lendenwirbelsäule oder Nacken, die plötzlich auftreten und wochenlang andauern.
  • Risse oder Brüche in den Knochen, selbst wenn Sie nur aus Stehhöhe (Ihrer eigenen Körpergröße) stürzen.
  • Wenn Sie bemerken, dass Sie im Laufe der Zeit kleiner werden, oder wenn Menschen in Ihrem Umfeld eine Krümmung in Ihrer Haltung beobachten.
  • Unerklärliche Muskelschwäche, schnelle Ermüdung und ständig abbrechende Nägel.

Wenn Sie jedoch nach einem schweren Sturz oder Aufprall unerträgliche Schmerzen in der Hüft- oder Rückenregion, eine Bewegungsunfähigkeit der Beine oder Taubheitsgefühle verspüren, besteht der dringende Verdacht auf einen Knochenbruch. In einer solchen Situation ist es lebenswichtig, den Patienten nicht zu bewegen und sofort den Notruf 112 zu wählen oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufzusuchen.

Der Ablauf in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi

Bei allen Beschwerden rund um Ihre Knochen- und Gelenkgesundheit steht Ihnen die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi mit ihrem Expertenteam zur Seite. Wenn Sie in unser Krankenhaus kommen, führen unsere Ärzte eine detaillierte Untersuchung durch. Falls erforderlich, wird Ihre Knochendichte mit unseren hochmodernen Geräten schnell gemessen. Dank unseres multidisziplinären Ansatzes wird – je nach zugrunde liegender Ursache – ein koordinierter Behandlungsplan mit unseren Spezialisten für Endokrinologie, Physiotherapie und Ernährungsberatung erstellt.

Bei möglichen Traumata und Knochenbrüchen bieten wir mit unserer rund um die Uhr (24/7) geöffneten Notaufnahme und unseren voll ausgestatteten Operationssälen eine lückenlose medizinische Versorgung. Wenn Sie zu Ihrem Termin kommen, beschleunigt es den Diagnoseprozess, wenn Sie frühere Bluttests, eine Liste Ihrer aktuellen Medikamente und alte Röntgenbefunde mitbringen. Um mit festen Schritten in die Zukunft zu gehen, können Sie uns ohne Zeitverlust über unsere Seite für die BHT CLINIC Terminvereinbarung oder über unser Callcenter unter 0850 811 34 00 erreichen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist Knochenschwund bei jungen Menschen heilbar?

Ja, wenn er frühzeitig diagnostiziert und die zugrunde liegende Ursache richtig identifiziert wird, ist Knochenschwund bei jungen Menschen weitgehend behandelbar. Durch die richtige Ernährung, Bewegung und medizinische Präparate kann der Verlust der Knochendichte gestoppt und die Knochen können wieder gestärkt werden.

Kann man mit 20 Jahren Knochenschwund bekommen?

Obwohl es in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist, kann Knochenschwund bereits in den 20ern auftreten. Oftmals entwickelt sich Osteoporose in diesem Alter aufgrund sekundärer Ursachen wie genetischen Faktoren, hormonellen Störungen, Essstörungen oder der langfristigen Einnahme von Kortison.

Zu welchem Facharzt geht man bei Knochenschwund?

Patienten mit Verdacht auf Knochenschwund sollten sich zunächst an die Abteilungen für Orthopädie und Traumatologie oder Physikalische Medizin und Rehabilitation wenden. Je nach zugrunde liegende Ursache können die Patienten auch an Spezialisten für Endokrinologie oder Rheumatologie überwiesen werden.

Verursacht Knochenschwund Schmerzen?

Im Anfangsstadium verursacht Knochenschwund in der Regel keine Schmerzen. Wenn jedoch die Knochendichte abnimmt und sich Mikrorisse (Sinterungsbrüche) in der Wirbelsäule bilden, können insbesondere im Rücken- und Lendenbereich starke und chronische Schmerzen auftreten.

Führt Kaffeetrinken zu Knochenschwund?

Ein übermäßiger Koffeinkonsum kann die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm leicht verringern und die Kalziumausscheidung über den Urin erhöhen. Es gibt jedoch keine eindeutigen Beweise dafür, dass der Konsum von 2-3 Tassen Kaffee pro Tag bei gesunden jungen Menschen, die ausreichend Kalzium zu sich nehmen, direkt zu Knochenschwund führt. Wichtig ist ein maßvoller Konsum.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; wenden Sie sich für eine Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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