Die 7 häufigsten Erste-Hilfe-Fehler

In Notfällen kann es dem Patienten mehr schaden als nützen, wenn man sich bei der Ersten Hilfe auf Halbwissen verlässt. Einige falsche Gewohnheiten, die in unserer Gesellschaft von Generation zu Generation weitergegeben werden, verzögern nicht nur den Heilungsprozess, sondern können auch lebensbedrohlich sein. Mit den richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen können Sie das Leben Ihrer Liebsten retten und mögliche bleibende Schäden verhindern.
- Bei Nasenbluten den Kopf nicht in den Nacken legen, sondern leicht nach vorne beugen und die Nasenflügel zusammendrücken.
- Zahnpasta oder Joghurt auf Verbrennungen aufzutragen, erhöht das Infektionsrisiko; es sollte nur kühles Wasser verwendet werden.
- Einer ohnmächtigen Person Kolonya (klassisches türkisches Duftwasser) riechen zu lassen, kann die Atemwege reizen.
- Der Mund einer Person mit einem epileptischen Anfall darf nicht gewaltsam geöffnet werden; lediglich der Kopf sollte vor Stößen geschützt werden.
- Bei Verdacht auf Vergiftung darf die Person niemals zum Erbrechen gebracht werden; rufen Sie sofort die 112 an.
Warum ist Erste Hilfe in Notfällen lebenswichtig?
Bei unerwarteten Unfällen oder plötzlich auftretenden gesundheitlichen Problemen sind die ersten Minuten von großer Bedeutung. Bewusste Maßnahmen in der Zeit bis zum Eintreffen medizinischer Hilfe erhöhen die Überlebenschancen des Patienten und verringern das Risiko von Behinderungen. In Notfallsituationen ist es jedoch wichtig, ruhig zu bleiben und nur Schritte zu unternehmen, deren Richtigkeit man sich sicher ist. Falsche Eingriffe können eine einfache Verletzung in ein komplexes Gesundheitsproblem verwandeln. Daher ist es für jeden eine grundlegende Verantwortung, sich über vermeintlich richtige Erste-Hilfe-Fehler in der Gesellschaft bewusst zu werden.
Die 7 häufigsten Erste-Hilfe-Fehler und die richtigen Maßnahmen
Einige Handlungen, die wir bei alltäglichen Unfällen und in Krisenmomenten reflexartig ausführen, sind aus medizinischer Sicht eigentlich riskant. Hier sind die häufigsten Erste-Hilfe-Fehler und die richtigen Schritte, die Sie stattdessen tun sollten:
1. Den Kopf bei Nasenbluten in den Nacken legen
Den Kopf bei Nasenbluten nach hinten zu neigen, ist einer der häufigsten Fehler. Diese Methode stoppt die Blutung nicht, sondern führt nur dazu, dass das Blut in den Rachen und den Magen fließt. Blut im Magen kann zu Übelkeit und Erbrechen führen oder in die Atemwege gelangen und eine Erstickungsgefahr darstellen.
Die richtige Maßnahme: Die klarste Antwort auf die Frage, was bei Nasenbluten zu tun ist, lautet: Die Person hinsetzen und den Kopf leicht nach vorne beugen. Die Nasenflügel sollten mit Daumen und Zeigefinger etwa 10 Minuten lang ununterbrochen zusammengedrückt werden. Während dieser Zeit wird empfohlen, durch den Mund zu atmen und das Schlucken zu vermeiden.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Wenn die Blutung länger als 20 Minuten nicht stoppt, nach einem schweren Schlag oder Trauma begonnen hat, die Person blutverdünnende Medikamente einnimmt oder die Blutung von Schwindel begleitet wird, sollte unverzüglich eine Notaufnahme aufgesucht werden.
2. Einer ohnmächtigen Person scharfe Gerüche zum Einatmen geben
Bei einer Synkope (Ohnmacht) ist es eine weit verbreitete Tradition, der Person scharfe Gerüche wie Zwiebeln, Kolonya, Alkohol oder Ammoniak zum Einatmen zu geben, um sie aufzuwecken. Solche scharfen Gerüche können die Atemwege jedoch stark reizen, Krämpfe verursachen und der Person das Atmen noch schwerer machen. Auch das Spritzen von Wasser ins Gesicht birgt die Gefahr, dass Wasser in die Atemwege gelangt.
Die richtige Maßnahme: Wenn Sie sich fragen, was bei einer ohnmächtigen Person zu tun ist, sollten Sie zunächst ruhig bleiben. Die Person sollte auf den Rücken gelegt und die Beine etwa 30 Zentimeter vom Boden angehoben werden (Schocklage). Einengende Kleidung wie Krawatte, Kragen oder Gürtel sollte gelockert und für frische Luft gesorgt werden, um der Person das Atmen zu erleichtern.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Wenn die ohnmächtige Person nicht innerhalb von 1-2 Minuten das Bewusstsein wiedererlangt, über Brustschmerzen klagt, Atembeschwerden hat oder vor der Ohnmacht starkes Herzrasen verspürte, muss sofort die 112 angerufen werden.
3. Zahnpasta oder Joghurt auf Verbrennungen auftragen
Bei Küchenunfällen oder dem Verschütten von heißem Wasser Zahnpasta, Joghurt, Tomatenmark oder Olivenöl auf die Verbrennung aufzutragen, ist ein gefährlicher Fehler, der das Gewebe schädigt und das Infektionsrisiko drastisch erhöht. Ebenso kann das direkte Auflegen von Eis auf die verbrannte Stelle durch den plötzlichen Temperaturwechsel zu einer zweiten Schädigung des empfindlichen Gewebes, dem sogenannten "Eisbrand", führen.
Die richtige Maßnahme: Die medizinische Antwort auf die Frage, was bei Verbrennungen hilft, ist kühles Wasser. Die verbrannte Stelle sollte etwa 15–20 Minuten lang unter fließendes, kühles Leitungswasser (ohne starken Druck) gehalten werden. Danach sollte der Bereich locker mit einem sauberen, fusselfreien Tuch oder steriler Gaze abgedeckt werden. Entstandene Brandblasen dürfen auf keinen Fall aufgestochen werden.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Befindet sich die Verbrennung im Gesicht, an den Händen, Füßen, Genitalien oder über großen Gelenken, wurde sie durch Chemikalien oder Strom verursacht oder nimmt sie eine große Fläche ein, muss unbedingt medizinische Notfallhilfe in Anspruch genommen werden.
4. Den Mund einer Person mit einem epileptischen Anfall öffnen wollen
Es ist ein großer Fehler, den Mund eines Patienten während eines epileptischen Anfalls gewaltsam öffnen zu wollen, die Finger hineinzustecken oder einen Löffel zwischen die Zähne zu klemmen, um zu verhindern, dass er seine Zunge verschluckt. Diese Eingriffe können dazu führen, dass der Kieferknochen des Patienten bricht, Zähne ausfallen oder die Finger der helfenden Person schwer verletzt werden. Der Versuch, die Krämpfe zu stoppen, indem man sich auf den Patienten wirft, führt ebenfalls zu Muskelrissen.
Die richtige Maßnahme: Scharfe, spitze und harte Gegenstände in der Nähe der krampfenden Person sollten entfernt werden. Ein weiches Kissen oder eine gefaltete Jacke sollte unter den Kopf gelegt werden, um zu verhindern, dass der Kopf auf den Boden schlägt. Nach dem Anfall sollte die Person langsam auf die Seite gedreht werden (stabile Seitenlage), um zu verhindern, dass Speichel oder Erbrochenes die Atemwege blockieren.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert, die Person mehrere Anfälle hintereinander hat, der Anfall im Wasser stattfand, bei dem Patienten keine Epilepsie bekannt ist oder die Person schwanger ist, sollte sofort die Notrufnummer 112 gewählt werden.
5. Bei einem Herzinfarkt nur Wasser geben und abwarten
Einer Person mit Brustschmerzen in der Annahme, "es geht schon vorbei", nur Wasser zu geben, ihr den Rücken zu reiben oder zu versuchen, den Patienten mit dem eigenen Auto ins Krankenhaus zu bringen, führt zu einem gefährlichen Zeitverlust. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt erhöht körperliche Anstrengung den Sauerstoffbedarf des Herzens und verschlimmert den Infarkt.
Die richtige Maßnahme: Die Person sollte sofort in einer bequemen Position (meist halbsitzend) zur Ruhe kommen. Die Kleidung sollte gelockert und die Person beruhigt werden. Es dürfen absolut keine Speisen oder Getränke verabreicht werden.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Wenn ein Druck- oder Engegefühl in der Mitte des Brustkorbs besteht, dieser Schmerz in den linken Arm, den Hals oder den Kiefer ausstrahlt und von kaltem Schweiß sowie Atemnot begleitet wird, zählt jede Sekunde. Ohne den Patienten laufen zu lassen oder ihn selbst fahren zu lassen, muss sofort die 112 angerufen und auf einen voll ausgestatteten Rettungswagen gewartet werden.
6. Bei Vergiftungen den Patienten zum Erbrechen bringen
Besonders beim Verschlucken von Reinigungsmitteln, Bleichmitteln oder säurehaltigen Substanzen ist der Versuch, den Patienten zum Erbrechen zu bringen, einer der tödlichsten Fehler. Ätzende Stoffe verbrennen beim Verschlucken die Speiseröhre; beim Erbrechen verbrennen sie auf dem gleichen Weg nach draußen Speiseröhre und Rachen ein zweites Mal und hinterlassen irreversible Schäden.
Die richtige Maßnahme: Bei Verdacht auf Vergiftung darf die Person niemals zum Erbrechen gebracht werden. Befinden sich Chemikalienreste um den Mund herum, können diese mit Wasser abgewaschen werden. Es sollte festgestellt und notiert werden, welche Substanz verschluckt wurde, wie viel und wann, um dem medizinischen Personal diese Informationen weiterzugeben.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Bei Verschlucken jeglicher Art von Chemikalien, Medikamenten oder giftigen Pilzen/Pflanzen sollte unverzüglich die Giftnotrufzentrale (in der Türkei 114) oder die Notrufnummer 112 angerufen werden. Ist der Patient bewusstlos, muss er sofort in die Notaufnahme gebracht werden.
7. Bei Erstickungsgefahr wahllos auf den Rücken schlagen
Wenn sich jemand beim Essen verschluckt hat und aufrecht steht, kann ein kräftiger Schlag auf den Rücken dazu führen, dass der Fremdkörper noch tiefer rutscht und die Atemwege vollständig blockiert. Wenn die Person husten kann, handelt es sich um eine teilweise Blockade, und es sollte nicht eingegriffen werden.
Die richtige Maßnahme: Wenn die Person husten und sprechen kann, sollte sie lediglich zum Husten ermutigt werden. Wenn die Person jedoch nicht husten oder sprechen kann, an den Hals greift und blau anläuft (vollständige Blockade), sollte das Heimlich-Manöver angewendet werden. Man stellt sich hinter die Person, ballt eine Hand zur Faust und legt sie knapp über den Bauchnabel. Mit der anderen Hand greift man diese Faust und übt 5-mal kräftig Druck nach innen und oben aus. Bis der Fremdkörper herauskommt, werden abwechselnd 5 Schläge auf den Rücken und 5 Heimlich-Manöver durchgeführt.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten: Sobald Anzeichen einer vollständigen Blockade auftreten, sollte jemand in der Nähe aufgefordert werden, sofort die 112 anzurufen. Auch wenn der Fremdkörper herauskommt, muss unbedingt eine ärztliche Untersuchung stattfinden, um mögliche Schäden in den Atemwegen oder verbliebene Teile auszuschließen.
Notfallprozesse in der BHT CLINIC
Bei medizinischen Notfällen ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Notaufnahme der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi steht Ihnen 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag mit ihrem fachkundigen Ärzteteam und einer technologischen Infrastruktur nach internationalen Standards (JCI) zur Verfügung. In kritischen Situationen wie unerwarteten Unfällen, Herzinfarkten, Vergiftungen oder Traumata werden in unseren voll ausgestatteten Notfallräumen schnelle und zuverlässige Behandlungsprozesse durchgeführt. Wenn Sie mit einem Notfall konfrontiert sind, können Sie sich nach Anwendung der richtigen Erste-Hilfe-Schritte sicher an unser Krankenhaus wenden und die Gesundheit Ihrer Liebsten in erfahrene Hände legen.
Häufig gestellte Fragen
Was soll ich tun, wenn das Nasenbluten nicht aufhört?
Wenn die Blutung trotz ununterbrochenem Druck auf die Nasenflügel für 15-20 Minuten und leicht nach vorne gebeugtem Kopf anhält, sollten Sie unverzüglich einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) oder die nächste Notaufnahme aufsuchen. Es können blutstillende Tamponaden oder eine Verödung (Kauterisation) erforderlich sein.
Was kann man tun, um Narben nach einer Verbrennung zu vermeiden?
Um Narbenbildung zu vermeiden, ist es sehr wichtig, dass die Erste Hilfe nur mit kühlem Wasser erfolgt. Entstandene Brandblasen dürfen auf keinen Fall aufgestochen werden. Während des Heilungsprozesses sollte der Bereich vor der Sonne geschützt werden, und es sollten nur vom Arzt verschriebene Brandsalben oder epithelisierende (zellregenerierende) Salben verwendet werden.
Darf man einer Person mit Herzinfarkt Aspirin geben?
Sie sollten einer Person mit Verdacht auf Herzinfarkt nicht auf eigene Initiative blutverdünnende Medikamente oder Herzmedikamente geben. Eine Medikamentengabe sollte nur auf direkte telefonische Anweisung des Arztes in der Notrufzentrale 112 oder gemäß einem zuvor vom eigenen Kardiologen des Patienten festgelegten Notfallplan erfolgen.
Darf man einem bei Unterzuckerung (Hypoglykämie) ohnmächtigen Patienten Zuckerwasser geben?
Wenn die Person völlig bewusstlos ist, kann die orale Gabe von Zuckerwasser, Fruchtsaft oder anderen Lebensmitteln zum Ersticken führen. Einem bewusstlosen Patienten darf nichts über den Mund verabreicht werden. Wenn die Person bei Bewusstsein ist und schlucken kann, können Würfelzucker oder Fruchtsaft gegeben werden; andernfalls muss sofort die 112 angerufen werden.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; bitte konsultieren Sie für Diagnose und Behandlung unbedingt Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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