Diagnose- und Behandlungsmethoden bei Herzerkrankungen

Die Früherkennung von Herzerkrankungen ist der wichtigste Schritt, um lebensbedrohliche Risiken abzuwenden und die Lebensqualität zu steigern. Wenn Symptome wie Brustschmerzen, Atemnot oder Herzrasen auftreten, sollte ohne Zeitverlust eine Abklärung durch die richtigen kardiologischen Tests erfolgen. Frühzeitig erkannte Probleme lassen sich mit den innovativen Behandlungsmethoden der modernen Medizin erfolgreich kontrollieren.
- Die Echokardiografie (Echo) ist ein strahlungsfreier, zuverlässiger Herzultraschall.
- Langzeit-EKG- und Langzeit-Blutdruckmessgeräte (Holter) erfassen durch eine 24-Stunden-Überwachung auch versteckte Probleme.
- Das Belastungs-EKG (Stresstest) beurteilt detailliert die Durchblutung des Herzens unter körperlicher Anstrengung.
- Die Koronarangiografie ermöglicht die exakte Diagnose von Gefäßverengungen und deren Behandlung mittels Stent.
- Herzschrittmacher und Ablationsverfahren werden zur dauerhaften Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
Was sind Herzerkrankungen und warum ist eine Früherkennung so wichtig?
Herzerkrankungen ist ein Sammelbegriff für strukturelle und funktionelle Störungen, die den Herzmuskel, die Herzklappen, die Blutgefäße oder das elektrische Reizleitungssystem des Herzens betreffen. Das Herz, der Motor unseres Körpers, schlägt durchschnittlich hunderttausendmal am Tag und versorgt alle Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die kleinste Störung in diesem perfekten System beeinträchtigt tiefgreifend alle Körperfunktionen. Koronare Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Herzrhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen sind die am häufigsten auftretenden Krankheitsbilder.
Eine frühzeitige Diagnose rettet bei Herzerkrankungen im wahrsten Sinne des Wortes Leben. Herzmuskelzellen reagieren äußerst empfindlich auf Sauerstoffmangel und haben nur eine sehr geringe Regenerationsfähigkeit, wenn sie einmal geschädigt sind. Durch regelmäßige Kontrollen und die richtigen kardiologischen Diagnoseverfahren können Gefäßverengungen oder Rhythmusstörungen erkannt werden, bevor sie dauerhafte Schäden verursachen. So kann das Fortschreiten der Erkrankung durch Anpassungen des Lebensstils und geeignete Therapien gestoppt werden.
Symptome und Risikofaktoren von Herzerkrankungen
Herzerkrankungen machen sich nicht immer durch plötzliche und schwere Symptome bemerkbar; manchmal entwickeln sie sich über Jahre hinweg unbemerkt. Fortgeschrittenes Alter, genetische Veranlagung, Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und ein hoher Cholesterinspiegel sind die ausgeprägtesten Risikofaktoren. Besonders Personen, in deren Familie bereits in jungen Jahren Herzinfarkte aufgetreten sind, sollten weitaus wachsamer sein und sich regelmäßigen kardiologischen Untersuchungen unterziehen.
Auch wenn die Symptome von Person zu Person variieren können, ist ein Druck-, Brenn- oder Engegefühl in der Mitte der Brust das häufigste Warnsignal. Dieser Schmerz kann oft in den linken Arm, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlen. Atemnot bei Belastung, unerklärliche Müdigkeit, Schwellungen an den Knöcheln (Ödeme), Herzrasen und ein Gefühl der Ohnmacht sind ebenfalls ernstzunehmende Signale, die Beachtung finden müssen. Manchmal können sogar untypische Beschwerden wie Magenverstimmungen oder Rückenschmerzen Vorboten eines kardiologischen Problems sein. Detaillierte Warnhinweise hierzu können Sie auch in unserem Artikel über versteckte Herzsymptome nachlesen.
Diagnosemethoden bei Herzerkrankungen
Wenn Sie ein Krankenhaus aufsuchen, hängt die Antwort auf die Frage, welche kardiologischen Tests durchgeführt werden, von der Art Ihrer Beschwerden und den Ergebnissen der körperlichen Untersuchung durch Ihren Arzt ab. Die hochmodernen Geräte, die die heutige Medizin bietet, ermöglichen eine detaillierte Untersuchung der Struktur und Funktion des Herzens.
Echokardiografie (Echo)
Das als Echo abgekürzte Verfahren ist ein sicheres, strahlungsfreies und effektives Diagnoseinstrument, das auf Ultraschallbasis funktioniert. Mithilfe von Schallwellen werden bewegte Bilder des Herzens erzeugt. Mit einem Echo lassen sich die Struktur des Herzens, die Wanddicken, Herzklappenerkrankungen, die Bewegungen der Herzwand, der Zustand des Herzbeutels und die Maße der großen vom Herzen ausgehenden Blutgefäße problemlos beurteilen. Es ist eine schmerzfreie und schnelle Methode, die keinerlei Vorbereitung erfordert.
Transösophageale Echokardiografie (TEE)
Dieses als TEE (oder auch "Schluckecho") bekannte Verfahren ist eine fortschrittliche Bildgebungsmethode, die mit einem speziellen Ultraschall-Endoskop durchgeführt wird, das in die Speiseröhre eingeführt wird. Da das Herz direkt vor der Speiseröhre liegt, liefert diese Methode viel klarere und detailliertere Bilder. Sie ermöglicht die Untersuchung von Herzklappen, angeborenen Herzfehlern (wie Löchern in der Herzscheidewand) und strukturellen Anomalien. Mindestens 6 Stunden vor dem Eingriff dürfen weder Nahrung noch Flüssigkeit aufgenommen werden. Der Rachen wird mit einem lokalen Betäubungsspray unempfindlich gemacht, und der Eingriff dauert durchschnittlich 10-15 Minuten. In den ersten zwei Stunden nach der Untersuchung darf nichts gegessen oder getrunken werden.
Langzeit-Blutdruckmessung und Langzeit-EKG (Holter)
Das Langzeit-Blutdruckmessgerät ist ein tragbares Gerät, das bei der Diagnose von Bluthochdruck und bei Patienten mit Blutdruckschwankungen alle 30 Minuten eine Messung durchführt und die Werte speichert. Doch wozu dient ein Langzeit-EKG (Rhythmus-Holter)? Bei Patienten, die unter Herzrasen, Rhythmusstörungen oder Ohnmachtsanfällen leiden, werden Elektroden auf die Brust geklebt und die EKG-Daten 24 Stunden lang auf einem tragbaren Gerät aufgezeichnet. Patienten sollten in dieser Zeit übermäßiges Schwitzen vermeiden, nicht duschen und nicht durch elektromagnetische Sicherheitsschleusen gehen. Nach 24 Stunden wird das Gerät abgenommen und versteckte Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus werden vom Arzt analysiert.
Belastungs-EKG (Stresstest)
Oft wird gefragt, was genau ein Belastungs-EKG auf dem Laufband ist. Dieser Test wird zur Früherkennung von ischämischen Herzerkrankungen (Gefäßverengungen) eingesetzt. Während der Patient auf einem Laufband geht, dessen Geschwindigkeit und Steigung in bestimmten Abständen erhöht werden, werden EKG und Blutdruck überwacht. Es wird beobachtet, ob der Herzmuskel bei steigender Herzfrequenz ausreichend durchblutet wird. Für Patienten über 45 Jahren wird eine jährliche Durchführung empfohlen. Fällt das Belastungs-EKG positiv aus, werden weitere Untersuchungen eingeleitet. Sofern der Arzt nichts anderes anordnet, müssen bestimmte Medikamente (wie Betablocker) möglicherweise 48 Stunden vorher abgesetzt werden.
Koronarangiografie (Herzkatheteruntersuchung)
Wie wird eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt? Diese Frage gehört zu den häufigsten Sorgen der Patienten. Die Angiografie ist ein Verfahren zur Darstellung der Herzkranzgefäße mit speziellen Geräten. Über eine Arterie in der Leiste oder am Handgelenk werden dünne Katheter bis zum Herzen vorgeschoben. Durch die Gabe eines Kontrastmittels werden Verengungen oder Blockaden in den Gefäßen unter Röntgenkontrolle sichtbar gemacht. Es wird empfohlen, vor dem Eingriff viel Wasser zu trinken; Diabetiker sollten in Absprache mit dem Arzt bestimmte Medikamente pausieren. Erfolgte der Zugang über die Leiste, wird für 6 Stunden ein Druckverband mit einem Sandsack angelegt; beim Zugang über das Handgelenk reicht ein spezielles Druckarmband für 2 Stunden aus.
Behandlungsmethoden bei Herzerkrankungen
Nach der Diagnosephase wird in einem multidisziplinären Ansatz der am besten geeignete Behandlungsplan für das festgestellte Problem erstellt. Wenn eine medikamentöse Therapie und Änderungen des Lebensstils nicht ausreichen, kommen interventionelle Verfahren oder chirurgische Eingriffe zum Einsatz.
Ballon- und Stent-Verfahren
Wird während einer Koronarangiografie eine hochgradige Verengung in den Gefäßen festgestellt, kann in derselben Sitzung eine Behandlung durch das Einsetzen eines Ballons oder Stents erfolgen. Ein spezieller Ballon, der in dem verengten Bereich platziert wird, wird aufgeblasen, um das Gefäß zu weiten. Anschließend wird ein Stent in Form eines feinen Drahtgeflechts eingesetzt, um eine erneute Verengung des Gefäßes zu verhindern. Patienten mit einem Stent müssen die vom Arzt verschriebenen blutverdünnenden Medikamente unbedingt konsequent einnehmen; andernfalls kann der Stent verstopfen und das Risiko eines plötzlichen Herzinfarkts entstehen.
Herzschrittmacher (Pacemaker)
Um Verlangsamungen oder Aussetzer im elektrischen System des Herzens zu behandeln, wird ein Herzschrittmacher eingesetzt. Nachdem das passende Modell für einen vorübergehenden oder dauerhaften Schrittmacher bestimmt wurde, wird der Eingriff am nüchternen Patienten durchgeführt. Unter örtlicher Betäubung wird über einen kleinen, etwa 5-7 cm langen Schnitt auf Höhe des Schlüsselbeins das Schrittmachergehäuse unter die Haut implantiert und die Elektroden werden zum Herzen vorgeschoben. Nach dem Eingriff erhält der Patient vorbeugend Antibiotika und seine Bewegungen werden für einen Tag mit einer Armschlinge eingeschränkt. Die Fäden werden innerhalb von 10-15 Tagen gezogen.
Elektrophysiologische Untersuchung (EPU) und Ablation
Bei unerklärlichen Ohnmachtsanfällen, Schweißausbrüchen und starkem Herzrasen wird eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt. Ähnlich wie bei der Angiografie wird dabei über die rechte Leiste ein Zugang gelegt, um die elektrischen Leitungsbahnen im Inneren des Herzens zu kartieren. Sobald der problematische Bereich, der die Rhythmusstörung verursacht, lokalisiert ist, kann das Problem in derselben Sitzung durch eine Ablation (Verödung durch Radiofrequenzenergie oder Vereisung) dauerhaft behandelt werden.
Komplikationen und Risikogruppen
Wenn Herzerkrankungen nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, können sie zu schwerwiegenden Komplikationen wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Schlaganfall und plötzlichem Herztod führen. Besonders Personen mit unkontrolliertem Diabetes, langjährige Raucher und Menschen, die an Adipositas (Fettleibigkeit) leiden, gehören zur höchsten Risikogruppe. Herzrhythmusstörungen können die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen begünstigen, was zu einem Gerinnsel im Gehirn (Schlaganfall) führen kann. Um diese Risiken zu minimieren, ist es unerlässlich, auf den Lebensstil zu achten und unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle zu bleiben. Weitere Informationen zu Präventionsmaßnahmen können Sie in unserem Artikel Wie man einem Herzinfarkt vorbeugt lesen.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Die Herzgesundheit ist zu wertvoll, um sie dem Zufall zu überlassen. Wenn Sie eines der folgenden Symptome verspüren, sollten Sie unverzüglich eine medizinische Einrichtung aufsuchen:
- Druck-, Enge- oder Brenngefühl in der Brust, das in den linken Arm oder Kiefer ausstrahlt.
- Plötzlich auftretende, starke Atemnot im Ruhezustand oder bei leichter Anstrengung.
- Schwarzwerden vor den Augen, Schwindel oder plötzliche Ohnmachtsanfälle (Synkopen).
- Ein so schnelles oder unregelmäßiges Herzklopfen, als würde das Herz aus dem Brustkorb springen.
- Kalter Schweiß, Übelkeit und ein unerklärliches Gefühl extremer Müdigkeit.
Besonders wenn Brustschmerzen und Atemnot gleichzeitig auftreten, sollten Sie auf keinen Fall versuchen, selbst ins Krankenhaus zu fahren, sondern sofort den Notruf 112 (Rettungsdienst) wählen.
Der Ablauf in der BHT CLINIC
In unseren Abteilungen für Herz- und Gefäßchirurgie sowie Kardiologie in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi werden die Diagnose und Behandlung von Herzerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen mit einem multidisziplinären Ansatz durchgeführt. In unserem JCI-akkreditierten Krankenhaus werden fortschrittliche Behandlungen wie Koronarangiografien, Herzschrittmacherimplantationen, Ablationen, Bypass- und Herzklappenoperationen von unserem Expertenteam mit höchster Präzision durchgeführt.
Mit unserer rund um die Uhr geöffneten Notaufnahme und der voll ausgestatteten kardiologischen Intensivstation (CCU) können wir bei jedem kardiologischen Notfall sofort eingreifen. Um Ihre Herzgesundheit abzusichern und sich einer detaillierten Untersuchung zu unterziehen, können Sie uns über unser Callcenter unter 0850 811 34 00 erreichen oder über unsere Website einen Termin vereinbaren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert eine Herzkatheteruntersuchung (Angiografie)?
Eine rein diagnostische Koronarangiografie dauert durchschnittlich 15-30 Minuten. Wird jedoch während des Eingriffs eine Gefäßverengung festgestellt und in derselben Sitzung ein Ballon oder Stent eingesetzt, kann sich diese Dauer auf 45-60 Minuten verlängern.
Bei wem darf kein Belastungs-EKG durchgeführt werden?
Bei Patienten mit Verdacht auf einen akuten (gerade stattfindenden) Herzinfarkt, einer hochgradigen Aortenklappenstenose, unkontrollierten, gefährlichen Herzrhythmusstörungen oder schwerer Herzinsuffizienz wird kein Belastungs-EKG durchgeführt. Bei diesen Patienten werden alternative Bildgebungsverfahren bevorzugt.
Muss man vor einer Echokardiografie nüchtern sein?
Für eine Standard-Echokardiografie (transthorakales Echo), die über die Brustwand durchgeführt wird, müssen Sie nicht nüchtern sein; Patienten können diesen Test auch nach dem Essen durchführen lassen. Für eine TEE (transösophageale Echokardiografie), die über die Speiseröhre erfolgt, muss der Patient jedoch mindestens 6 Stunden lang nüchtern sein (nichts essen oder trinken).
Darf man ein Handy benutzen, während man ein Langzeit-EKG trägt?
Ja, während das Langzeit-EKG-Gerät angelegt ist, kann das Mobiltelefon benutzt werden. Um jedoch zu verhindern, dass die Aufzeichnungsqualität des Geräts durch elektromagnetische Wellen beeinträchtigt wird, wird empfohlen, das Telefon nicht direkt über das Gerät oder die Elektroden zu halten und beim Telefonieren einen gewissen Abstand zum Gerät einzuhalten.
Worauf ist nach der Implantation eines Herzschrittmachers zu achten?
In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollte der Arm auf der Seite, auf der der Schrittmacher implantiert wurde, nicht übermäßig bewegt oder über den Kopf gehoben werden. Die Wunde muss sauber und trocken gehalten werden. Zudem dürfen Patienten nicht durch elektromagnetische Sicherheitsschleusen auf Flughäfen oder in Einkaufszentren gehen; sie müssen dem Sicherheitspersonal stattdessen ihren Schrittmacherausweis vorzeigen.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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