7 Wege, um unser Herz und den Blutdruck bei Hitzewellen zu schützen

Im Sommer führt die steigende Lufttemperatur dazu, dass das Herz viel härter arbeiten muss als gewöhnlich, da der Körper versucht, sich abzukühlen. Die Auswirkungen extremer Hitze auf das Herz können, besonders wenn sich die Blutgefäße weiten und durch Schwitzen Flüssigkeit verloren geht, zu Blutdruckschwankungen führen und lebensbedrohliche Risiken bergen. Nach den Warnungen von Dr. med. Hüseyin ÖZDİL, Kardiologe an der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi, sind einfache, aber wirksame Vorsichtsmaßnahmen für die Herzgesundheit bei heißem Wetter lebensrettend. Damit das Herz-Kreislauf-System diese schwierige Zeit unbeschadet übersteht, ist es notwendig, die Signale des Körpers richtig zu deuten und einige strategische Änderungen in den täglichen Gewohnheiten vorzunehmen.
- Bei heißem Wetter weiten sich die Blutgefäße, um die Körpertemperatur zu senken, was zu einem plötzlichen Blutdruckabfall führen kann.
- Wenn die durch Schwitzen verlorenen Flüssigkeiten und Mineralien nicht ersetzt werden, steigt die Arbeitsbelastung des Herzens erheblich.
- Der Aufenthalt in der Sonne, insbesondere zwischen 11:00 und 16:00 Uhr, birgt ein hohes Risiko für Herzpatienten.
- Wer blutdrucksenkende oder harntreibende Medikamente einnimmt, muss im Sommer möglicherweise nach ärztlicher Rücksprache die Dosis anpassen.
- Bei Brustschmerzen, extremer Atemnot oder plötzlicher Ohnmacht sollte unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Wie wirkt sich extreme Hitze auf das Herz aus?
Der menschliche Körper ist darauf programmiert, seine Innentemperatur konstant bei etwa 37 Grad zu halten. Wenn die Lufttemperatur steigt, schaltet sich das Wärmeregulationszentrum im Gehirn ein und sorgt dafür, dass sich die oberflächennahen Kapillargefäße weiten. Durch die Erweiterung der Gefäße wird das Blut in Richtung Haut geleitet und die Körperwärme durch Schwitzen abgeführt. Dieser natürliche Kühlmechanismus erfordert jedoch, dass das Herz zwei- bis viermal so viel Blut pumpt wie normal.
Der Herzmuskel erhöht die Anzahl der Schläge pro Minute, um die erweiterten Gefäße zu füllen und den Blutdruck im Gleichgewicht zu halten. Gleichzeitig werden durch starkes Schwitzen lebenswichtige Mineralien wie Wasser, Natrium und Kalium aus dem Körper ausgeschieden. Wenn das Flüssigkeitsvolumen des Blutes abnimmt, verdickt sich das Blut und die Neigung zur Gerinnselbildung steigt. Während ein gesundes Herz diese zusätzliche Belastung tolerieren kann, kann dies bei Personen mit Gefäßverschlüssen oder Herzinsuffizienz den Weg für Brustschmerzen, Rhythmusstörungen und sogar Herzinfarkte ebnen.
Wer ist stärker gefährdet?
Obwohl extreme Hitze jeden betrifft, ist die Gefahr für bestimmte Gruppen viel präsenter. Die Antwort auf die Frage, worauf Herzpatienten im Sommer achten sollten, liegt zunächst in der richtigen Bestimmung des Risikoprofils. Ältere Menschen, insbesondere die Gruppe der über 65-Jährigen, stehen an erster Stelle, da ihr Durstgefühl schwächer wird und die Wärmeregulationskapazität des Körpers abnimmt.
Patienten mit Herzinsuffizienz haben Schwierigkeiten, den erhöhten Blutbedarf zu decken, da die Pumpkraft des Herzens ohnehin geschwächt ist. Bei Personen mit koronarer Herzkrankheit kann das verdickte Blut die Bildung von Blutgerinnseln in Bereichen mit Stents oder Plaques auslösen. Darüber hinaus sind Bluthochdruckpatienten, auch bedingt durch die von ihnen eingenommenen Medikamente, sehr anfällig für plötzliche Blutdruckabfälle. Übergewichtige Menschen, Diabetiker und Personen mit Nierenfunktionsstörungen gehören ebenfalls zu den Risikogruppen, die Hitzewellen am stärksten spüren.
1. Verfolgen Sie eine "Smart Hydration"-Strategie
Auf den Durst zu warten, ist ein Zeichen dafür, dass der Körper bereits dehydriert ist und der Stress auf zellulärer Ebene begonnen hat. Damit das Herz das Blut leicht pumpen kann und die Fließfähigkeit des Blutes erhalten bleibt, muss das Flüssigkeitsvolumen in den Gefäßen konstant gehalten werden. Mindestens 2,5 bis 3 Liter Wasser pro Tag zu trinken, ist die erste Regel, um das Herz in den Sommermonaten zu schützen. Anstatt Wasser in großen Mengen auf einmal zu trinken, erhöht ein über den Tag verteiltes, schluckweises Trinken die Aufnahme.
Tee, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke und Energydrinks sind kein Ersatz für Wasser. Im Gegenteil, sie wirken aufgrund des enthaltenen Koffeins harntreibend und führen dazu, dass mehr Flüssigkeit aus dem Körper ausgeschieden wird. Wenn Sie solche Getränke konsumieren, sollten Sie unbedingt ein zusätzliches Glas Wasser trinken, um die verlorene Flüssigkeit auszugleichen. Für umfassendere Informationen zum richtigen Wasserkonsum können Sie unseren Ratgeber Wasserkonsum und Schutz vor Dehydration bei heißem Wetter lesen.
2. Überprüfen Sie Ihre Medikamentendosis mit Ihrem Arzt
Da sich im Sommer die Blutgefäße weiten und durch Schwitzen Flüssigkeit verloren geht, neigt der Blutdruck von Natur aus dazu, zu sinken. Ein Blutdruckabfall im Sommer ist ein kritisches Thema, insbesondere für Patienten, die wegen Bluthochdrucks behandelt werden. Die Dosen von Blutdrucksenkern oder Diuretika, die im Winter zum Ausgleich des Blutdrucks verwendet werden, können im Sommer für den Körper zu viel sein. Dies kann beim Aufstehen zu Schwarzwerden vor den Augen, Schwindel und plötzlicher Ohnmacht führen.
Sie sollten Ihren Arzt konsultieren und darum bitten, dass Ihre Medikamente entsprechend den Sommermonaten neu eingestellt werden. In einigen Fällen kann Ihr Arzt die Medikamentendosis halbieren oder auf einen anderen Wirkstoff umstellen. Das eigenmächtige Absetzen oder Ändern der Dosis Ihres Medikaments kann jedoch zu plötzlichen Blutdruckspitzen führen. Alle Änderungen müssen unbedingt mit Zustimmung eines Kardiologen vorgenommen werden.
3. Befolgen Sie die "Goldene Stunden"-Regel
Die Zeit zwischen 11:00 und 16:00 Uhr, wenn die Sonnenstrahlen im steilsten Winkel auf die Erde treffen, ist die Zeit, in der Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit ihren Höhepunkt erreichen. Der Aufenthalt im Freien zu diesen Zeiten, ganz zu schweigen von körperlicher Aktivität, birgt ein hohes Risiko für Herzpatienten. Selbst ein zügiger Spaziergang in der Hitze belastet das Herz so sehr wie ein schweres Cardio-Training.
Sie sollten Arbeiten im Freien, Einkäufe oder Sport in der kühlen Morgenfrühe oder in den Abendstunden nach Sonnenuntergang planen. Wenn Sie unbedingt nach draußen gehen müssen, sollten Sie schattige Bereiche bevorzugen, Ihr Gehtempo verlangsamen und häufige Ruhepausen einlegen. Wenn Sie während der körperlichen Aktivität ein Druckgefühl in der Brust oder Atemnot verspüren, sollten Sie die Aktivität sofort abbrechen und an einen kühlen Ort gehen.
4. Schützen Sie den Körper vor einem "Temperaturschock"
Der plötzliche Wechsel von einer extrem heißen Umgebung in einen eiskalten, klimatisierten Raum oder das Duschen mit sehr kaltem Wasser, während man schwitzt, löst im Körper einen Temperaturschock aus. Die Blutgefäße in der Haut, die plötzlich mit kalter Luft oder kaltem Wasser in Kontakt kommen, ziehen sich schnell zusammen. Diese plötzliche Verengung führt dazu, dass der Blutdruck innerhalb von Sekunden auf gefährliche Werte ansteigt und die Arbeitsbelastung des Herzens schlagartig zunimmt.
Achten Sie darauf, die Temperatur der Klimaanlage immer zwischen 22 und 24 Grad zu halten. Ideal ist es, wenn der Temperaturunterschied zwischen der Außenluft und dem Innenraum 8 bis 10 Grad nicht überschreitet. Achten Sie beim Duschen zur Abkühlung ebenfalls darauf, dass das Wasser lauwarm und nicht eiskalt ist. Eine lauwarme Dusche senkt die Körpertemperatur allmählich und sicher, sodass Sie sich entspannen können, ohne das Herz-Kreislauf-System zu belasten.
5. Setzen Sie auf das Prinzip "Leichtigkeit" bei der Ernährung
Schwere, fettige, stark gewürzte Speisen und dichte Kohlenhydrate sind sehr schwer zu verdauen. Das Verdauungssystem verlangt, dass große Mengen Blut in Magen und Darm gepumpt werden, um diese schweren Lebensmittel zu verarbeiten. Das Herz, das bei heißem Wetter ohnehin schon Überstunden macht, um die Haut zu kühlen, ermüdet doppelt so schnell, wenn es zusätzliches Blut für das Verdauungssystem pumpen muss.
Stellen Sie auf ein Ernährungsmodell mit kleinen, häufigen Mahlzeiten um, indem Sie Ihre Portionsgrößen reduzieren. Bevorzugen Sie anstelle von schweren Teigwaren und frittierten Speisen Lebensmittel mit hohem Wasser-, Kalium- und Magnesiumgehalt. Gemüse wie Gurken, Tomaten und Portulak sowie Früchte der Saison wie Wassermelone, Melone und Pfirsich gleichen nicht nur Ihr Flüssigkeitsdefizit aus, sondern schonen auch Ihr Herz. Detaillierte Empfehlungen finden Sie in unserem Artikel Fit und gesund durch die Sommerhitze: Ernährungstipps.
6. Wählen Sie "atmungsaktive" Stoffe für Ihre Kleidung
Die effektivste Kühlmethode des Körpers ist das Schwitzen. Der Schweiß muss jedoch von Ihrer Haut verdunsten und sich mit der Luft vermischen. Synthetische Stoffe, Kleidungsstücke mit Nylonanteil und eng anliegende Kleidung verhindern die Verdunstung von Schweiß und erzeugen einen heißen Treibhauseffekt um den Körper. Wenn die Körperwärme nicht abgeführt werden kann, steigt die Innentemperatur und die Herzfrequenz erreicht gefährliche Werte.
Passen Sie Ihre Garderobe den Sommermonaten an. Tragen Sie helle, sonnenlichtreflektierende und locker sitzende Kleidung. Bevorzugen Sie Stoffe aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Bambus, die die Haut atmen lassen. Machen Sie es sich zur täglichen Gewohnheit, beim Rausgehen einen breitkrempigen Hut und eine Sonnenbrille zu tragen, um Kopf und Gesicht vor der Sonne zu schützen.
7. Führen Sie ein Blutdruck- und Pulstagebuch
Die physiologische Reaktion Ihres Körpers zu messen und aufzuzeichnen, wenn Hitzewellen beginnen, ist eine der besten Schutzmaßnahmen. Wenn bei Ihnen Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz diagnostiziert wurde, ist es für Ihren Arzt sehr wertvoll, den Verlauf Ihres Blutdrucks im Laufe des Tages zu kennen, um den Behandlungsplan richtig zu erstellen.
Messen Sie Ihren Blutdruck und Puls zweimal täglich, morgens nach dem Aufstehen und abends. Notieren Sie diese Werte in einem Notizbuch mit Datum und Uhrzeit. Wenn Ihr Blutdruck konstant unter 90/60 mmHg fällt oder über 140/90 mmHg steigt, oder wenn Ihr Puls selbst im Ruhezustand über 100 Schläge pro Minute liegt, teilen Sie diese Daten unverzüglich Ihrem Kardiologen mit.
Unterschiede zwischen Hitzschlag und Herzinfarkt
Obwohl bei einer Person, der bei heißem Wetter unwohl wird, zuerst an einen Hitzschlag gedacht wird, kann die zugrunde liegende Ursache ein Herzinfarkt sein. Die Unterscheidung der Symptome beider Zustände ist für die Anwendung der richtigen Ersten Hilfe von entscheidender Bedeutung.
Bei einem Hitzschlag steigt die Körpertemperatur der Person auf über 40 Grad. Die Haut ist trocken, rot und extrem heiß. Es treten starke Kopfschmerzen, geistige Verwirrung, Übelkeit und ein schneller, aber schwacher Puls auf. In diesem Fall sollte die Person sofort an einen kühlen Ort gebracht und versucht werden, ihren Körper mit feuchten Tüchern abzukühlen.
Bei einem Herzinfarkt hingegen ist das Hauptsymptom ein starker, drückender Schmerz, der in der Mitte des Brustkorbs zu spüren ist und in den linken Arm, den Hals oder den Kiefer ausstrahlt. Die Haut der Person ist blass und sie schwitzt kalt. Der Schmerz wird von Atemnot und Schwindel begleitet. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte der Patient sofort in eine voll ausgestattete Notaufnahme gebracht werden, anstatt zu versuchen, ihn abzukühlen.
Wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten und Notfälle
Wenn Ihr Herz bei heißem Wetter belastet wird, sendet es Ihnen einige Frühwarnsignale. Die Beachtung dieser Signale und die rechtzeitige Anforderung medizinischer Hilfe verhindern dauerhafte Schäden. Wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken, rufen Sie unverzüglich die Notrufnummer 112 an oder suchen Sie die nächstgelegene Notaufnahme auf:
- Druck-, Enge- oder Schmerzgefühl in der Brust, im Rücken oder im Arm, das länger als 5 Minuten anhält.
- Plötzlich auftretende und anhaltende Atemnot im Ruhezustand.
- Plötzlicher Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht, einhergehend mit Schwarzwerden vor den Augen.
- Das Gefühl, dass das Herz sehr schnell, unregelmäßig oder stolpernd schlägt, als ob es aus der Brust springen würde.
- Extreme Schwäche, Blaufärbung der Lippen oder Fingerspitzen.
Der Ablauf in der Kardiologie der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi
Um Ihre Herzgesundheit nicht dem Zufall zu überlassen, ist eine detaillierte kardiologische Untersuchung vor Beginn der Sommermonate der sicherste Weg. In der kardiologischen Abteilung der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi wird von unserem fachärztlichen Team mithilfe fortschrittlicher Diagnoseverfahren wie EKG, Echokardiographie, Belastungstest und Langzeit-EKG (Holter) beurteilt, wie gut Ihr Herz auf die Sommerhitze vorbereitet ist.
Die Sommerdosisanpassungen Ihrer Blutdruck-, Rhythmus- oder blutverdünnenden Medikamente werden individuell und sorgfältig geplant. In Notfällen greifen unsere rund um die Uhr, 7 Tage die Woche geöffnete Notaufnahme und unsere voll ausgestattete Angiographie-Einheit innerhalb von Minuten bei jeder Art von Herzinfarkt ein. Für einen gesunden Sommer können Sie unsere Termin-Seite besuchen oder unser Callcenter unter 0850 811 34 00 anrufen.
Häufig gestellte Fragen
Steigt oder sinkt der Blutdruck bei Hitze?
Da sich die Blutgefäße bei heißem Wetter weiten, um die Körpertemperatur zu senken, neigt der Blutdruck im Allgemeinen dazu, zu sinken. Wenn jedoch ein extremer Flüssigkeitsverlust auftritt oder die Person plötzlich in eine kalte Umgebung kommt, können sich die Gefäße verengen und einen plötzlichen Blutdruckanstieg verursachen.
Wie werden Blutdruckmedikamente bei heißem Wetter eingenommen?
Blutdruckmedikamente sollten weiterhin zu den vom Arzt empfohlenen Zeiten und in den empfohlenen Dosen eingenommen werden. Da die Winterdosis aufgrund der Erweiterung der Blutgefäße im Sommer zu hoch sein und den Blutdruck zu stark senken kann, muss unbedingt ein Kardiologe konsultiert werden, um die Sommerdosis anzupassen.
Ist Herzrasen im Sommer normal?
Es ist physiologisch normal, dass die Herzfrequenz leicht ansteigt, da das Herz bei heißem Wetter mehr Blut pumpen muss, um die Haut zu kühlen. Wenn das Herzrasen jedoch sehr stark ist, unregelmäßige Schläge auftreten oder von Atemnot begleitet wird, muss unbedingt ein Kardiologe aufgesucht werden.
Dürfen Herzpatienten ins Meer oder in den Pool gehen?
Ja, sie dürfen, allerdings unter Einhaltung bestimmter Regeln. Das Schwimmen in den Mittagsstunden, wenn die Sonne am höchsten steht, sollte vermieden werden, ebenso wie das Schwimmen mit vollem Magen oder bei extremer Anstrengung. Außerdem sollte man langsam ins Wasser gehen, da ein plötzlicher Sprung in sehr kaltes Wasser zu Gefäßkrämpfen führen kann.
Dieser Artikel dient zu Informationszwecken; für Diagnose und Behandlung wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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