Was ist HPV? Symptome, Übertragungswege und die HPV-Impfung

Das Humane Papillomvirus (HPV) ist ein weit verbreitetes DNA-Virus, das Haut und Schleimhäute infiziert und die häufigste sexuell übertragbare Infektion darstellt. Es ist in der Bevölkerung so allgegenwärtig, dass die Wahrscheinlichkeit für einen durchschnittlichen Erwachsenen, bis zum 50. Lebensjahr damit in Kontakt zu kommen, bei etwa 80 Prozent liegt. Obwohl das Virus oft unbemerkt und ohne Symptome im Körper verbleibt, kann es in einigen Fällen zu Genitalwarzen und ernsthaften Gesundheitsproblemen wie Gebärmutterhalskrebs führen.
Kurz gefasst:
- 80 Prozent der Erwachsenen kommen irgendwann in ihrem Leben mit HPV in Kontakt.
- Es gibt mehr als 170 Virustypen; über 40 davon werden durch sexuellen Kontakt übertragen.
- Ein Großteil der Infektionen heilt dank eines starken Immunsystems von selbst aus.
- Die HPV-Typen 6 und 11 verursachen Genitalwarzen, während Typen wie 16 und 18 Krebs auslösen können.
- Um Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium zu erkennen, sind regelmäßige Abstrichuntersuchungen (Pap-Tests) lebenswichtig.
- Die 9-fach-HPV-Impfung bietet einen hohen Schutz gegen die gefährlichsten Virustypen.
Was ist HPV und wie häufig kommt es vor?
Die einfachste Antwort auf die Frage, was HPV ist: Es handelt sich um eine Familie von DNA-Viren, die auf die Zellen der obersten Hautschicht (Epithel) abzielen. Bisher wurden etwa 170 verschiedene HPV-Typen identifiziert. Während einige dieser Typen harmlose Warzen an Händen oder Füßen verursachen, betreffen mehr als 40 Typen direkt den Genitalbereich und werden sexuell übertragen. Eine Person kann sich auch mit mehreren HPV-Typen gleichzeitig infizieren.
Der Höhepunkt einer HPV-Infektion tritt meist zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr auf. Die überwiegende Mehrheit der Menschen steckt sich irgendwann im Leben mit diesem Virus an. Doch nicht jeder, der infiziert ist, wird auch krank. Das körpereigene Immunsystem greift ein, unterdrückt das Virus meist von selbst und eliminiert es aus dem Körper. Daher leben viele HPV-Träger völlig normal weiter, ohne überhaupt zu ahnen, dass sie das Virus in sich tragen.
Wie wird HPV übertragen und was sind die Risikofaktoren?
Der häufigste Übertragungsweg von HPV ist der sexuelle Kontakt. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut einer infizierten Person weitergegeben. Es kann beim vaginalen, analen oder oralen Sex leicht durch Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen werden. Auch ohne vollständigen Geschlechtsverkehr (Penetration) reicht der bloße Kontakt der Genitalbereiche für eine Übertragung des Virus völlig aus.
Obwohl die Verwendung von Kondomen vor vielen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt, schließt sie das HPV-Risiko nicht vollständig aus. Das liegt daran, dass sich das Virus auch auf Hautpartien befinden kann, die vom Kondom nicht bedeckt sind. Häufig wechselnde Sexualpartner, ein früher Beginn des Sexuallebens und ein geschwächtes Immunsystem gehören zu den Hauptfaktoren, die das Risiko einer HPV-Infektion erhöhen. Auch das Rauchen unterdrückt das Immunsystem und begünstigt so, dass das Virus dauerhaft im Körper verbleibt.
Was sind die Symptome von HPV?
Eine HPV-Infektion verläuft in den meisten Fällen asymptomatisch (ohne Beschwerden). Nachdem das Virus in den Körper eingedrungen ist, kann es Monate oder sogar Jahre lang still verweilen. Wenn Symptome auftreten, ist das häufigste klinische Bild das Auftreten von Genitalwarzen (Feigwarzen). Einige Hochrisiko-HPV-Typen verursachen hingegen Veränderungen auf zellulärer Ebene und führen zu Krebsvorstufen (Läsionen). Diese Veränderungen sind von außen nicht sichtbar, verursachen keine Schmerzen und können nur durch spezielle Screening-Tests entdeckt werden.
Was sind Genitalwarzen?
Genitalwarzen, in der medizinischen Fachsprache Kondylome genannt, sind kleine, fleischfarbene Erhebungen, die meist durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht werden. Bei Frauen können sie an der Vulva, in der Vagina, am Gebärmutterhals oder rund um den Anus auftreten; bei Männern am Penis, am Hodensack (Skrotum) oder um den Anus herum. Ihre Größe variiert von einem stecknadelkopfgroßen Punkt bis hin zu blumenkohlartigen Wucherungen. Sie sind in der Regel schmerzlos, können aber manchmal Juckreiz, leichte Blutungen oder ein unangenehmes Gefühl verursachen.
Wie wird HPV im Krankenhaus diagnostiziert?
Die Diagnose von HPV erfolgt, insbesondere bei Frauen, durch routinemäßige gynäkologische Untersuchungen und Screening-Tests. Die grundlegendste Methode zur Erkennung zellulärer Veränderungen am Gebärmutterhals ist der Pap-Abstrich (Pap-Test). Bei dieser Untersuchung wird mit einer kleinen Bürste völlig schmerzfrei eine Zellprobe vom Gebärmutterhals entnommen. Die Probe wird im Labor untersucht, um das Vorhandensein von Krebsvorstufen (präkanzerösen Zellen) festzustellen. Für detailliertere Informationen zu diesem Thema können Sie unseren Artikel Was ist Gebärmutterhalskrebs? Symptome, HPV-Impfung und Pap-Abstrich lesen.
Zusätzlich zum Pap-Abstrich wird häufig der HPV-DNA-Test eingesetzt. Dieser Test weist das genetische Material des Virus nach und bestimmt genau, mit welchem HPV-Typ Sie infiziert sind. Wenn der Abstrich oder der HPV-DNA-Test ein hohes Risiko anzeigt, untersucht Ihr Arzt den Gebärmutterhals detailliert mit einem beleuchteten Vergrößerungsgerät, der sogenannten Kolposkopie. Falls erforderlich, wird eine Gewebeprobe (Biopsie) aus verdächtigen Bereichen entnommen, um eine endgültige Diagnose zu stellen.
Wie wird HPV behandelt?
In der aktuellen Medizin gibt es keine spezifische medikamentöse Therapie, die das Virus selbst vollständig aus dem Körper eliminiert. Die HPV-Behandlung zielt darauf ab, die durch das Virus verursachten gesundheitlichen Probleme (wie Warzen und Zellveränderungen) zu beseitigen. Zur Behandlung von Genitalwarzen werden Kryotherapie (Vereisung), Elektrokauterisation (Verbrennung), Lasertherapie oder spezielle Cremes eingesetzt. Da das Virus auch nach der Behandlung der Warzen im Körper verbleiben kann, besteht immer ein Risiko, dass die Warzen wiederkehren.
Werden Krebsvorstufen am Gebärmutterhals festgestellt, ist das Ziel, diese Zellen aus dem Körper zu entfernen, bevor sie sich zu Krebs entwickeln. Hierfür werden kleine chirurgische Eingriffe wie die LEEP-Methode (Entfernung des erkrankten Gewebes mit einer elektrischen Schlinge) oder eine Konisation (kegelförmige Gewebeentnahme am Gebärmutterhals) durchgeführt. Während des Heilungsprozesses haben ein starkes Immunsystem, eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf das Rauchen einen direkten, positiven Einfluss auf die Genesung.
HPV-Infektion bei Männern und der Impfprozess
Bei Männern verläuft eine HPV-Infektion meist völlig ohne Symptome und bleibt unbemerkt. Männer können das Virus jedoch unwissentlich an ihre Partnerinnen weitergeben und so deren Risiko für Gebärmutterhalskrebs erhöhen. Das häufigste Symptom bei Männern sind Genitalwarzen. Darüber hinaus können Hochrisiko-HPV-Typen bei Männern Penis-, Anal- und oropharyngeale Karzinome (Krebs im Kopf-Hals-Bereich) verursachen. Weitere Informationen zu Warzenproblemen bei Männern finden Sie in unserem Artikel Das unsichtbare Problem der Männer: HPV und das Rätsel der wiederkehrenden Warzen.
Die Impfung von Jungen und erwachsenen Männern ist von großer Bedeutung, um sowohl ihre eigene Gesundheit zu schützen als auch die Ausbreitung des Virus in der Gesellschaft zu stoppen. Das CDC (Centers for Disease Control and Prevention) empfiehlt, Jungen im Alter von 11 bis 12 Jahren genau wie Mädchen in das routinemäßige HPV-Impfprogramm aufzunehmen. Die Impfung von Männern ist einer der effektivsten Wege, um die Infektionskette zu Frauen zu durchbrechen.
Für wen und wann wird die HPV-Impfung empfohlen?
Der heutzutage am häufigsten bevorzugte Impfstoff ist der 9-fach-HPV-Impfstoff, der vor 9 verschiedenen HPV-Typen (6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58) schützt. Diese Typen sind für etwa 90 Prozent der HPV-bedingten Krebserkrankungen verantwortlich. Der Impfstoff wird als Injektion in den Muskel des Oberarms oder Oberschenkels verabreicht. Die vollständige Immunisierung erfolgt in der Regel in 3 Dosen innerhalb eines Zeitraums von 6 Monaten.
Der ideale Zeitpunkt für die Impfung ist das Alter von 11 bis 12 Jahren, noch bevor ein Kontakt mit dem Virus stattgefunden hat. Die Impfung kann jedoch schon ab dem 9. Lebensjahr beginnen. Die FDA (US-amerikanische Food and Drug Administration) hat den HPV-Impfstoff für Personen im Alter von 9 bis 45 Jahren zugelassen. Selbst wenn eine Person bereits mit HPV infiziert war oder Genitalwarzen hatte, wird die Impfung empfohlen. Das Ziel hierbei ist nicht die Behandlung einer bestehenden Infektion, sondern der Aufbau einer Immunität gegen andere gefährliche HPV-Typen, mit denen die Person noch nicht in Kontakt gekommen ist. Es sollte bedacht werden, dass die Immunantwort in jungen Jahren deutlich stärker ausfällt.
Komplikationen: Gebärmutterhalskrebs und weitere Risiken
Nur bei 1 bis 3 von 100 Frauen, die mit dem HPV-Virus in Kontakt kommen, entwickeln sich die zellulären Veränderungen weiter zu Krebs. Bei 99,7 Prozent der Frauen, bei denen Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wird, lassen sich jedoch krebserregende HPV-Typen nachweisen. Wenn das Virus hartnäckig im Körper verbleibt (persistierende Infektion), verursacht es im Laufe der Zeit Veränderungen in den Zellen des Gebärmutterhalses, die als Dysplasie bezeichnet werden.
Wenn diese Vorstufen nicht behandelt werden, können sie sich über Jahre hinweg zu invasivem Gebärmutterhalskrebs entwickeln. HPV begünstigt nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern auch Krebs an Vagina, Vulva, Anus, Penis sowie an den Mandeln und am Zungengrund. Daher ist es lebenswichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen nicht zu vernachlässigen und Faktoren zu meiden, die das Immunsystem schwächen.
Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?
Obwohl HPV meist still verläuft, erfordern einige Symptome eine sofortige medizinische Abklärung. Wenn Sie folgende Beschwerden haben, sollten Sie umgehend einen Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe oder einen Urologen aufsuchen:
- Neu aufgetretene, fleischfarbene Erhebungen im Genitalbereich, um den Anus herum oder im Mund,
- Unerklärliche vaginale Blutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr,
- Anormale Blutungen außerhalb der Menstruation oder nach den Wechseljahren (Menopause),
- Anhaltender, übel riechender oder blutiger vaginaler Ausfluss,
- Anhaltende, starke Schmerzen im Beckenbereich (Unterbauch).
Sollten Sie eine plötzlich einsetzende, unstillbare und starke Blutung aus dem Vaginalbereich erleben oder in Verbindung mit dieser Blutung starken Schwindel oder ein Ohnmachtsgefühl verspüren, müssen Sie sofort den Notruf 112 wählen oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen.
Diagnose- und Behandlungsprozess in der BHT CLINIC
Als BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi bieten wir einen multidisziplinären Ansatz bei der Diagnose und Behandlung von HPV-Infektionen. In unseren hochmodern ausgestatteten Mikrobiologielaboren werden HPV-DNA-Typisierungen und Pap-Abstriche mit höchster Präzision durchgeführt. Bei Bedarf werden Kolposkopien und kleine chirurgische Eingriffe sicher von unserem erfahrenen Ärzteteam vorgenommen.
Die Abteilungen für Infektionskrankheiten, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Urologie unseres Krankenhauses planen die Behandlungsprozesse unter höchster Wahrung der Privatsphäre unserer Patienten. Mit unserer 24/7-Notaufnahme und unserem Fachpersonal sind wir jederzeit für Ihre Gesundheit da. Um Ihre regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen durchführen zu lassen und detaillierte Informationen zum Impfprozess zu erhalten, können Sie über unsere Website einen Termin vereinbaren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel kostet die HPV-Impfung?
Der Preis für die HPV-Impfung variiert je nach Wechselkursen, der Apotheke, in der sie bezogen wird, und der Gesundheitseinrichtung, in der sie verabreicht wird. Da die Impfung in der Türkei derzeit nicht im routinemäßigen staatlichen Impfkalender enthalten ist, muss sie privat bezahlt werden. Für aktuelle Preisinformationen und Details zur Verabreichung können Sie sich gerne an unser Krankenhaus wenden.
Verschwinden HPV-Warzen von selbst?
Ja, ein starkes Immunsystem kann HPV-Warzen in einigen Fällen innerhalb von Monaten oder Jahren von selbst beseitigen. Da jedoch ein hohes Risiko für Wachstum, Ausbreitung und Ansteckung besteht, wird in der Regel empfohlen, sie unter ärztlicher Aufsicht durch Methoden wie Vereisung oder Verbrennung zu behandeln.
Was passiert, wenn der HPV-Test positiv ist?
Ein positiver HPV-Test bedeutet nicht, dass Sie Krebs haben. Dieses Ergebnis zeigt lediglich an, dass Sie das Virus in sich tragen. Je nach Virustyp und dem Ergebnis Ihres Pap-Abstrichs kann Ihr Arzt Sie zu weiteren Untersuchungen wie einer Kolposkopie überweisen oder Sie in kürzeren Abständen zur Kontrolle einbestellen.
Können Jungfrauen HPV bekommen?
Ja, auch Jungfrauen können sich mit HPV infizieren. Für eine Übertragung des Virus ist kein vollständiger Geschlechtsverkehr (Penetration) erforderlich. Ein oberflächlicher Hautkontakt mit dem Genitalbereich einer infizierten Person reicht für eine Übertragung völlig aus.
Können Männer einen HPV-Test machen lassen?
Für Männer gibt es keinen routinemäßigen und zugelassenen Screening-Test wie den Pap-Abstrich oder den zervikalen HPV-DNA-Test bei Frauen. Die Diagnose bei Männern wird in der Regel durch eine klinische Untersuchung von sichtbaren Warzen oder durch eine Biopsie von verdächtigen Läsionen gestellt.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; für eine Diagnose und Behandlung sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren.
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.
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