Geburtshilfe und Gynäkologie

Was ist Gebärmutterhalskrebs? Symptome, HPV-Impfung und Pap-Abstrich

BHT CLINIC27. Januar 20268 Min. Lesezeit
Was ist Gebärmutterhalskrebs? Symptome, HPV-Impfung und Pap-Abstrich

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist eine Krebsart, die sich im Gewebe des Gebärmutterhalses – dem unteren Teil des weiblichen Fortpflanzungssystems – entwickelt. Wird er jedoch im Frühstadium erkannt, ist er fast vollständig vermeidbar. Dank regelmäßiger Pap-Abstriche und HPV-DNA-Screenings lassen sich Krebsvorstufen frühzeitig erfassen, während die HPV-Impfung das Risiko eines Ausbruchs der Krankheit massiv senkt. Eines der größten Ziele der modernen Medizin ist es, diese Krankheit durch richtige Vorsorge- und Impfprogramme für künftige Generationen zu einem bloßen Detail in medizinischen Lehrbüchern zu machen.

Auf einen Blick:

  • Die Hauptursache der Erkrankung ist fast ausschließlich eine Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV).
  • In den Frühstadien verläuft sie meist völlig symptomlos und entwickelt sich über Jahre hinweg schleichend.
  • Pap-Abstrich und HPV-DNA-Tests erkennen zelluläre Veränderungen, noch bevor die Krebsbildung beginnt.
  • Die HPV-Impfung kann sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen ab 9 Jahren sicher angewendet werden.
  • Durch Früherkennung und die Behandlung von Krebsvorstufen liegt die Erfolgsquote bei nahezu hundert Prozent.

Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Der Gebärmutterhals (Zervix) ist das zylinderförmige Gewebe im unteren Teil der Gebärmutter, das sich zur Vagina hin öffnet. Gebärmutterhalskrebs entsteht, wenn gesunde Zellen in diesem Bereich – meist aufgrund einer hartnäckigen Virusinfektion – genetisch verändert werden und sich unkontrolliert vermehren. Der größte Vorteil im Kampf gegen diese Krankheit ist die Zeit: Die Umwandlung einer normalen Zelle in eine Krebszelle dauert in der Regel sehr lange, oft zwischen 10 und 15 Jahren.

Dieser lange Umwandlungsprozess bietet ein großes Zeitfenster für medizinische Interventionen. Zelluläre Vorstufen (Dysplasien) können bei regelmäßigen gynäkologischen Untersuchungen leicht festgestellt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass diese Krebsart durch richtige Screening- und Impfstrategien als globales Problem der öffentlichen Gesundheit eliminiert werden könnte. Bei einer frühzeitigen Diagnose ist es möglich, nur den erkrankten Bereich zu entfernen, ohne die Gebärmutter selbst zu entfernen oder zu beschädigen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die bekannteste und grundlegendste Ursache für Gebärmutterhalskrebs ist eine sexuell übertragbare Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV). Obwohl es in der Natur Hunderte von HPV-Typen gibt, sind insbesondere die HPV-Typen 16 und 18 für etwa siebzig Prozent aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich. Das Immunsystem der meisten Frauen beseitigt dieses Virus innerhalb weniger Jahre aus dem Körper. Gelingt dies jedoch nicht und die Infektion wird hartnäckig (persistent), beginnen strukturelle Veränderungen in den Zellen.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Fortschreiten einer HPV-Infektion zu Krebs beschleunigen. Rauchen steht dabei an erster Stelle; schädliche Substanzen in Tabakprodukten reichern sich in der Zervixflüssigkeit an und schwächen die dortigen Immunzellen. Krankheiten, die das Immunsystem unterdrücken, ein früher Beginn des Sexuallebens, häufig wechselnde Partner und die langfristige Einnahme von Antibabypillen gehören ebenfalls zu den Faktoren, die das Risiko erhöhen. Eine genetische Veranlagung spielt bei dieser Krebsart im Vergleich zu anderen gynäkologischen Krebserkrankungen eine weitaus geringere Rolle.

Was sind die Symptome von Gebärmutterhalskrebs?

Der gefährlichste Aspekt der Krankheit ist, dass Krebsvorstufen und Krebserkrankungen im Frühstadium oft keinerlei Beschwerden verursachen. Die zellulären Veränderungen schreiten im Stillen voran. Wenn der Tumor jedoch zu wachsen beginnt und sich auf das umliegende Gewebe ausbreitet, treten verschiedene Symptome auf. Das häufigste Frühsymptom sind abnormale vaginale Blutungen außerhalb des Menstruationszyklus. Besonders Schmierblutungen, die nach dem Geschlechtsverkehr auftreten, sollten ernst genommen werden.

Mit fortschreitender Erkrankung nehmen Schwere und Vielfalt der Symptome zu. Jede Art von Blutung nach der Menopause ist ein ernstes Warnsignal. Menstruationsblutungen, die länger andauern und stärker sind als gewöhnlich, sowie übelriechender, wässriger oder blutiger Scheidenausfluss treten häufig auf. In fortgeschrittenen Stadien kann der Tumor auf die Nerven im Beckenbereich drücken, was zu Leistenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) sowie in den Rücken und die Beine ausstrahlenden Schmerzen führen kann. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich bemerken, sollten Sie unverzüglich einen Gynäkologen aufsuchen.

Lebensrettende Screening-Tests: Pap-Abstrich und HPV-DNA

Der effektivste Weg, sich vor Gebärmutterhalskrebs zu schützen, ist die Erkennung zellulärer Veränderungen, bevor der Krebsprozess beginnt. Beim Pap-Abstrich (Smear-Test) werden schmerzfrei mit einer kleinen Bürste abgestoßene Zellen vom Gebärmutterhals gesammelt und unter dem Mikroskop untersucht. Beim HPV-DNA-Test wird in derselben Abstrichprobe nach dem genetischen Material des Virus gesucht. Diese Tests dauern unter ambulanten Bedingungen nur wenige Minuten und erfordern keine Betäubung. Für detailliertere Informationen zu diesem Thema können Sie unseren Artikel Nur 5 Minuten, ein Leben lang Gesundheit: Die lebenswichtige Bedeutung des Pap-Abstrichs lesen.

Gemäß internationalen Richtlinien sollte das Screening-Programm in bestimmten Altersgruppen und Intervallen durchgeführt werden. Es wird empfohlen, dass jede Frau ab 21 Jahren alle 3 Jahre einen Pap-Abstrich durchführen lässt. Für Frauen zwischen 30 und 65 Jahren ist das "Co-Testing", bei dem Pap-Abstrich und HPV-DNA-Test kombiniert werden, die idealste Methode; dieses duale Screening sollte alle 5 Jahre wiederholt werden. Wird nur ein Pap-Abstrich durchgeführt, sollte dies alle 3 Jahre erfolgen. Bei Frauen, deren regelmäßige Screenings bis zum Alter von 65 Jahren normal ausfielen, kann das Screening-Programm nach Rücksprache mit dem Arzt beendet werden.

Die HPV-Impfung: Für wen, in welchem Alter, wie viele Dosen?

Die HPV-Impfung ist der stärkste Schutzschild, der gegen Gebärmutterhalskrebs entwickelt wurde. Der Impfstoff trainiert das Immunsystem gegen die gefährlichsten Virustypen und verhindert so, dass sich die Infektion festsetzt. Ideal ist es, den Impfstoff vor Beginn des Sexuallebens zu verabreichen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Impfung von Jungen schützt sie nicht nur vor anderen HPV-bedingten Krebsarten, sondern stoppt auch die Zirkulation des Virus in der Bevölkerung. Weitere Details hierzu finden Sie in unserem Beitrag Das unsichtbare Problem der Männer: Das "Rückfall"-Rätsel bei der Behandlung von HPV und Warzen.

Der Impfplan variiert je nach Alter. Wird die Impfung im Alter zwischen 9 und 14 Jahren begonnen, bieten insgesamt 2 Dosen im Abstand von 6 bis 12 Monaten ausreichenden Schutz. Wird die Impfung nach dem 15. Lebensjahr begonnen, sollten insgesamt 3 Dosen verabreicht werden – in den Monaten 0, 1-2 und 6. Auch Frauen bis 45 Jahre, die bereits sexuell aktiv sind oder zuvor eine HPV-Infektion hatten, können geimpft werden. Die Impfung heilt keine bestehende Infektion, bietet aber einen starken Schutz gegen andere Hochrisiko-HPV-Typen, mit denen die Person noch nicht in Kontakt gekommen ist.

Behandlungsmethoden und Genesungsprozess

Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs hängt vollständig davon ab, in welchem Stadium die Krankheit diagnostiziert wird. Werden bei Screening-Tests Krebsvorstufen (CIN 2, CIN 3) festgestellt, kommen einfache chirurgische Eingriffe wie die LEEP-Methode (Entfernung des erkrankten Gewebes mit einer feinen elektrischen Schlinge) oder die kalte Konisation zum Einsatz. Diese Verfahren erhalten die Gebärmutter, und die Patientinnen können meist noch am selben Tag nach Hause zurückkehren und innerhalb weniger Tage ihr normales Leben wieder aufnehmen.

Hat die Krankheit bereits das Krebsstadium erreicht, werden je nach Tumorgröße und Ausbreitung umfassendere Behandlungen geplant. Bei Krebserkrankungen im Frühstadium kann eine chirurgische Entfernung der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses und der umliegenden Lymphknoten (Hysterektomie) erforderlich sein. In fortgeschrittenen Stadien kommen anstelle eines chirurgischen Eingriffs Kombinationen aus Strahlentherapie (Radiotherapie) und medikamentöser Behandlung (Chemotherapie) zum Einsatz. Nach onkologischen Behandlungen im Krankenhaus kann der Genesungsprozess Wochen oder Monate dauern. In dieser Zeit sind die Ernährung der Patientin, psychologische Unterstützung und regelmäßige onkologische Nachsorgeuntersuchungen von entscheidender Bedeutung.

Komplikationen und Risikogruppen

Unbehandelter Gebärmutterhalskrebs breitet sich schnell auf benachbarte Organe aus und führt zu schweren Komplikationen. Wenn sich der Tumor auf die Blase oder das Rektum (den Enddarm) ausbreitet, können Schwierigkeiten beim Wasserlassen, blutiger Urin oder Darmverschlüsse auftreten. Darüber hinaus kann sich durch die Blockade der Harnleiter ein Nierenversagen entwickeln. In fortgeschrittenen Stadien streut die Krankheit in Lunge, Leber und Knochen (Metastasen) und erreicht lebensbedrohliche Ausmaße.

Auch die angewandten Behandlungen bergen eigene Risiken. Nach umfangreichen Operationen oder einer Bestrahlung des Beckens können Probleme wie Fruchtbarkeitsverlust, vorzeitige Menopause, vaginale Trockenheit und Harninkontinenz auftreten. Personen in Hochrisikogruppen (langjährige Raucher, Menschen mit Immunschwäche, Personen mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr) haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, diese Komplikationen zu erleiden. Daher ist die strikte Einhaltung von Screening-Programmen der einzige Weg, mögliche Risiken zu minimieren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Gynäkologische Untersuchungen sollten nicht erst bei Beschwerden, sondern gemäß dem routinemäßigen Screening-Plan durchgeführt werden. Wenn jedoch bestimmte Symptome auftreten, ist es notwendig, sofort einen Arzt aufzusuchen und nicht auf den nächsten Kontrolltermin zu warten. Auch nur ein einziger Tropfen Blut in den Wechseljahren, Blutungen während oder unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr, unregelmäßige Schmierblutungen zwischen den Menstruationszyklen sowie übelriechender, fleischwasserfarbener Scheidenausfluss sind Situationen, die eine sofortige ärztliche Abklärung erfordern.

In einigen Fällen ist es lebenswichtig, sich direkt an die Notaufnahme zu wenden oder den Notruf 112 zu wählen. Eine vaginale Blutung, die so stark ist, dass innerhalb einer Stunde eine oder mehrere Binden vollständig durchnässt sind, der Abgang großer Blutgerinnsel sowie plötzlich einsetzende und unerträgliche Leisten- oder Bauchschmerzen erfordern sofortige medizinische Hilfe. Wenn Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen, kalter Schweiß und ein Ohnmachtsgefühl (Symptome eines hämorrhagischen Schocks) aufgrund übermäßiger Blutungen auftreten, sollte ohne Zeitverlust die nächste Gesundheitseinrichtung aufgesucht werden.

Der Prozess in der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi

Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi bietet die aktuellsten medizinischen Ansätze für das Screening, die Diagnose und die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs. Unser erfahrenes Ärzteteam führt Pap-Abstriche und HPV-DNA-Tests mit hohem Patientenkomfort in einer sterilen und sicheren ambulanten Umgebung in Sekundenschnelle durch. In Verdachtsfällen werden Kolposkopie (Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einem optischen Vergrößerungsgerät) und Biopsien mit höchster Präzision durchgeführt.

Unser Krankenhaus bietet einen 24/7-Notdienst für plötzlich auftretende, schwere Blutungen oder akute Beckenschmerzen. Bei der Behandlung von Krebsvorstufen werden laparoskopische und minimalinvasive Operationsmethoden erfolgreich angewendet, sodass unsere Patientinnen schnell in ihren Alltag zurückkehren können. Um Ihre Gesundheit nicht aufzuschieben und Ihre regelmäßigen Kontrollen zu planen, können Sie ganz einfach über unsere Termin-Seite einen Termin vereinbaren.

Häufig gestellte Fragen

Verhindert die HPV-Impfung Gebärmutterhalskrebs zu 100 Prozent?

Die HPV-Impfung bietet einen Schutz von über 90 % gegen die Hochrisiko-Virustypen, die am häufigsten Gebärmutterhalskrebs verursachen. Da der Impfstoff jedoch nicht alle HPV-Typen abdeckt, ist es notwendig, auch nach einer Impfung weiterhin routinemäßige Pap-Abstriche und HPV-Screenings durchführen zu lassen.

Ist der Pap-Abstrich ein schmerzhafter Eingriff?

Nein, der Pap-Abstrich ist definitiv kein schmerzhafter Eingriff. Während der gynäkologischen Untersuchung wird mit einer kleinen Bürste mit weicher Spitze in Sekundenschnelle ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen; dabei ist lediglich ein leichtes Berührungsgefühl zu spüren.

Wird Gebärmutterhalskrebs genetisch von der Mutter auf die Tochter übertragen?

Die genetische oder erbliche Übertragung von Gebärmutterhalskrebs ist im Vergleich zu Brust- oder Eierstockkrebs verschwindend gering. Die Hauptursache der Krankheit ist kein genetisches Erbe, sondern eine erworbene Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV).

Können Jungfrauen einen Pap-Abstrich oder ein HPV-Screening durchführen lassen?

Da der Pap-Abstrich vaginal durchgeführt wird, um den Gebärmutterhals zu erreichen, kann das Jungfernhäutchen (Hymen) verletzt werden. Daher wird bei Jungfrauen kein routinemäßiger Pap-Abstrich durchgeführt. Bei ungewöhnlichen Blutungen oder Beschwerden kann der Arzt jedoch alternative Untersuchungsmethoden zur Beurteilung anwenden.

Bedeutet ein positiver HPV-Test, dass ich definitiv Krebs habe?

Ein positiver HPV-Test bedeutet nicht, dass Sie Krebs haben; er zeigt lediglich an, dass sich dieses Virus in Ihrem Körper befindet. Die meisten HPV-Infektionen werden vom Immunsystem beseitigt, ohne zelluläre Veränderungen zu verursachen. Bei einem positiven Befund wird Ihr Arzt den Zustand der Zellen durch weiterführende Untersuchungen wie eine Kolposkopie überprüfen.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; wenden Sie sich für eine Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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