Gesundheitsratgeber

Häufige Winterkrankheiten bei Kindern: Ein Leitfaden für Eltern

BHT CLINIC29. Dezember 20258 Min. Lesezeit
Häufige Winterkrankheiten bei Kindern: Ein Leitfaden für Eltern

Winterkrankheiten bei Kindern sind meist durch Viren verursachte Infektionen, die das Immunsystem belasten – besonders dann, wenn die Temperaturen sinken und wir mehr Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Erkrankungen wie eine einfache Erkältung, die echte Grippe, RSV oder Bronchitis lassen sich jedoch gut und sicher überstehen, wenn Eltern die Symptome richtig deuten, zu Hause unterstützende Pflege leisten und bei Bedarf rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

  • In den Wintermonaten treten bei Kindern am häufigsten Erkältungen, Grippe (Influenza), RSV, akute Bronchitis und Mittelohrentzündungen auf.
  • Bei Babys muss eine verstopfte Nase genau beobachtet und mit isotonischer Kochsalzlösung gereinigt werden, da sie die Nahrungsaufnahme und den Schlaf direkt beeinträchtigt.
  • Ein anhaltendes Fieber von 38 Grad Celsius oder mehr, eine schnelle, flache Atmung oder die völlige Verweigerung von Flüssigkeit erfordern einen sofortigen Arztbesuch.
  • Der natürlichste und nachhaltigste Weg zur Stärkung des Immunsystems sind altersgerechter Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und Muttermilch.
  • Der unnötige Einsatz von Antibiotika ist bei Viren wirkungslos; die Behandlungsplanung sollte immer unter der Aufsicht eines Facharztes für Kinder- und Jugendmedizin erfolgen.

Warum nehmen Krankheiten bei Kindern im Winter zu?

Der Hauptgrund für die Zunahme von Krankheiten im Winter ist nicht nur die kalte Luft an sich. Kälte und trockene Heizungsluft führen dazu, dass die schützende Schleimhaut in den Atemwegen austrocknet und ihre Funktion nicht mehr voll erfüllen kann. Dies erleichtert Viren das Eindringen in den Körper. Gleichzeitig verbringen wir mehr Zeit in geschlossenen Räumen wie Schulen, Kindergärten oder Einkaufszentren. Dort können sich Viren durch Tröpfcheninfektion rasend schnell unter Kindern verbreiten. Da das kindliche Immunsystem im Vergleich zu dem von Erwachsenen noch unerfahren ist, reagiert es oft heftiger auf neue Erreger. Deshalb ist es während der gesamten Wintersaison besonders wichtig, auf Hygieneregeln zu achten und Krankheitssymptome frühzeitig zu erkennen.

Erkältung (Schnupfen)

Die gewöhnliche Erkältung ist eine milde Infektion der oberen Atemwege, die durch Hunderte verschiedener Viren ausgelöst werden kann. Es ist völlig normal, dass Kinder im Laufe eines Winters mehrmals eine Erkältung durchmachen.

Was sind die Symptome?

Besonders Erkältungssymptome bei Babys beginnen meist mit einer verstopften Nase, klarem oder leicht gelblichem Nasensekret, Niesen und einem leichten, trockenen Husten. Fieber tritt oft gar nicht oder nur sehr mild auf (um die 37,5 bis 38 Grad). Da Säuglinge fast ausschließlich durch die Nase atmen, kann eine Verstopfung zu Schwierigkeiten beim Trinken, zu Unruhe und zu häufigem Aufwachen in der Nacht führen.

Was können Sie zu Hause tun?

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind viel Flüssigkeit zu sich nimmt. Das hilft, den Schleim zu verflüssigen. Um die verstopfte Nase bei Babys zu befreien, können Sie vom Arzt empfohlene isotonische Kochsalztropfen verwenden und die Nase anschließend mit einem sanften Nasensauger reinigen. Eine Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 50 Prozent im Kinderzimmer beruhigt die gereizten Atemwege spürbar.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Wenn der Schnupfen länger als 10 Tage anhält, das Fieber mehr als 3 Tage bleibt, Ihr Kind über Ohrenschmerzen klagt oder Sie beim Atmen ein pfeifendes Geräusch hören, sollten Sie unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen.

Grippe (Influenza)

Die echte Grippe wird durch Influenzaviren verursacht. Sie beginnt meist sehr plötzlich und verläuft deutlich schwerer als eine einfache Erkältung.

Was sind die Symptome?

Grippesymptome bei Kindern treten in der Regel schlagartig auf. Hohes Fieber, das bis auf 39 Grad klettern kann, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, extreme Erschöpfung und ein trockener Husten sind die deutlichsten Anzeichen. Die Kinder möchten meist das Bett nicht verlassen und verlieren völlig den Appetit. Manchmal können auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall das Krankheitsbild begleiten.

Was können Sie zu Hause tun?

Das Wichtigste bei der Behandlung einer Grippe sind Bettruhe und Isolation, um andere nicht anzustecken. Um das Fieber Ihres Kindes zu kontrollieren, können Sie fiebersenkende Mittel mit Paracetamol oder Ibuprofen verwenden – jedoch nur nach ärztlicher Absprache. Bieten Sie Wasser, frisch gepresste Säfte und lauwarme Suppen an, um einem Flüssigkeitsverlust vorzubeugen. Geben Sie Ihrem Kind niemals ohne ärztlichen Rat Antibiotika oder Aspirin (Acetylsalicylsäure).

Wann sollten Sie zum Arzt?

Wenn das Fieber länger als 72 Stunden anhält oder wenn Ihr Kind unter Atemnot, Brustschmerzen, blauen Lippen, extremer Schläfrigkeit leidet oder Flüssigkeiten komplett verweigert, müssen Sie ohne Zeitverlust eine Notaufnahme aufsuchen.

RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus)

Das RS-Virus ist ein weit verbreiteter und hochansteckender Erreger, der besonders bei Kindern unter 2 Jahren zu Infektionen der unteren Atemwege (Bronchiolitis und Lungenentzündung) führen kann.

Was sind die Symptome?

Eine RSV-Infektion bei Kindern sieht anfangs oft wie ein harmloser Schnupfen aus; sie beginnt mit einer laufenden Nase und leichtem Fieber. Innerhalb weniger Tage kann das Virus jedoch in die kleinen Verästelungen der Lunge (Bronchiolen) wandern und dort eine Entzündung verursachen. In dieser Phase setzen starker Husten, pfeifende Atemgeräusche (Giemen) und eine schnelle, flache Atmung ein. Für detailliertere Informationen zu diesem Thema können Sie unseren Ratgeber Was ist das RSV-Virus? Symptome bei Babys und Kindern lesen.

Was können Sie zu Hause tun?

Bei leichten RSV-Fällen reicht eine unterstützende Pflege zu Hause aus. Wenn Sie Ihr Baby in einer aufrechten Position halten, fällt ihm das Atmen leichter. Da die Kleinen beim Trinken schnell ermüden, sollten Sie Muttermilch oder Flaschennahrung in kleineren Portionen und dafür häufiger anbieten. Reinigen Sie regelmäßig die Nase.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Wenn sich beim Einatmen die Haut zwischen den Rippen oder unterhalb des Halses einzieht, die Nasenflügel beben, das Baby die Nahrung komplett verweigert oder der Bereich um die Lippen blass oder bläulich wird, müssen Sie sofort die 112 wählen oder die nächstgelegene, gut ausgestattete Notaufnahme aufsuchen.

Akute Bronchitis und Bronchiolitis

Bei einer Bronchitis sind die großen Bronchien, die die Luft in die Lunge transportieren, entzündet. Die Bronchiolitis betrifft hingegen die kleineren Atemwege und tritt vor allem bei Säuglingen auf.

Was sind die Symptome?

Ein tiefer, hartnäckiger Husten – oft mit Schleim, manchmal aber auch trocken – ist das Hauptsymptom. Ein Rasseln in der Brust, leichtes Fieber und ein unangenehmes Gefühl im Brustbereich können hinzukommen. Die Hustenanfälle verschlimmern sich oft nachts und stören den Schlaf des Kindes erheblich.

Pflege und Behandlung zu Hause

Da die Bronchitis-Behandlung bei Kindern meist auf eine Virusinfektion abzielt, sind Antibiotika in der Regel nicht erforderlich. Ihr Arzt kann Medikamente zum Inhalieren über einen Vernebler (Inhaliergerät) verschreiben, um die Atemwege zu erweitern und die Entzündung zu lindern. Wenn Sie zu Hause darauf achten, dass Ihr Kind viel warme Flüssigkeit trinkt, hilft das beim Abhusten des Schleims. Es ist zudem lebenswichtig, dass die Raumluft sauber ist und das Kind absolut keinem Zigarettenrauch ausgesetzt wird.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Wenn der Husten länger als drei Wochen andauert, sich Blut im Auswurf befindet, das pfeifende Atemgeräusch trotz der vom Arzt verordneten Behandlung nicht nachlässt oder das Kind sichtlich Mühe beim Atmen hat, ist eine erneute ärztliche Untersuchung zwingend erforderlich.

Mittelohrentzündung (Otitis Media)

Die Eustachische Röhre (die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum) ist bei Kindern kürzer und verläuft horizontaler als bei Erwachsenen. Diese anatomische Besonderheit führt dazu, dass bei Infektionen der oberen Atemwege Keime leicht ins Mittelohr gelangen und sich dort Flüssigkeit ansammelt.

Was sind die Symptome?

Starke Ohrenschmerzen sowie Unruhe und Weinattacken, die sich besonders im Liegen verschlimmern, sind die häufigsten Anzeichen. Babys, die noch nicht sprechen können, fassen sich oft immer wieder ans Ohr oder ziehen daran. Fieber, Appetitlosigkeit und manchmal ein gelb-grünlicher Ausfluss aus dem Ohr können das Bild komplettieren.

Was können Sie zu Hause tun?

Zur Linderung der Schmerzen können Sie alters- und gewichtsgerechte Schmerzmittel geben, die Ihr Arzt empfohlen hat. Ein warmes (nicht heißes!) Handtuch auf der Außenseite des Ohres kann das Kind beruhigen. Führen Sie niemals Wattestäbchen in den Gehörgang ein und verwenden Sie keine Ohrentropfen ohne ausdrückliche ärztliche Anweisung.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Bei jedem Verdacht auf Ohrenschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine genaue Diagnose zu stellen. Der Kinderarzt wird das Trommelfell untersuchen, um festzustellen, ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt, und gegebenenfalls eine Antibiotikatherapie einleiten.

Rotavirus und Winterdurchfall

Im Winter sind nicht nur Atemwegsviren aktiv, sondern auch solche, die den Magen-Darm-Trakt angreifen. Das Rotavirus ist einer der häufigsten Erreger in der kalten Jahreszeit und verursacht bei Kindern schweren Durchfall und Erbrechen.

Was sind die Symptome?

Die Krankheit beginnt meist plötzlich mit Erbrechen und Fieber. Darauf folgt sehr wässriger, häufiger und übelriechender Durchfall. Dies kann rasch zu einem gefährlichen Flüssigkeitsverlust (Dehydration) führen.

Was können Sie zu Hause tun?

Der wichtigste Schritt ist, die verlorene Flüssigkeit zu ersetzen. Orale Rehydratationslösungen (Elektrolytlösungen) aus der Apotheke können lebensrettend sein. Geben Sie Ihrem Kind häufig Wasser, Ayran (ein leicht salziges Joghurtgetränk) oder ungesüßtes Kompott in kleinen Schlucken. Vermeiden Sie fettige und extrem zuckerhaltige Speisen; bevorzugen Sie stattdessen Schonkost wie Bananen, gekochte Kartoffeln, Reisbrei und Naturjoghurt.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Wenn Ihr Kind alles, was es trinkt, sofort wieder erbricht, die Urinmenge drastisch abnimmt (bei Babys: 6 bis 8 Stunden lang eine trockene Windel), beim Weinen keine Tränen fließen und die Augen eingefallen wirken, ist eine sofortige medizinische Behandlung – oft mit intravenöser Flüssigkeitsgabe – erforderlich.

Das Immunsystem bei Kindern stärken: Ernährung und Schlaf

Die Stärkung des Immunsystems bei Kindern ist die stärkste Verteidigungslinie gegen Winterkrankheiten. Das Immunsystem lässt sich nicht durch eine Wunderpille stärken, sondern durch regelmäßige und gesunde Lebensgewohnheiten.

Natürliche Ernährungstipps

Bauen Sie täglich frisches Gemüse und Obst in den Speiseplan Ihres Kindes ein. Vitamin-C-reiche Zitrusfrüchte, Kiwis, Brokkoli und dunkelgrünes Blattgemüse erhöhen die Widerstandskraft gegen Infektionen. Eine gesunde Darmflora ist das Fundament der Immunabwehr. Bieten Sie daher regelmäßig probiotische Quellen wie hausgemachten Joghurt, Kefir oder Tarhana (eine traditionelle, probiotische türkische Suppe) an. Zinkreiche Lebensmittel wie Kürbiskerne, Eier und rotes Fleisch sind ebenfalls wichtig für die zelluläre Abwehr. Vermeiden Sie es, willkürlich Vitaminsirupe zu geben, es sei denn, Ihr Arzt hat durch eine Blutuntersuchung einen Mangel (z. B. an Vitamin D oder Eisen) festgestellt.

Die Rolle eines geregelten Schlafs

Ausreichender und qualitativ hochwertiger Schlaf ist die Zeit, in der sich der Körper regeneriert und Zellen zur Infektionsbekämpfung produziert. Vorschulkinder sollten idealerweise 10 bis 13 Stunden, Schulkinder 9 bis 11 Stunden ununterbrochen schlafen. Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirme (Tablet, Fernseher, Smartphone) zu verzichten, ist ein entscheidender Schritt für eine gesunde Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin.

Diagnose und Behandlung in der BHT CLINIC

Die Diagnose von Winterkrankheiten bei Kindern beginnt mit einer gründlichen körperlichen Untersuchung durch unsere Fachärzte. Bei Bedarf liefern unsere hauseigenen Labore schnell Ergebnisse durch Antigen-Schnelltests (Influenza, RSV, Rotavirus), ein großes Blutbild (Hämogramm) und die Bestimmung von Entzündungswerten (CRP). Die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin der BHT CLINIC İstanbul Tema Hastanesi steht unseren kleinen Patienten mit einem erfahrenen Ärzteteam und kinderfreundlichen Untersuchungsräumen zur Seite. Für Notfälle bieten unsere rund um die Uhr geöffnete Notaufnahme und die bestens ausgestatteten Beobachtungsräume für Kinder eine lückenlose medizinische Versorgung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab welcher Körpertemperatur sollte ich mit meinem Kind ins Krankenhaus fahren?

Bei Säuglingen unter 3 Monaten ist Fieber ab 38 Grad Celsius immer ein medizinischer Notfall, und Sie sollten sofort ein Krankenhaus aufsuchen. Bei älteren Kindern ist eine ärztliche Untersuchung erforderlich, wenn das Fieber 39 Grad übersteigt, sich trotz fiebersenkender Mittel nicht senken lässt oder länger als 3 Tage anhält.

Sind Vitaminpräparate zwingend nötig, um Winterkrankheiten vorzubeugen?

Nein. Ein gesundes Kind, das sich ausgewogen ernährt und regelmäßig schläft, benötigt routinemäßig keine zusätzlichen Vitaminpräparate. Vitamin- und Mineralstoffzusätze sollten nur dann eingenommen werden, wenn ein Arzt durch Bluttests einen Mangel festgestellt hat.

Wann und für wen wird die Grippeimpfung empfohlen?

Die Grippeimpfung wird für alle Kinder ab 6 Monaten empfohlen, insbesondere jedoch für Kinder mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Herzerkrankungen. Der ideale Zeitpunkt für die Impfung ist zwischen Ende September und November, damit der Schutz den ganzen Winter über anhält.

Wie lange darf der Husten meines Kindes andauern, bevor es gefährlich wird?

Ein durch eine einfache Erkältung verursachter Husten kann bis zu 2 Wochen anhalten. Wenn der Husten jedoch länger als 3 Wochen andauert, in keuchhustenartigen Anfällen auftritt oder von Atemnot oder einer bläulichen Verfärbung der Haut begleitet wird, sollten Sie unverzüglich einen Facharzt aufsuchen.

Sind Antibiotika bei Winterkrankheiten immer notwendig?

Nein, die überwiegende Mehrheit der Winterkrankheiten (Erkältung, Grippe, RSV) wird durch Viren verursacht, und gegen Viren sind Antibiotika völlig wirkungslos. Antibiotika sollten nur dann eingesetzt werden, wenn Ihr Arzt eine bakterielle Infektion diagnostiziert hat, wie etwa eine Mittelohrentzündung, eine Lungenentzündung oder eine Streptokokken-Mandelentzündung.

Wenn Sie sich Sorgen um die Gesundheit Ihres Kindes machen, können Sie sich jederzeit an unsere Fachärzte wenden und einen Termin vereinbaren.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken; wenden Sie sich für eine genaue Diagnose und Behandlung stets an Ihren Arzt.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Ihre Beschwerden anhalten

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Halten Ihre Beschwerden an, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der zuständigen Abteilung.

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